Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Herleshausen mit den Ortsteilen Breitzbach, Unhausen und Wommen (Werra-Meißner-Kreis)
Jüdische Geschichte / Synagoge

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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)       
              
In Herleshausen bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17./18. Jahrhunderts zurück. Um 1640 lassen sich die ersten jüdischen Bewohner am Ort nachweisen (nach anderen Angaben lebten bereits Ende des 16. Jahrhunderts zwei jüdische Familien in Herleshausen). Im 18. Jahrhundert lebten durchschnittlich zwei bis drei jüdische Familien am Ort (1744 drei Familien).   

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1835 65 jüdische Einwohner, 1861 118 (10,8 % von insgesamt 1.091 Einwohner), 1871 129 (11,6 % von 1.115), 1885 91 (8,9 % von 1.025), 1895 94 (8,5 % von 1.107), 1905 89 (8,3 % von 1.084). Zur jüdischen Gemeinde Herleshausen gehörten auch die in den umliegenden Dörfern lebenden jüdischen Personen: in Breitzbach (1744 eine jüdische Familie, 1835 neun jüdische Einwohner, 1861 10), Unhausen (1744 zwei jüdische Familien, 1835 7 jüdische Einwohner, 1861 5) und in Wommen (bereits 1564/65 wird ein Jude in Wommen genannt, 1622 Simon und Jackoff mit Familien, 1744 zwei Familien, 1835/61 jeweils sieben jüdische Einwohner). An jüdischen Familiennamen gab es in Herleshausen insbesondere: Weinstein, Wolf, Rothschild, Neuhaus, Goldschmidt, Heilbrunn, Ochs, Müller, Nußbaum u.a.   

An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule (Israelitische Volksschule bis 1922), ein rituelles Bad (im Keller des Schulgebäudes) und ein Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Für die Israelitische Volksschule wurde 1867 ein neues Schulhaus neben der Synagoge erbaut. Als Lehrer sind bekannt: um 1866 J. Oppenheim (Quelle), ab 1900 Simon Schön (unterrichtete 1903 bis 1911 jeweils 12 bis 17 Kinder), 1912 bis 1923 Max Moses (unterrichtete 1922 7 Kinder; Max Moses wechselte 1922 nach Spangenberg, wo er noch drei Jahre bis zur Auflösung der dortigen Volksschule und dem anschließenden Wechsel nach Aurich blieb). Nach 1922 wurde in der Person von Elchanan/Feivel Alexandrowitz nur noch ein Religionslehrer angestellt (gest. 1931). Die Gemeinde gehörte zum Kreisrabbinat Eschwege und mit diesem zum Rabbinatsbezirk Niederhessen mit Sitz in Kassel.         
  
Im Ersten Weltkrieg fiel aus der Gemeinde Karl Ochs (geb. 30.10.1890 in Herleshausen, gef./vermisst 1917).  
 
Um 1925, als zur Gemeinde 52 (?) Personen gehörten (4,4 % von insgesamt 1.195 Einwohnern), waren die Vorsteher der Gemeinde Moritz Neuhaus und Salomon Müller. Als Lehrer, Kantor und Schochet war Elchanan/Feivel Alexandrowitz (bzw. Alexandrowitsch) tätig. Er unterrichtete damals 5 Kinder der Gemeinde in Religion. An jüdischen Vereinen gab es die Wohltätigkeitsvereine Chewra Kadischa und den Israelitischen Frauenverein. Letzterer stand 1932 unter Leitung von Berta Wolf. 1932 waren die Gemeindevorsteher Moritz Neuhaus (1. Vors.) und Salomon Müller (2. Vors.); als Schatzmeister war Bernhard Neuhaus tätig. Im Schuljahr 1931/32 erhielten noch drei Kinder der Gemeinde Religionsunterricht. Lehrer Alexandrowitz verstarb 1931 (siehe Bericht unten und weiteren Bericht).         

1933 wurden 60 jüdische Gemeindeglieder gezählt.
In den folgenden Jahren ist ein Teil von ihnen auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Im September 1938 waren jedoch noch 34 jüdische Personen am Ort. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge zerstört (siehe unten).     
  
Von den in Herleshausen geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Fanny Abraham geb. Cohn (1862), Abraham Bachrach (1878), Betty Bachrach geb. Müller (1889), Hermann Bachrach (1878), Clementine Bud geb. Goldschmidt (1875), Emma Eichenberg geb. Müller (1867), Arno (Aron) Goldschmidt (1890), Ida Goldschmidt geb. Neuhaus (1881), Irene Hirsch (1904), Hilde Berta Hoogstraal geb. Meijer (1905), Jakob Katz (1857), Arnold Katzenstein (1878), Berta Katzenstein geb. Herbst (1908), Herbert Katzenstein (1912), Manfred Katzenstein (1935), Meta Katzenstein geb. Öls (1888), Minna Lazarus geb. Müller (1871), Ferdinand Müller (1869), Hirsch Müller (1872), Julius Müller (1888), Manfred Müller (1922), Simon Müller (1878), Fanny Nathan geb. Müller (1880), Adolf Neuhaus (1879), Arthur Neuhaus (1901), Baruch Neuhaus (1869), Berta Neuhaus (1873), Emilie Neuhaus geb. Moosberg (1863), Moritz Neuhaus (1861), Rebekka Neuhaus geb. Löw (1873), Chlothilde Nussbaum (1889), Karl Ochs (1896), Recha Ochs geb. Hirnheimer (1900), Rosi Ochs (1929), Johanna Rosenbaum (1865), Röschen Rosenthal geb. Wolf (1903), Sara Schön geb. Schön (1853), Jeanette Spangenthal geb. Goldschmidt (1856), Albert Isidor Strauß (1895), Marta Weinstock geb. Müller (1893), Berta Wolf geb. Jacob (1868), Frieda Wolf geb. Ledermann (1866), Julie Wolf geb. Müller (1874).  
   
Aus Wommen sind umgekommen: Fritz Weinstein (1869, später in Nesselröden wohnhaft). 
Aus Unhausen sind umgekommen:  Johanna Nußbaum geb. Wolf (1866, später in Nesselröden wohnhaft), Minna Wolf (1869, später in Fulda).
Aus Breitzbach werden keine Namen genannt.           
     
     
     
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
    
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet   

Ausschreibungen der Lehrerstelle wurden in jüdischen Periodika noch nicht gefunden.  

          
Zum Tod von Lehrer Simon Schön (1911) 

Herleshausen Israelit 05101911.jpg (78361 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Oktober 1911: "Herleshausen, 1. Oktober (1911). Tot aufgefunden in seinem Bette wurde am Morgen des zweiten Tages von Rosch Haschana (Neujahrsfest) Herr Lehrer Simon Schön dahier, nachdem er am Abend vorher noch völlig gesund und kräftig vorgebetet hatte. Am Dienstag wurde der im 54. Lebensjahre Verstorbene unter außergewöhnlich großer Beteiligung zu Grabe geleitet. Herr Kreisrabbiner Dr. Cohn - Eschwege schilderte in bewegten Worten dessen Berufstreue, Ansehen und Wirken in Schule und Gemeinde. Als Vertreter der Israelitischen Lehrerkonferenz Hessens widmete Herr Lehrer Rosenstein dem verblichenen Amtsbruder und Nachfolger Worte der Verehrung. Herr Lehrer Wittich dahier, der Vorsitzende des Bezirksvereins, hielt ihm gleichfalls einen warmen Nachruf. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."   

  
Max Moses wird zum Lehrer der Gemeinde gewählt (1912)  

Herleshausen FrfIsrFambl 15031912.jpg (15334 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 15. März 1912: "Herleshausen. Zum Lehrer der hiesigen Gemeinde wurde M. Moses aus Vlotho gewählt und regierungsseitig bestätigt."   

  
25-jähriges Amtsjubiläum von Lehrer Max Moses (in Aurich 1929, war 1912 bis 1923 Lehrer in Herleshausen)   

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 5. April 1929: "Aurich, Am 1. April konnte unser Lehrer und Prediger, Herr M. Moses, sein 25-jähriges Amtsjubiläum begehen, an dem die ganze Gemeinde regen Anteil nahm. Denn der Jubilar hat es in seiner kaum vierjährigen hiesigen Tätigkeit verstanden, durch seine gewissenhafte, hingebungsvolle und erfolgreiche Lehramtstätigkeit, sein offenes, wahrheitsliebendes und gewinnendes Wesen, sowie durch seine aufopfernde seelsorgerische Tätigkeit die größte Wertschätzung und Achtung nicht nur innerhalb unserer Gemeinde, sondern auch im öffentlichen Leben unserer Stadt zu erwerben. So konnte es denn nicht ausbleiben, dass der Jubilar reich mit Ehren bedacht wurde. Fast jedes Gemeindemitglied suchte ihn zu erfreuen. So konnte es denn nicht ausbleiben, das der Jubilar reich mit Ehren bedacht wurde. Fast jedes Gemeindemitglied erfreute ihn durch eine Aufmerksamkeit. Der Synagogenvorstand sowie die Repräsentanten der Gemeinde hatte sich vollzählig eingefunden und überreichten ihm nach einer die Verdienste hervorhebenden Ansprache seitens des Vorsitzenden Herrn Knurr ein wertvolles Geschenk, worauf Herr Moses in der ihm eigenen Weise in treffenden Worten bewegt dankte. Obgleich der Magistrat der Stadt in einem warm gehaltenen Schreiben gratulierte, ließ es sich unser Bürgermeister, Herr Dr. Anklam dennoch nicht nehmen, persönlich zu erscheinen, um den Jubilar zu beglückwünschen und ihm zu danken für seine Wirksamkeit und reges Interesse für die Belange unserer Stadt. Auch die christliche Geistlichkeit gratulierte, wie auch der Vorstand des Bezirkslehrervereins Aurich namens der Konferenz, an der Herr Moses lebhaften, tätigen Anteil nimmt, seine Glückwünsche persönlich aussprach. Herr Moses war Zögling des Kasseler Lehrerseminars. Auch hat er 14 Jahre in unserem Bezirk gewirkt, und zwar 11 Jahre in Herleshausen und 3 Jahre in Spangenberg. Beide Stellen gingen aber infolge der geringen Schülerzahl ein, und so wurde denn Herr Moses am 1. August 1925 nach Aurich berufen, wo er ein großes Wirkungsfeld gefunden hat."  

 
50-jähriges Dienstjubiläum und Goldene Hochzeit von Lehrer und Kantor Feiwel (Felix) Alexandrowitz (1928)
   
Anmerkung: 1923 wurde Feiwel Alexandrowitz Lehrer und Kantor der jüdischen Gemeinde Herleshausen. Er war zugleich Schochet in Herleshausen und Umgebung. 1932 starb er im Alter von 76 Jahren in Herleshausen. Fotos von ihm - auch eines von ihm von der Goldenen Hochzeit 1932 zusammen mit Frau Berta, Sohn Martin und Tochter Lucie - siehe http://www.vor-dem-holocaust.de/ unter Herleshausen.      

Artikel in der "Jüdisch-liberalen Zeitung" vom 7. September 1928: "Herleshausen. (Persönliches). Lehrer und Kantor F. Alexandrowitz konnte letzten Sonntag sein 50-jähriges Dienstjubiläum und gleichzeitig das Fest der Goldenen Hochzeit begehen. Bis zum Weltkrieg war der Jubilar in den östlichen Provinzen (Posen, Ost- und Westpreußen) tätig. Der Krieg hat das Jubel-Ehepaar dreier hoffnungsvoller Söhne beraubt, und auch andere herbe Schicksalsschläge sind den greisen Leuten, denen an ihrem Ehrentage viele Sympathiekundgebungen zugingen, nicht erspart geblieben."          
 
Herleshausen Israelit 30081928.jpg (20891 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. August 1928: "Herleshausen, 27. August (1928). Die goldene Hochzeit begehen am 2. September Felix Alexandrowitz und Frau in größter Frische. Zugleich begeht der Jubilar sein 50-jähriges Dienstjubiläum."   
 
Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung" für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 31. August 1928: Herleshausen. Die Doppelfeier des Kantors F. Alexandrowitz in unserer jetzt kleinen Gemeinde, die noch bis kurz vor dem Weltkriege eine öffentliche jüdische Volksschule hatte, gibt uns Veranlassung, von dem Jubilar etwas zu berichten, zumal ihn ein eigenartiges Geschick in ein fremdes Land führte. Viele Jahre amtierte er in einer der größten Gemeinden Westpreußens mehrere Jahrzehnte - in Tempelburg (heute Czaplinek, in der polnischen Woiwodschaft Westpommern) - und erfreute sich durch seine hervorragenden Leistungen als Vorbeter allgemeiner Wertschätzung, wie durch seinen frommen Lebenswandel. Aber in Tempelburg ist noch kein Kultusbeamter gestorben. Mit beginnendem Alter wurde sein Vertrag von der Gemeinde nicht erneuert; so etwas war ja im Osten üblich, und so musste Alexandrowitz seine Stelle in einer kleinen Nachbargemeinde annehmen. Sein Wohnort wurde polnisches Gebiet, und wieder musste er den Wanderstab ergreifen und landete in Herleshausen, wo sein Einkommen sicherlich ein recht bescheidenes ist. Ob das hiesige Vorsteheramt und der Landesverband ihm das Mindesteinkommen eines Beamten gewähren ist wohl anzunehmen. Seinen Fähigkeiten nach könnte der Jubilar eine Stelle in einer Großgemeinde in Ehren bekleiden. Man muss nur seinen seelenvollen Vortrag und seine klassische Toravorlesung gehört haben! Und jetzt - im zerfallenen Gotteshaus vor knappes Minjan! Zu allem noch die Schicksalsschläge, die ihm der Weltkrieg brachte. - Möchte sich an dem alten Herrn das Psalmenwort erfüllen: 'Der Gerechte, Palmen gleich blüht er, wie eine Zeder des Libanons schießt er empor. Noch sprossen sie im Greisenalter, sind saftig und markig.'" tz.    

     
Zum Tod von Lehrer, Vorsänger und Schochet Elchanan Alexandrowitz (1931)     

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung" für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 13. November 1931:  "Herleshausen. Am 27. Oktober verstarb im Krankenhause zu Eisenach nach kurzer schwerer Krankheit der hiesige Religionslehrer, Vorsänger und Schochet Elchanan Alexandrowitz im gesegneten Alter von bald 76 Jahren. Einem schicksalsreichen und entsagungsvollen Leben hat hier der Tod ein schnelles Ende bereitet. Noch am Sabbat vorher hatte er in gewohnter Weise sein Kultusamt verwaltet, am Montag darauf war bereits sein Lebenslauf zu Ende gegangen. Alexandrowitz entstammte dem fernen Osten, wo er als Kultusbeamter tätig war. Er hatte keine Seminarbildung, aber er besaß ein umfangreiches hebräisches und talmudisches Wissen. Der Weltkrieg hat hart in sein schweres Leben eingegriffen, er verlor vier seiner Söhne und wurde dann mit dem Verluste der Ostprovinzen noch obendrein existenzlos. In jenen Jahren wurde die hiesige öffentliche Volksschule wegen geringer Schülerzahl aufgelöst, und Alexandrowitz wurde dann hier als Religionslehrer, Schochet und Kantor durch Vermittlung des preußischen Landesverbandes beschäftigt. Es war nur ein Unterkommen, gewiss nicht eine Existenz. Es muss dem Landesverband als Verdienst angerechnet werden, dass er wenigstens für ein Existenzminimum sorgte. Der alte, schwächliche, bescheidene Mann war aber glücklich, dass er wenigstens wieder eine Heimat gefunden, und nie hat man ihn klagen hören. Ein Hiobsschicksal, aber auch eine Hiobsseele! 'Größer als die Hilfe ist die Not ja nicht.' Das war sein unerschütterlicher Glaube. So war er ein Elchanan, ein gottbegnadeter Mensch, gottbegnadet in seinem unerschütterlichen Gottvertrauen, gottbegnadet in seinem Familienleben und auch in seiner Stimme. Sein liederreicher Mund sang sich tief in die Seelen seiner Gemeinde, die er zu den Sphären heiliger Andacht emporführte. Die Trauerfeier fand in der Synagoge statt. Herr Kreisrabbiner Dr. Baßfreund (Eschwege) hielt die Gedächtnisrede und schilderte in beredten Worten das Leben und Wirken des Entschlafenen. Herr Lehrer i.R. Rosenstein-Ries entbot namens der jüdischen Lehrerschaft einen kurzen Abschiedsgroß. Herr Kantor Bacharach (Eschwege) und der Bruder des Entschlafenen, Herr Alexandrowitz (Berlin) trugen durch ihre hebräischen Lieder zur Hebung der Trauerfeier bei. Ein großes Leichengefolge erwies dem Entschlafenen die letzte Ehre."              

     
     
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde  
Zum Tod von Röschen Wolf (1902)   

Herleshausen Israelit 30041902.jpg (96309 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. April 1902: "Nachruf. Herleshausen. Vor etwa drei Wochen, am 24. Adar Scheni (= 2. April 1902) wurde unter zahlreicher Beteiligung der verschiedenen Konfessionen von Nah und Fern die sterblichen Überreste der rühmlich bekannten Röschen Wolf dahier zu ihrer letzten Ruhestätte begleitet. Die Entschlafene erreichte ein Alter von fast 86 Jahren und war ihr ganzes Leben hindurch fromm und gottesfürchtig, eine treue Anhängerin und Verehrerin unserer Heiligen Tora. Sie war eine wackere Frau in des Wortes wahrster Bedeutung. Nicht nur ihren Angehörigen, sondern auch den übrigen Mitmenschen zeigte sie sich stets liebevoll und gefällig. Viele Tränen des Kummers hat sie im Stillen getrocknet, Wohltätigkeit oft und gerne in geräuschloser Verborgenheit geübt.
Ihr Name, sowie ihr Vorbild wird bei den Hinterbliebenen, in unserer Gemeinde, sowie bei Allen, die sie kannten, stets fortbestehen. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens. Friede ihrer Asche!"     

      
Zum Tod von Viehhändler Max Wolf (1928)      

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung" für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 28. September 1928: "Herleshausen bei Eisenach. Schwer betroffen wurde hier die Familie des Viehhändlers Max Wolf. Nachdem ihr erst vor knapp vier Monaten ein hoffnungsvoller Sohn im Alter von 23 Jahren durch den Tod entrissen wurde, starb jetzt nach kurzer schwerer Krankheit infolge eines Unglücksfalles im Alter von 62 Jahren das Oberhaupt und der Ernährer der Familie. Mit ihm ist ein Mann dahingegangen, der sich weit über die Grenzen des Ortes hinaus überall größter Beliebtheit und Wertschätzung erfreute. Nicht nur der hart betroffenen Familie, auch für die Gemeinde selbst wird dieser schwere Verlust des verdienstvollen Mannes sei (?) und bleiben. Von nah und fern waren Freunde und Bekannte herbeigeeilt, um dem Verblichenen am vergangenen Dienstag die letzte Ehre zu erweisen. Herr Landrabbiner Dr. Walter kennzeichnete in ergreifenden Worten das Lebensbild des Verstorbenen. Ein unendlich langer Zug folgte dem Sarge. Den schwergeprüften Hinterbliebenen, denen man allseits die größte Anteilnahme entgegenbringt, ist zu wünschen, dass sie nunmehr vor solch schweren Schicksalsschlägen bewahrt bleiben möge."               

     
     
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  
Anzeige des Eisen-, Kohlen- und Kolonialwarengeschäftes W. Rotschild Sohn (1881)  

Herleshausen Israelit 08061881.jpg (43724 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Juni 1881: "Für mein Eisen-, Kohlen- und Kolonialwarengeschäft suche für sofort einen kräftigen Burschen unter günstigen Bedingungen als Lehrling. Bei einigermaßen Leistungsfähigkeit zahle ich schon etwas Gehalt. 
Herleshausen in Thüringen. W. Rothschild Sohn."      

   
Anzeige von Max Wolf (1901)   

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. August 1901: 
"Ein 15-jähriges Mädchen sucht in einem religiösen Hause eines nicht zu entfernten Ortes als 
Kindermädchen
 
vom 1. Oktober oder November ab Stellung. Es wird weniger auf hohen Lohn als auf strenge, aber doch gute Behandlung reflektiert. 
Max Wolf,
Herleshausen bei Eisenach."   

     
     
   
  
Zur Geschichte der Synagoge               
     
Zunächst hatte die Gemeinde jeweils einen Betraum in einem der jüdischen Häuser eingerichtet. Noch bis 1846 fand der Gottesdienst in einem Privathaus statt; der damalige Besitzer hatte bei der Annahme der festen Familiennamen für sich und seine Familie den Namen "Schulhaus" angenommen (Schule = Synagoge). Nachdem in den 1840er-Jahren die Zahl der jüdischen Einwohner stark zugenommen hat, entschloss sich die Gemeinde zum Bau einer Synagoge.
  
1896 konnte die Gemeinde das 50-jährige Jubiläum der Synagoge festlich begehen; an dem Festgottesdienst nahm auch der hessische Landgraf Alexis teil. Im Frühjahr 1927 musste das Synagogengebäude wegen Baufälligkeit geschlossen werden.   

Die Synagoge wird wegen ihres baufälligen Zustandes geschlossen (1927)  

Herleshausen ESW Israelit 19051927s.jpg (23952 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Mai 1927: "Herleshausen, Kreis Eschwege, 8. Mai (1927). Die hiesige Synagoge, die im Jahre 1848 erbaut worden ist, wurde wegen ihres baufälligen Zustandes von der Behörde geschlossen."  
 
Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung" für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 6. Mai 1927: "Herleshausen. Die hiesige Synagoge wurde wegen ihres baufälligen Zustandes polizeilich geschlossen. Die Synagoge wurde erst 1848 erbat, ist also noch keine 80 Jahre alt. Die kleine Gemeinde wird dadurch sehr hart betroffen."      

Die Gemeinde entschloss sich zu einem umfassenden Umbau beziehungsweise Neubau der Synagoge. Während der Zeit der Bauarbeiten fanden die Gottesdienste in einem Betsaal im Haus Sackgasse 2 statt. Am 2. September 1928 konnte die Synagoge festlich wieder eingeweiht werden.    
   
Neueinweihung der Synagoge (1928)  

Artikel in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des "Central-Vereins") vom 7. September 1928: "In Herleshausen wurde am 2. September die Synagoge nach einem durchgreifenden Umbau neu eingeweiht. Die feierliche Handlung wurde durch den Landesrabbiner Dr. Walter (Kassel) und Kreisrabbiner Dr. Baßfreund (Eschwege) vollzogen. In der großen Festversammlung waren auch der Bürgermeister und Vertreter der Gemeinde sowie der christlichen Kirche anwesend."        
 
Artikel in der "Jüdisch-liberalen Zeitung" vom 14. September 1928: "Herleshausen an der Werra. (Neue Synagoge). Hier fand die Weihe der von der israelitischen Gemeinde neu erbauten Synagoge statt."        
 
Herleshausen Israelit 09101928.jpg (94337 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Oktober 1928: "Herleshausen, 10. September (1928). Die im Jahre 1846 erbaute hiesige Synagoge wurde wegen Einsturzgefahr vor einem Jahre polizeilich geschlossen. Die feierliche Einweihung der umgebauten Synagoge unter Teilnahme aller Bevölkerungskreise fand jetzt statt. Sie wurde vollzogen durch die Herren Kreis-Rabbiner Dr. Baßfreund - Eschwege, Land-Rabbiner Dr. Walter - Kassel, Vertreter des israelitischen Landesverbandes, Löwenthal zu Eschwege, Kreisvorsteher Werner - Eschwege. Als Vertreter des Landratsamtes hatten sich Bürgermeister Dr. Stolzenberg - Eschwege, Bürgermeister Feld als Vertreter der hiesigen Gemeinde, Architekt Steinert von hier als Erbauer der Synagoge, Pfarrer Münch und andere geladene Gäste eingefunden. Die Festpredigt hielt Kreisrabbiner Dr. Baßfreund - Eschwege. Umrahmt wurde die Feier durch Vorträge des Synagogenchors Eschwege unter Leitung des Kantors Bacharach von dort."    

Nach dem Umbau hatte die Synagoge 78 Plätze für Männer, 52 für Frauen. 

Nur 10 Jahre sollte die neue Synagoge gottesdienstliches Zentrum der jüdischen Gemeinde Herleshausen sein. 
  
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge völlig zerstört. Die Ruine wurde 1939 beseitigt.
   
Seit 2008 erinnert eine Gedenktafel an die frühere Synagoge in Herleshausen.   
     
     
Adresse/Standort der Synagoge        Lauchrieder Strauße    
     
     
Fotos
(Quelle: Arnsberg s.Lit. Bilder S. 90; die Toramäntel sind abgebildet bei Kollmann/Wiegand s.Lit. S. 54)      

Die Synagoge Herleshausen 
nach dem Neubau/Umbau 1928
   
  Herleshausen Synagoge 100.jpg (109094 Byte)   Herleshausen Synagoge 101.jpg (329236 Byte) Herleshausen Toramantel 170.jpg (96808 Byte) Herleshausen Toramantel 171.jpg (101189 Byte)
 Blick zur Synagoge  Innenansicht  Toramäntel aus Herleshausen, links von 1865,
 rechts "zum Andenken an die Bar Mizwah" von
 Fritz Neuhaus, 18.4.1908
   
        
   Aktuelle Fotos des Synagogengrundstückes 
und der Gedenktafel werden noch erstellt 
  

  
 
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  

November 2013: In Herleshausen werden "Stolpersteine" verlegt  
Artikel von Heiko Kleinschmidt in der "Thüringer Allgemeinen" vom 5. November 2013 (Link zum Artikel): 
"In Herleshausen wird mit den ersten Stolpersteinen der jüdischen Opfer gedacht
Herleshausen (Werra.Meißner-Kreis). Es war in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, als im hessischen Herleshausen die Synagoge vom nationalsozialistischen Terror zerstört wurde.

Auch die jüdischen Einwohner blieben nicht verschont und wurden in die Vernichtungslager deportiert. Daran erinnern nun erstmals Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig aus Köln in dem Ort. So wie auch in Eisenach. 19 Paten fanden sich schnell für die Steine. Eine besondere Aktion starteten die Mädchen und Jungen der Südringgauschule. Dort gab jeder 50 Cent aus seiner Spardose, um gemeinsam einen Stein zu bezahlen.
Am Montag wurden die Steine verlegt. Zahlreiche Bürger kamen zur Gedenkfeier, um der Holocaust-Opfer zu gedenken. Helmut Schmidt, Bürgermeister a. D. und Mitglied im Arbeitskreis "Stolpersteine", erinnerte an die einstigen Verdienste der jüdischen Mitbürger, die beispielsweise im Ersten Weltkrieg ihr Leben für das Land gaben und kurz darauf erneut Leid erfahren mussten. Und: Die systematischen Entrechtung wurde durchaus auch von den Nachbarn erkannt, nicht selten sogar mitgetragen.
Ausreise nach Palästina rettete das Leben. Aus dem englischen Manchester reiste Bruce Robinson zur Gedenkveranstaltung an. Er gedachte am Hainertor von Herleshausen seiner Verwandten, die dort ein Haus hatten und vertrieben wurden. Seine Mutter Ruth überlebte als einzige. Ruth Robinson, eine geborene Katzenstein, verbrachte ihre Kindheit bis zum zwölften Lebensjahr im Hainertor 15. Mit acht Stolpersteinen wurde alleine der Opfer dieser Familie gedacht. Durch die frühzeitige Ausreise nach Palästina konnte Ruth Katzenstein ihr Leben retten. Sie erinnert sich gut daran, wie einige Herleshäuser Bürger aktiv bei der Vertreibung der jüdischen Bevölkerung mithalfen. Für Bruce Robinson ist es wichtig, dass für die ermordeten Menschen solche Mahnmale gesetzt werden. Er dankte Helmut Schmidt für das 25-jährige Tätigsein, damit das Schicksal der Juden in Herleshausen nicht vergessen wird.
Verlesen wurde ein Schreiben von Susanne Neuhaus Milkes aus dem kalifornischen Long Beach. Sie dankte für das Verlegen der Stolpersteine auch im Gedenken an ihre Familie. Dies empfindet sie als "tiefgreifende Symbolik, Aussagekraft und Beständigkeit", so die Amerikanerin. Sie besuchte 1983 den Ort, um zu sehen, wo ihre Großeltern einst lebten. Gleich zu Beginn der Gedenkveranstaltung verlasen die Schüler der Südringgauschule alle Namen der Ermordeten und stellten je ein Foto und eine Kerze auf einen Tisch. Es kam eine lange Reihe zusammen.
Aus Eisenach und den thüringischen Nachbargemeinden nahmen u.a. Christiane Leischner vom Bündnis gegen Rechtsextremismus, Gerstungens Bürgermeister a.D. Manfred Schramm und Kreistagsmitglied Harry Weghenkel (LAD) an der Veranstaltung teil. Der Arbeitskreis "Stolpersteine" wurde von Reinhold Brunner, Leiter des Eisenacher Stadtarchivs, unterstützt. Heimatforscher und Ortschronisten der Region trugen ebenfalls dazu bei, etwas über den Lebensweg der jüdischen Familien zu erfahren. Helmut Schmidt ließ in seiner Ansprache nicht unerwähnt, dass es immer wieder Menschen gibt, die das Geschehen während des Nationalsozialismus leugnen. Und während Gunter Demnig die Steine verlegte, wurden an den einzelnen Stationen die Lebensgeschichten der vertriebenen Juden verlesen."      
   
Hinweis - Kontakt zum Arbeitskreis "Stolpersteine": über den WERRATALVEREIN, Zweig V. Südringgau e.V.  
AK-Vorsitzender: Helmut Schmidt, Herleshausen   E-Mail  helmut[et]schmidt-hlh.de   
 

    

       
Links und Literatur

Links:  

Website der Gemeinde Herleshausen 
Zur Seite über den jüdischen Friedhof in Herleshausen (interner Link)   
Webportal HS 010.jpg (66495 Byte)Webportal "Vor dem Holocaust" - Fotos zum jüdischen Alltagsleben in Hessen mit Fotos zur jüdischen Geschichte in Herleshausen 

Quellen:  

Hinweis auf online einsehbare Familienregister der jüdischen Gemeinde Herleshausen 
In der Website des Hessischen Hauptstaatsarchivs (innerhalb Arcinsys Hessen) sind die erhaltenen Familienregister aus hessischen jüdischen Gemeinden einsehbar: 
Link zur Übersicht (nach Ortsalphabet) https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/llist?nodeid=g186590&page=1&reload=true&sorting=41              
Zu Herleshausen sind vorhanden (auf der jeweiligen Unterseite zur Einsichtnahme weiter über "Digitalisate anzeigen"):    
HHStAW 365,448  Geburtsregister der Juden von Herleshausen  1788 - 1826  https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v4971257     
HHStAW 365,447  Geburts-, Trau- und Sterberegister der Juden von Herleshausen  1825 - 1835   https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v289877        
   
Bei den Familienregistern zu Nesselröden finden sich:           
HHStAW 365,623   Geburtsregister der Juden von Nesselröden  1825 - 1867      
HHStAW 365,626   Sterberegister der Juden von Nesselröden  1827 - 1868: Abschrift des Sterberegisters von Nesselröden durch das Vorsteheramt in Kassel von 1937; enthält auch Angaben zu Personen in Breitzbach, Unhausen und Wommen  https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v3031398       
HHStAW 365,625   Trauregister der Juden von Nesselröden  1829 - 1867: Abschrift des Trauregisters von Nesselröden durch das Vorsteheramt der Israeliten in Kassel von 1937; enthält auch Angaben zu Personen in Breitzbach, Unhausen, Wommen    https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v825442                      
HHStAW 365,624   Geburts-, Trau- und Sterberegister der Juden von Nesselröden  1868 - 1906, enthält auch Angaben zu Breitzbach und Wommen     https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v290015     

Literatur:  

Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. I S. 355-357.   
ders.: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Bilder - Dokumente. S. 90.  
Keine Artikel bei Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945? 1988 und dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. 
Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Hessen II Regierungsbezirke Gießen und Kassel. 1995 S. 228-229.  
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 455.    
Erich Schwerdtfeger: Die jüdischen Gemeinden in Herleshausen und Nesselröden. Herleshausen 1989.   
Spuren Lit 010.jpg (37810 Byte)Karl Kollmann / Thomas Wiegand: Spuren einer Minderheit. Jüdische Friedhöfe und Synagogen im Werra-Meissner-Kreis. Hrsg. von der Historischen Gesellschaft des Werralandes. Kassel 1996. S. 92-93 u.ö. 

  
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Herleshausen Hesse-Nassau. Even though Jews were living there in 1640, the community did not build a synagogue until 1846 and numbered 129 (12 % of the total) in 1871. Nazi boycott measures ruined Jews in the livestock trade and on Kristallnacht (9-10 November 1938), the synagogue (enlarged in 1928) was desecrated. Of the town's 86 permanent or temporary Jewish residents (1933-1942), 28 emigrated; an equal number perished in the Holocaust.  
  
    

                   
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Stand: 22. Mai 2016