Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Münchholzhausen (Stadt Wetzlar, Lahn-Dill-Kreis)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen     
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen    
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde        
    
In Münchholzhausen bestand eine kleine jüdische Gemeinde bis nach 1933. Erstmals werden Juden am Ort 1518 genannt. Auf das 17. Jahrhundert gehen die Flurnamen wie "Judenacker" und "Judenberg" zurück.  
  
Innerhalb der früheren Grafschaft Solms Braunfels bestand zunächst eine Zuordnung der in Münchholzhausen lebenden Juden zeitweise zur Gemeinde in Braunfels. Bei der Bildung von (insgesamt acht) Synagogenbezirken (mit zusammen 30 Versammlungsorten) im Kreis Wetzlar zum 1. August 1853 gehörten zum vierten Bezirk "Münchholzhausen, Nauborn, Griedelbach, Kraftsolms, Kröffelbach und Bonbaden". Alle acht Synagogenbezirke waren der Synagogengemeinde Wetzlar zugeordnet.
  
Im 18. Jahrhundert lebten bis zu 60 jüdische Personen am Ort. So werden in einer Liste von 1773, als der Ort an die Grafen Solms in Braunfels zurückfiel, 12 jüdische Familien mit etwa 60 Personen genannt. Im 18. Jahrhundert gab es eine jüdische Metzgerei am Ort; Abraham Meier war als Arzt tätig.     
  
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1816 47 jüdische Einwohner, 1823 55, 1843 37, 1905 und 1914 10 beziehungsweise 9 jüdische Familien. 
  
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule, ein rituelles Bad und ein Friedhof.  Zur Besorgung religiöser Aufgaben war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorsänger und Schochet tätig war. 1739 wird erstmals ein Vorsänger namens Israel genannt, der sich von Jonas Weller ein Haus angemietet hatte.   
   
In den Jahren nach 1933
sind die meisten der jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert.
  
Von den in Münchholzhausen geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Auguste Bock geb. Baum (1875), Berta Bock geb. Wallenstein (1888), Elias Bock (1872), Flora Bock (), Klara Kahn geb. Bock (1887), Johanna Mayer geb. Bock (1887), Egon Metzger (), Johanna Metzger (1903), Lothar Metzger (1932), Siegmund Metzger (1903), Julius Michel (1881), Kathinka Michel geb. Stern (1884), Rosa Oppenheim geb. Rosenbaum (1881), Isidor Rosenthal (1898), Lina Rosenthal geb. Rosenthal (1885), Louis Rosenthal (1875), Rosa Rosenthal (1870), Settchen Rosenthal (1872), Sofie Rosenthal geb. Siegbert (1873), Thekla Rosenthal geb. Metzger (1908), Rosa Schweitzer geb. Michel (1884, Stolperstein liegt für sie in Altenahr), Paula Seligmann geb. Michel (1892), Sara Seligmann geb. Weil (1885), Siegmund Seligmann (1877), Johanna Strauß (1888), Klara Wallenstein (1890).        
   
   
   
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
     

Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen 
Anzeige von M. Michel (1901)   

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. August 2009: "Suche für meine Tochter, 15 1/2 Jahre alt, welche alle Handarbeiten, sowie Bügeln gut erlernt hat, passende Stelle in einem besseren, religiösen Hause, wo sie im Geschäft, sowie im Haushalt mithelfen kann. Familiäre Behandlung Hauptbedingung. 
M. Michel, Münchholzhausen, Kreis Wetzlar, Post Dutenhofen."   

     
     
  
  
Zur Geschichte der Synagoge   

    
Zunächst gab es Beträume in privaten Wohnhäusern. Später war eine Synagoge war in einer alten Fachwerkscheune eingerichtet. Die jüdische Gemeinde hatte dieses Gebäude 1887 erwerben und in ihm eine Synagoge einrichten könnten. Kauf und Umbau kosteten die Gemeinde 2.200 Mark. Nach Arnsberg II S. 370 war das Synagogengebäude 1938 noch erhalten.   
    
    
Adresse/Standort der Synagoge  Kirchstraße / Gießener Straße 
    
   
Fotos    

Es sind noch keine Fotos zur jüdischen Geschichte in Münchholzhausen vorhanden; 
über Hinweise oder Zusendungen freut sich der Webmaster der "Alemannia Judaica";
 Adresse siehe Eingangsseite.
 
     

   
    
Links und Literatur

Links:   

Website der Stadt Wetzlar  

Bericht über einen Vortragsabend von Wolfgang Wiedl über "Jüdisches Leben in Münchholzhausen"    

Literatur:  

Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. I S. 88-90 (einige Angaben innerhalb des Abschnittes zu Braunfels) und Bd. II S. 365-380 (innerhalb des Abschnittes zu Wetzlar).  
Keine Abschnitte - mit dem Hinweis "1938 zerstört" bei Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945? 1988 und dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994 sowie Neubearbeitung der Bänden 2007². 
Keine näheren Angaben zu Münchholzhausen in: Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Hessen II Regierungsbezirke Gießen und Kassel. 1995 (Abschnitt zu Wetzlar).  
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 480 (wenig innerhalb des Abschnittes zu Wetzlar). 
Wolfgang Wiedl: Jüdisches Leben in Münchholzhausen. Hrsg. vom Wetzlarer Geschichtsverein e.V.  In: Mitteilungen des Wetzlarer Geschichtsvereins 45. 2011. S. 155-326. 

  
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 14. September 2016