|
Eingangsseite
Aktuelle Informationen
Jahrestagungen von Alemannia
Judaica
Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft
Jüdische Friedhöfe
(Frühere und
bestehende) Synagogen
Übersicht:
Jüdische Kulturdenkmale in der Region
Bestehende
jüdische Gemeinden in der Region
Jüdische
Museen
FORSCHUNGS-
PROJEKTE
Literatur
und Presseartikel
Adressliste
Digitale
Postkarten
Links
| |
zurück zur Übersicht "Synagogen in der Region"
zurück zur Übersicht "Synagogen in Rheinland-Pfalz"
Zur Übersicht "Synagogen im Kreis
Ahrweiler"
Ahrweiler (Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, Kreis Ahrweiler)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Ahrweiler bestand bereits im Mittelalter
eine jüdische Gemeinde. Spätestens im 13. Jahrhundert lebten Juden
in der Stadt (Stadtrechte seit 1248) unter dem Schutz des Kölner Erzbischofs. Eine "Judengasse" (heute
Niederhutstraße) wird bereits 1290 erwähnt. In Köln lassen sich damals
mehrere Juden mit der Herkunftsbezeichnung Ahrweiler nachweisen (Joseph von
Ahrweiler d.Ä. ca. 1348-1263, Joseph von Ahrweiler d.J. 1291-1322, Samuel von
Ahrweiler 1318-1326). 1335 werden Juden in Ahrweiler selbst erstmals
genannt. Damals wurde ihnen vom Kölner Erzbischof Walram das Recht zum Handel
mit Fleisch gewährt. Bei der Judenverfolgung in der Pestzeit 1348/49
wurde die jüdische Gemeinde vernichtet. Seit 1367/70 lebten wieder Juden
in der Stadt. Um 1400 wird ein Hof "in der Judengassen"
genannt. Eine Mikwe (rituelles Bad) lässt sich an der Ahr nachweisen. Für
diese zahlten die Juden einem Christen einen jährlichen Zins. Unter den Juden
der Stadt gab es auch mehrere Gelehrte. Anfang des 15. Jahrhunderts wird
ein Rabbiner Isaak genannt, der dem jüdischen Gericht vorstand. In dieser Zeit
wirkte auch der bedeutende jüdische Toralehrer Seligmann Bing in der Stadt. Als
Arzt und Dichter wird ein Baruch ben Simon genannt. Von einer Vertreibung der
Juden aus Ahrweiler ist nichts bekannt.
Möglicherweise lebten auch im 16./17.
Jahrhundert Juden in der Stadt. Doch blieb die Zahl der Juden bis zur Mitte
des 19. Jahrhunderts relativ klein. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts
nahm die Zahl zumindest so zu, dass es zur Einrichtung eines Betsaales und eines
rituellen Bades gekommen ist (1773, s.u.)
1822 wurden 20 jüdische Einwohner gezählte, 1858 29. In der zweiten
Hälfte des 19. Jahrhunderts nahm die Zahl zu (1875 79, 1891 über 100). Zur
Gemeinde in Ahrweiler gehörten damals auch die in Dernau, Lantershofen und
Altenahr lebenden jüdischen Personen. Nach 1900 ging die Zahl der jüdischen Einwohner
durch Aus- und Abwanderung wieder langsam zurück.
Die jüdischen Familien
lebten vor allem vom Viehhandel sowie von Handlungen für Landesprodukte (vgl.
unten Anzeigen der Weinhandlungen Heymann und Gottschalk), Textilien oder
Lederwaren.
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine Religionsschule,
ein rituelles Bad und ein Friedhof. Zur
Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der
zugleich als Vorbeter und Schochet fungierte (siehe Ausschreibungen der Stelle
unten).
Im Ersten Weltkrieg fiel aus der jüdischen Gemeinde Hermann Heymann
(geb. 1.6.1882 in Ahrweiler, vor 1914 in Siegburg wohnhaft, gef.
20.3.1916).
Um 1925 wurden 54 jüdische Einwohner gezählt (0,9 % von insgesamt
etwa 6.000 Einwohnern). Zum Synagogenvorstand gehörten damals die Herren
Abraham Bär, Moses Heymann und Jacob Schweitzer. 1932 war jüdischer
Gemeindevorsteher Willy Levi. Der Repräsentanz gehörten Louis Metzer, Isidor
Levi und Jakob Schweitzer (Dernau) an. Als Lehrer der im Schuljahr 1932/33 fünf
schulpflichtigen jüdischen Kinder kam regelmäßig Moses Silbermann aus Bad
Neuenahr nach Ahrweiler. An jüdischen Vereinen bestanden vor allem ein
jüdischer Frauen-Verein (gegründet 1896, Ziel: Unterstützung
Hilfsbedürftiger) und eine "Literarische Vereinigung" (1908
gegründet).
1933 wurden 31 jüdische Einwohner (in zehn Familien) gezählt. Auf Grund der
zunehmenden Entrechtung und der wirtschaftlichen Boykottmaßnahmen verließ
ein großer Teil von ihnen in den folgenden Jahren die Stadt. Beim Novemberpogrom
1938 wurde die Synagoge geschändet (s.u.) und die noch bestehenden
jüdischen Geschäfte verwüstet. Von 1933 bis 1941 hatten 18 jüdische
Einwohner die Stadt verlassen, davon sind elf emigriert, sieben in andere
Städte in Deutschland verzogen. Am 26./27. Juli 1942 wurden
die letzten jüdischen Einwohner in Vernichtungslager deportiert. Eine
jüdische Frau konnte mit ihrem Sohn in Ahrweiler (bzw. in Köln) versteckt
überleben.
Von den in Ahrweiler geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem): Sophie Adler geb. Heymann (1882), Herbert Baer
(1901), Lina Baer geb. Lissberger (1879), Alfred Ermann (1891), Hilde Ermann
(1922), Ruth Ermann (1927), Henriette Fraustädter geb. Lichtenstein (1870),
Gertrud Gärtner (1920), Helene Gärtner geb. Garnich (1888), Alexander
Gottschalk (1901), Hildegard Gottschalk geb. Zimmermann (1917), Josefine
Gottschalk geb. Levy (1870), Julia Gottschalk geb. Ermann (1897), Simon
Gottschalk 1865), Albert Heymann (1891), Emil Heymann (1889), Frieda Heymann
geb. Hahn (1896), Josef Heymann (1886), Sibilla Heymann geb. Aron (1887), Betti
Levy (1921), Berta Levy geb. ? (1882), Isidor Levy (1869), Marta Levy (1911),
Otto Levy (1918), Recha Levy geb. Kaufmann (1891), Wilhelm Levy (1883), Else
(Elsa) Loeb geb. Heymann (1892), Ernst Metzger (1921), Hugo Metzger (1883), Max Metzger
(1890), Friederike Seewald geb. Decker (1885), Rosalie Wallerstein geb.
Heymann (1879), Emilie Wolff geb. Heymann (1879).
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer und Vorbeter
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters und Schochet
1892 / 1893 / 1897 / 1902 / 1904 / 1907
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. Januar 1892:
Religionslehrer gesucht. Die Synagogen-Gemeinde Ahrweiler sucht auf
möglichst bald einen Religionslehrer zu engagieren. Bewerber
(unverheiratet) belieben ihre Offerten mit Angabe ihrer bisherigen
Tätigkeit und Gehaltsansprüche einzureichen an der Vorsteher Fried. Wilh.
Heymann." |
| |
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Januar 1893:
"Die Stelle als Religionslehrer und Kantor in hiesiger Gemeinde ist
per Ende April neu zu besetzen. Nur staatlich geprüfte Lehrer wollen sich
melden an den Vorstand der Synagogen-Gemeinde zu Ahrweiler". |
| |
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Oktober 1897:
"Die Stelle eines Religionslehrers und Kantors ist sofort zu
besetzen. Reflektant muss nicht staatlich geprüft, jedoch deutscher
Staatsangehörigkeit sein. Gehalt nach Übereinkunft. Offerten erbeten an
den Vorstand der Synagogengemeinde zu Ahrweiler." |
| |
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. November 1902:
"In der Synagogen-Gemeinde Ahrweiler ist die Stelle eine
Religionslehrers und Kantors
zu besetzen. Gehalt 800 Mark. Nur Bewerber,
die die Berechtigung zur Erteilung von Elementarunterricht haben, wollen
sich melden.
Der Vorstand." |
| |
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. April 1904:
"Die Kantor- und Religionslehrerstelle
in Bad Neuenahr ist sofort zu
besetzen. Der Lehrer ist verpflichtet, den Religionsunterricht in den
Nachbargemeinden Ahrweiler, Remagen und
Sinzig mitzuerteilen. Gehalt 1.500
Mark sowie Nebenverdienste. Staatlich geprüfte Bewerber wollen sich unter
Beifügung ihrer Zeugnisse schriftlich melden bei
Abraham Bär, Ahrweiler." |
| |
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Dezember 1907:
"Die Religionslehrer- und Kantorstelle in Ahrweiler ist per 1. Mai
1908 zu besetzen. Der Lehrer ist verpflichtet, den Religionsunterricht in
der Nachbargemeinde Remagen, Sinzig und
Niederzissen mitzuerteilen.
Schochet mit Kaboloh orthodoxer Rabbiner bevorzugt. Gehalt Mark 1.200.-
sowie Reisespesen, Nebenverdienste. Staatliche geprüfte, unverheiratete
Bewerber wollen sich unter Beifügung von Zeugnisabschriften melden bei
Abraham Bär, Ahrweiler." |
Aus dem jüdischen Vereinsleben
Über die Aktivitäten der 1908 gegründeten
'Literarischen Vereinigung'
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Dezember 1909:
"Ahrweiler, 22. Dezember (1909). Die hiesige 'Literarische
Vereinigung', die im vorigen Jahre unter dem Vorsitze des Herrn Referendar
J. Kahn aus Köln ins Leben gerufen worden ist, entfaltet auch in diesem
Winter unter der Leitung ders Herrn Referendar Bernhard Kahn aus Köln,
der das Werk seines Bruders in entgegenkommender Weise übernommen hat,
rege Tätigkeit. Zweimal wöchentlich hält sie ihre Versammlungen ab, die
von Damen und Herren des hiesigen Platzes und des benachbarten Neuenahr
stark besucht werden. An einem der beiden Abende beschäftigt sich die
Vereinigung mit moderner Literatur, während bei der anderen Zusammenkunft
der Vorsitzende vortragsweise über jüdische Welt- und Lebensanschauung
spricht. Am 8. Dezember dieses Jahres veranstalteten die Mitglieder eine
Chanukkafeier, deren Mittelpunkt ein Vortrag der Vorsitzenden bildete.
Redner ging davon aus, dass die Gottheit nicht nur in Natur und Tora
geoffenbart sei, sondern auch in der Geschichte. Hierfür liefere gerade
das Chanukkafest den besten Beweis, indem entgegen aller menschlichen
Berechnungsweise ein kleines Häuflein Gottgetreuer den Sieg über eine
numerisch weit überlegene Anzahl Syrer davongetragen habe. Wie aber die
Doppeloffenbarung Gottes in Natur und Tora in inniger gegenseitiger
Ergänzung den jüdischen Menschen seine Aufgabe lehre, ebenso rede auch
die Dokumentierung Gottes in der Geschichte, speziell in der
Chanukkageschichte, eine deutliche Sprache zu uns. Sie verweise uns
nämlich auf die Verwerflichkeit aller Assimilationsgelüste einerseits,
an die Notwendigkeit der Selbstachtung andererseits. Diese Letztere könne
jedoch weniger auf nationaler als vielmehr auf religiöser Grundlage ersprießen;
denn nicht der nationale Stolz, sondern die Begeisterung für das
göttliche Wort habe den Makkabäern den Sieg ermöglicht. - Mit einem
warmen Appell, diesem Chanukkagedanken überall Geltung zu verschaffen,
schloss der Redner seinen inhaltsreichen, begeisternden Vortrag. Nachher
hielt die Mitglieder heitere Geselligkeit bis nach Mitternacht zusammen.
Man schied voneinander in dem Bewusstsein, einen genussreichen Abend
verbracht zu haben. L.A." |
Berichte zu einzelnen Gemeindemitgliedern
Zum 70. Geburtstag von Abraham Bär 1926
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. September 1926:
"Ahrweiler. Am Heiligen Schabbat mit der Toralesung Ekew
(gemeint Schabbat, 31. Juli 1926, Toralesung Ekew ist: 5. Mose
7,12-11,25) beging der weit über unsere Stadt und unseren Bezirk hinaus
bekannt Herr Abraham Bär seinen 70. Geburtstag.
In bescheidenem kleinsten Kreise wirkt er als Erhalter und Mehrer
jüdischen Lebensgedankens durch vorbildliche Lebensführung und als
mustergültiger Leiter und Versorger seiner Gemeinde.
In dankbarer Erinnerung an seine frühere Mitarbeit im Vorstand des
Vereins für die jüdischen Interessen Rheinlands hatte der Vorstand durch
die Person des Herrn Rabbiners seine Glückwünsche mündlich übermitteln
lassen. Auch die Stadtverwaltung ehrte den Jubilar durch eine prachtvolle
Blumenspende und die Ansprache einer Abordnung, der sich die Geistlichkeit
angeschlossen hatte.
Möge es dem Jubilar vergönnt sein, noch lange in körperlicher
Gesundheit und geistiger Rüstigkeit seine Schiurim (=
Toralernstunden) zu lernen, seinem Geschäft und seinen Ehrenämter
vorzustehen und seinen bewussten jüdischen Einfluss überall dort zur
Geltung zu bringen, wo sein Wort und sein Rat gehört werden." |
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe
| Anzeige der Weinhandlung
Samuel Heymann (1864)
|
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. Juni 1864: "In
meiner Weinhandlung wird ein junger Mann, Israelit, als Gehilfe zur
Kellerarbeit gesucht und wird demjenigen, welcher sich schon früher in
diesem Fache beschäftigt hat, der Vorzug gegeben. Ahrweiler, den 1. Juni
1864. Samuel Heymann." |
| |
| Anzeige der Weinhandlung
und Branntweinbrennerei Friedrich Wilhelm Heymann (1884) |
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. April 1884: "Für
meine Weinhandlung und Branntweinbrennerei, an Schabbat und Feiertag
geschlossen, suche einen Commis zum baldigen Eintritt. Friedrich
Wilhelm Heymann in Ahrweiler." |
| |
| Anzeige der
Weingroßhandlung A. Gottschalk (1893) |
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. März 1893: "A.
Gottschalk, Ahrweiler. Koscher Weingroßhandlung Koscher.
Eigenes Wachstum! Eigene Kelterei! Beste Bezugsquelle für Deutsche Rot-
und Weißweine. Trester- und Hefenbranntweine. Man verlange Preiscourant." |
Zur Geschichte des Betsaales / der Synagoge
Eine mittelalterliche Synagoge lässt sich nicht
nachweisen. Sicher bestand zumindest zeitweise ein Betsaal.
Erst im 18. Jahrhundert erfährt man von der
Einrichtung einer Synagoge: Am 23. Juni 1773 erwarb Kosel Abraham mit
seiner Ehefrau Gedela Isaac ein Haus in der ehemaligen Judengasse
(Niederhutstraße 56-58), das er "gleich nach dem Ankauf zu bequemer
Haltung der Judenschule oder Synagoge" herrichten
ließ. Kosel Abraham musste dazu den Keller umbauen, da nach seinen Angaben
dieser Einbau der Synagoge "eine besondere Struktur und ein Gewölb"
benötige. So befand sich die Synagoge offenbar im Keller des Hauses, ebenso
wie eine Mikwe (rituelles Bad), zu der Wasser vom unmittelbar vorbeifließenden
Mühlenkanal hereingeleitet werden konnte. Bis heute befindet sich im Keller der
Gebäude Niederhutstraße 56-58 auffällige Wandnischen, die zum Abstellen von
Lampen oder auch zum Unterbringen eines Toraschreines gedient haben können. Die
Räume lassen noch heute eine Unterteilung in Vorraum Bad, Betsaal und
Schulstube denkbar erscheinen. Auch ein Deckengewölbe ist vorhanden, das den
Betsaal markieren könnte. Diese Kellerbetstube im Haus des Kosel Abraham wurde
offenbar bis nach nach 1792 genutzt. 1796 wurde im benachbarten Dernau ein
Betsaal eingerichtet, den von nun an die Juden aus Ahrweiler zu Gebet und
Gottesdienst besuchten. Vermutlich waren bis dahin die Juden aus Dernau zum
Gebet nach Ahrweiler gekommen. Zu dieser Kellerbetstube s.u.
Literatur den Beitrag von Udo Bürger (online
zugänglich).
Nachdem die Zahl der jüdischen Personen in Ahrweiler
zugenommen hatte, richtete sie um 1844 wieder einen eigenen Betsaal
in Ahrweiler ein. Dazu konnte das Obergeschoss des Privathauses in der
Plätzerstraße 43 umgebaut werden. Hier fanden etwa 40 Personen Platz. Schon
dieser Betsaal war offenbar ansprechend eingerichtet und gut ausgestattet. Er
wurde auch von jüdischen Kurgästen in Kurbad Neuenahr besucht, wovon der noch
erhaltene und von Kurgästen gespendete Toravorhang (Parochet) zeugt (s.u.), der
1881/82 gespendet wurde. In einem in der jüdischen Zeitschrift "Der
Israelit" veröffentlichten Bericht erfährt man auch von der Spende einer
Torarolle durch den Vorsteher der Gemeinde Friedrich Wilhelm Heymann im März
1894.
Bericht
in der Zeitung "Der Israelit" vom 29. März 1894: Am Schabbat
Paraschat Pikude (= 2. Adar Scheni 5654, 10. März 1894) schenkte der erste
Vorsteher der hiesigen Gemeinde Herr Friedrich Wilhelm Heymann aus Anlass der Bar-Mizwa-Feier
seines ältesten Sohnes der Synagoge eine neue, in jeder Hinsicht herrlich
ausgestattete Sefer Tora (Torarolle). Dem Wunsche des Spenders entsprechend sah
man von jeder äußeren öffentlichen Feier ab; indes beging man solche in
würdigster und üblicher Weise in der Synagoge. Herr Lehrer und Kantor Stern
sprach dem verehrten Spender in längerer Rede den Dank der Gemeinde aus.
|
Als 1886 das Haus des bisherigen Betsaales verkauft
wurde, konnte die jüdische Gemeinde eine Verlängerung der Nutzung des
Betsaales um fünf Jahre erreichen. In dieser Zeit plante man den Bau einer
Synagoge in Ahrweiler. Mehrere Grundstücke standen zur Wahl. Die Gemeinde entschied sich für das
285 qm große
Grundstück in der Altenbaustraße, die für 2.700 Mark erworben werden könnte.
Der Neubau sollte 10.000 Mark nicht übersteigen. 1893 konnte mit dem Bau
begonnen werden, für das Architekt und Bauunternehmer (Maurer- und
Zimmermeister) J.N. Gronert aus Remagen die Pläne gezeichnet hatte. Am 21.
Oktober 1894 konnte die Synagoge durch Rabbiner Dr. Weingarten aus Bad Ems
mit einem großen Fest für die ganze Stadt eingeweiht werden.
Bericht in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1.
November 1894 (überarbeitet, die hebräischen Begriffe sind teilweise
erklärt):
Ahrweiler, 26. Oktober (1894). Wenn das in diesen Tagen zu Ende gegangene
Fest ausdrücklich als ein solches der Freude, als s'man simchatenu
("Zeit unserer Freude") charakterisiert ist, so fand das wehaijta
ach sameach ("du sollst froh sein" 5. Mose 16,15) in unserer
Gemeinde in diesem Jahre eine ganz besondere Berücksichtigung; galt es doch
einer gar seltenen Feier. Am 21., 22. und 23. Oktober wurde die neu erbaute
Synagoge durch eine würdige Weihefeier ihrem Zwecke übergeben. - Über den
Verlauf dieser Feier, die zu einem wahren kiddusch haschem
("Heiligung des Namens" [Gottes]) sich gestaltete, möge weiteren
Kreisen in Folgendem einiges mitgeteilt sein. Programmgemäß versammelten sich
am Sonntag, Hoschanna Raba (= 7. Tag des Laubhüttenfestes) nachmittags 3
Uhr, die Gemeindemitglieder wie die schon zahlreich aus Nah und Fern
erschienenen Festgäste im alten Bethause, wo nach Verrichtung des Mincha-Gebetes
Herr Lehrer Stern ergreifende Abschiedsworte an die Gemeinde richtete. Unter
Hinweis auf den am Schlussfeste stattfindenden Auszug (Bezüge auf die
Umzüge in der Synagoge an diesem Festtag) legte Redner die Bedeutung der
Stunde dar, die Mitglieder ermahnend, ihren opferwilligen und gottbegeisterten
Sinn auch zukünftig sich zu bewahren. An dem nun folgenden Festzuge zur neuen
Synagoge beteiligten sich außer den Vertretern des Stadtverordneten-Kollegiums,
die Gerichtsbehörde in Person des Herrn Amtsgerichtsrat und ein großer Teil
der Bevölkerung unserer Stadt. Unter den Klängen der Königlichen
Pionierkapelle aus Koblenz bewegte sich der imposante Zug mit den durch Girlanden
umkränzten Trägern der Torarollen zur neuen Synagoge. Hier angekommen erfolgte
zunächst unter passender Ansprache die Übergabe des Schlüssels durch die
Schlüsselträgerin an den stellvertretenden Bürgermeister und durch diesen an
Herrn Bezirksrabbiner Dr. Weingarten aus Ems, der nunmehr das neue Gotteshaus
öffnete, während dessen die Musikkapelle das "Hoch tut Euch auf ihr
Toren" intonierte. |
Die Festteilnehmer begaben sich auf die Plätze und weideten ihren Blick an der
ebenso einfachen, künstlerischen Ausstattung des Innern, insbesondere an den in
maurischem Stile ausgeführten Malereien der Fenster und Wände. Nachdem der
Kinderchor das mah towu ("Wie lieblich...") gesungen, erfolgten
unter Absingen des ana die üblichen tekufot (Umgänge) und das
Einheben der Torarollen unter Chorgesang wajehi etc. etc. Nunmehr trat
Herr Rabbiner Dr. Weingarten vor die heilige Lade, um zunächst Baruch
Ata.... (gemeint der Segensspruch: "Gelobt seist du, Ewiger, unser
Gott, König der Welt, der uns am Leben und bei Wohlsein erhalten und uns diese
Zeit hat erreichen lassen") zu sprechen, dann aber in meisterhafter Rede
die Bedeutung der Feier darzulegen. Wahrlich, das waren goldene Worte, wie sie
nur einem von wahrer Religiosität durchdrungenen Herzen entspringen können.
Und sie verfehlten ihren Zweck nicht. Kein Atemzug wurde hörbar, mit
gespanntester Aufmerksamkeit folgte ein jeder den hochinteressanten
Ausführungen des Redners, und sämtliche Anwesenden, den verschiedensten
Konfessionen angehörig, waren tief ergriffen. Anlehnen an die Bezeichnungen har
(Berg, insbesondere Sinai, Zion), sadäh (Feld), beit (Haus,
Tempel) schilderte Redner das Gotteshaus als die Stätte, die den Verkehr
zwischen Gott und den Menschen vermittle. Die eigentliche Weihe bestehe darin,
dass wir in ihm uns weihen. Ein Gotteshaus ist geweiht, wenn ein edler Mensch es
betritt. - Es würde zu weit führen, an dieser Stelle auch nur einiges aus
dieser herrlichen Rede zu bringen und könnte dies dem Gesamteindrucke, den sie
zu machen geeignet, nur schaden. Dem nun folgenden Weihegebet und Gebet auf
Kaiser und Vaterland reihte sich das Ma'ariw-Gebet mit Chorgesang an.
Der Abend vereinigte nun die Festteilnehmer, zu denen sich noch die Notabeln der
Stadt Ahrweiler gesellten, zu einer solennen Versammlung im Festlokale, bei
welcher Gelegenheit Toaste auf Kaiser, Stadt, Kultusgemeinde etc. etc.
abwechselten mit den herrlichsten Musikpiecen oben erwähnter Kapelle.
Möge zum Schlusse an dieser Stelle all denen, die zur Verschönerung unseres
Festes beigetragen, insbesondere Herrn Rabbiner Dr. Weingarten, Ems und Kantor
Stern unser Danke abgestattet sein." |
Die Synagoge wurde in einer Reihe mit gleich hohen Nachbarhäusern
gebaut und hob sich nur durch das Baumaterial aus bräunlichem Sandstein und
durch ihre Fassade von diesen ab. Bestimmend sind die drei - im damaligen
Geschmack der Zeit - maurisch (neuorientalisch) gestalteten Fenster der
Giebelseite zur Straßenfront (Hufeisenbögen). Der Giebel wird mit zwei
Gebotstafeln gekrönt, auf denen in hebräischer Schrift die Anfangsbuchstaben
der Zehn Gebote eingemeißelt sind. Hinter der Synagoge befindet sich an der Südseite
ein von der Straße nicht zu sehender Anbau, der einen Unterrichtsraum
beherbergte und das Treppenhaus als Zugang zur Frauenempore. Der Haupteingang für
die Männer lag an der Westseite, sodass jeder beim Betreten des
Gottesdienstraumes von Westen nach Osten geführt wurde. Das Gebäude hat eine Größe
von 11,5 m x 9 m.
Beim Novemberpogrom 1938, d.h. in der Nacht vom 9.
auf den 10. November 1938, wurde von SA-Männern die Synagoge geschändet. Das
schlugen die Fenster ein, warfen die Bänke um. Ein großer Teil
Inneneinrichtung wurde nach außen gebracht: Teile des Mobiliars, Teppiche,
Kultgegenstände, Bücher und Schriftstücke wurden auf einen Haufen geworfen
und angezündet. Die Feuerwehr wurde alarmiert, um die Nachbargebäude zu
schützen.
Während des Zweiten Weltkrieges und in
der Nachkriegszeit hatte die Synagoge eine wechselvolle Geschichte: am 2. Juni 1939
kam sie per Kaufvertrag in den Besitz eines Ahrweiler Hoteliers, der das Gebäude jedoch
leer stehen ließ und für die Zeit nach dem Krieg eine Nutzung plante. Beim Einmarsch der amerikanischen Besatzungstruppen im
März 1945 wurde das Gebäude enteignet und zunächst verfügt, dass das
durch einen Bombenangriff am 29. Januar 1945 beschädigte Dach ausgebessert, der
Innenraum getüncht und Fenster wie Türen abgedichtet wurden. Amerikanische
Soldaten kamen gemeinsam mit einem Militärrabbiner zu einem Gottesdienst in dem
Gebäude zusammen. Nach Abzug der Amerikaner übernahmen französische Soldaten
die Besatzung in der Region. Nach Abschluss des Restitutionsverfahrens wurde die ehemalige Synagoge 1955
an die Ahrweiler Raiffeisenkasse verkauft. Diese richtete in ihr ein Warenlager
mit einem Verkaufsraum für Düngemittel, Feld-, Winzer- und Gartengeräte
ein.
Überlegungen zu einer Restaurierung des
Gebäudes gehen in die 1970er-Jahre zurück. Eine Jugendgruppe aus der Stadt,
die 1976 zu Besuch in Israel war, forderte nach ihrer Rückkehr in einem
Brief an die Stadtverwaltung, dass diese sich zu einer Restauration und
Rekultivierung der Synagoge Gedanken machen möge. Damit wurde eine Diskussion
ausgelöst, die 1977/78 zu Beschlüssen im Stadtrat führten, die Synagoge zu
erhalten. Am 9. November 1978 wurde von 70 Männern und Frauen der
"Bürgerverein Synagoge e.V." gegründet. Nach zähen Verhandlungen
wurde der Verein 1981 Eigentümer des Synagogengebäudes. Restaurierung
wurde sukzessive in den folgenden Jahren durchgeführt. Am 27. Mai 1990
konnte mit einem Festakt der Abschluss der Renovierungsarbeiten begangen werden.
In den für kulturelle Veranstaltungen (Konzerte, Vorträge usw.) genutzten
Gebäude befindet sich auch eine Dauerausstellung. Zum 100. Jahrestag der
Einweihung der Synagoge war am 19. Oktober 1994 Ignatz Bubnis Redner in der
Synagoge.
Als
besonderes Ausstellungsstück ist in einer Vitrine in der Toranische ein originaler
Toravorhang (Parochet) der Synagoge vorhanden, der 1989 von einem
Frankfurter Antiquitätenhändler an die Stadt Bad Neuenahr geschickt wurde. Der
Toravorhang hat die Inschrift: "Dieser Vorhang wurde von den heiligen
Spenden angefertigt, die für den Ewigen großzügig entgegengebracht wurden,
von denjenigen, die hierher nach Ahrweiler kamen, um Genesung von ihren Leiden
zu erfahren. Im Jahre 5642" (= 1881/82). Damit war der Toravorhang eine
Stiftung von jüdischen Kurgästen der Stadt. Auf Grund der Jahreszahl hing er
bereits in dem alten Betsaal in der Plätzerstraße. Er ist kunstvoll gestaltet
unter Verwendung traditioneller Symbole (Torakrone, Löwen, Buchstaben K und T
für "Keter Tora" = Torakrone). Die Geschichte des Toravorhanges nach
1938 ist nicht bekannt. Nach Angaben des Frankfurter Antiquitätenhändlers
erhielt er ihn 1987 von einem "Mann aus Amerika", der sich einige Zeit
in Frankfurt aufhielt.
Standorte der Synagogen:
 | Die mittelalterliche Synagoge (Standort
unbekannt) |
 | Die Kellerbetstube von 1773 bis
etwa 1796 in der Niederhutstraße 56-58 |
 | Der Betsaal von 1844 bis 1894
in der Plätzerstraße 43 |
 | Synagoge von 1894 in der
Altenbaustraße 2 |
Kontakt:
 |
Bürgerverein Synagoge e.V. Bad
Neuenahr - Ahrweiler 1. Vorsitzender Dr. Horst Saul, Goethestraße
52, 53474 Bad Neuenahr - Ahrweiler Tel. 0-2641/5480 Fax
0-2641-900050 E-Mail
Anmerkung: Die ehemalige Synagoge kann für kulturelle
Veranstaltungen gemietet werden.
|
Fotos / Abbildungen:
(Quellen: Landesamt s. Lit.; Warnecke s.Lit.)
| Erinnerung an
die mittelalterliche/neuzeitliche Geschichte |
|
 |
 |
 |
| Die
Niederhutstraße, 1290 noch als "Judengasse" genannt. Noch im
18. Jahrhundert war hier das Zentrum jüdischen Gemeindelebens: im Bereich
der Niederhutstraße 56-58 wurden nach 1773 ein Betsaal und ein rituelles
Bad eingerichtet. |
| |
| Die alte Synagoge (Betsaal)
in der Plätzerstraße 43 - 1844 - 1894 |
 |
|
| |
In dem schmalen Gebäude
in der Mitte befand sich der Betsaal |
|
| |
|
|
| Die von Maurer- und Zimmermeister J.N.
Gronert (Remagen) angefertigten Pläne zum Bau der Synagoge (1893/94
erstellt) |
 |
 |
|
Straßenfront |
Nordfassade |
| |
|
|
| Die ehemalige Synagoge bis in die
1980er-Jahren - Lager der Raiffeisenkasse |
 |
 |
| |
Außenansichten
aus den 1980er-Jahren
(Quelle: links Landesamt s.Lit., rechts Warnecke s.Lit.) |
| |
|
 |
 |
 |
| Die verschlossenen
Fenster mit den charakteristischen Hufeisenbögen |
Eingangsportal mit Werbung
für Düngemittel |
| |
|
 |
 |
 |
| Eckpilaster |
Innenansicht: Lager
für
Düngemittel |
Die Restaurierung beginnt -
Arbeiten an den Gebotstafeln |
| |
|
|
| Die restaurierte Synagoge nach
der Restaurierung |
|
 |
 |
 |
| |
Anfang der 1980er-Jahre: Erste
Ausstellungen |
| |
|
Die ehemalige Synagoge
im Spätsommer 2007
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum: 31.8.2007) |
 |
 |
| |
Blick auf die
Synagoge - vom gegenüberliegenden Museum der Stadt aus gesehen |
| |
|
 |
 |
 |
| |
|
Ehemalige Fenster über
Eingangsbereich |
| |
|
|
 |
 |
 |
| Eingang mit Mesusa |
Hinweistafel |
Informationstafel des Vereins |
| |
|
|
| |
|
|
Weitere Fotos
(Fotos: Hans-Dieter Arntz, Euskirchen, 2009) |
 |
 |
| |
Fenster zur Straßenseite
(Nordseite) |
Blick auf die ehemalige
Synagoge
von Nordwest |
| |
|
|
| |
 |
 |
| |
Westliche Seite -
Eingangsbereich |
| |
|
|
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Germania Judaica II,1 S. 3-4; III,1 S. 5-7. |
 | Udo Bürger: Eine aufschlussreiche Akte zu einer
früheren Ahrweiler Synagoge Beitrag
online zugänglich |
 | Hans Warnecke: Die
Ahrweiler Synagoge. Ein Beispiel jüdisch-deutscher Geschichte im 19. und
20. Jahrhundert. Bonn 1983. |
 | ders. Die ehemalige Synagoge in Ahrweiler Beitrag
online zugänglich |
 | ders.: Zum Standort der Ahrweiler Synagoge Beitrag
online zugänglich |
 | ders.: Der Schleier über dem Vorhang. Der Thora-Vorhang in
der Ahrweiler Synagoge. Beitrag
online zugänglich |
 | ders.
(Hg.): Zeugnisse jüdischen Lebens im Kreis Ahrweiler. Bad
Neuenahr-Ahrweiler 1998.
|
 | "Synagoge Ahrweiler im Zeichen der Versöhnung und der
Völkerverständigung": Beitrag
online zugänglich |
 | Leonhard Janta: "Man konnte uns aus der Heimat
vertreiben, aber man konnte die Heimat nicht aus uns vertreiben".
Erinnerungen ehemaliger jüdischer Mitbürgerinnen aus Bad Neuenahr und
Ahrweiler. Online
zugänglich |
 | Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt
des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies
ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem
Saarland. Mainz 2005. S. 91-94 (mit zahlreichen weiteren Literaturangaben).
|

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Ahrweiler Rhineland. Jews
were already present in the 13th century and continued to live in Ahrweiler
under the protection of the Archbishop of Cologne. The Jewish population never
exceeded a few dozen, reaching a peak of 82 (total 4,346) in 1885. A
cemetery was opened in 1867 and a synagogue was completed in 1894. The ten
families (31 Jews) in the town in 1933 earned their livelihoods as cattle
traders and shopkeepers (textiles and leather goods). On Kristallnacht
(9-10 November 1938), the synagogue was partially burned, Jewish stores were
vandalized, and Jewish men were sent to concentration camps. By 1941, 18 Jews
had left the town, 11 emigrating and seven moving to other places in Germany.
Six Jews were deported to the east on 28 April 1942 and six more on 26-27 July.
Thirteen Jews are known to have perished in the Holocaust.

vorherige Synagoge zur ersten Synagoge nächste Synagoge
|