Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Dernau (Kreis Ahrweiler)
Jüdische Geschichte / Synagoge 
(Seite wurde erstellt unter Mitarbeit von Matthias Bertram) 

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus dem jüdischen Gemeindeleben   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen     
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte          
Links und Literatur   

  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde           
    
In Dernau bestand eine kleine jüdische Gemeinde im 18./19. Jahrhundert. Eine erste Erwähnung von Juden in der Grafschaft Saffenberg/Saffenburg liegt aus dem Jahr 1434 vor (Judensteuerliste des Reichserbkämmerers Konrad von Weinsberg). Da später in der Grafschaft nur in Dernau Juden gelebt haben, bezieht sich die Erwähnung 1434 vermutlich auf einen Juden aus diesem Ort. 
  
Die Entstehung der späteren jüdischen Gemeinde geht in das 17. Jahrhundert zurück: 1616/19 wird Moses ben Mai genannt Moses Ternau (bzw. Moschell Judt zu Dernaw) als Beisitzer an einem Schiedsgericht in Bonn genannt. 1690 werden die Dernauer Juden Isaac, Noe und Andres erwähnt, 1723 der Jude Cursman in Dernau. 
  
Genaue Zahlen der jüdischen Einwohner liegen aus dem 19. Jahrhundert vor: 1808 20 jüdische Einwohner, 1823 44 (darunter 12 Kinder), 1858 38, 1895 14. Namentlich werden 1813 die Juden Moses Behr, Clemens Berg, Jak, Heumann und Jos. Berg genannt. Die wichtigsten jüdischen Familien am Ort waren in den folgenden Jahrzehnten die Familien Heymann, Schweitzer, Bär, Levi, Stolz, Mayer und Meyer. 
  
Als die Zahl der Gemeindeglieder Mitte des 19. Jahrhunderts durch Aus- und Abwanderung zurückging und Ahrweiler 1847 zum Sitz eines Synagogenbezirks wurde, schlossen sich die Dernauer Juden der Gemeinde in Ahrweiler an. 
  
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde von 1796 bis 1844 eine Betstube (s.u.) sowie einen Raum für den Unterricht der Kinder (seit 1816 wird von einer jüdischen Schule im Ort berichtet), ein rituelles Bad sowie einen Friedhof. Für die Besorgung religiöser Aufgaben und den Unterricht der Kinder war zeitweise ein Lehrer angestellt, zeitweise unterrichteten auswärtige Lehrer die Dernauer Kinder. Unter den Lehrern sind bekannt (nach den Recherchen von Matthias Bertram): 1801 Seligmann Koppel, 1809 Joseph Augsburg, 1816-18 Laurenz Kahn; 1819 stellte der Händler Moses Baer für seine Kinder den 29 Jahre alten David Elkan aus Wronke (Polen) als Lehrer an (bis 1841 in Dernau tätig); 1847 wird Adolph Lazarus Abraham genannt. 
      
1913/1933 wurden von ehemals fast 50 (um 1850) noch etwa 13 jüdische Einwohner gezählt. Diese waren Angehörige der Familien Baer, Schweitzer und Mayer. Die Häuser der Familien wurden im Rahmen des Novemberpogroms 1938 überfallen und die Einrichtungsgegenstände in Teilen demoliert. Ludwig Schweitzer, Sohn von Jakob Schweitzer wurde für zwei Wochen in Dachau in "Schutzhaft" genommen, sein Auto zerstört. Die Familien versuchten anschließend den Nazischergen zu entkommen. Einigen gelang die Flucht nach Holland und von dort nach Amerika. Andere starben in Holland, wieder andere wurden deportiert und in Vernichtungs-/Konzentrationslagern ermordet. Fanny Strauss geb. Schweitzer überlebte mit Ihrer Tochter Ruth das Ghetto Theresienstadt. Die beiden lebten später in New York und Caracas. Hilde Köhler geb. Mayer überlebte das KZ Buchenwald. 1948 wanderte sie in die USA aus, nachdem sie einige Jahre im Displaced Persons Camp Deggendorf gelebt hatte.  
         
Von den in Dernau geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"; die Namen der Brüder Baer wurden ergänzt auf Grund der Angaben von Matthias Bertram, siehe bei Links): Arthur Baer (1901), Siegfried Baer (1904), Julia Gottschalk geb. Stolz (1870), Berta Leser geb. Schweitzer (1906), Amelie Müller geb. Schweitzer (1875), Janette Schweizer geb. Moises (1865), Karl Schweitzer (1882), Rosa Schweitzer geb. Michel (1884), Caroline Sonnenberg geb. Schweitzer (1850).  
   
   
   
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus dem jüdischen Gemeindeleben    
Bekehrungsversuch zweier jüdischer Mädchen durch eine Lehrerin und den Pfarrer (1869)  

Dernau Israelit 03111869.jpg (147398 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. November 1869: "Koblenz, 24. Oktober (1869). Wie weit der Bekehrungseifer führt, erhellt wieder aus folgendem Stückchen, das uns von sonst zuverlässiger Seite erzählt wurde. In Dernau, einem Dorfe bei Ahrweiler, besuchten die beiden acht- und neunjährigen Töchter der Israeliten H. Bär und H. J. Bär die dortige christliche Dorfschule und den Privatunterricht in weiblichen Handarbeiten der Lehrerin K. Seit 3-4 Monaten hatten sich nun die Kinder einer ganz besonderen Aufmerksamkeit dieser Lehrerin zu erfreuen, indem diese sie etwas früher in den Unterricht kommen ließ und ihnen christlichen Religionsunterricht erteilte. Von Zeit zu Zeit wurden die Kinder auch unter geeigneten Vorwänden zum Ortspfarrer geschickt, den sie bei solchen Gelegenheiten mit: 'Gelob sei J - Chr -' ansprechen müssten. Der Herr Pfarrer nahm dann ein kleines Examen vor, nach welchem er die Kinder, wenn er mit ihnen zufrieden war, mit Heiligenbildern beschenkte. Unter Anderem soll ihnen auch der Pfarrer gesagt haben, dass er wegen ihrer Taufe erst in Trier anfragen müsse, ob dieselbe schon jetzt oder nach zurückgelegtem 14. Jahre erfolgen könne. Die Lehrerin eröffnete den Kindern mittlerweile die Aussicht, auf den Eintritt in ein Kloster, in welches auch sie sich zurückzuziehen gedenke. Die Sache wurde lange geheim gehalten, endlich aber durch Gespielinnen der Mädchen entdeckt, worauf die Eltern sie der Schule entzogen und gleichzeitig bei der Verwaltungs- und gerichtlichen Behörde Anzeige machten. Man ist mit Recht gespannt, zu welchem Resultat die Untersuchung führen wird, da es sich hier um einen eklatanten Fall von Proselytenmacherei handelt. (F.J.)".
   
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. November 1869 (leicht abgekürzt zitiert):  "Wiederholt zur Warnung und Vorsicht!  
Wenngleich in Nr. 44 dieses geschätzten Blattes von Koblenz aus, von der hier vorgefallenen Proselytenmacherei mitgeteilt wurde, so finden wir uns dennoch veranlasst, diese zu wiederholen zur Warnung und Vorsicht für Eltern, welche ihren Töchtern bei Lehrerinnen oder Nonnen Unterricht erteilen lassen, da die meisten dieser Individuen ihr Augenmerk darauf richten, um diese zur Abtrünnigkeit zu verleiten. 
Tatsache traf leider unsere Töchter, wovon die eine 9 Jahre und die andere 8 Jahre alt ist. Diese Kinder erhielten von einer katholischen Lehrerin den Elementarunterricht; denn in unserem Orte wohnen zu wenig jüdische Personen, um einen konzessionierten Lehrer besolden zu können. Außer diesen Elementarfächern erhielten diese Kinder noch von der Lehrerin Privatstunden in Handarbeiten. Bei dieser Gelegenheit lehrte die Lehrerin die Kinder katholische Gebete, Katechismus und besonders die damit verbundenen Formeln. Sie schickte nun die Kinder mit Gemüse zum hiesigen Pfarrvikar und befahl denselben, die gebräuchliche katholische Segnung auszusprechen; auch wenn sie ihm auf der Straße begegneten, dasselbe zu tun, jedoch immer nur, wenn er allein wäre. Als sie dies überbracht hatten, wurden sie zum Vikar hereingelassen. Dieser ließ sie einige Gebete aufsagen, und prüfte sie aus dem Katechismus. Auch sagte er, er würde nach Trier schreiben, um anzufragen, ob die Taufe jetzt geschehen könne, oder ob die Kinder erst 14 Jahre alt sein müssten. Er befahl den Kindern, alles dies zu verheimlichen und beschenkte sie mit Heiligen-Bildern und zwar 'ein Bild von Tobias', indem er sagte, dies wäre aus dem alten Testamente. Von der Lehrerin wurde ihnen ebenfalls unter Drohungen anbefohlen, es nur im Geheimen zu halten. Sogar sagte sie den Kindern, wenn sie krank würden, so sollten sie nach dem Vikar verlangen. Sie äußerte sich den Kindern gegenüber, sie würde bald ins Kloster gehen; auch könnten die Kinder noch ins Kloster kommen. Dies alles blieb circa 3 Monate verschwiegen, bis die Kinder es endlich einer Gespielin offenbarten, welche es uns erzählte. Als wir die Kinder nun frugen, entdeckten sie uns alles mit lautem Weinen, denn sie waren in Angst. 
Wir haben nun unsere Kinder der betreffenden Schule entzogen, und die Sache der wohllöblichen Regierung eingereicht. Hoffentlich werden wir bald die Entscheidung in diesem geschätzten Blatte mitteilen können.   
Nachträglich müssen wir bemerken, dass der liebe Leser sich sich nicht vorstellen möge, dass es den Kindern an Religionskenntnissen mangele; nein, im Gegenteil, sie würden manche ältere in dieser Beziehung übertreffen. Die Schuld liegt allein daran, dass die Kinder durch Schmeicheleien, welche diese Personen verstehen, angelockt wurden. 
Dernau bei Ahrweiler, im Monat Kislew 5630. H. Bär, B. Bär."        
 
Dernau Israelit 11051870.jpg (113799 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Mai 1870: "Dernau, bei Ahrweiler. Den geehrten Lesern dieses geschätzten Blattes erlauben wir uns das Resultat des in Nr. 47 vorigen Jahreganges angeführten Bekehrungsversuches mitzuteilen. 
Nachdem wir zweimal unsern Bericht an die königliche Regierung ergeben hatten lassen, erhielten wir zur Dezision, 'dass das Verhalten der Lehrerin unsern Töchtern gegenüber gemissbilligt worden ist, und der Lehrerin die entsprechenden Vorhaltungen unter Hinweisung auf das Publicandum des Herrn Ober-Präsidenten vom 13. September 1824, wonach israelitische Kinder wider Willen ihrer Eltern nicht angehalten werden dürfen, am christlichen Religionsunterricht oder an religiösen Erbauungen teilzunehmen, gemacht worden sind.'
Auffallend ist es, dass trotz dieses Gesetzes es noch christliche Schulen gibt, in welchen die Lehrer, die israelitischen Kinder in der Geschichte des Neuen Testamentes lesen lassen; so habe ich selbst in zwei kleinen Landstädtchen, nicht sehr entfernt von hier, mit Eltern gesprochen, welche mir erzählten, dass dies noch jüngst mit ihren Kindern vorgekommen sei. Möchten doch die Eltern, respektive Vorsteher der Synagogen-Gemeinden sich hierfür verwenden und energisch gegen solche Behandlung auftreten, damit nicht die Kinder Israels von ihrem Gott weglaufen!"  

  
  
  
Zur Geschichte der Synagoge                             
   
Eine Synagoge (Betstube) war in Dernau gegen Ende des 18. Jahrhunderts vorhanden. Um 1790 warnte ein Schiedsgericht in Bonn davor, Juden in Ahrweiler beim Aufbau einer eigenen Betstube zu sehr zu behindern. Man befürchtete, dass die wohlhabenderen Juden sonst aus Ahrweiler wegziehen würden, um ihren Gottesdienst "im benachbarten Lande halten" zu können. Gemeint war mit den "benachbarten Landen" das Herrschaftsgebiet der Herzöge von Arensberg, wozu Dernau gehörte. Tatsächlich haben wenig später die (damals noch wenigen) Ahrweiler Juden die Gottesdienste in Dernau besucht. Dabei blieb es bis 1843/44. Auch die Juden aus Lantershofen besuchten in dieser Zeit die Betstube in Dernau. Nach der Einrichtung eines neuen Betsaales in Ahrweiler 1844 verlor die Dernauer Betstube ihre Bedeutung. Nun besuchten die Dernauer Juden den Betsaal in Ahrweiler. Das Haus mit der Betstube wurde nach dem Wegzug der jüngeren Mitglieder der Familie Heymann nach Ahrweiler 1869 an eine nichtjüdische Familie des Ortes verkauft.   
   
   
Adresse/Standort der Synagoge: Im ehemaligen Haus der Familie Heymann in der Hauptstraße (früher Teichgasse), rechts gegenüber dem Matthias-Heiligenhäuschen; der Betsaal war im ersten Stock zur Straße hin.  
  
  
Fotos/Abbildungen   

Die Betstube in Dernau
(Quelle: Website von Mathias Bertram
mit freundlicher Genehmigung von 
M. Bertram eingestellt)
Dernau Betstube 140.jpg (78616 Byte)
  Die Betstube war im Ersten Stock des Hauses der Familie Heymann eingerichtet. 

    
    
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  

Oktober 2014: Besuch eines Nachfahren einer Dernauer jüdischen Familie im Ort  
Artikel von Günther Schmitt im "General-Anzeiger" vom 18. Oktober 2014: "Jüdische Familien im Rheinland. Spurensuche in Dernau. 
DERNAU/AHRWEILER.
Elchanan Heymann ist Nachfahre Dernauer Juden und besuchte das Ahrtal. Dort begab er sich auf Spurensuche nach seinen Ahnen.
Matthias Bertram ist Winzersohn aus Dernau, Unternehmer in Ahrweiler, Heimatforscher, Buchautor. Sein neuestes und damit elftes Werk hat den Titel "Von Abraham Benjamin zu Elchanan Heymann, Geschichte einer jüdischen Gemeinde im Rheinland" und soll im Frühjahr auf den Markt kommen.
Bertram beschäftigt sich mit der Jahrhunderte alten gemeinsamen Geschichte der jüdischen Gemeinden von Dernau und Ahrweiler. Bei seiner Recherche kamen viele Kontakte zustande: mit Nachkommen der jüdischen Familien von der Ahr in Israel, den USA, den Niederlanden, aus Kanada und Argentinien. So kam es zu einem spontanen Besuch im Ahrtal.
Der 64-jährige Elchanan Heymann ist ein Nachkomme der von etwa 1670 bis 1870 in Dernau ansässigen Familie Heymann und wurde von Matthias Bertram begrüßt. Heiman Isaac, der um 1750 geborene Gründer der Dernauer Synagoge und Förderer des jüdischen Kultus an der Ahr gehört ebenso zu dessen Vorfahren wie der in Dernau geborene Friedrich Wilhelm Heymann, der später an der Niederhutstraße in Ahrweiler wohnte und eine treibende Rolle beim Bau der Ahrweiler Synagoge spielte..."   
Link zum Artikel          
 

  
    

Links und Literatur   

Links:   

Website der Gemeinde Dernau   
Seite zur Geschichte der jüdischen Gemeinde in Dernau auf einer privaten Website von Matthias Bertram  
Zur Seite über den jüdischen Friedhof in Dernau (interner Link)   
http://www.aw-wiki.de/index.php/Jüdische_Gemeinde_Dernau.    

Literatur:  

Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mainz 2005. S. 135 (mit weiteren Literaturangaben).
Sebastian Wolfgang Schmitz: Zur Geschichte der Juden in Dernau an der Ahr. Mayschoß 2001. 
Matthias Bertram: "....in einem anderen Lande". Geschichte, Leben und Lebenswege von Juden im Rheinland. Verlag Shaker Media GmbH Aachen 2015. ISBN 978-3-95631-333-2 
A 5, 412 S. ca. 300 Abb. und Tabellen. Vertrieb über den Verlag. Preis 23,90 €.   http://www.shaker-media.eu/de/    Weitere Informationen zum Buch auch unter www.ahr-eifel-rhein.de    
Dernau Lit 0102.jpg (27011 Byte)Im o.g. Buch geht es nicht nur um jüdische Genealogie, sondern auch um Lebensgeschichten von Juden aus dem rheinischen Raum (Ahrtal, Rhein-Sieg, Erft, Bonn, Köln, Trier, Koblenz, etc.) wie zum Beispiel:
1. Zu den Anfängen der Dernauer/Ahrweiler Synagogengemeinde im 18. Jahrhundert und dem damit zusammenhängenden Schulwesen.
2. Geschichte von Illa Heli geb. Heymann aus Ahrweiler, die von Siegburg aus ihre Kinder in Sicherheit bringen konnte, bevor sie mit ihrem Mann Max abtransportiert wurde.
3. Geschichte von Malchen Heymann und ihrem Mann Jonas Adler, der als Religionslehrer u.a. in Ahrweiler und Neuenahr arbeitete und lebte, bevor Ihnen Flucht nach Palästina gelang; incl. eines sehr emotionalen Gedichtes, welches Ihre Gefühle beim Abreisen aus Deutschland wiedergibt.
4. Geschichte von Moritz Heymann, Sohn des Friedrich Wilhelm Heymann aus Ahrweiler/Dernau), der sich mit Frau und jüngster Tochter durch eine Flucht um die halbe Welt (Siegburg, Moskau, Tokio, San Francisco, Panama, Brasilien, Argentinien) noch geradeso retten konnte.
5. Geschichte des Leo Schweitzer aus Altenahr/Dernau, der sich mit seiner Frau auf einem der letzten Schiffe im Aug. 1939 nach Venezuela retten konnte.
6. Geschichte der Hilde Mayer aus Dernau, die nicht entkommen konnte; ins KZ nach Buchenwald kam obwohl sie mit einem Christen verheiratet war. Sie überlebte das KZ, kam bis 1948 in das DP Camp Deggendorf und reiste dann nach Amerika aus.
7. Die traurige Geschichte von Ernst –Joseph Heymann, Sohn von Moses Heymann aus der Niederhut, der 1948 als 20-jähriger der Auftrag erhielt, zusammen mit 34 Kollegen, die jüdische Gemeinde in der Altstadt von Jerusalem zu verteidigen; oder
8. Die Geschichte von Lotte Heymann (Schwester von Ernst-Josef), letzte jüdische Schülerin vom Kalvarienberg, die als Biochemikerin am Weizmann Institut in Israel und in Amerika forschte und sehr früh in Israel an Krebs starb.
9. Geschichte aus dem Reisetagebuch des Isaac Löwenstein (von 1820), in welchem Landschaft und das Leben der Bewohner zwischen Bonn und Sinzig ein wenig geschildert werden.
Eingebunden in das Buch sind eine ganze Reihe von lokalen geschichtlichen Ereignissen (Napoleonische Zeit, jüdischer Friedhof, Ahrhochwasser 1804, Nationalsozialismus in der Region und Entnazifizierung, Restitution, etc.)      

Bertram Lit Rheinische Juden 010.Gif (49575 Byte)Matthias Bertram: ...mit ihren eigenen Worten. Rheinische Juden erzählen aus ihrem Leben. Verlag Shaker Media GmbH Aachen 2017. ISBN 978-3-95631-571-8 
108 S. Vertrieb über den Verlag. Preis 9,90 €  http://www.shaker-media.eu/de/ Zum Buch: https://www.shaker-media.eu/de/content/Bookshop/index.asp?ID=2&ISBN=978-3-95631-571-8  . 
Das vorliegende Buch ist eine weitere Dokumentation von Matthias Bertram zur regionalen Geschichte des Rheinlandes. Es schildert Lebenssituationen von Nachkommen rheinischer Juden, die den Holocaust überlebten, mit deren eigenen Worten. War der Ursprung und das Zuhause der großen Familie Heymann bis etwa 1865 in Dernau, so zog es die Familienmitglieder danach nach Ahrweiler, Neuenahr, Siegburg, Euskirchen und andere Orte des Rheinlands. Fast alle Familienmitglieder spielten in ihren jeweiligen Gemeinden eine wesentliche, anerkannte Rolle, nicht nur in der jüdischen Gemeinde, sondern auch im allgemeinen gesellschaftlichen Leben der jeweiligen Städte. Damit standen sie in der Tradition ihrer Vorfahren Marc Heymann (1794-1862) und Jacob Heymann (1746-1818). In alten Dokumenten wurde Jacob Heymann (vor 1808: Chaim ben Issac) als Vorsitzender der Dernauer Synagoge und zentrale Person des Judentums im Ahrtal bezeichnet. Marc und Jacob sind beide auf dem kleinen Friedhof von Dernau beerdigt.   

     
       

                   
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Stand: 22. Juni 2017