Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Hofstetten (Gemeinde Kleinwallstadt, Kreis Miltenberg)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer    
Aus dem jüdischen Gemeindeleben   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Einzelpersonen      
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen    
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde         
      
In Hofstetten bestand eine kleine jüdische Gemeinde bis 1864 beziehungsweise 1931, über die bislang nur wenig bekannt ist. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18. Jahrhunderts zurück. 
    
Bei der Erstellung der Matrikellisten 1817 werden in Hofstetten auf insgesamt acht Matrikelstellen die folgenden jüdischen Familienvorstände genannt (mit neuem Familiennamen): Löw Grünebaum, Salomon Reis, Isack Hirsch, Mordge Kahn, Jakob Grünebaum, Löw Reis, Maier Grünebaum, Elias Grünebaum.  
      
1831 wurden 48 jüdische Einwohner am Ort gezählt. 
  
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde einen Betraum (Synagoge). Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war möglicherweise in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zeitweise ein jüdischer Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Später (spätestens 1903, siehe unten Ausschreibung der Stelle) gab es einen gemeinsamen Lehrer für die in Klingenberg, Wörth und Hofstetten lebenden jüdischen Familien. 
    
Angehörige/Nachkommen der bereits bei der Erstellung der Matrikelliste 1817 genannten jüdischen Familien Grünebaum und Reis lebten - wie aus den Geburtsorten der Umgekommenen der NS-Zeit hervorgeht - noch mindestens um 1900 am Ort. 
    
Nach Angaben bei Schwierz bestand die jüdische Gemeinde Hofstetten bereits 1864 nicht mehr. Andererseits findet sich erst 1931 eine offizielle Bekanntmachung, dass das Gebiet der Israelitischen Kultusgemeinde Kleinwallstadt auf das Gebiet der Gemeinde Hofstetten ausgedehnt wird.  
   
Von den in Hofstetten geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"):   Elias Grünebaum (1855), Leopold Grünebaum (1878), Samuel Grünebaum (1875), Simon Grünebaum (1880), Johanna Hirsch geb. Grünebaum (1882), Fanny Mannheimer geb. Reis (1873), Irma Metzger geb. Grünebaum (1900), Malchen Nathan geb. Reis (1877), Babette Steinhardt geb. Reis (1880), Sara Wolf geb. Grünebaum (1876)
.      
      
      
      
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
       
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochets 1903 / 1904 - gemeinsam mit Wörth und Klingenberg  

Klingenberg Israelit 19101903.jpg (67833 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Oktober 1903
"Die vakant gewordene Stelle eines 
Vorbeters, Religionslehrers und Schochets
 
für den Schulsprengel Klingenberg a. Main - Wörth - Hofstetten ist neu zu besetzen. Seither betrug das Einkommen Mark 1300 - 1400. Seminaristisch gebildete Reflektanten, die eigenen Hausstand führen, mögen sich mit Einlegen von Zeugnissen wenden an 
M. Fried, Kultusvorstand, 
Klingenberg am Main."  
 
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Mai 1904: "Religionslehrer
Für den Religionsschulsprengel Klingenberg - Wörth - Hofstetten ist die Stelle eines Religionslehrers, Schochets und Kantors (für die Gemeinde Klingenberg) mit einem garantierten Gehalt von Mark 1.300 pro Jahre, ohne Nebenverdienste, per sofort zu besetzen. Seminaristisch gebildete Bewerber, die eigenen Haushalt führen können, blieben sich an den Unterfertigten unter Einsendung der Zeugnisse zu wenden. 
Mayer Fried,
Vorstand, 
Klingenberg am Main".    

    
    
Aus dem jüdischen Gemeindeleben   
Die in Hofstetten lebenden jüdischen Personen gehören zu zur Gemeinde in Kleinwallstadt (1931) 

Kleinwallstadt BayrGZ 15041931.jpg (58603 Byte)Bekanntmachung in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. April 1931: "Bekanntmachung über die Erweiterung des Gebietes der Israelitischen Kultusgemeinde Kleinwallstadt. Die Israelitische Kultusgemeinde Kleinwallstadt hat beschlossen, ihr Gebiet auf die Gemeinde Hofstetten auszudehnen. Es ergeht hiermit die Aufforderung an alle Religionsgenossen, die in dem von der Ausdehnung betroffenen Gebiete wohnen oder unabhängig vom Wohnsitz steuerpflichtig sind, etwaige Einsprüche gegen die Gebietserweiterung bis spätestens 15. Mai 1931 bei dem Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Kleinwallstadt schriftlich oder mündlich einzulegen. 
München, den 10. April 1931. Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden. Dr. Neumeyer."

    
    
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen 
Anzeige von Rosa Reis Witwe (1890)  

Hofstetten Israelit 30101890.jpg (31602 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Oktober 1890: "Ich suche für meinen Sohn (Schneider), welcher 3 Jahre gearbeitet, passende Stellung. Sehe mehr auf gute Behandlung als auf Lohn. 
Rosa Reis Witwe,
Hofstetten bei Kleinwallstadt."   

   
   
   
Zur Geschichte der Synagoge         
   
In Hofstetten war sehr wahrscheinlich ein Betraum (Synagoge) in einem der jüdischen Häuser vorhanden. Näheres ist nicht bekannt.  
  
  
Adresse/Standort der Synagoge:   unbekannt 
  
  
Fotos   

Fotos zur jüdischen Geschichte in Hofstetten liegen nicht vor.  
     

   
     

Links und Literatur

Links:   

Website der Gemeinde Kleinwallstadt     

Literatur:  

Israel Schwierz:  Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. A 85. 1988 S. 73-74; 1992² S. 73-74.
Dirk Rosenstock: Die unterfränkischen Judenmatrikeln von 1817. Eine namenkundliche und sozialgeschichtliche Quelle. Reihe: Veröffentlichungen des Stadtarchivs Würzburg Band 13. Würzburg 2008. S. 181.   

    
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 13. März 2016