Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Bischofsheim mit Ginsheim (Gemeinde Ginsheim-Gustavsburg) (Kreis Groß-Gerau)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde 
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen      
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen 
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)    
   
In Bischofsheim (1930-1945 Stadtteil von Mainz, danach selbständige Gemeinde) bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938/42. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18. Jahrhunderts zurück, doch könnten auch zuvor bereits Juden am Ort gelebt haben, da es in der Synagoge Torarollen aus dem 16. und 17. Jahrhundert gab, die jedoch auch aus anderen Orten stammen konnten. 1770 werden drei jüdische Familien am Ort genannt. Unter den jüdischen Familiennamen begegnet früh der Name Seligmann, später Selig, dazu die Familie Wallerstein, Hirsch, Kahn, Blumberg und andere. Die offizielle Gründung einer jüdischen Gemeinde am Ort war um 1826. Bis dahin hatten die jüdischen Einwohner von Bischofsheim und Ginsheim zur Gemeinde in Rüsselsheim gehört. 

Die Zahl der jüdischen Einwohner entwickelte sich im 19. Jahrhundert wie folgt: 1815 6 jüdische Familien, 1828 48 jüdische Einwohner (7,2 % von insgesamt 668 Einwohnern), 1861 71 (6,5 % von insgesamt 1.088 Einwohnern), 1871 82, 1880 64 (3,8 % von 1.702), 1895 63, 1900 68 (2,3 % von 2.986), 1910 46 (1,0 % von 4.456). Die jüdischen Familien lebten ursprünglich vom Handel mit Vieh, Landesprodukten und Waren. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hatten sie auch Läden und Gewerbebetriebe eröffnet.

Im benachbarten Ginsheim kam es nicht zur Entstehung einer selbständigen jüdischen Gemeinde. Die hier lebenden jüdischen Personen gehörten zur Gemeinde in Bischofsheim (erste Erwähnungen seit 1785: 15 Geburten jüdischer Kinder bis 1806; 1895: 14, 1900: 9, 1905 7, 1924: 3, 1933 5 Personen). Nach 1933 lebte noch die Familie Wiesenfeld am Ort (Rheinstraße 37), die eine Schneiderei innehatte. Die in Ginsheim verstorbenen jüdischen Personen wurden im Friedhof Groß-Gerau beigesetzt.

An Einrichtungen bestanden in Bischofsheim eine Synagoge (s.u.), eine Religionsschule und ein rituelles Bad (im Gebäude der Synagoge). Auch die in Bischofsheim verstorbenen jüdischen Personen wurden im Friedhof Groß-Gerau beigesetzt. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Religionslehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (vgl. Ausschreibungen der Stelle unten). Die Gemeinde gehörte zum orthodoxen Bezirksrabbinat Darmstadt II.     
 
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde: Gefreiter Max Kahn (geb. 26.10.1889 in Bischofsheim, gef. 6.10.1914), Alfred Wolff (geb. 15.1.1882 in Lissa, gef. 3.8.1918), Friedrich Seelig (geb. 5.4.1889 in Bischofsheim, gef. 2.7.1919) und Robert Seelig (geb. 2.1.1882 in Bischofsheim, gef. 9.7.1919).
  
Um 1924, als noch 32 jüdische Einwohner gezählt wurden, waren die Vorsteher der Gemeinde Sigmund Selig und Karl Kahn. 1932 wird als Gemeindevorsteher Max Blumberg genannt. Unter den jüdischen Gewerbebetrieben waren: Metzgerei Berthold Kahn (Spelzengasse 47), Textilien- und Lebensmittelgeschäft Hugo Kahn (Gartenstraße 1), Textilien und Metzgerei Hartwig Kahn (Frankfurter Straße 48), Futtermittel- und Getreidehandel Sigmund Selig Söhne (Spelzengasse 1), Metzgerei und Kleinviehhandel Max Blumenberg (Taunusstraße 18), Kaufmann Heinrich Hirsch (Bahnhofstraße 5). 
  
1933 lebten noch 22 jüdische Personen in Bischofsheim (0,4 % von 6.132). In den folgenden Jahren sind zwar einige der jüdischen Gemeindeglieder weggezogen beziehungsweise ausgewandert, jedoch sind andere noch in Bischofsheim zugezogen. 1939 wurden 23 jüdische Einwohner gezählt. Beim Novemberpogrom 1938 wurden die Synagoge und das benachbarte Textilgeschäft Kahn schwer beschädigt. Nach den Ereignissen waren neun jüdische Personen aus Bischofsheim geflohen. In der Folgezeit wurden die in Bischofsheim verbliebenen jüdischen Familien in zwei Häusern konzentriert: Frankfurter Straße 48 und Gartenstraße 1. Von hier aus wurden die noch am Ort gebliebenen jüdischen Personen im März beziehungsweise September 1942 deportiert. 
   
Von den in Bischofsheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945", ergänzt durch Angaben bei Scheindl s.Lit. S. 70-71): Bertha Blumenthal geb. Goldschmidt (1878), Hugo Blumenthal (1907), Ludwig Brückheimer (1896), Bertha Ferber geb. Kahn (1882), Rebecka Gottschall geb. Kahn (1886), Ernst Grünewald (1914), Bertha (Babette) Häusler geb. Kaufmann (1872), Oskar Hirsch (1880), Anna (Hennie Vici) Hoesch geb. Feldhammer (1877), Hartwig Kahn (1878), Irma Kahn geb. Rapp (1886), Hugo Kahn (1877), Eugen Kaufmann (1879), Siegfried Kaufmann (1881), Beila F. Laub geb. Goldmann (1898), Laib Laub (1924), Markus Laub (1897), Frieda (Fanny) Lion geb. Grünewald (1876), Karoline Mahler (1867), Hilda Marx geb. Hirsch (1876), Anna Mattes geb. Reis (1882), Markus Mattes (1882), Stella Roth (1892), Clara Schloss geb. Stern (1882), Alfred Selig (1892) Franziska Selig (1874), Johanna Stern geb. Kaufmann (1878), Max Stern (1898), Moritz Stern (1865), Settchen Stern geb. Lehmann (1887), Simon Stern (1882), Siegmund Stern (1870), Hermann Wolff (1912), Ludwig Wolff (1915), Max Wolff (1910), Pauline Wolff geb. Korn (1912).  
     
Von den in Ginsheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945", ergänzt durch Angaben bei Scheindl s. Lit. S. 107): Lina Rosenthal (1867), Erna Wiesenfeld (1904), Julius Wiesenfeld (1879).  
     
  
   

Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer 
Ausschreibungen der Stelle des Lehrers / Vorbeters / Schochet 1862 / 1864 / 1865 / 1867 / 1871 / 1884 / 1890 / 1892 / 1896  

Bischofsheim GG Israelit 01101862.jpg (48847 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Oktober 1862: "Lehrer gesucht! Die israelitische Gemeinde zu Bischofsheim a.M., wünscht die Stelle eines Religionslehrers, Vorsängers und Schächters sobald als möglich, am liebsten sogleich, zu besetzen. Fixer Gehalt 200 Gulden nebst freier Wohnung; Nebenakzidenzien circa 150 Gulden. Frankierte Anmeldungen nebst Zeugnissen wolle man senden an den Vorstand."
 
Bischofsheim GG Israelit 26101864.jpg (44707 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. Oktober 1864: "Lehrer gesucht! Die israelitische Gemeinde zu Bischofsheim a.M., wünscht die Stelle eines Religionslehrers, Vorsängers und Schächters sobald als möglich, am Liebsten sogleich, zu besetzen. Fixer Gehalt 200 Gulden nebst freier Wohnung; Nebenakzidenzien circa 150 Gulden. Frankierte Anmeldungen unverheirateter Bewerber nebst Zeugnissen wolle man senden an den Vorstand."
 
Bischofsheim GG Israelit 04011865.jpg (46116 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Januar 1865: "Die israelitische Religionslehrer-, Vorsänger- und Schächterstelle zu Bischofsheim am Main ist erledigt. Jährlicher Gehalt 210 Gulden. Der Schächterdienst mit den übrigen Nebenverdiensten beläuft sich auf circa 140 Gulden. Auch erhält der Lehrer freies Logis. Bewerber ledigen Standes wollen sich in frankierten Offerten an den Unterzeichneten wenden. Der Vorstand S. Selig."
 
Bischofsheim GG Israelit 14081867.jpg (44809 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. August 1867: "Die israelitische Religionslehrer, Vorsänger- und Schächterstelle zu Bischofsheim bei Mainz ist erledigt. Jährlicher Gehalt 240 Gulden. Der Schächterdienst mit den Nebenverdiensten beläuft sich auf circa 140 Gulden; auch erhält der Lehrer freies Logis. 
Bewerber ledigen Standes wollen sich unter Zusendung der Zeugnisse franco an den Unterzeichneten wenden. Bischofsheim, im August 1867. Der Vorstand S. Selig."
 
Bischofsheim GG Israelit 01031871.jpg (39563 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. März 1871: "Die hiesige Lehrer-, Vorbeter- und Schächterstelle zu Bischofsheim bei Mainz mit einem fixen Gehalte von 240 Gulden nebst 180 Gulden Nebenverdiensten und freier Station ist vakant. Bewerber, ledigen Standes, welche Kabala von einem orthodoxen Rabbiner haben, wollen sich bei unterzeichnetem Vorstande melden. Samson Selig, Vorsteher."
 
Bischofsheim GG Israelit 26051884.jpg (49554 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. Mai 1884: "Die hiesige Religionslehrer-, Chasan- und Schochetstelle ist vakant und sofort zu besetzen. Gehalt 500 Mark, Nebenverdienste 300 Mark. Nur unverheiratete Bewerber wollen sich melden. Reisekosten werden nicht vergütet. 
Der israelitische Vorstand A. Hirsch in Bischofsheim (Hessen)."
 
Bischofsheim GG Israelit 23101884.jpg (37509 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Oktober 1884: "Die hiesige Religionslehrer-, Chasan- und Schochetstelle ist vakant und sofort zu besetzen. Gehalt 500 Mark, Nebenverdienste 300 Mark. Nur unverheiratete Bewerber wollen sich melden. Reisekosten werden nicht vergütet. 
Der israelitische Vorstand A. Hirsch in Bischofsheim (Hessen)."
 
Bischofsheim GG Israelit 04081890.jpg (27810 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. August 1890: "Die Stelle eines Religionslehrers, Chasan und Schochet ist per sofort zu besetzen. Fixer Gehalt 500 Mark. Nebenverdienste ca. 250 Mark nebst freier Wohnung und Heizung. Bischofsheim bei Mainz. Der Vorstand: H. Selig."
 
Bischofsheim GG Israelit 01021892.jpg (44695 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Februar 1892: "Die Stelle als Lehrer, Chasan und Schochet ist per 1. März zu besetzen. Gehalt 500 Mark. Nebenverdienst ca. 250 Mark, freie Wohnung, Heizung und Beleuchtung. Berücksichtigt werden nur unverheiratete Lehrer. Offerten sind zu richten an 
H. Selig, Vorstand der Gemeinde Bischofsheim bei Mainz".
 
Bischofsheim GG Israelit 20061892.jpg (52266 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom  20. Juni 1892: "Die Stelle als Religionslehrer, Chasan und Schochet ist per sofort zu besetzen. Gehalt 550 Mark. Nebenverdienst ca. 250 Mark, freie Wohnung, Heizung und Beleuchtung. Berücksichtigt werden nur unverheiratete Lehrer. Offerten sind zu richten an 
H. Selig, Vorstand. Bischofsheim bei Mainz".  
  
Bischofsheim Israelit 16111896.jpg (59849 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. November 1896: "Die Stelle als Religionslehrer, (geprüfter), Chasan und Schochet ist per 1. Januar 1897 zu besetzen. Gehalt 550 Mark. Nebenverdienst ca. 250 Mark, freie Wohnung, Heizung und Beleitung. Berücksichtigt werden nur unverheiratete Lehrer. Offerten sind zu richten an  
H. Selig, Vorstand, Bischofsheim bei Mainz."  

   
     
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde  
Zum Tod des Hirsch Selig 1902, 18 Jahre Gemeindevorsteher und 27 Jahre ehrenamtlicher Vorbeter 

Bischofsheim GG Israelit 20011902.jpg (82275 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Januar 1902: "Bischofsheim (Hessen). Wie ein Blitz aus heiterem Himmel traf uns am 8. Januar die Nachricht, dass Herr Hirsch Selig beim der Versammlung des Brautausstattungsvereines und der Chewra Kadischa in Groß-Gerau von einem Schlaganfall betroffen wurde und nach zweitägiger Krankheit seine reine Seele aushauchte. Der Dahingeschiedene erfreute sich allgemein großer Beliebtheit, wovon auch die überaus große Beteiligung von Nah und Fern an dem Leichenbegängnis beredter Zeugnis gab. In dem teuren Verstorbenen verliert die hiesige Gemeinde ihren Vorstand, welches Amt er 18 Jahre mit dem größten Pflichteifer versah. Außerdem war er ca. 27 Jahre Baal Tokeah und an den heiligen Feiertagen fungierte er als Vorbeter. Er übte viele Wohltaten im Stillen und liebte es nicht, dass davon geredet werde. Seinen Rat und seinen Beistand hat wohl selten jemand vergeblich gesucht. Er war ein wahrhaft frommer Jehudi, der Stolz seiner Familie und unserer Gemeinde."

  
    
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  
Anzeige von Daniel Cahn in Ginsheim (1872)  
  

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. März 1872: "Ein junger Mann, Sohn unbemittelter Eltern, wünscht eine Stelle als Lehrling in einem Geschäfte, am liebsten in einem Manufakturwaren-Geschäfte, wo er Kost und Logis im Hause hat und kein Lehrgeld zu bezahlen braucht. Näheres bei 
Daniel Cahn in Ginsheim bei Groß-Gerau."

   
   
    

Zur Geschichte der Synagoge        
   
Zunächst war ein Betsaal vorhanden. 
   
Eine Synagoge wurde 1848 erbaut. Es handelte sich um einen zweigeschossigen Massivbau mit Ecklisenen auf dem Straßengiebel. 1873 wurde das Gebäude baulich verändert: die Außenwände aus Holz wurden durch gemauerte Backsteinwände ersetzt; dabei sind aus den drei Bogenfenstern zwei viel höhere Bogenfenster entstanden und anstelle der darüber liegenden zwei Bogenfenster ist eine große Rundöffnung gemacht wurden. Das Gebäude hatte einen kleinen Krüppelwalm. Im Kellergeschoss war das rituelle Bad. 
     
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge schwer beschädigt, obwohl sich das Gebäude bereits im Besitz einer nichtjüdischen Familie befand. Diese konnte immerhin verhindern, dass das Gebäude völlig zerstört wurde. Das Synagogengebäude wurde in der Folgezeit zu einem Wohnhaus mit Gastwirtschaft umgebaut. 
   
Gegenüber dem Gebäude der ehemaligen Synagoge konnte 1988 eine Gedenktafel angebracht werden. Am Marienplatz befindet sich seitdem ein Mahn- und Gedenkstein zur Erinnerung an die ehemaligen jüdischen Einwohner Bischofsheims. 
  
  
Adresse/Standort der SynagogeFrankfurter Straße 48       
   

Fotos
(Quelle: Altaras s. Lit. 1988 S. 137 bzw. 2007 S. 300; Foto rechts von Albert Gössl aus einem Presse-Artikel vom 18.11.2010 in Echo-Online s.u.)

 Gebäude der ehemaligen Synagoge 
(das hohe Gebäude) - 
von der Straße aus gesehen
(Foto: August 1985)
Bischofsheim Synagoge 120.jpg (81705 Byte)   Bischofsheim Synagoge 190.jpg (12976 Byte)
        Unscheinbarer Hinweis am Straßenschild: 
"Im Anwesen Nr. 48 befand sich die 
Synagoge der ehemaligen 
Jüdischen Gemeinde Bischofsheim"
     
Aktuelle Fotos werden noch erstellt; über Zusendungen freut sich der Webmaster der "Alemannia Judaica"; Adresse siehe Eingangsseite  
   
Andernorts entdeckt: 
im jüdischen Friedhof in Luxemburg  
Louxemburg Friedhof Bischofsheim 12125.jpg (156470 Byte) Louxemburg Friedhof Bischofsheim 12125a.jpg (95109 Byte)
  Grabstein für "Julius Kahn, geboren zu Bischofsheim den 5.10.1891, 
gestorben den 7.10.1947". 
     

    
  

Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte 

Januar 2010: Auch in Bischofsheim sollen "Stolpersteine" verlegt werden    
Artikel in "Echo online" vom 29. Januar 2010 (Artikel): "'Stolpersteine": Mit Messingtafeln an Opfer erinnern
Holocaust:
Nach Rüsselsheimer Vorbild sollen in Bischofsheim 'Stolpersteine" gegen das Vergessen eingesetzt werden...".       
Weiterer Presseartikel in der "Main-Spitze" (Rhein-Main-Presse) vom 29. Januar 2010: "Liste mit Namen der Opfer aus Bischofsheim existiert bereits".  
  
Oktober 2010: Die Arbeitsgruppe zur Verlegung von "Stolpersteinen" in Bischofsheim stellt Ergebnisse ihrer Recherchen vor    
Artikel von Ulrich von Mengden in der "Main-Spitze" vom 21. Oktober 2010 (Artikel): "67 Namen Verfolgter bereits bekannt
BISCHOFSHEIM - GEDENKEN Überparteiliche Arbeitsgruppe plant Verlegung von 'Stolpersteinen' in Bischofsheim. 
Seit einigen Monaten trifft sich die Arbeitsgruppe 'Stolpersteine' mit dem Ziel, eine Beteiligung der Gemeinde an der Aktion des Kölner Künstlers Gunter Demnig vorzubereiten...".     
    
November 2010: Die ersten "Stolpersteine" werden spätestens im Frühjahr 2011 verlegt.  
Artikel in echo-online.de vom 17. November 2010 (Artikel): "Gedenken an die ehemaligen Mitbürger
Engagement: Bernd Schiffler und ein Arbeitskreis wollen das Vergessene ans Tageslicht holen - Erste Stolpersteine 2011
BISCHOFSHEIM. Über das Grauen ist Gras gewachsen, 65 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg gibt es nur noch wenige Zeitzeugen und Überlebende des Holocaust. Auf kommunaler Ebene ist es besonders schwer, die Spuren von Opfern und Tätern zu verfolgen. Doch um die Täter geht es der Bischofsheimer Arbeitsgruppe 'Stolpersteine' nicht: Die Opfer sollen im Mittelpunkt stehen, ihnen möchte man nach der langen Zeit des Vergessens ein Andenken schaffen und sie zurückholen in den Kreis des Ortes, aus dem sie einst so leidvoll und unmenschlich gezerrt wurden..."  
 
Januar 2011: Gedenken an die jüdische Geschichte mit Vertreter der Magenza-Stiftung aus Mainz am Holocaust-Gedenktag   
Artikel von Ulrich von Mengden in der "Main-Spitze" vom 29. Januar 2011 (Artikel): 
"Bischofsheim - Jüdisches Leben komplett erloschen
BISCHOFSHEIM. NATIONALSOZIALISMUS Bischofsheimer gedenken am Holocaust-Tag der Gräueltaten
Rund 30 Menschen kamen am Donnerstag im Sitzungssaal des 'Palazzo' zusammen, um sich am Holocaust-Tag an die Gräuel der Nationalsozialisten zu erinnern. Am 27. Januar wird der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz gedacht - ein vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog ins Leben gerufener Gedenktag, an dem sich die Gemeinde Bischofsheim seit 2000 mit einer öffentlichen Veranstaltung beteiligt, wie der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Hugo Berg, erinnerte...".   
   

      

        
Links und Literatur

Links:

Website der Gemeinde Bischofsheim 

Literatur:  

Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. I S. 83.
Christine Hartwig-Thürmer: Ginsheim Gustavsburg Bischofsheim 1933-1945. Die Mainspitze unterm Hakenkreis (hg. vom Gemeindevorstand Bischofsheim und dem Gemeindevorstand Ginsheim-Gustavsburg). 1989.
Angelika Schleindl: Verschwundene Nachbarn. Jüdische Gemeinden und Synagogen im Kreis Groß-Gerau. Hg. Kreisausschuss des Kreises Groß-Gerau und Kreisvolkshochschule. Groß-Gerau 1990.
Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945? 1988 S. 137.
dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. S. 116.
dies.: Neubearbeitung der beiden Bände. 2007. S. 300.  
Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S. 
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 109-110.
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Bischofsheim  Hesse. Thanks to this village's transformation into an industrial center, the community also grew, numbered 82 (about 5 % of the total) in 1871 and enjoying good relations with working-class neighbors. The last 30 Jews mostly fled after Kristallnacht (9-10 November 1938), when a non-Jewish family purchased the synagogue, thus preventing its destruction by the Nazis.  
   

  

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 22. April 2012