Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Harmuthsachsen (Stadt Waldkappel, Werra-Meißner-Kreis) 
Die jüdischen Friedhöfe  
  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde          
    
Siehe Seite zur Synagoge in Harmuthsachsen  (interner Link)  
   
   
Zur Geschichte der Friedhöfe      
    
Der ältere jüdische Friedhof liegt auf einem schmalen Bergsporn des Rauschenberges, wenige hundert Meter nordöstlich des Gutshofes innerhalb einer zu diesem Gut gehörigen Waldparzelle. Es ist nicht bekannt, wann der Friedhof angelegt wurde; die älteste nachweisbare Datierung des Friedhofes ist von 1839. Der Friedhof wurde bis um 1900 belegt. 1938 wurden noch 75 Gräber gezählt. 
   
Ein neuer Friedhof wurde 1906 am Ortsrand von Harmuthsachsen angelegt. Er wurde von 1907 bis 1935 belegt. 1938 befanden sich auf ihm 23 Gräber. Die Grabsteine stehen bis heute in zwei Reihen. Die Friedhofsfläche beträgt 3,30 ar. 
  
Eine schwere Friedhofschändung wurde 1924 durch sieben Jugendliche, darunter die Söhne des Pfarrers und des Lehrers am Ort, verübt. Dabei wurden 63 Grabsteine umgestürzt und zerstört.   
    
    
Aus der Geschichte des jüdischen Friedhofes  
Die Friedhofschändung von 1924 steht vor der Aufklärung (1928)  

Hartmuthsachsen Israelit 09021928.jpg (45622 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Februar 1928: "Kassel. In Hartmuthsachsen (Hessen) wurden in diesen Tagen mehrere völkische Bauernsöhne festgestellt und der Staatsanwaltschaft zugeführt, die im Jahre 1922 die Grabstätten des jüdischen Friedhofs zu Harmuthsachsen verwüstet und die Grabsteine zertrümmert hatten."  
   
Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung" für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 3. Februar 1928: 
Zum Lesen bitte Textabbildung anklicken.       
 
Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung" für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 10. Februar 1928:   
Zum Lesen bitte Textabbildung anklicken.      
 
Artikel in der "Jüdisch-liberalen Zeitung" vom 17. Februar 1928:  "Harmuthsachsen (Hessen). Entlarvte Friedhofschänder). Vor etwa vier Jahren sind auf dem hiesigen israelitischen Friedhof durch völkische Vandalen 63 Grabsteine umgestürzt und zerstört worden. Trotz rühriger Nachforschung wollte es nicht gelingen, die Täter zu ermitteln und ihrer Bestrafung zuzuführen. Die Redseligkeit einer christlichen Näherin hat erst kürzlich dazu beigetragen, dass die Attentäter, zu denen neben dem Bruder der Näherin auch die Söhne des Pfarrers und des Lehrers im Orte gehörten, wenigstens bekannt sind. Die polizeilichen Vernehmungen, die infolgedessen eingeleitet wurden, haben ergeben, dass im ganzen 7 (meistens jugendliche) Personen am Frevel der Friedhofsschändung beteiligt waren; nach anfänglichem Leugnen sollen auch alle bereits ihre Tat eingestanden haben. Wenn sie dieselbe auch auf die Vorkriegszeit zurückzuverlegen versuchten, um vielleicht dadurch unter Berufung auf Verjährung straffrei ausgehen zu können, so dürfte dieses Manöver kaum glücken, weil ja die Tatsachen diesem Versuch widersprechen Mit Rücksicht auf die Schwere des Vergehens darf wohl mit ernster Bestrafung der Übeltäter gerechnet werden."              
 
Harmuthsachsen Israelit 15031928.jpg (64336 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. März 1928: "Harmuthsachsen, Kreis Witzenhausen, 1. März (1928). Der hiesige alte jüdische Friedhof wurde vor vier Jahren in schlimmer Weise demoliert. Über die Frevler ergab sich damals nicht der geringste Anhaltspunkt, trotzdem für die Ermittelung der Täter eine Belohnung ausgesetzt war. Jetzt kam nun durch ein hiesiges junges Mädchen, das über seinen Bruder als Mitwisser der damaligen Tat verdächtige Äußerungen machte und auch Namen nannte, Licht in die Angelegenheit. Darauf erfolgte Anzeige gegen sieben Personen, u.a. steht der Sohn des hiesigen Pfarrers im Verdacht der Täterschaft."   
   
Hinweis: Nach dem Verzeichnis der durch die "Kommission für die Geschichte der Juden in Hessen" bearbeiteten hessischen Friedhöfe ergibt sich für den (alten) Friedhof in Harmuthsachsen die Zahl von 72 vorhandenen Grabsteinen aus der festgestellten Belegzeit von 1690 bis 1903. Siehe landesgeschichtliches Informationssystem Hessen - Kommission für die Geschichte der Juden in Hessen und Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde in Marburg: Dokumentation der jüdischen Friedhöfe in Hessen - Online zugänglich

   
   
Die Lage des neuen Friedhofes   
   
Der neue Friedhof liegt an der Straße "Im alten Dorf" und ist heute von einem Neubaugebiet umgeben.  
   
  
Fotos 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum: 8.4.2009)   

Der alte Friedhof  

   
     
Vom alten jüdischen Friedhof wurden noch keine Fotos erstellt; über Zusendungen 
freut sich der Webmaster der "Alemannia Judaica"; Adresse siehe Eingangsseite.
 
      
     

Der neue Friedhof  

   
Harmuthsachsen Friedhof 182.jpg (104173 Byte) Harmuthsachsen Friedhof 184.jpg (92117 Byte) Harmuthsachsen Friedhof 183.jpg (90619 Byte)
Das Eingangstor   Weg vom Eingangstor zum Friedhof   Hinweistafeln  
     
Harmuthsachsen Friedhof 181.jpg (122392 Byte) Harmuthsachsen Friedhof 176.jpg (123454 Byte) Harmuthsachsen Friedhof 177.jpg (121947 Byte)
Blick über den Friedhof in 
Richtung Eingang  
 Teilansicht 
  
Die beiden Grabsteine in der Mitte 
für Margolis Hammerschlag geb.
 Katzenstein
(1846-1918) und 
Moses S. Hammerschlag (1844-1912) 
   
     
Harmuthsachsen Friedhof 170.jpg (124219 Byte) Harmuthsachsen Friedhof 178.jpg (115800 Byte) Harmuthsachsen Friedhof 179.jpg (109759 Byte)
Oberster Teil 
des Friedhofes  
Im Vordergrund Grab für 
Jakob Rosenbaum (gest. 1935)  
Teilansicht  
  
     

   
   

Links und Literatur 

Links:

Website der Stadt Waldkappel  
Zur Seite über die Synagoge in Harmuthsachsen (interner Link) 

Quellen:   

Hinweis auf online einsehbare Familienregister der jüdischen Gemeinde Harmuthsachsen 
In der Website des Hessischen Hauptstaatsarchivs (innerhalb Arcinsys Hessen) sind die erhaltenen Familienregister aus hessischen jüdischen Gemeinden einsehbar: 
Link zur Übersicht (nach Ortsalphabet) https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/llist?nodeid=g186590&page=1&reload=true&sorting=41              
Zu Harmuthsachsen sind vorhanden (auf der jeweiligen Unterseite zur Einsichtnahme weiter über "Digitalisate anzeigen"):    
HHStAW 365,430   Geburts-, Trau- und Sterberegister der Juden von Harmuthsachsen 1825 - 1877: enthält Geburtsregister  1825 - 1877, Trauregister  1825 - 1877 und Sterberegister 1825 - 1876
https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v4101086   
HHStAW 365,432   Gräberverzeichnis des alten und des neuen jüdischen Friedhofs in Harmuthsachsen, aufgenommen durch Curt Wolf aus Eschwege und D. Goldschmidt aus Frankershausen im Juni 1938; Laufzeit 1846 - 1936; enthält hebräische und deutsche Grabinschriften auf dem alten jüdischen Friedhof auf dem Rauschenberg, 1846 - 1902 und hebräische und deutsche Grabinschriften auf dem neuen jüdischen Friedhof an der Straße 'im alten Dorf', 1906 - 1936; 
https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v5319769       
HHStAW 365,431   Geburts-, Trau- und Sterberegister der Juden von Harmuthsachsen  1877 - 1936: enthält Trauregister 1877 - 1931, Geburtsregister 1877 - 1927 und Sterberegister 1877 - 1936 
https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v4449181      

 Literatur:  

Arnsberg I,336-337.  
Eva Grulms/Bernd Kleibl: Jüdische Friedhöfe in Nordhessen. Bestand und Sicherung. Kassel 1984.  
Karl Kollmann/Thomas Wiegand: Spuren einer Minderheit. Judenfriedhöfe und Synagogen im Werra-Meißner-Kreis. Hg. vom Museumsverein Bischhausen/Wichmannshausen e.V. 1986.  

  
    

                   
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Stand: 12. Mai 2016