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Friedhöfe in der Region"
Zur Übersicht: Jüdische Friedhöfe in Baden-Württemberg
Tauberbischofsheim (Main-Tauber-Kreis)
Jüdischer Friedhof
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
Siehe Seite zur Synagoge in
Tauberbischofsheim (interner Link)
Zur Geschichte des Friedhofes
Die Toten der jüdischen Gemeinde Tauberbischofsheim wurden bis 1876 in Külsheim
beigesetzt. Da eine weitere Beisetzung in Külsheim nicht mehr möglich war,
beschloss 1875 auf die Bitte der jüdischen Gemeinde hin der Gemeinderat der
Stadt die Anlegung eines eigenen israelitischen Friedhofes in
Tauberbischofsheim. Es wurde eine Erweiterung des christlichen Friedhofes und
eine Aufteilung in einen jüdischen und einen christlichen Teil vorgeschlagen.
Die Stadt Tauberbischofsheim, die sich damals bereit erklärt hatte, die Kosten
für den Friedhof zu übernehmen, die jüdische Gemeinde und das Bezirksamt
Tauberbischofsheim waren mit diesem Vorschlag einverstanden. Das zuständige
Ministerium verfügte jedoch am 17. Januar 1876, dass die Kosten des Friedhofes
allein von der jüdischen Gemeinde zu tragen seien, woraufhin diese das
Grundstück kaufen und eine Umfassungsmauer anlegen musste (vgl. Bericht unten).
Der israelitische Friedhof liegt seitdem an der Hochhäuser Straße, unmittelbar
beim städtischen Friedhof (Flurstück
343/1, Fläche 8,06 a). Im Mai 1876 war er von
Bezirksrabbiner Flehingen aus Merchingen
eingeweiht worden.
Anlage des jüdischen Friedhofes in Tauberbischofsheim 1876
Bericht
in der
"Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 20. Juni 1876: (Tauber-)Bischofsheim (Baden) im Mai. Im Gegensatz zu den verschiedenen
Kundgebungen von Gehässigkeiten und Intoleranz gegen die Juden, hervorgerufen
durch die Hetzereien der ultramontanen Presse, kann ich von hier aus nur Beweise
der friedfertigsten Gesinnungen und der gegenseitigen Achtung mitteilen. Es
handelt sich nämlich um die Anlegung eines neuen jüdischen Friedhofs. Bisher
gehörte die jüdische Gemeinde Tauberbischofsheim zu dem Friedhofsverbande
Külsheim, einem Orte, der zwei Stunden von hier entfernt ist. Dieser Verband
ward durch die Weigerung der politischen Gemeinde Külsheim, den alten Friedhof
erweitern zu lassen, aufgelöst. Das Bezirksamt Wertheim, wohin die Gemeinde
Külsheim gehört, unterstützte die Weigerung der Letztern und gestattete nur
bis zum 1. Mai d.J. die Beerdigung auf dem dortigen Friedhofe. Die einzelnen der
zum Verbande gehörigen Gemeinden waren somit gezwungen, eigene Friedhöfe
anzulegen. Der hiesige Synagogenrat wandte sich in diesem Betreffe an den
Gemeinderat, welcher sofort einstimmig beschloss, die Herstellung des neuen Friedhofes
aus der Gemeindekasse zu bestreiten. Da jedoch der Voranschlag sich auf einige
1.000 Gulden belief, musste die Genehmigung des Ministers des Innern eingeholt
werden. Dieser entschied dahin, dass der allgemeine Friedhof auch den Israeliten
zur Benutzung freistände und eine weitere Ausgabe zu diesem Zwecke nicht
statthaft sei. Diese Entscheidung entsprach den Wünschen der Bevölkerung
keineswegs; denn offen gestanden, befand sich weder die Mehrheit der
christlichen noch der jüdischen Einwohner auf dem Standpunkte der Regierung. Es
musste also, um der Anschauung der Mehrheit zu entsprechen, ein Ausweg gefunden
werden, der beiden Teilen gerecht wurde. Dieser fand sich auch, weil man des
Friedens halber zu Opfern und gegenseitigen Konzessionen bereit war. Unsere
christlichen Mitbürger, d.h. die durch ihren Güterbesitz Anspruch auf einen
Bürgergenuss zu machen hatten, verzichteten auf ein Jahr auf diesen und
überließen den Ertrag desselben der jüdischen Gemeinde. Vorige Woche ward der
neu hergestellte Friedhof, der nur durch eine Mauer von dem christlichen
getrennt ist, durch den Bezirksrabbiner Flehinger aus Merchingen unter allgemeiner
Beteiligung eingeweiht. Auch die übrigen Gemeinden des ehemaligen Verbandes
haben sich in ähnlicher oder anderer Weise mit den politischen Gemeinden
verständigt. |
Der Friedhof wurde bis 1939 belegt. Auf dem Friedhof
befinden sich insgesamt 143 Gräber, davon 36 Kindergräber. Einige der
Grabsteine sind teilweise zerstört, einige zerbrochen. Aus einem Teil der
Grabsteine sind die Schriftplatten entfernt.
Friedhofschändung 1931
Bericht in der "C.V.-Zeitung" am 6. März 1931:
"Am 18. Februar
wurden auf dem israelitischen Friedhof in Tauberbischofsheim rohe Verwüstungen
festgestellt. Sechs Grabsteine waren von den Sockeln gerissen und an die
Friedhofsmauer umgelegt. Ein Grabstein war umgeworfen und gebrochen, von zwei
Grabsteinen waren die Spitzen abgeschlagen, ein anderer ist gänzlich mit
Schmutz besudelt. Der Polizei und Staatsanwaltschaft, ebenso dem Bürgermeisteramt
ist Meldung erstattet. Die Jüdische Gemeinde hat eine Belohnung von 100 Mark
für die Ergreifung der Täter ausgesetzt". |
Pläne
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Lage des jüdischen Friedhofes Tauberbischofsheim (durch
Pfeil markiert)
(Karte kann durch Anklicken
vergrößert werden) |
Lage des jüdischen Friedhofes
in Tauberbischofsheim auf dem dortigen Stadtplan: oben anklicken und unter
"Behörden und öffentliche Einrichtungen" weiterklicken zu
"Friedhof, israel., Tauberbischofsheim" |
Fotos
Neuere Fotos:
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 8.6.2003)
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| Eingangstor zum Friedhof |
Hauptweg durch den Friedhof |
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Drei weitere Fotos von 2003
s.u. |
| Nur die rechte Hälfte ist
ganz belegt |
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Ältere Fotos:
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum Mitte der 1980er-Jahre, die
beiden mit *) bezeichneten Fotos Anfang 2001)
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| Eingangstor zum Friedhof |
Teilansicht* |
dass. |
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| Teilansichten |
Engelsgestalt auf Grabstein |
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| Große Engelsgestalt* / 2003 |
Grabmal von Leopold und Sofie Sauer |
wie oben |
Links und Literatur
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