Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Biebesheim am Rhein mit Stockstadt am Rhein (Kreis Groß-Gerau)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer 
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen    
Links und Literatur   

    

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)      
    
In Biebesheim bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938/42. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17./18. Jahrhunderts zurück. 1630 werden erstmals Juden am Ort genannt. 1728 wird "Schutzjude Mäntle zu Biebesheim" erwähnt. 1736 sind vier jüdische Familien mit zusammen 27 Personen am Ort. Auch 1770 wurden vier jüdische Familien gezählt. Die Familien standen unter hessischem Schutz: noch 1805 wurde ein Schutzbrief des Landgrafen Ludwig (damals für Herz Löb zu Biebesheim) ausgestellt, dem die Bestimmungen der hessischen Judenordnung von 1765 vorangestellt waren.
   
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts lebten die jüdischen Familien meist in sehr armseligen Verhältnissen von ihren Einnahmen als Hausierer oder Trödler, in der 1. Hälfte des 19. Jahrhundert wurden die Verhältnisse jedoch insgesamt besser. Es gab in Biebesheim unter den jüdischen Einwohnern Textil-, Landesprodukten- und Pferdehändler, Viehhändler sowie Metzger. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert  wurden einige Läden und Handlungen am Ort eröffnet, die für das wirtschaftliche Leben in Biebesheim von Bedeutung waren. 

Die Zahl der jüdischen Einwohner entwickelte sich im 19. Jahrhundert wie folgt: 1837 41 jüdische Einwohner, 1861 49 (3,1 % von insgesamt 1.560 Einwohnern), 1871 67, 1880 37 (2,1 % von 1.786), 1900 38 (1,9 % von 2.032), 1910 27 (1,2 % von 2.320). Zur jüdischen Gemeinde Biebesheim gehörten auch die im benachbarten Stockstadt lebenden jüdischen Personen (fünf, später drei jüdische Familien: 1830 17, 1905 18, 1924 10 jüdische Einwohner). Sie besuchten in Biebesheim die Synagoge und waren meist auch im Vorstand der Gemeinde vertreten. Die Familiennamen der Stockstädter Familien waren u.a. Gutjahr, Wolf, Auerbach und Westerfeld. 
Die jüdische Gemeinde Biebesheim gehörte zum orthodoxen Bezirksrabbinat Darmstadt II.  
  
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine Religionsschule, eine Lehrerwohnung sowie ein rituelles Bad. Die Toten der jüdischen Gemeinde wurden in Alsbach und Groß-Gerau beigesetzt. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorsänger und als Schochet (Schächter) tätig war. Die Stelle war bei Neubesetzungen immer wieder auszuschreiben (siehe unten Ausschreibungstexte von 1877 und 1889). Aus den Ausschreibungstexten gehen auch zwei Namen von Vorstehern der Gemeinde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hervor: Tomas Mayer (um 1876) sowie Moses Mayerfeld (beziehungsweise Meyerfeld, um 1889/90). Ergänzt werden kann der Name des Vorstehers Salomon Wachenheimer, der 1867 im Zusammenhang mit der Einweihung der Synagoge genannt wird.
   
Im Ersten Weltkrieg fiel aus Stockstadt: Vizefeldwebel Ludwig Gutjahr (geb. 13.5.1884 in Stockstadt, gef. 9.1.1915).
   
Um 1924, als noch 25 jüdische Gemeindeglieder gezählt wurden (1 % von insgesamt etwa 2.500 Einwohnern), waren die Vorsteher der Gemeinde Mayer Wachenheimer, Hermann Goldstein und Salomon Westerfeld (Stockstadt). 1932 waren die Gemeindevorsteher (in anderer Reihenfolge wie 1924) Hermann Goldstein (1. Vors.), Mayer Wachenheimer (2. Vors.) und Siegmund Westerfeld (Stockstadt, 3. Vors.). Im Schuljahr 1931/32 gab es sechs schulpflichtige jüdische Kinder am Ort, die in der Religionsschule der Gemeinde ihren Religionsunterricht erhielten.  
An jüdischen Gewerbebetrieben bestanden u.a.: das "Kaufhaus" der Familie Goldschmidt, später "Gemischtwarenhandlung" Ermann (Heinrichstr. 5), die Metzgerei Wachenheimer, die Landesproduktenhandlung Herzlöb bzw. Josef Wachenheimer, Die jüdischen Einwohner waren im Leben des Dorfes vor 1933 völlig integriert. Auch in den örtlichen Vereinen waren sie aktiv wie Liebmann Goldschmidt und sein Sohn Hermann Goldschmidt, die sich im Geflügelzuchtverein engagierten.
   
1933 lebten noch 24 jüdische Personen in Biebesheim, etwa 10 in Stockstadt. In den folgenden Jahren sind alle jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Unter anderem verzog aus Biebesheim Familie Ermann im September 1935 nach Frankfurt, von dort in die USA. Familie Leo Wachenheimer (dieser war von der SA vorübergehend aus nichtigen Gründen in das KZ Osthofen eingesperrt worden) emigrierte im Dezember 1935 nach Südafrika, Familie Goldschmidt im August 1936 in die USA, Familie Mayer Wachenheimer im Februar 1938 nach Südafrika. Aus Stockstadt emigrierte Familie Moses Kahn 1937 in die USA; die Eheleute Siegmund und Frieda Westerfeld verzogen nach Darmstadt, von wo die beiden 1942 deportiert wurden; die Tochter Edith konnte 1936 noch mit einem Kindertransport in die USA gelangen (vgl. unten Literatur - Buch von Fern Schumer Chapman). 
   
Beim Novemberpogrom 1938 wurde in Biebesheim die Wohnung der Familie Josef Wachenheimer in der Rheinstr. 58 überfallen und demoliert, das Haus der Familie Goldstein in der Rheinstr. 23 schwer beschädigt, die Inneneinrichtung völlig zerstört (dieses Haus wurde Anfang der 1980er-Jahre abgebrochen). Nach den Ereignissen in der Pogromnacht verließen auch die Familien Wachenheimer und Goldstein Biebesheim. Damit war der Ort in der NS-Sprache "judenfrei".  
      
Von den in Biebesheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945": Stefan (Franz Steffen) Bruchfeld (1929), Rina Bruchfeld geb. Wachenheimer (1899), Liebmann Goldschmidt (1871), Bertha Hofmann geb. Frankfurter (1873), Johanna Mainzer geb. Mayer (1863), Ida Reinheimer geb. Frankfurter (1876), Isaak Wachenheimer (1869). 
Auf dem Grundstück Rheinstraße 20 (Standort eine 1995 abgebrochenen jüdischen Hauses) befindet sich eine Grünanlage mit einem am 29. November 2000 enthüllten Gedenkstein für die aus Biebesheim vertriebenen Juden mit der Inschrift: "1933 - Erinnerung ist das Geheimnis der Versöhnung - Die Gemeinde Biebesheim gedenkt ihrer heimatvertriebenen jüdischen Mitbürger - 1945". 
  
Von den in Stockstadt geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945": Rosel Gutjahr (1914, lebte später in Darmstadt), Franziska Guttman geb. Siesel (1873), Frieda Westerfeld geb. Kahn (1898) und ihr Mann Siegmund Westerfeld (1891; war Viehhändler in Stockstadt, geb. als Sohn von Meyer Westerfeld), Isidor Westerfeld (1898) Settchen Wolf geb. Gutjahr (1890, geb. in Stockstadt, lebte in Frankfurt).
     
     
     
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
  
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Ausschreibungen der Stelle des Lehrers / Vorsängers / Schochet  1877 / 1884 / 1889 / 1901 / 1903  

Biebesheim Israelit 03011877.jpg (35407 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. Januar 1877: "Die Stelle eines Lehrers, Vorsängers und Schächters in der Gemeinde Biebesheim am Rhein ist vakant. Bewerber kann jederzeit eintreten. Gehalt inklusive Nebenverdienste circa 700 Mark. Reflektierende wollen sich baldigst an den unterzeichnete Vorstand wenden.
Biebesheim, den 30. Dezember 1876. Der Vorstand Tomas Mayer."
   
Biebesheim Israelit 23041884.jpg (52616 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. April 1884: "Die hiesige Stelle als Vorbeter, Schächter und Religionslehrer kann sofort oder bis zum 1. Juli besetzt werden. Fester Gehalt jährlich 500 Mark nebst freier Wohnung und ca. 150 Mark Nebeneinkommen. Nur unverheiratete Bewerber wollen unter Einsendung ihrer Zeugnisse sich bei uns melden. 
Biebesheim, 21. April 1884. Der Vorstand der Synagogengemeinde."   
 
Biebesheim Israelit 04021889.jpg (41650 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Februar 1889: "Die hiesige Gemeinde beabsichtigt, einen Religionslehrer anzunehmen, wobei wir auf einen unverheirateten jüngern Mann reflektieren, der Vorsänger und guter Kinderlehrer ist und wo möglich Schochet. Gehalt wurde hier seither 500 bis 550 Mark von der Gemeinde bewilligt. Bewerber wollen sich schriftlich an den Vorstand wenden. Biebesheim, 30. Januar 1889. Moses Mayerfeld."
  
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. Juli 1901: "Gesucht zum alsbaldigen Einritt wird ein seminaristisch gebildeter Religionslehrer, Chasan und Schochet, unverheiratet, mit einem Gehalt von 550 Mark, freier Wohnung und Heizung; Nebeneinkommen Mark 300. Bewerber wollen sich schriftlich an den vorstand wenden. 
Biebesheim, Juli 1901. M. Mayerfeld."     
     
Biedesheim Israelit 02041903.jpg (48882 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. April 1903: "Bei der israelitischen Gemeinde zu Biebesheim ist die Stelle eines Religionslehrers, Chasan und Schochet alsbald zu besetzen. Bewerber wollen sich schriftlich melden. Gehalt ist bei freier Wohnung Mark 550. 
Der Vorstand: Moses Mayerfeld."  

    
Suche nach einem Hilfsvorbeter für die Feiertage im Herbst 1890

Biebesheim Israelit 11081890.jpg (36469 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. August 1890: "Die hiesige israelitische Gemeinde sucht für die Feiertage einen Jom Jeroim Chasan. Nach gewünschter Tätigkeit werden Mark 50 nebst freier Station bewilligt. Bewerber wollen sich an den Unterzeichneten schriftlich wenden. Biebesheim. Moses Meyerfeld."  

       
       
       
Zur Geschichte der Synagoge                   
     
In der Kirchenchronik der Evangelischen Kirchengemeinde Biebesheim wird berichtet, dass die jüdischen Familien zwischen 1720 und 1730 eine "Schul", d.h. eine Synagoge beziehungsweise einen Betraum eingerichtet haben. Nach einer hessischen Judenordnung von 1765 war den Juden ein Bau neuer Synagogen nicht erlaubt. Daher wird die zwischen 1720 und 1730 eingerichtete erste Synagoge der jüdischen Gemeinde bis 1818, dem Jahr der Einrichtung einer neuen Synagoge genutzt worden sein. Die Biebesheimer Synagoge auch von den im benachbarten Stockstadt lebenden jüdischen Einwohnern benutzt.

1818 kaufte das jüdische Gemeindeglied Wolf Mainzer ein Haus, das, "solange hier und in Stockstadt Judenschaft bestehe", als Synagoge verwendet werden sollte. Die Regelungen zur weiteren Unterhaltung der Synagoge wurden von drei Stockstadter Juden (Abraham Auerbach, Aaron und Salomon Westerfeld) und vier Biebesheimer Juden (Wolf Löb Mainzer, Herz Wachenheimer, Moses Meierfeld und Jacob Wachenheimer) unterzeichnet. Der Stifter Wolf Mainzer lies eine neue Tora für die Synagoge schreiben und stiftete mehrere Einrichtungsgegenstände (zwei kleine Wandleuchter, der Bronze-Kandelaber mit der Inschrift: "Dieser Leuchter gehört zu Ehren von Wolf, Sohn des Löb Mainzer, und soll hier in der Synagoge in Biebesheim sein und bis in Ewigkeit mit Lichtern besteckt werden").  

Auf Grund der Zunahme der jüdischen Einwohner wurde um 1860 der Neubau einer Synagoge notwendig geworden. Die jüdische Gemeinde ließ sich dazu Zeichnungen anfertigen "zur Umänderung der Scheune neben der Synagoge zu einer Lehrerwohnung, Schule und Bad" und gleichfalls einen "Situationsplan über die Synagoge und deren Umgebung in Biebesheim" erstellen. Zwar wurden diese ersten Pläne nicht verwirklicht, doch geht aus ihnen hervor, dass sich auch die 1818 erbaute Synagoge und ein Israelitisches Schulhaus bereits im Bereich der späteren Bahnhofstraße (frühere Odenwaldgasse) befanden.  

Die neue, am 22. November 1867 eingeweihte Synagoge wurde an Stelle des abgebrochenen Israelitischen Schulhauses/der älteren Synagoge erbaut. Die bürgerliche Gemeinde stellte ein Darlehen von 1.000 Gulden zur Verfügung. Zur Einweihung der Synagoge berichtet die Chronik der evangelischen Kirchengemeinde: "Am 22. November 1867 wurde die in der Odenwaldgasse erbaute Synagoge durch den Rabbiner Dr. Landsberger unter Anwohnung einer großen Einwohnerzahl von hier und vieler auswärtiger Israeliten im Beisein der Großherzoglichen Kirchrats Dr. Böckmann Groß-Gerau und des hiesigen Kirchenvorstandes eingeweiht. Die Israeliten zogen in einem geschlossenen Zuge, voran der erwähnte Großherzogliche Kirchrat, der Ortsvorstand, der Rabbiner etc. etc. vom Hause des israelitischen Vorstehers Salomon Wachenheimer nach der Synagoge, worauf die Einweihung stattfand. Darauf fand ein Festessen bei Metzger Wirthwein statt, an dem sich viele Ortseinwohner beteiligten, am folgenden Tag ein sogenannter Ball von Seiten der Israeliten". 

Die Synagoge in Biebesheim war Mittelpunkt des jüdischen Gemeindelebens bis nach 1933. Nachdem die meisten jüdischen Familien bereits vor 1938 Biebesheim verlassen hatten, wurde das Synagogengebäude im Mai 1938 für 4.200 RM an eine nichtjüdische Familie verkauft, die es zu einem Wohnhaus umbaute (Einbau einer Zwischendecke, Verkleinerung und Begradigung der Fenster). Durch den Verkauf blieb das Synagogengebäude zwar von der Zerstörung beim Novemberpogrom 1938 zwar verschont, trotzdem wurden die Fensterscheiben eingeworfen. 
   
1963
und nochmals vor einigen Jahren wurde das Gebäude weiterverkauft. Es wird bis heute als Wohnhaus mit einem Ladengeschäft verwendet. 
 
Kult- und Einrichtungsgegenstände aus der ehemaligen Synagoge wurden über 50 Jahre lang in London von Max Wachenheimer aufbewahrt. Sie wurden von diesem zur Ausstellung in der ehemaligen Synagoge in Erfelden gestiftet (Wandleuchter, Deckenleuchter, Bücher).  Auch zwei Toraschrein-Vorhänge sind erhalten. Sie sind in der ehemaligen Synagoge in Erfelden beziehungsweise im Heimatmuseum Biebesheim (siehe Fotos unten). 
  
  
Adresse/Standort der SynagogeBahnhofstraße 12    
    
   
Fotos
(Quelle der Darstellungen in der oberen Reihe: http://www.biebesheim.de/Jud_Bhm_neu/Synagogen.htm - Wiedergabe der unter Literatur angegebenen Publikation des Fördervereins jüdische Geschichte usw.; das Foto von 1985 aus: Altaras s.Lit. 1988 S. 136).

Bauzeichnungen und Grundriss von 1867 und Leuchter von 1818  
 Biebesheim Synagoge 100.jpg (13665 Byte) Biebesheim Synagoge 221.jpg (43248 Byte) Biebesheim Synagoge 222.jpg (74053 Byte) Biebesheim Synagoge 101.jpg (21585 Byte)
Bauzeichnungen der Synagoge von 1867: links
 Straßenfront mit drei hohen Rundbogenfenstern
 und einem rundbogigen Doppelfenster im Giebel
 (Symbol der Gebotstafeln); rechts mit Eintragung
 von Eingang sowie der Frauenempore innen. 
Bauzeichnung der Synagoge 
von 1867: Grundriss des Erdgeschosses, 
rechts der nach Osten ausgerichtete 
Betsaal mit Anordnung der Bänke 
im Betsaal der Männer )
Der von Wolf Mainzer für die 
zweite Synagoge (1818) gestiftete 
Leuchter, heute in der ehemaligen 
Synagoge Erfelden.
  
     
Die erhaltenen Toravorhänge 
aus Biebesheim 
Biebesheim Toravorhang 010.jpg (44427 Byte) Biebesheim Synagoge 102.jpg (19991 Byte)  
   Toravorhang mit Stifterinschrift 
von 1867 (gestiftet durch "Michael, 
Sohn des Meir seligen Andenkens" (wird
 gezeigt in der restaurierten ehemaligen
 Synagoge in Erfelden
  
   Toravorhang mit Stifterinschrift von 1877:
 "Unsere Krone ist die Tora / Dies wurde
 gestiftet / durch Jona Sohn des Michael / 
und seiner Frau Ester Tochter des Chaim / 
von Biebesheim
/ im Jahr 5637 / und wurde
 restauriert durch ihre Kinder / als ihr Vater starb / im Jahr 5668
"; wird gezeigt im
 Heimatmuseum Biebesheim )
  
     
Das Gebäude der 
ehemaligen Synagoge nach 1945 
Biebesheim Synagoge 220.jpg (61128 Byte) Biebesheim Synagoge 150.jpg (87392 Byte)
    Das ehemalige Synagogengebäude nach 1945, rechts im August 1985 
           
Das Gebäude der 
ehemaligen Synagoge 2007 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 6.7.2007)
Biebesheim Synagoge 145.jpg (59482 Byte) Biebesheim Synagoge 146.jpg (53560 Byte)
  Blick auf die ehemalige Synagoge von der Bahnhofstraße
   
Biebesheim Synagoge 147.jpg (49483 Byte) Biebesheim Synagoge 148.jpg (43317 Byte)
   Historische Fenster als Erinnerung an die Zeit als Synagoge
   
Biebesheim Denkmal 010.jpg (111819 Byte) Biebesheim Denkmal 012.jpg (102063 Byte) Biebesheim Denkmal 011.jpg (67997 Byte)
Gedenkstein auf dem Grundstück Rheinstraße 20

  
    

Hinweis auf die jüdische Abteilung im Biebesheimer Heimatmuseum 
(Abschnitt wurde erstellt unter Mitarbeit und Fotos von Norbert Hefermehl, Heimat- und Geschichtsverein Biebesheim e.V.)    

Biebesheim Museum 021.jpg (59935 Byte)Im Biebesheimer Heimatmuseum gibt es eine kleine Abteilung zur jüdischen Geschichte. 

Neben dem oben abgebildeten Toravorhang von 1876/77 (jüdische Zählung 5637) werden in der Abteilung u.a. zwei religiöse Bücher gezeigt, die der Heimat- und Geschichtsverein Biebesheim mit Unterstützung des Hessischen Museumsverbandes und des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst Wiesbaden restaurieren ließ. Die Bücher werden in einer Vitrine unter einem früheren Sandstein-Fenstergewand vom Gebäude der ehemaligen Synagoge in der Bahnhofstraße präsentiert (vgl. links; unter der Büchervitrine eine Hinweistafel zur Geschichte der Synagogen in Biebesheim):      
 
Biebesheim Buch 025.jpg (82620 Byte)Ein Machsor (Gebetbuch für das ganze Jahr): es handelt sich um den 2. Teil eines Gebetbuches, das dem Festzyklus des Jahres folgt. In dem Buch sind Tierkreiszeichen abgebildet. Es beginnt mit dem Laubhüttenfest. Es fehlen das Neujahrsfest und der Versöhnungstag.
Drucker: Ahron Hirsch Bad Homburg v.d.H.  Handschriftlicher Eintrag: Biebesheim.  
 
Biebesheim Buch 026.jpg (91522 Byte)Eine kommentierte Teilausgabe der hebräischen Bibel. Sie enthält die Bücher der drei großen Propheten Jesaja, Jeremia und Hesekiel sowie das Buch der Chronik mit Erklärungen und Übersetzungen in "Jüdisch-Deutsch". Da die hebräische Bibel (= Altes Testament) insgesamt aus den Fünf Büchern Moses, den weiteren Prophetenbüchern und den Büchern der Schriften (u.a. dem Buch der Psalmen) besteht, dürfte es sich um ein Buch aus einer Bibelausgabe von zusammen vier bis fünf Büchern handeln.
Druck: 5498 in Sulzbach (= 1738 nach christlicher Zeitrechnung)
Die handschriftlichen Einträge belegen die Nutzung des Buches in Biebesheim: "Dieses Buch gehört (Name unleserlich) Biebesheim
Dieses Buch 24 (=Bibel) gehört Hesekiel Bibsum Jakov Barschlomo seeligen Angedenkens aus Biebesheim
Lehrer/Unterrichter bei dem hochwürdigen Hesekiel und auch bei Josef im Jahre 5527 am 27. Tamus (=23. Juli 1767 unserer Zeitrechnung)
Dajan (= Rabbiner, Mitglied des Rabbinatsgerichtes) Nathan".  
 
Informationstafeln zur jüdischen Geschichte
 im Heimatmuseum Biebesheim 
Biebesheim Infotafel 02.jpg (116303 Byte) Biebesheim Infotafel 03.jpg (152510 Byte)

  
Anschrift und Kontakt:  Heimatmuseum, Rheinstr. 44, 64584 Biebesheim am Rhein, Tel.: 06258 / 81 599, Fax: 06258 / 97 10 48, 
E-Mail
 = museumbiebesheim[et]aol.com. Öffnungszeiten: Sonntag von 10.00 bis 12.00 Uhr  -  Der Eintritt ist kostenlos 
  

     
  
Links und Literatur

Links:  

Website der Gemeinde Biebesheim  

Website des Fördervereins Jüdische Geschichte und Kultur im Kreis Groß-Gerau  

Webportal HS 010.jpg (66495 Byte)Webportal "Vor dem Holocaust" - Fotos zum jüdischen Alltagsleben in Hessen 
mit Fotos zur jüdischen Geschichte in Biebesheim    Fotos zur jüdischen Geschichte in Stockstadt  

Literatur:  

Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. I S. 70. Bd. II S. 299-300 (Stockstadt)
Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945? 1988 S. 136-137.  
dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. S. 116.  
Angelika Schleindl: Verschwundene Nachbarn. Jüdische Gemeinden und Synagogen im Kreis Groß-Gerau. Hg. Kreisausschuss des Kreises Groß-Gerau und Kreisvolkshochschule. Groß-Gerau 1990.  
Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S. 154.177.
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 97.
Förderverein jüdische Geschichte und Kultus im Kreis Groß-Gerau in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis jüdische Geschichte in Biebesheim (Hg.): Die Geschichte der Juden in Biebesheim. Erfelder Heft 1. Online zugänglich
Der Band enthält Beiträge von Ilse Fehr, Volker Hain, Anke Joisten-Pruschke, Elfriede Marwitz, Ernst Standhartinger
    
Biebesheim Lit 015.jpg (111924 Byte)Aus der Reihe "Biebesheimer Geschichtsblätter", hrsg. vom Heimat- und Geschichtsverein Biebesheim e.V., Heft Nr. 5:
Thomas Schell: Familienbuch der Biebesheimer Juden. Biebesheim 2003. 34 S.  ISBN 3-9807543-8-3   
Stockstadt Lit 020.jpg (13195 Byte)Fern Schumer Chapman: Is it Night or Day? 
Hinweis: ein Jugendbuch, in dem die Reise der zwölfjährigen Edith geb. Westerfeld aus Stockstadt und ihre ersten Jahre bei Verwandten in Chicago verarbeitet werden.  
Website der Verfasserin mit Informationen zu diesem und dem nachstehenden Buch.  
Stockstadt Lit 021.png (28918 Byte)dies.: Motherland - Beyond the Holocaust. A Daughter's Journey to Reclaim the Past.  
Als Taschenbuch im Reprint 2001 erschienen. Penguin (Non-Classics). 190 S.    Amazon   
  
auch in deutscher Übersetzung von Dörte Eliass erschienen unter dem Titel:  
Fern Schumer : Mutterland ... nach dem Holocaust. Eine Tochter fordert die Erinnerung zurück.  
Christel Göttert Verlag Rüsselsheim 2002  ISBN 3-922499-58-9  22,50 €    Informationen auf Verlagsseite     Amazon 

     
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Biebesheim Hesse. Numbering 49 (3.1 % of the total) in 1861, the community dwindled to 22 in 1933. By the end of 1938 all the Jews had emigrated.  
    

  

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 20. April 2013