zurück zur Übersicht "Synagogen in der Region"
zurück zur Übersicht "Synagogen in Mittelfranken"
Dietenhofen (Marktgemeinde,
Kreis
Ansbach)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
In Dietenhofen bestand bis um 1900 eine jüdische
Gemeinde. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17./18. Jahrhunderts zurück.
Zwischen 1728 und 1771 lebten 11 bis 14 jüdische Familien am Ort. Um 1800
wurden etwa 50 jüdische Einwohner gezählt (neben drei Katholiken in dem sonst
evangelischen Dorf; zur jüdischen Gemeinde gehörte etwa 10 % der
Gesamteinwohnerschaft von damals insgesamt etwa 500 Einwohnern). Die jüdischen
Familien dürften ursprünglich vor allem in der früher sogenannten "Judengasse"
gelebt haben, der heutigen Georg-Flory-Straße.
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine
Schule und ein rituelles Bad. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde
war vermutlich - zumindest zeitweise im 19. Jahrhundert - ein Lehrer angestellt, der zugleich als
Vorbeter und Schochet tätig war. Die Toten der Gemeinde wurden im jüdischen Friedhof
in Wilhermsdorf
beigesetzt.
1898 lebten nur noch 12 jüdische Personen in Dietenhofen. Wenig später
wurde die Gemeinde aufgelöst.
Von den in Dietenhofen geborenen und/oder längere Zeit am Ort
wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Josef Frank (1880),
Lina Frank (1892), Ida Rawicz geb. Frank (1883).
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Berichte
zu einzelnen Personen aus der Gemeinde
Zum 70. Geburtstag des in Dietenhofen
geborenen Oberlehrers Sigmund Stein (1936)
Artikel
in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. Juli
1936: "(aus München). Oberlehrer Sigmund Stein 70 Jahre!
Gleichfalls seinen 70. Geburtstag feierte kürzlich der am 29. Mai 1866 in
Markt Dietenhofen bei Ansbach gebürtige Oberlehrer i.R. Sigmund
Stein. Oberlehrer Stein, der nach dem Besuche der Präparandenschule Wallerstein
und des Königlichen Schullehrerseminars Schwabach
im Jahre 1885 in den Schuldienst eintrat, war zunächst als
Volksschullehrer in den pfälzischen Gemeinden Leimersheim und
Niederweinstadt tätig und wirkte vom Jahre 1896 an als Leiter der
jüdischen Volksschule in der einst so bedeutenden Gemeinde Sulzbach und
ab 1922 in gleicher Eigenschaft in Regensburg. Nach seiner im Jahre 1932
erfolgten Versetzung in den Ruhestand verlegte er seinen Wohnsitz hierher
(München), um seinen Lebensabend im Kreise seiner Kinder zu verbringen.
Auch hier stellte er noch seine Kraft in den Dienst der jüdischen
Gemeinde, indem er einen Teil des Wanderunterrichts versieht, wiederholt
auch aushilfsweise Religionsunterricht in den hiesigen Schulen erteilte.
Dem sich einer seltenen Rüstigkeit und Frische erfreuenden Jubilar seien
auch an dieser Stelle die herzlichsten Glückwünsche zum Ausdruck
gebracht! Ad meoh w'esrim schonoh! (Alles Gute bis 120 Jahre). |
Zur Geschichte der Synagoge
Eine Synagoge wurde zwischen 1750 und 1780 erbaut. Im Gebäude
wurde auch die jüdische Schule eingerichtet.
Nach Auflösung der jüdischen Gemeinde um 1900 wurde das Gebäude verkauft. Es
wurde zu einem Wohnhaus umgebaut und ist als solches bis heute erhalten.
Adresse/Standort der Synagoge:
Rüderner Straße 30
Fotos
(Foto um 1980: I. Schwierz s.Lit. S. 158; Fotos von 2005: U.
Metzner, Feuchtwangen, www.synagogen.info;
Fotos von 2009:
Rainer Domke, Küps)
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in
Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische
Bildungsarbeit. A 85. 1992² S. 157. |
 | Kein Artikel im Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish
Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany -
Bavaria. Hg. von Yad Vashem 1972 (hebräisch).
|

vorherige Synagoge zur ersten Synagoge nächste Synagoge
|