Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Bad Neuenahr (Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, Kreis Ahrweiler) 
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Die Gründung eines jüdischen Krankenheimes und die Aktivitäten des Trägervereines 1898 - 1920   
"Badebriefe" aus Bad Neuenahr  
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer und Vorbeter    
Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben  
Mitteilungen zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Einzelpersonen   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Pläne   
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  
Links und Literatur   

    

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)  
   
In Bad Neuenahr (1875 aus den Orten Beul, Hemmessen und Wadenheim gebildet) bestand eine jüdische Gemeinde bis 1942. Erstmals lebten im 16. Jahrhundert in Wadenheim Juden: 1618 wird hier eine Wiese "längs der Judengasse" genannt; 1654 ist von einem Weingarten "hinter der Judengass" die Rede. Bis 1629 soll "Hirz der Jud" in Wadenheim gewohnt haben. Seit 1672 lebte Jonas Schay, Sohn von Jud Aaron (Hemessen) in Wadenheim. Er war bis 1699 als Weinhändler in Wadenheim ansässig. Einige Jahre wohnte auch sein Vater Aaron bei ihm.
  
Im 18. Jahrhundert konnten sich im unmittelbar benachbarten Heimersheim einige jüdische Personen niederlassen. 1808 waren es 15 jüdische Einwohner, 1858 37. Sie bildeten zunächst keine eigene Gemeinde, sondern besuchten die Gottesdienste in Sinzig (1843 genannt). Spätestens um 1848 wurde ein Raum in einem Heimersheimer Gasthof als kleiner Betsaal hergerichtet. 
  
Erst nach 1860 zog eine jüdische Familie in Wadenheim zu (Familie Gottfried Borg). Nachdem in dem 1875 gebildeten Neuenahr mehrere jüdische Familien zuzogen, darunter auch welche aus Heimersheim, wurde 1895 behördlicherseits eine Synagogengemeinde Neuenahr gegründet. Diese Gemeinde umfasste die bisher in Wadenheim und Heimersheim lebenden jüdischen Personen (1895 in Neuenahr 44, in Heimersheim 13 jüdische Einwohner). Das gemeindliche Leben war in den folgenden Jahrzehnten stark von der Situation des aufstrebenden Kurortes bestimmt. Um 1900 wurden mehrere Hotels und Sanatorien mit jüdischen Besitzern und Ärzten gegründet. Dadurch kamen in den folgenden Jahren zahlreiche jüdische Kurgäste aus ganz Deutschland und dem Ausland zum Kuraufenthalt nach Bad Neuenahr. 
  
Im Mai 1910 wurde in der Stadt ein Israelitisches Krankenheim für unbemittelte israelitische Kranke eröffnet. Ein 1898 gegründeter Verein hatte zu dieser Einrichtung die Gelder gesammelt.  
    
Da durch die vorhandenen jüdischen Hotels und sonstige Einrichtungen zahlreiche jüdische Kurgäste aus ganz Deutschland und dem Ausland zum Kuraufenthalte nach Bad Neuenahr kamen, wurde der Ort alsbald Zielscheibe antisemitischer Propaganda, wie aus einem Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 24. August 1906 hervorgeht:       

Bad Neuenahr AZJ 24081906.jpg (96689 Byte)"Neuenahr, 7. August (1906). Die 'Deutsche Hochwacht' ist eines der verlogensten antisemitischen Blätter. Unterm 14. Juli brachte sie folgende Notiz: 'Bad Neuenahr (Rheinland). hier haben die zahlreichen jüdischen Kurgäste die Frechheit gehabt, von der Badedirektion zu verlangen, sie solle den Choral, mit dem die Kurkapelle morgens das Konzert beginnt (Ein' feste Burg') fortfallen lassen. Die Direktion hat aber geantwortet, die 'Herrschaften' könnten ja während des Chorals den Kurort verlassen. In jener erzkatholischen Gegend, wo man so viele dicke Schwarzröcke sieht, die dünner werden wollen, hätten diese doch noch eher Anlass, das Lutherlied zu beanstanden; sie tun es aber nicht. Der Jud' bringt eben alles fertig; und mit Juden ist Bad Neuenahr gesegnet, sogar mit zahlreichen russischen Juden - also ganz modern.' Soweit das antisemitische Blatt. Auf spezielle Anfrage stellt sich nun heraus, dass die ganze Geschichte ein echt antisemitisches Wahrheitsstückchen ist. Die Auskunft aus Neuenahr lautet nämlich: 'Die Mitteilung der 'Deutschen Hochwacht' ist frei erfunden. Ich legte dieselbe dem Herrn Kurdirektor Rütten vor. Derselbe erklärte mir, dass niemals, weder jetzt, noch jemals früher - der Herr ist seit 1893 hier - ein derartiges Ansinnen an ihn gestellt worden sei, noch dass man sich mit etwas Ähnlichem jemals an die Direktion gewandt habe.'  - Dass die 'Deutsche Hochwacht' nunmehr der Wahrheit die Ehre geben wird, ist kaum anzunehmen."

Von den 24 im Jahre 1911 in Neuenahr niedergelassenen Ärzten waren sechs, d. h. ein Viertel, jüdische Ärzte, deren Namen sich auch in der Kultussteuer-Umlagerolle der Synagogengemeinde Neuenahr für 1909 finden: Dr. Josef Weidenbaum, Dr. Berthold Wendriner, Dr. Albert Goldberg, Dr. Karl Mosheim, Dr. Ernst Rosenberg und Zahnarzt Julius Dresel. Nicht erwähnt ist in dieser Umlagerolle für 1909 Sanitätsrat Dr. Friedrich Bluth, der in Neuenahr ein "Sanatorium für Zuckerkranke" betrieb. Dr. Bluth, ursprünglich Jude, war bereits Anfang des Jahrhunderts zum evangelischen Glauben übergetreten, wurde deswegen im Neuenahrer Kurangebot für 1936 neben Dr. Rosenberg und einem Dr. Simon in der besonderen Rubrik "Nichtarische Ärzte" aufgeführt. 
   
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde: Max Gottschalk (geb. 7.5.1893 in Dedenbach - Ahrweiler, gef. 15.7.1916), Gefreiter Joseph Voss (geb. 16.6.1885 in Neuenahr, gef. 2.7.1917), David Voss (geb. 22.6.1875 in Embken, gef. 30.7.1917).     
  
Um 1925
, als etwa 65 Personen der Synagogengemeinde in Neuenahr angehörten (1,3 % der Gesamteinwohnerschaft von ca. 5.000 Personen), gehörten dem Synagogenvorstand an die Herren M. Gottschalk (Heimersheim), M. Voos, H. Wolff, L. Wolff und A. Borg. Damals gehörten auch die in Heimersheim noch lebenden sieben jüdischen Einwohner zur Gemeinde in Neuenahr (1932: 10 Personen). 1932 gehörten dem Gemeindevorstand an: Chemiker R. Wolff, Dr. M. Goldberg und M. Voos. Rabbiner Dr. B. Wolf aus Köln hatte die religiöse Betreuung der Gemeinde übernommen. Als Lehrer und Kantor wirkte M. Silbermann. Er erteilte den im Schuljahr 1932/33 12 schulpflichtigen jüdischen Kindern Religionsunterricht. An jüdischen Vereinen ist bereits der Verein Israelitisches Krankenheim genannt worden. Auch ein "Jüdischer Jugendbund" tat sich durch ein vielfältiges kulturelles Programm hervor (vgl. unten Veranstaltungen). 
   
1933 lebten 96 jüdische Personen in Bad Neuenahr. Nach 1933 trafen die antijüdischen Maßnahmen die in Bad Neuenahr lebenden und beruflich tätigen Personen in voller Härte. Viele waren auf Grund der wirtschaftlich sich schnell verschlechternden Situation alsbald zur Auswanderung gezwungen. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge geschändet und in Brand gesetzt (s.u.). 
  
Von den in Bad Neuenahr und Heimersheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Louis Bär (geb. ?), Thekla Bär geb. Vos (1878), Sofia Blumenthal geb. Wollheim (1868), Hedwig Bluth geb. Guttmann (1860), Berta Borg (1898), Elisabeth Borg geb. Wachenheimer (geb. ?), Gustav Borg (1887), Henriette Borg geb. Rath (1851), Leopold Borg (1862), Leonie Cahn geb. Fribourg (1874), Albert Elkan (1884), Helga Elkan (1924), Sophie Elkan geb. Herz (1884), Armin Epstein (1930), Benjamin Epstein (1879), Elsa Epstein geb. Burg (1892), Josef Freund (1869), Hermann Friesem (1916), Jeanette Friesem geb. Vos (1884), Lieselotte Friesem (1930), Leo Fultheim (1879), Rosa Fultheim geb. Simon (1889 oder 1890), Jenny Goldberg geb. Schiff (1888), Sally Goldberg (1872), Auguste Gottschalk geb. Möller (geb. ?), Ernst Gottschalk (1906), Eva Hausmann (1916), Olga Heilbronner geb. Scheuer (1884), Meta Horn geb. Steinberg (1886), Elsa Huth geb. Blach (1879), Alfred Kahn (1891), Alfred Kahn (1924), Klara (Caroline) Kahn geb. Bock (1887), Ilse Kahn (1924), Salomon Kahn (1883), Willy Kahn (1893), Elisabeth Langstadt geb. Borg (1904),  Regina Lichtendorf geb. Kahn (1879), Elfriede Menkel (1882), Rosalie Menkel (1878), Otto Meyer (1898), Rosa Passmann (1918), Iwan Ludwig Roseboom (1902), Berta Salomon geb. Gerson (1870), Wilhelmine Sanders geb. Borg (1870), Erna Schwarz geb. Hartmann (1906), Berta Voss geb. Leiser (1876), Max Voss (1876), Anita Wolff (1924), Cäcilie (Cilly) Wolff (1899), Kurt Simon Wolff (1928), Sven Wolff (1920), Ludwig Wollheim (1871), Henriette Zilversmit geb. Lion (1902), Karl (Carl) Zilversmit (1888). 
  
  
Am 19. April 2012 wurden in Bad Neuenahr 30 "Stolpersteine" an acht Stellen in der Stadt zur Erinnerung an jüdische Opfer der NS-Zeit verlegt. Weitere 12 "Stolpersteine" wurden am 10. April 2013 in Bad Neuenahr und Heimersheim verlegt. 
  
In Heimersheim sind "Stolpersteine" vor dem Haus Bachstraße 41 worden. In diesem Haus lebten Salomon und Klara Kahn mit ihren drei Kindern Hugo, Bella und Ilse. Hugo und Ilse konnten noch vor 1938 in die USA emigrieren. 1942 wurde das Ehepaar Kahn mit der damals 18-jährigen Tochter Ilse deportiert. Sie wurden für tot erklärt (zum Diebstahl eines der "Stolpersteine" durch einen "Souvenirjäger" wenige Tage nach der Verlegung siehe Pressebericht unten).    
  
  
  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Die Gründung eines jüdischen Krankenheimes und die Aktivitäten des Trägervereines     

Mitteilungen aus der Geschichte des "Vereins zur Gründung eines israelitischen Krankenheims in Bad Neuenahr für unbemittelte Glaubensgenossen" von 1898 bis zur Einweihung des Krankenhauses 1910       

Bad Neuenahr AZJ 23091898.jpg (278415 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 23. September 1898: "Neuenahr, im September. Der Verein zur Gründung eines israelitischen Krankenheims in Bad Neuenahr für unbemittelte Glaubensgenossen sendet uns die nachfolgenden Mitteilungen: von jeher wurde es als eine der höchsten und schönsten Pflichten innerhalb unserer jüdischen Glaubensgenossenschaft betrachtet, überall da, wo sich der Begüterte vermöge seines Besitzes das Leben angenehm zu gestalten in der Lage war, auch des Minderbegüterten zu gedenken und sein redlich Teil dazu beizutragen, diesem den Kampf ums Dasein möglichst zu erleichtern. Wir freuen uns, dass die derart geübte Humanität immer weitere Fortschritte macht, und dass in neuerer Zeit immer mehr Institutionen gegründet werden, welche sich die Fürsorge für Arme und Gebrechliche, die Wiederherstellung Kranker und Schwacher angelegen sein lassen. Der stattlichen Anzahl segensreich wirkender israelitischer Heimstätten in deutschen Bädern soll eine neue angereiht werden: ein israelitisches Krankenheim für unbemittelte Glaubensgenossen in Bad Neuenahr. Im Anfang des Juli dieses Jahres befanden sich in genanntem Badeort einige unserer Glaubensgenossen, um sich von den Strapazen des täglichen geschäftlichen Lebens zu erholen; wie oftmals im Leben, brachte eine gemeinsame Idee auch diese Herren einander näher, sie nahm greifbare Gestalt an, und in Besprechungen und eingehenden Beratungen wurde die Ausführung des geplanten Unternehmens beschlossen. Am 11. Juli dieses Jahres traten in Meyers Hotel in Bad Neuenahr die Herren Raphael Ettlinger aus Frankfurt am Main, Albert Krämer aus Mannheim, Bernhard Beermann aus Wörstadt bei Mainz, Benjamin Marxheimer aus Wiesbaden und Leopold Fries auf Hamburg zu einem provisorischen Komitee zusammen. Aus eigener Anschauung sowohl wie auch auf Grund an sich selbst erfahrener günstiger Resultate bezeichneten die Herren die Heilquellen von Bad Neuenahr als vorzüglich geeignet zur Heilung von Zucker- und damit verwandten Krankheiten und beschlossen in Anbetracht dessen, dass dem Bedürftigen unter unseren Glaubensgenossen der Gebrauch dieser Quellen bislang versagt ist, sofort ans Werk zu gehen und Mittel herbeizuschaffen zur Gründung eines Krankenheims. Eine unter den in Neuenahr anwesenden Glaubensgenossen vorgenommene Sammlung ergab den ansehnlichen Betrag von 1.168 Mark. Am 18. Juli veranstaltete das Komitee ein Konzert. Die von allen Seiten dem edlen Unternehmen gewährte Unterstützung ermöglichte es, dass die ansehnliche Einnahme von 440 Mark erzielt wurde. In liebenswürdigster Weise hatte die Badedirektion den Kursaal gratis zur Verfügung gestellt, während namhafte Künstler und Künstlerinnen ihre Mitwirkung bei dem zu humanem Zweck veranstalteten Konzert nicht versagten. In einer am 19. stattgefundenen Sitzung wurde alsdann der 'Verein zur Gründung eines israelitischen Krankenheims in Bad Neuenahr für unbemittelte Glaubensgenossen' ins Leben gerufen und in den Vorstand folgende Herren gewählt: Raphael Ettlinger - Frankfurt am Main, Moritz David - Bonn, Dr. S. Weidenbaum - Neuenahr, Bernhard Beermann - Wörstadt bei Mainz, Leopold Fries - Hamburg, Benjamin Marxheimer - Wiesbaden, Albert Krämer - Mannheim, Moritz Friede jr. - Köln, A. Bähr - Ahrweiler. Inzwischen sind die Mittel des Vereins durch weitere Sammlungen auf mehr als 2.000 Mark angewachsen. Soll aber der Verein seine hohe Aufgabe in nicht allzu ferner Zeit erfüllen, wozu nicht unerhebliche Beträge erforderlich sind, so muss an die Opferwilligkeit weiterer Kreise appelliert werden. Wir unsererseits hoffen, durch diese Zeilen dazu beitragen zu können, dass aus unserem geschätzten Leserkreise dem Verein zahlreiche Beiträge zufließen, zu deren Entgegennahme sowie zur Auskunftserteilung jeder der oben genannten Herren gern bereit ist."
   
Ein fast gleichlautender Artikel erschien in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. August 1898  
     
Bad Neuenahr Israelit 13041899.jpg (118609 Byte) Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. April 1899: "Bad Neuenahr. Letzten Sommer berichteten wir von der Vereinigung mehrerer Herren zur Gründung des Vereins Israelitisches Krankenheim am hiesigen Platze mit dem Zwecke, armen Israeliten, welche eines Kurgebrauchs in Bad Neuenahr bedürfen, freie Verpflegung und Unterkunft zu gewähren. Heute können wir unseren Lesern schon mitteilen, dass das Streben dieser Männer von schönstem Erfolge gekrönt ist. Wie sich aus der am dritten dieses Monats in Ems abgehaltenen Vorstandssitzung zeigte, hat der Verein bereits eine stattliche Anzahl Mitglieder  und ist in der Lage, schon in diesem Jahre an seine edle Aufgabe heranzutreten. Dementsprechend beschloss der Vorstand und genehmigte einen Vertrag mit Fräulein H. Wolff in Bad Neuenahr, welche den Pfleglingen Unterkunft und Verpflegung gewähren wird. Der Name dieser Dame bürgt für streng rituelle und kurgemäße Küche und werden die Kranken bei ihr bestens aufgehoben sein. Für ärztliche Behandlung ist auch bestens gesorgt, indem der dem Vorstande des Vereins angehörende Arzt, Dr. Weidenbaum, bereitwilligst dieselbe zu übernehmen versprochen hat. Leider wird der Verein fürs Erste nicht allen Ansprüchen gerecht werden können, da es vor der Hand nur möglich ist, Kranke in beschränkter Anzahl aufzunehmen. Doch wird sich dieses hoffentlich bald günstiger gestaltet und der Verein in der Lage sein, ein eigenes Heim zu schaffen, wozu bereits durch Anlage eines Reservefonds der Grundstock gelegt ist. 
So wird dann wieder ein neues Denkmal wahrer jüdischer Nächstenliebe entstehen zum Frommen unglücklichen Brüder und Schwestern und zur Ehre aller Derer, welche mit an demselben gewirkt haben."
    
2. Rechenschaftsbericht des Vereins Israelitisches Krankenheim (1901)  
Bad Neuenahr Israelit 02051901.jpg (55371 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Mai 1901: "Neuenahr. Nach dem Rechenschaftsbericht des Vereins 'Israelitisches Krankenheim' hier für die Jahre 1899 und 1900 betrugen am 22. November 1899 die Bruttoeinnahmen Mark 4.908,83, bei einem Bestand von 94 Mitgliedern, welche an Beiträgen Mark 746,45 geleistet hatten. Im Sommer 1899 konnten 8 Patienten: 6 Frauen und 2 Männer, an 180 Pflegetagen verpflegt werden, mit einem Kostenaufwand von Mark 862,45, im Sommer 1900 12 Patienten: 5 Frauen und 7 Männer, mit einem Gesamtkostenaufwand von Mark 1.156.85." 
     
Anzeige des Vereins Israelitisches Krankenheim Bad Neuenahr (1904)  
Bad Neuenahr Israelit 10031904.jpg (42947 Byte)Anzeige in der Anzeige "Der Israelit" vom 10. März 1904: "Verein 'Israelitisches Krankenheim' bad Neuenahr
Unbemittelte Israeliten, welche in Folge Magen-, Darmkrankheit oder Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen eine Badekur bedürfen, wollen sich bei dem Schriftführer unseres Vereins, Herrn Dr. med. Weidenbaum in Bad Neuenahr schriftlich melden. 
Der Vorsitzende: Raphael Ettlinger, Frankfurt am Main."   
   
Generalversammlung des Vereins Israelitisches Krankenheim Bad Neuenahr (1905)    
Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 31. März 1905: "Bonn. Am 19. dieses Monats tagte hier die Generalversammlung des Vereins Israelitisches Krankenheim Bad Neuenahr. Dem Berichte des Vorstandes ist zu entnehmen, dass im Jahre 1903 an insgesamt 529 Verpflegungstagen 25 Personen und im Jahre 1904 an 610 Verpflegungstagen 30 Personen statutengemäß vollständig freier Verpflegung und unentgeltliche ärztliche Behandlung gewährt wurde. leider sind die Mitgliedsbeiträge und die Geschenke im letzten Jahre wesentlich zurückgeblieben; der Eingang an Mitgliedsbeiträgen (Mark 1212) und Geschenke Mark 2938) betrug nämlich im Jahre 1902/03 in Summa Mark 4150, dagegen 1903(04 nur Mark 2386 (Mark 1107 und Mark 1274). Trotz dieses ungünstigen Abschlusses will der Vorstand (Vorsitzender: Raphael Ettlinger, Frankfurt am Main) diesen Sommer wieder der gleichen Anzahl Kranken wie im verflossenen Jahre die Wohltaten des Vereines zuteil werden lassen. 
Wir legen den Verein der Wohltätigkeit des Publikums dringend ans Herz."    
        
Anzeige des Vereins Israelitisches Krankenheim Bad Neuenahr (1905)  
Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 31. März 1905: "Verein 'Israelitisches Krankenheim' Bad Neuenahr.  
Unbemittelte Israeliten, welche infolge Magen-, Darmkrankheit oder Stoffwechsel und Ernährungsstörungen eine Badekur bedürfen, wollen sich bei dem Schriftführer unseres Vereins, Herrn Dr. med. Weidenbaum in Bad Neuenahr, schriftlich melden. 
Der Vorsitzende Raphael Ettlinger, Frankfurt am Mai
n."    
  
3. Rechenschaftsbericht des Vereins Israelitisches Krankenheim Bad Neuenahr (1905)    
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 28. April 1905: "Neuenahr, 18. April (1905). Der dritte Rechenschaftsbericht des Vereins 'Israelitisches Krankenheim in Bad Neuenahr' für die Jahre 1903/04 bringt die Kunde, dass dem Verein die nötigen Mittel noch nicht zur Verfügung stehen, um für die Patienten ein eigenes Heim zu mieten, noch weniger ein eigenes Haus zu gründen. Die bisher aufgenommenen Kunden mussten in Privatpflege untergebracht  werden. Im Jahre 1903 fanden 25 Personen, 1904 30 Personen Aufnahme, deren statutengemäß vollständig freie Verpflegung und unentgeltliche ärztliche Behandlung gewährt wurde. Die Erfolge bei den Kranken waren im ersten Berichtsjahre nach dem ärztlichen Bericht so gute, wie sie nur erreicht werden, wenn mit der Anwendung der Kurmittel eine streng diätische gute Pflegung sich vereinigt. Dagegen wurden im Jahre 1904 nicht in allen Fällen der gewünschte Erfolg erreicht. Die Zahl der Verpflegungstage betrug in beiden Berichtsjahren insgesamt 1139.- Der Kassenabschluss pro 1903 balancierte in Einnahmen und Ausgaben mit 7654,94 Mark, der Kassenabschluss pro 1904 mit 7024,67 Mark. Auf der letzten Generalversammlung, die am 19. dieses Monats in Bonn stattfand, wurde erfreulicher Weise beschlossen, trotz des schlechten Kassenabschlusses diesen Sommer wieder der gleichen Anzahl Kranker, wie im verflossenen Jahre, die Wohltaten des Vereins zuteil werden zu lassen."    
 
4. Rechenschaftsbericht des Vereins Israelitisches Krankenheim Bad Neuenahr (1907)  
Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 26. April 1907: "Frankfurt am Main. Der 4. Rechenschaftsbericht des Vereines Israelitisches Krankenheim Bad Neuenahr (Vorsitzender: Raphael Ettlinger, Frankfurt am Main) zeigt, dass dem Verein von der jüdischen Wohltätigkeit leider noch nicht das Interesse entgegengebracht wird, das er beanspruchen darf; denn den Ausgaben von Mark 3.479 (1905) und Mark 3528 (1906) stehen nur Mark 2288 (1905), und Mark 3010 (1906) Einnahmen gegenüber. Der Verein brachte - ein eigenes Heim steht ihm immer noch nicht zur Verfügung - (1905) 30 und (1906) 28 Patienten in Privatpflege unter und gewährte ihnen vollständig freie Verpflegung, ärztliche Behandlung, Bäder, Kurkosten usw."  
   
Ein "Agitationskomitee" zur weiteren Realisierung eines Israelitischen Krankenhauses in Bad Neuenahr wird gebildet (1907)  
Bad Neuenahr AZJ 27121907.jpg (193639 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 27. Dezember 1907: "Neuenahr, 13. Dezember (1907). Am 17. vorigen Monats tagte in der Rheinlandloge in Köln am Rhein eine Versammlung, die sich mit den Bestrebungen des Vereins "Israelitisches Krankenheim in Bad Neuenahr" beschäftigte. Der Verein besteht seit neun Jahren und hat sich die Aufgabe gestellt, unbemittelten bedürftigen Israeliten eine Kur in Neuenahr kostenlos zu gewähren. Der Vorsitzende des Vereins, Herr Raphael Ettlinger - Frankfurt am Main, leitete die Verhandlungen, und wurden die Herren Rabbiner Dr. Frank - Köln, Hermann Wahl - Barmen als Beisitzer, Daniel Wallach - Linz am Rhein als Schriftführer ernannt. Herr Rechtsanwalt Ludwig Cahen I. - Köln erklärt, der heutigen Versammlung nur zur Berichterstattung an die Großloge der U.O.B.B. in Berlin ohne Stimmabgabe beizuwohnen. Zunächst berichtete Herr R. Ettlinger über die bisherige Tätigkeit des Vereins. Dann wies Dr. med. Weidenbaum - Neuenahr vom ärztlichen Standpunkte die Notwendigkeit einer Kuranstalt für unbemittelte Israeliten in Neuenahr nach. Diese Überlegungen wurden bestätigt und ergänzt von Herrn Dr. med. Lichtenstein - Neuwied. Nach Beantwortung einiger zur Orientierung von dem Vertreter der Großloge gestellten Fragen durch die Vorredner beteiligten sich an der recht anregend verlaufenen Diskussion noch die Herren Geheimer Kommerzienrat Coppel - Solingen, Rabbiner Dr. Frank - Köln, Herz Hirschland - Münster i.W., Jonas - Mönchengladbach, Rabbiner Dr. Kalischer - Bonn, Oberrabbiner Dr. Levy - Krefeld, M. Stern - Rheydt, Hermann Wahl - Barmen. Einmütig stimmten alle Redner darin überein, dass die Bestrebungen des Vereins 'Israelitisches Krankenheim in Bad Neuenahr' tatkräftigst gefördert werden müssten. Dem entsprechend gab die Versammlung einstimmig in folgender Resolution Ausdruck: "In der Überzeugung, dass für unbemittelte Israeliten in Bad Neuenahr ein eigenes Heim notwendig ist, muss auch fernerhin mit allen Kräften an der Beschaffung weiterer Mittel für den bereits bestehenden Baufonds des Krankenheims gearbeitet werden. Durch die Entfaltung einer energischen Propaganda zu diesem Zwecke sei eine rege Werbung neuer Mitglieder damit zu verbinden, und soll zunächst zur Unterbringung der durch den Verein aufgenommenen Kranken statt der bisherigen Privatpflege ein Haus als Heim gemietet werden.' Es wurde hierauf ein Agitationskomitee gebildet, und erklärten sich sämtliche Herren bereit, ihre Dienste dem Verein zu widmen; vorerst sind Mitgliederanmeldungen, Beiträge oder Geschenke an die Herren Raphael Ettlinger in Frankfurt am Main, Rabbiner Dr. Frank - Köln am Rhein, Hermann Wahl in Barmen zu richten."
   
Anzeigen des "Vereins 'Israelitisches Krankenheim Bad Neuenahr" (1908 / 1910)  
Bad Neuenahr FrfIsrFambl 15041908.jpg (53973 Byte)Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 15. April 1908: "Verein 'Israelitisches Krankenheim' Bad Neuenahr. Aufnahme-Gesuche von unbemittelten israelitischen Kranken sind bis spätestens Ende April dieses Jahres an den Unterzeichneten einzureichen. Ärztliches Attest sowie Bedürftigkeitsnachweis sind beizufügen. 
Der Vorstand des Vereins 'Israelitisches Krankenheim' Neuenahr. Raphael Ettlinger, Frankfurt a.M., Friedberger Anlage 1,I."
    
Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 1. April 1910: "Verein 'Israelitisches Krankenheim' Bad Neuenahr. Gesuche um Aufnahme unbemittelter Israeliten (beiderlei Geschlechts), für welche eine Badekur in Neuenahr ärztlicherseits als dringend notwendig und geeignet empfohlen wird, sind unter Beifügung eines ärztlichen Attestes, sowie genügenden Bedürfnisnachweisen bis spätestens den 25. April dieses Jahres zu richten an den Vorsitzenden. Kommerzienrat H. Wahl in Barmen."   
    
Einweihung des neuen Israelitischen Krankenheims in Bad Neuenahr (1910)       
Bad Neuenahr Israelit 27051910.jpg (98022 Byte)Von der Einweihung liegt ein Bericht in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Mai 1910 vor: "Bad Neuenahr, 22. Mai (1910). Am zweiten Pfingsttage fand unter großer Beteiligung die Einweihung des neuen Israelitischen Krankenheims in Bad Neuenahr statt. Der vorstand des Vereins und viele Mitglieder desselben hatten sich eingefunden. Außerdem waren der Bürgermeister von Neuenahr, Herr Faulhaber, sowie der Kurdirektor, Herr Rüttner, zu der Feier erschienen; viele Kurgäste, Herren und Damen wohnten derselben bei. Der Vorsitzende des Vorstandes, Herr Kommerzienrat H. Wahl aus Barmen eröffnete die Feier mit einer Begrüßung der Vertreter der Behörde, der Kurverwaltung und der übrigen Gäste, erstattete dann Bericht über Gründung und Entwicklung des Vereins bis zum heutigen Tage und empfahl die Anstalt dem Wohlwollen der Öffentlichkeit. Der Arzt des Vereins, Herr Dr. Weidenbaum aus Neuenahr, gab einen statistischen Bericht über die bisher - in den elf Jahren seit Bestehen des Vereins - verpflegten und behandelten Kranken und erläuterte die Grundsätze, nach denen bei Aufnahme und Behandlung derselben verfahren wird. Herr Rabbiner Dr. Frank - Köln hielt die Weiherede, in der er über Krankenpflege im Judentum und über die Entstehung der Krankenhäuser bei den Juden sprach. Die gehaltvolle, ergreifende Rede schloss er, indem er den Segen Gottes für die Anstalt erflehte. Herr Bürgermeister Faulhaber sprach in durchaus wohlwollender Weise über die Anstalt und versprach, das Werk in jeder Weise zu fördern. In gleicher Art gab Herr Kurdirektor Rüttner seinem Wohlwollen Ausdruck mit der Versicherung des Entgegenkommens, welches er bis jetzt den Bestrebungen des Vereins entgegengebracht habe, auch fernerhin möglichst zu betätigen. Die Feier ließ bei allen Teilnehmern einen erhebenden Eindruck zurück.
  
Identischer Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 27. Mai 1910 Weitgehend identischer Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 20. Mai 1910
 
Sitzung des Vorstandes des "Israelitischen Krankenheims in Bad Neuenahr" (1911)    
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 26. Mai 1911: "Köln, 18. Mai (1911). Am 21. vorigen Monats trat im 'Hotel Berlin' zu Köln der Vorstand des 'Israelitischen Krankenheims in Bad Neuenahr' zu einer Sitzung zusammen. Dieselbe wurde von dem Vorsitzenden, Herrn Kommerzienrat Wahl aus Barmen, geleitet. Anwesend waren ferner die Herren: Rabbiner Dr. Frank - Köln, Rabbiner Dr. Kalischer - Bonn, Abraham Bär - Ahrweiler, S. Meyer - Frankfurt am Main und Dr. med. Weidenbaum - Neuenahr. Die Bestrebungen des Israelitischen Krankenheims in Bad Neuenahr sprechen in dem Grad für sich selber, dass sie großer Befürwortung nicht bedürfen. Doch sei es gestattet, kurz die Aufgabe zu zeichnen. Es ist bekannt, das das Heer der Stoffwechselkrankheiten (wie Zuckerharnruhr, Gicht, Nierenleiden usw.) gerade unsere Glaubensgenossen in erschreckender Weise befehdet. Ausgehend von der Tatsache, dass diese Erkrankungen, sich selbst überlassen, unaufhaltsam Siechtum und Verfall herbeiführen, bei geeigneten Maßnahmen dagegen, die davon Befallenen, wenn nicht immer wieder gesund, so doch für viele Jahre arbeits- und erwerbsfähig werden können, hat unser Verein sich die Aufgabe gestellt, unbemittelte Glaubensgenossen, die mit einem derartigen Leiden behaftet sind, vor dem physischen, ihre Familien vor dem materiellen und sozialen Untergang zu bewahren. Zu diesem Zweck gewährt der Verein, den dessen Bedürftigen unentgeltlich Kur und rituelle Verpflegung in Bad Neuenahr, woselbst sich die einzige alkalische Therme Deutschlands befindet, weithin die beste Aussicht auf erfolgreiche Behandlung jener Leiden besteht. Seit dem vorigen Jahr hat der Verein in einem von ihm zu seinen Zwecken gemieteten Hause seine Aufgaben unmittelbar in Angriff genommen und die Leitung in die vertrauenswerten Hände der vorzüglich bewährten Oberschwester Sophie Meyer niedergelegt, die der Frankfurter Schwesternverein uns in liebenswürdiger Weise zur Verfügung gestellt hat. Die Kranken werden dort genau nach der Anordnung des Arztes behandelt und rituell verpflegt. Sämtliche Pflegebefohlenen hatten allen Grund mit dem Erfolg der Kur zufrieden zu sein. Welche Wohltat ist größer als die, welche der Armut und der Krankheit zugleich erwiesen wird! Diese in immer weitere Kreise gedrungene Erkenntnis hat denn auch bewirkt, dass immer reichlichere Unterstützungen unserem Verein zuflossen. Dennoch genügen sie noch nicht, um allen den bedeutenden Anforderungen, die an uns herantreten, gerecht zu werden. Immerhin konnten im vergangenen Jahr 40 Prozent der Bewerber die Wohltaten des Vereins genießen. In dieser Saison sollen nach Beschluss des Vorstandes in der anfangs erwähnten Sitzung 60 Gesuche berücksichtigt werden. Es darf die mit Recht gefeierte jüdische Wohltätigkeit auf diesem hervorragenden Gebiete sozialen Schaffens so wenig wie anderswo hinter den anderen Glaubensbekenntnissen zurückstehen. Möge unsere Bitte um noch nachhaltigere Unterstützung vor allem die Herzen unserer begüterten Brüder und Schwestern rühren! Gewähret uns großherzig Mitgliederbeiträge, Zuwendungen für die Einrichtung des Heims, Zeichnungen für den Baufonds. Edle Spenden nimmt der Rendant Herr A. Bär in Ahrweiler gegen Quittung entgegen. Für jede Unterstützung dankbar, erflehen wir Gottes Segen für alle, die, indem sie unseren Armen und Kranken beistehen, doppelte Wohltaten üben."      
 
Weiteres Engagement des Vereins "Israelitisches Krankenheim, Bad Neuenahr" (1918)  
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 24. Mai 1918: "Der Verein 'Israelitisches Krankenheim, Bad Neuenahr' nimmt ab 1. Juni in diesem Jahre seine Tätigkeit wieder auf. Da die Lebensmittelverhältnisse in Neuenahr eine Eröffnung des Hauses selbst unmöglich machen, werden dafür an arme kurbedürftige Israeliten Zuschüsse erteilt. Bewerbungen mit den erforderlichen Zeugnissen sind an den Vorstand des Vereins in Neuenahr zu richten."  
 
 
Vorstandssitzung des Vereins "Israelitisches Krankenheim Neuenahr" (1920) 
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 6. August 1920: "In Bad Neuenahr fand kürzlich eine Vorstandssitzung des Vereins 'Israelitisches Krankenheim, Neuenahr' statt. Seitens des Vorsitzenden, Herrn Simon (Köln), wurde berichtet, dass die Ansicht infolge des Krieges dieses Jahr ihre Tätigkeit nicht aufnehmen könne, indes sollen Erholungsbedürftigen 500 Mark zu den Kosten beigesteuert werden. Um ein Eigenheim errichten zu können, benötigt man zirka 500.000 Mark, die man glaubt, durch milde Gaben und Stiftungen im Laufe dieses Jahres zusammenzubringen. In den Vorstand neu gewählt wurde Herr Fabrikant J. Borg (Bingen am Rhein)."  

      
      
"Badebriefe" aus Bad Neuenahr   
Bericht eines jüdischen Kurgastes von 1903 
  

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 11. September 1903:  "Neuenahr, 26. August (1903). Morgen geh' ich fort von hier und muss Abschied nehmen. Rien ne va plus que le temps (Nichts geht mehr, als die Zeit). Ich hätte nicht geglaubt, dass es möglich wäre, an einem kleinen Platze auch diese Wahrnehmung zu machen und dennoch ist es so. Ein herrlicher Platz in einer herrlichen Gegend und ich konnte es nicht begreifen, dass ich nicht schon früher hierher gekommen bin, um auszuspannen, um Erholung zu schaffen für die Nerben, für den Geist. Ich habe keinen Anschluss gesucht und dennoch kam ich nicht zur Arbeit. Im Kurgarten lernte ich u.a. einen Rabbiner Dr. X. kennen, der mir u.a. sagte: 'Mit der Zerstörung des Tempels habe die Existenz des jüdischen Volkes aufgehört.' Diesem Herrn möchte ich schriftlich Antwort geben...
Der weitere Beitrag hat keinen Bezug zur jüdischen Geschichte in Neuenahr und wird daher nicht abgeschrieben. Bei Interesse bitte Textabbildung anklicken.  

               
Bericht eines jüdischen Kurgastes über Bad Neuenahr (1906)  

Bad Neuenahr FrankfIsrFamBl 07091906.JPG (147502 Byte)Artikel im Frankfurter Israelitischen Familienblatt vom 7. September 1906: "Neuenahr, 3. September (1906). Gestern las ich in Ihrer geschätzten Zeitung einen Badebericht aus Kissingen, mund sofort kam mir der Gedanke, du schreibst auch einen solchen aus Neuenahr, dem deutschen Karlsbad, das von uns Juden wohl am meisten von allen deutschen Bädern frequentiert wird, da es zur Heilung einer spezifisch jüdischen Krankheit, der Zuckerkrankheit, in Deutschland einzig und allein in Frage kommt. 
Da Neuenahr von Frankfurt und Köln aus leicht zu erreichen ist und die Heilkraft seiner Wässer bereits weltberühmt geworden, ist der Besuch dieses Ortes ein bedeutender, und unsere Glaubensgenossen sind zahlreich vertreten, nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Russland und anderen Ländern. Allein 4 jüdische Hotels sorgen für das leibliche Wohl ihrer zahlreichen Besucher und wie ich höre, ist der Bau eines fünften in Aussicht genommen. Außer den jüdischen Hotels gibt es auch eine Synagoge, die erst vor wenigen Jahren erbaut ist. Leider hat man dieselbe in einen abgelegenen, schmutzigen Hof hingebaut. Was die Ursache dafür war, dass man unter Ausschluss der Öffentlichkeit baute, konnte ich nicht ergründen, wahrscheinlich hatte Mauschel seine Hand darin.
Jüdische Ärzte sind natürlich massenhaft vorhanden und da muss ich etwas berichten, was mir am ersten Tage meines Hierseins passierte. Ich ging mit dem in Zionistenkreisen sehr bekannten Dr. Albert Goldberg ins Hotel zum Abendessen... (der nachfolgende Abschnitt ist gekürzt, da er auf persönliche Verhältnisse eingeht)
...
Auf Neuenahr zurückkommend, müsste ich Ihnen eigentlich erzählen, worin das Badeleben besteht, was die Umgegend bietet, u.a.m. Doch das Wetter ist zu schön, ich vertrage das lange Sitzen nicht, ich muss hinaus in die Berge und verweise Ihre Leser auf den letzten Kissinger Badebrief; da ist alles ausführlich geschildert, was man in einem Badeorte treibt. Also für heute genug. Dr. Ludwig Goldberg, Heddernheim."

    
Bericht über den Unterhalt des Krankenheimes (1913)   

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 10.Januar 1913: "Bad Neuenahr, 3. Januar (1913). Nachdem von Herrn Dr. Lichtenstein - Bonn in seinem in Nr. 43 des vorigen Jahrganges dieses Blattes erschienenen Brief über das Krankenheim in Neuenahr der fachmännische Teil dargestellt wurde, möchte ich mir gestatten, einige Worte betr. die Unterhaltung der so dringend notwendigen Wohlfahrtseinrichtung zu bemerken, mit dem Wunsche, dass die wirklich edle soziale Einrichtung auch in weiteren Kreisen unterstützt werden möge. Es gibt ja wohl manche gute Sache, für die einzutreten gewiss lebenswert ist, aber eine schönere und edlere Einrichtung als die in Neuenahr für arme Kranke ins Leben gerufene existiert im ganzen Deutschen Reiche nicht zum zweiten Male. Gilt es doch hier in erster Reihe, armen Kranken, die selbst nicht in der Lage sind, eine Kur zu bezahlen, ihre Gesundheit zurückzugeben. Der in dem Bericht bereits angeführte Punkt, dass die Armen gratis aufgenommen werden, verdient nochmals ganz besonders hervorgehoben und dazu bemerkt zu werden, dass nicht allein eine Gratisaufnahme stattfindet, sondern den Kranken wird erstens eine Kurkarte verabreicht, welche zum Besuch des Kurgartens und zur Trinkkur berechtigt, zweitens Badekarten, drittens ärztliche Behandlung, viertens fachgemäße Pflege, fünftens vollständige Verpflegung gewährt. Die hierfür notwendigen enormen Summen müssen durch freiwillige Mitgliederbeiträge aufgebracht werden. Es ist in dem Bericht des Herrn DR. Lichtenstein bereits angeführt, dass im letzten Sommer 58 Kranke aufgenommen worden sind, die bis auf einige als gesund entlassen werden konnten. Ich möchte deshalb für die gute Sache nochmals eintreten und alle edelgesinnten Glaubensgenossen bitten, dem Verein israelitisches Krankenheim in Neuenahr als Mitglied beizutreten und denselben durch Jahresbeiträge zu unterstützen. Es ist dringend notwendig, dass der Vorstand in seinem Streben, recht bald ein eigenes Krankenhaus zu errichten, unterstützt wird, und da Herr Dr. Lichtenstein diesen Punkt in so vornehmer Weise und nur nebenbei berührt hat, wird hierauf noch ganz besonders hingewiesen. Jeder, der dazu beiträgt, diese so schöne soziale Einrichtung existenzfähig zu gestalten, wird eine Genugtuung darin finden, dass er dazu beigetragen hat, ein Erholungsheim für die Ärmsten der Armen, für kranke Hilfsbedürftige, geschaffen zu haben, besonders aber alle diejenigen, die selbst die Neuenahrer Heilquellen benutzt und Gelegenheit gehabt haben, zu sehen, wie die armen Kranken sich zusehends dort erholen. Meine Bitte geht nun dahin, dass alle edlen Menschenfreunde, welche diesen Bericht lesen, nach Kräften dazu beitragen möchten, dass dieses Ziel recht bald erreicht wird. Jeder Beitrag wird dankbarst entgegengenommen. Als Mitglieder werden alle diejenigen Aufgenommen, welche dem Verein einen Jahresbeitrag von mindestens 5 Mark an zuwenden. Die Beiträge können dem Vorstandsmitgliede und Kassierer Herrn Abraham Bär in Ahrweiler auf Scheckkonto Nr. 4967 Köln eingesandt werden. Dankbar für alle Zusendungen, möge jeder nach seinen Verhältnissen geben; die größten und kleinsten Beiträge sind willkommnen. - Ein Vorstandsmitglied des Vereins Israelitisches Krankenhaus in Bad Neuenahr".  

  
"Neuenahrer Badebrief" eines kritischen jüdischen Kurgastes (1913)   
Wichtiger Hinweis: solche Badebriefe enthielten teilweise bissig-ironische Kommentierungen des Geschehens an den Badeorten bis hin zu sarkastischer Kritik. 

Bad Neuenahr FrankfIsrFamBl 05091913.jpg (239912 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 5. September 1913: "Neuenahrer Badebrief.  Juden und Bäder. - Neuenahr als jüdisches Bad. - Jüdische Ärzte und jüdische Patienten. - Rabbiner - Der 'Judenstaat' in den Bädern. - Typen der Orthodoxie. - Jüdisches Theater und jüdisches Krankenheim.
Die Juden sind für die Bäder ebenso unentbehrlich geworden wie die Bäder für die Juden. Wo wäre das Bad, in dem keine russischen Juden sich aufhalten? All die traurigen Folgen der abnormen Gegenwartslage des jüdischen Volkes in ihrer vollen Tragik offenbaren sich dem, der um die 'große Saison' in eines der führenden europäischen Heilbäder geht, zu denen das jüdische Volk alljährlich pilgert wie die katholischen Wallfahrer nach dem wundertätigen Lourdes. Du beobachtest die 100 Gebrechen am jüdischen Volkskörper, die 1000 an der jüdischen Psyche.  
Neuenahr ist eines der veritablen Heilbäder. Weder Dorf noch Stadt, besitzt es neben den unumgänglichen Begleiterscheinungen eines modernen Bades, wie Kurhaus, Badehaus, minderwertigem Kurtheater und dito Orchester, einem schönen Kurpark, einige stattliche Kirchen, auch eine baufällige Synagoge, die aus der Zeit der Judenvertreibung stammen muss, denn sie steht an einem Orte, den man nur aufsuchen möchte, wenn man hingetrieben wird, ferner mehrere jüdische Restaurationen mit Zubehör, wie Schochet und mehr oder minder guter Bedienung, und überall gleich reichlichen Preisen. Außer der nichtjüdischen Bevölkerung und dreiviertel Minjan einheimischer Juden beherbergt es in der 'Saison' einige Tausend jüdische und zwei Handvoll nichtjüdischer Kurgäste, 1 jüdischen Arzt, 4 Ärzte jüdischer Nationalität mit ganz oder halbchristlicher Religion, und 21 nichtjüdische Ärzte, die sich mit der Behandlung der oben erwähnten Kurgäste nicht gerade kümmerlich ernähren. 
So besitzt Neuenahr um die Sommerzeit einen fast ganz jüdischen Charakter, und nach der neuen Staatsrechtslehre vom letzten Balkankrieg, wonach die Stadt der Nationalität zugesprochen werden muss, die den größten Prozentsatz stellt, ist Bad Neuenahr de facto ein 'jüdisches Bad', denn die Juden stellen nicht nur rein ethnographisch den größten Prozentsatz zur Bevölkerung, sondern, was noch bedauerlicher, auch den größten Prozentsatz an Zucker.
Neuenahr ist nämlich ein Heilbad für oder besser gesagt gegen den Zucker. Hier liegt die ganze Tragödie unseres Volkes. Selbst jene Wirtschaftszweige, die uns Juden den Hass und Neid der ganzen 'Kultur'-Welt eintragen, sind für uns ein zweischneidiges Schwert, und die Nachteile, welche die Berufe, die hauptsächlich von Juden kultiviert werden, mit sich bringen, machen sich erschrecklich fühlbar in jenen Krankheiten, zu denen, wie z.B. Zucker, wir Juden das Hauptkontingent stellen. 
In Neuenahr steht Zucker im Mittelpunkt des Interesses. Alles lebt davon. Dieses wunderbare Nahrungsmittel, das in der Jugend so schmeckt, kann im Alter so verderblich werden. So sind sie denn zusammengekommen aus allen Gegenden, um sich hier zu kurieren. Aber eins muss auffallen. Dass sich so viele jüdische Patienten besondern gerne von getauften Ärzten und solchen behandeln lassen, die entweder durch Austritt aus dem Judentum oder durch Heirat mit einer Nichtjüdin mehr oder minder deutlich zum Ausdruck brachten, dass sie eigentlich mit uns nichts mehr zu tun haben wollen. Ein Körnchen Berechtigung hat ja dieser Methode.
Muss man nicht Zutrauen haben zu einem Arzte, der am eigenen Leibe eine so energische 'Heiles'wirkung erfahren hat und sich selbst einer solch wirksamen Wasserkur unterzog, die das Gebrechen, das schon 4.000 Jahre alt, mit heilender Kraft jäh abwusch. Oder ist es nicht richtig, zu einem Arzt jüdischer Abkunft zu gehen, der eine Nichtjüdin aus ... Russland geheiratet hat, und demnächst wohl seine jüdischen Patienten mit den Radikalmitteln eines Purischkewitsch und Samislowsky behandeln wird.
O! jüdisches Volk! Rachmonim bne Rachmonim! Wie groß ist Deine Mildtätigkeit, wenn Du sie offenbarst, indem Du einem 'jüdischen' Arzt zum Reichtum verhilfst, der aus dem Judentum austrat, weil er keine jüdische Steuer mehr zahlen will. Aber merkwürdig! Es sind viele, sehr viele unserer Glaubensbrüder, die gar keinen Anstoß daran nehmen, dass der eine oder andere über Nacht ein ander Blut geworden, und die zu unseren Verrätern mehr vertrauen haben als zu unseren Treugebliebenen. Nun gibt es natürlich eine große Zahl solcher, die einen jüdischen Arzt bevorzugen.
Bad Neuenahr FrankfIsrFamBl 05091913a.jpg (214683 Byte)Und so trifft sich bei einem zionistischen Arzte eine Auslese aus allen möglichen Lagern unseres Volkes. Man trifft 'dort Orthodoxe, Liberale, Zionisten, kurz und gut, alle 'Parteien' vertreten, und wenn man nichts besseres zu tun hat und Zeit genug zum Plaudern, kann man die besten Studien machen.  
'Noch gut, dass Sie nicht dort geblieben sind', meinte ein Richtlinien-Rabbiner zu einem Palästinafreunde, der eine Reise nach Erez Jisrael unternommen hatte. 'Noch gut, dass Sie hier bleiben werden,' gab jener dieser Zierde des Rabbiner-Standes zurück. Ja, der 'Judenstaat' hat's vielen noch angetan! Und wenn ich nun auch beginne, gegen den 'Judenstaat' zu polemisieren, so bitte ich um gütige Nachsicht. Ich meine nämlich nicht den 'Judenstaat' in Palästina, den wir nach den Verheißungen unserer heiligen Schrift einmal besitzen werden, sondern den 'Judenstaat!, den unsere Glaubensbrüder oder vielmehr unsere Glaubensschwestern im Golus (Diaspora) schon besitzen und besonders in den Bädern zur Schau tragen. Ein offenes Wort! Es kommt einem Hohn auf die gegenwärtige unglückliche Lage unseres Volkes nahe, mit solchem Aufputze und Luxusaufwand zu stolzieren, und diese zufriedenen, satten Mienen mit noch zufriedeneren Brillanten und Brillantinen sind eine traurige Illustration zum bitteren Elend der jüdischen Massen. Wahrlich, ein moderner Jesaja sollte auftreten und unserem Geschlechte eine solche Strafpredigt halten, wie unseren Vorfahren der große Prophet. Welch ein Unterschied zwischen diesen Mitjuden und jenem alten Schlage unserer Glaubensbrüder und -Schwestern, die ihre Brillanten veräußern können, um arme jüdische Mädchen unter die Haube zu bringen. Wir hatten das Glück, auch eine Vertreterin dieses Judenadels, der noch nicht ganz ausgestorben ist, kennen zu lernen.
Auch im engen Kreis der noch ungebeugt Treugebliebenen findet man all jene interessanten Typen wieder und vereinigt, die man sonst nur in den verschiedenen Ländern einzeln in ihrer Eigenart beobachten kann. Das ist der deutsche Orthodoxe, der mit aller Gewalt vorbeten will und den Kiddusch durch den Saal schmettert, dass Dir Hören und Sehen vergeht, der ungarische Weltmann und Lamdon, der sich viel reservierter verhält; Du wirst beim Sabbatgebete ungewollter Zuschauer oder besser Zuhörer des Austrags der großen Differenz zwischen Misnadgim und Chassidim, 'Litwakes' und 'Peilißer', der eine triumphiert im Schachris, der andere triumphiert im Mussaf, und Du erhältst beim Toraaufruf den obligaten Mischeberach, der den Schochet des Hotels imstande hält, seinen heiligen Beruf auszuüben. 
Kurzum, man fühlt sich heimisch und weiß über alles weniger Angenehme mit dem Gefühl hinwegzusehen, dass es doch alles Äußerungen unseres Volkslebens sind, die sich eigenartig und immer originell bemerkbar machen. Füge ich noch hinzu, dass man in Neuenahr fast jede Woche eine andere 'jüdische' fliegende Theatergesellschaft mit Beifallsfreude bewundern kann und ein jüdisches Krankenheim mit sehr angemessenen Einrichtungen modernster Natur von der Größe jüdischer Wohlfahrtspflege erzählt, so ist das Bild des jüdischen Bades Neuenahr fast vollständig gezeichnet.  K. Perlmutter."    

   
   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer und Vorbeter  
Ausschreibung der Stelle des Kantors und Religionslehrers (1904)    

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. April 1904: 
"Die Kantor- und Religionslehrerstelle 
in Bad Neuenahr ist sofort zu besetzen. Der Lehrer ist verpflichtet, den Religionsunterricht in den Nachbargemeinden Ahrweiler, Remagen und Sinzig mitzuerteilen. Gehalt 1.500 Mark sowie Nebenverdienste. Staatlich geprüfte Bewerber wollen sich unter Beifügung ihrer Zeugnisse schriftlich melden bei 
Abraham Bär,
Ahrweiler."       

 
       
Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben   

Kollekte zugunsten notleidender russischer Juden - auch von den christlichen Pastoren unterstützt (1906)  

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" 12. Januar 1906: "Bad Neuenahr. Eine in Neuenahr von Frau Witwe H. Wolf und Frau Moritz Borg veranstaltete Kollekte mit Aufruf (Sammlung zu Gunsten der bei den russischen Judenverfolgungen in Not geratenen Familien), unterzeichnet von den Herren Bürgermeister Faulhaber, Pastor Dr. Zimmer, Pastor Pliester, Dr. Unschuld, Moritz Borg, ergab den Betrag von 643 Mark, welcher zur Weiterbeförderung dem Bankhaus Louis David in Bonn übergeben wurde."       

  
Vortragsabend eines Opernsängers (1920)  

Bad Neuenahr Israelit 02091920.jpg (92555 Byte)Bericht in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. September 1920: "Bad Neuenahr, 19. August. Auf Einladung des jüdischen Jugendbundes Neuenahr-Ahrweiler veranstaltete Herr Opernsänger Walter Woog aus Krefeld am 10. dieses Monats einen Vortragsabend in Bad Neuenahr. Das etwas zu reichhaltige Programm umfasste neben einer Arie aus Mendelssohns 'Elias' und Rubinsteins 'Asra' eine Reihe Jargon-hebräischer Lieder, Rezitationen aus Beer-Hoffmanns 'Jaakobs Traum' und Zweiges 'Jeremias' sowie Gedichte von Heine, Friedländer, Zuckermann, Böeries von Münchhausen u.a. Das Bestreben des Herrn Woog, breiteren jüdischen Kreisen 'jüdische Kunst in Wort und Lied' näher zu bringen ist sehr zu begrüßen. Ein zahlreich erschienenes Publikum spendete reichen Beifall und nötigte dem Künstler Zugaben ab. Am Klavier war Herr Manfred Lichtendorf ein verständnisvoller Begleiter. Der Überschuss aus den Einnahmen des Abends fiel dem Baufonds des Israelitischen Krankenheims in Bad Neuenahr zu".  

      
Vortrag von Rabbiner Dr. Wolf aus Köln im Jüdischen Jugendbund (1921)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. März 1921: "Neuenahr, 11. März (1921). Am Sonntag, den 6. dieses Monats, sprach Herr Rabbiner Dr. Wolf, Köln, im jüdischen Jugendbunde über 'Soziale Gesetzgebung im Judentum'. Die Versammlung konnte Herrn Dr. Wolf den Dank für seine geistreichen Ausführungen auch diesmal nicht besser beweisen, als durch den allseitig geäußerten Wunsch, ihn recht bald nochmals als Redner hier begrüßten zu können."  

  
Chanukkafest des "Jüdischen Jugendbundes Neuenahr-Ahrweiler" (1921)

Bad Neuenahr Israelit 20011921.jpg (77887 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Januar 1921: "Neuenahr, 17. Dezember. Der 'Jüdische Jugendbund Neuenahr-Ahrweiler' feierte am 11. dieses Monats sein diesjähriges Chanukkafest im Hotel 'Stern' in Neuenahr. Das Fest leitete der Schüler E. Gottschalk mit Entzünden der Chanukkalichter sehr feierlich ein. Daran schloss sich die Begrüßung der Gäste in einem gut vorgetragenen, von Frl. Joh. Gottschalk verfassten Prolog, der die Bedeutung des Abends in sinnigen Worten schilderte. Alsdann folgten Klavier und Violinvorträge, die von den Herren M. Lichtendorf und W. Dresel meisterhaft ausgeführt wurden. Hierauf wechselten in bunter Reihenfolge humoristische Vorträge ab. Das Fest war sehr gut arrangiert und gebührt dem Vorstand, besonders den Damen Frl. Joh. Gottschalk und Frl. M. Noos für ihre Mühe viel Dank. Von Neuenahr und auswärtigen Freunden war das Fest sehr zahlreich besucht und dürfte es als ein gut gelungenes bezeichnet werden."

    
  
Mitteilungen zu einzelnen Personen aus der Gemeinde 
Ernennung von Dr. Albert Goldberg zum Stabsarzt (1911)  

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom  28. Juli 1911: "Der Badearzt Dr. Albert Goldberg in Neuenahr, bisher Oberarzt der Reserve, wurde zum Stabsarzt ernannt".  
 
Bad Neuenahr FrankfIsrFamBl 14071911.jpg (15127 Byte)Meldung im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 14. Juli 1911: "Neuenahr. Dr. Albert Goldberg, der bekannte Badearzt, ist zum Stabsarzt befördert worden."  

      
Zum Tod von David Gottschalk (1923)

Bad Neuenahr Israelit 18011923.jpg (83121 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Januar 1923: "Bad Neuenahr, 2. Januar (1923). Unsere Gemeinde hat einen sehr schweren Verlust zu beklagen. Die sterblichen Überreste des Herrn David Gottschalk wurden heute zur letzten Ruhe gebettet. 
Der Verstorbene war in weiten Kreisen bekannt, allenthalben lobte man an ihm seine wahrhafte altjüdische Frömmigkeit, die er während seines ganzen Lebens betätigt hat, und die er immer hochhielt in einer Umgebung, die sich von der wahrhaften Jüdischkeit immer entfernte. 
Sein Haus war ein echt jüdisches, und er hat es vermocht, alle seine Kinder zu wackeren Jehudim zu erziehen. 
Es ist selbstverständlich, dass ein Mann solchen Geistes auch die altjüdische Gastfreundlichkeit pflegte, und gar mancher vom Glück Gemiedene hat sich an seinem Tisch wohlgefühlt. 
Möge des Verstorbenen Verdienst seiner schwer geprüften Gattin und seinen Kindern beistehen. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens." 

  
       
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Einzelpersonen     
Anzeige des Arztes Dr. Wilhelm Sternberg (1903) 

Bad Neuenahr Israelit 27041903.jpg (43085 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. April 1903: "Nach 13-jähriger ärztlicher Tätigkeit in Berlin, praktiziere ich als Spezialist für Verdauungs- und Zuckerkranke während der Sommer-Saison in Bad Neuenahr. 
Dr. Wilhelm Sternberg, Berlin W. und Bad Neuenahr."    

  
Anzeige der Weingroßhandlung D. Gottschalk (1921)   

Bad Neuenahr Israelit 27011921.jpg (48112 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Januar 1921: "Koscher al pessach
Selbstgekelterte Rot- und Weissweine

Referenzen orthodoxer Rabbiner. 
D. Gottschalk, Weingroßhandlung, 
Bad Neuenahr."  

   
Heiratsanzeige von Adolf Gottschalk und Else geb. Hecht (1925) 
  

Anzeige in der Zeitschrift "der Israelit" vom 13. August 1925: "Statt Karten  
Adolf Gottschalk - Else Gottschalk geb. Hecht. Vermählte. 
Bad Neuenahr - Halberstadt.  18. August 1925. 28. Aw 5685. 
Trauung: Neuenahr, Villa Regina".   

  
Werbung für das Hotel Meyer (1929 / 1937)  

Bad Neuenahr Israelit 05041929.jpg (43640 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. April 1929: "Das Hotel Meyer - Villa Bismarck - liegt in schönster Lage Neuenahrs, etwa 10 Minuten vom Bahnhof entfernt in nächster Nähe der Brunnen und Kuranlagen und der Sportplätze. Die Verpflegung ist erstklassig, und wird den Verordnungen der Ärzte in weitgehendstem Maße Rechnung getragen. Von Pessach ab steht das Haus und Aufsicht des Herrn Rabbiner Dr. Wolf, Köln. Prospekte gehen jedem auf Wunsch zu."   
  
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. September 1937: "Hotel Meyer - Bad Neuenahr 
bietet ungestörte, angenehme Feiertage. 
Erstklassige Verpflegung, Pensionspreis von Mark 7.- an. 
Anmeldungen rechtzeitig erbeten. Tel. 743."   

    
    
    
    
Zur Geschichte der Synagoge
 
Von der ersten jüdischen Familie, die sich 1860 in Bad Neuenahr (beziehungsweise damals noch: Wadenheim) niedergelassen hatte - Familie Gottfried Borg -, wurde noch im selben Jahr das "Hotel Landskron" (später: "Bergischer Hof") gegründet. In diesem Hotel wurde 1866 ein Betsaal zur Feier von Gottesdiensten eingerichtet (siehe Anzeige unten vom 12. Juli 1876). Viele der jüdischen Kurgäste von Bad Neuenahr besuchten jedoch weiterhin die Gottesdienste in Ahrweiler. In der dortigen ehemaligen Synagoge befindet sich - bis heute - ein Toravorhang  von 1882, der von jüdischen Kurgästen gespendet wurde. 

Aus Heimersheim wurden nach Schließung des dort seit 1848 (oder kurz zuvor) eingerichteten Betsaales um 1870 die Torarollen in den Betsaal des Hotels Landskron gebracht.   

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. Juli 1876:  
"Bad Neuenahr. Koscher  Hotel Landskron. Unterzeichnete empfiehlt den geehrten Kurgästen und Lassenten sein durch Anbau vergrößertes Hôtel mit 30 komfortabel eingerichteten Zimmern. Feine Küche. Reelle, aufmerksame Bedienung. Synagoge im Hause.  
Bitte um geneigten Zuspruch. G. Borg." 
 
Bad Neuenahr Israelit 11081884.jpg (39609 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. August 1884: "Bad Neuenahr. Koscher  Hôtel Landskron
erstes israelitisches Hôtel in der Nähe der Brunnen und Bäder, wird durch seine komfortable Einrichtung, streng koschere und kurgemäße Küche bei mäßigen Preisen bestens empfohlen. Für Zuckerkrankheit und Magenleiden extra Zubereitung der Speisen. 
Synagoge im Hause. 

Eigentümerin Witwe G. Borg."
   
Bad Neuenahr Israelit 25061891.jpg (45158 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Juni 1891: "Koscher  Hôtel Landskron Bad Neuenahr. Hôtel I. Ranges. Anerkannt streng koscher, in der Nähe der Bäder und Anlagen. Restaurant. Pension nach Übereinkunft. Kurgemäße, streng rituelle Küche. - Portier am Bahnhof. Besitzer: G. Borg  Wwe."

In den 1890er-Jahren wollten - nachdem die jüdischen Gemeindeglieder in Ahrweiler eine schöne Synagoge hatten eröffnen können - auch die Juden in Bad Neuenahr eine Synagoge erbauen. 1898/99 konnte man ein geeignetes Grundstück am der Kreuzstraße für 3.600 Mark erwerben. Nachdem der jüdischen Gemeinde 1901 der bisherige Betsaal gekündigt worden war, beschloss sie den Neubau der Synagoge. Allerdings war das ausreichende Baukapitel nicht vorhanden. Dennoch stimmten die Behörden einem Bauantrag zu, da die Vermögensverhältnisse der Gemeindeglieder als gut eingeschätzt wurden. Das Regierungspräsidium bestand dennoch auf einem klaren Finanzierungsplan. Nachdem der Neuenahrer Architekt und Bauunternehmer Heinrich Schmitz der Synagogengemeinde im März 1901 finanziell entgegenkam und die veranschlagte Bausumme von 6.660 Mark auf 6.000 Mark reduzierte, waren die Finanzierungsprobleme leichter zu bewältigen. So konnte innerhalb von wenigen Monaten der Bau der Synagoge durchgeführt werden. Am 1. August 1901 war der Rohbau fertiggestellt, am Freitag, dem 16. August 1901 konnte die Synagoge mit einem Festzug eingeweiht werden. Die Einweihung erfolgte durch den Kölner Rabbiner Dr. Ludwig Rosenthal.    

Mit dem Bau der Synagoge wurde begonnen (Mai 1901) 
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Mai 1901: "Neuenahr. Zu wiederholtem Male komme ich als Kurgast zur Saison nach dem herrlich gelegenen Neuahr und entbehrte ich, wie viele Jehudim mit mir eine Synagoge dort. Jetzt aer freut es mich mitteilen zu können, dass mit dem Bau einer Synagoge begonnen worden ist und auch während der Saison die Einweihung stattfinden soll. Auch soll am Pfingstmontag ein Fest stattfinden, dessen Erträgnisse zu den Kosten des Baues der Synagoge genutzt werden sollen, und diejenigen, welche eine gute Sache unterstützen wollen, hierhin kommen mögen, das wohlbekannte Hotel Adolf Oster zur 'Landskron' kann ich jedem Neuenahr Besuchenden besonders empfehlen, Küche und Keller sind vorzüglich, in ritueller Beziehung fehlt's in diesem Hause in keiner Weise."    
   
Die Einweihung der Synagoge steht bevor (Juli 1901)    
Bad Neuenahr Israelit 01081901.jpg (65039 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. August 1901: "Bad Neuenahr, 28. Juli (1901). Vor einiger Zeit haben Sie in Ihrem geschätzten Blatte darauf hingewiesen, dass man in Bad Neuenahr bemüht ist, den israelitischen Kurfremden, welche hier Genesung gesucht, und suchen, und auch - so Gott will - finden, den Aufenthalt so viel wie möglich angenehm zu machen, und dass eine neue, der Zeit entsprechende Synagoge im Bau begriffen sei, damit es den hier weilenden Kurgästen auch möglich ist, dem Gottesdienste beiwohnen zu können. 
Heute kann ich Ihnen nun mitteilen, dass der Bau schnell seiner Vollendung entgegengeht, und soll - so Gott will - Freitag und Samstag, den 10. August dieses Jahres, schon die Einweihung mit großer Festlichkeit stattfinden. Mit der inneren Einrichtung und Ausstattung (abgesehen von Oren Hakodesch und Almemor, welches fertig ist), sieht es zwar noch schlecht aus, da die kleine Gemeinde sich durch den Bau schon schwer belastet hat; doch hofft man, von irgend einer Seite, vielleicht von Kurgästen, welche jetzt anwesend, oder die früher in Neuenahr Genesung ihres Leides gefunden, aus Dankbarkeit noch etwas gestiftet zu bekommen.
Herr Moritz Borg hier, welcher sich für den Fortschritt des Baues in jeder Weise sehr viel Mühe gegeben hat, wird gerne bereit sein, jede Spende dankbar in Empfang zu nehmen, und jede nähere Auskunft zu geben."
  
Bericht über die Einweihung der Synagoge am 10. August 1901  
Bad Neuenahr Israelit 29081901.jpg (262851 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. August 1901: "Bad Neuenahr, 23. August (1901) (Synagogeneinweihung). Nachdem man im Laufe der verflossenen Woche mit der Arbeit in der neu erbauten Synagoge noch weit zurück war, hätte man nicht erwartet, dass Freitagnachmittag schon alles soweit fertiggestellt sei, um die Einweihung, wie festgesetzt, stattfinden zu lassen. Jedoch verdoppelten Eifer und rührige Hände brachten es dennoch zustande, und zum allgemeinen Erstaunen war das Gotteshaus zur bestimmten Stunde nicht nur vollendet und alle Arbeiten gediegen ausgeführt, sondern auch sinnig und der Feier entsprechend ausgeschmückt.  
Am Freitagnachmittag 5 Uhr, nachdem es vorher fast den ganzen Tag geregnet hatte, klärte sich der Himmel auf und der Festzug, eine Musikkapelle an der Spitze, setzte sich in der Jesuitenstraße vom bisherigen Betlokale aus in Bewegung. Voran gingen weiß gekleidete Kinder, mit Girlanden einen Kranz um die Schlüsselträgerin bildend; dann kamen die drei ältesten Gemeindemitglieder mit den drei geschmückten Torarollen; nun folgte Herr Rabbiner Dr. Rosenthal aus Köln mit Herrn Kantor Vogel aus Ehrenfeld, weiter der stellvertretende Bürgermeister Herr Sanitätsrat Wilhelm Niessen mit dem evangelischen Ortsgeistlichen Herrn Pastor Pliester und dem Baumeister; endlich der Vorstand der Gemeinde, gefolgt von einem großen Zuge Festteilnehmer, unter denen sich auch die Herren Rabbiner Steckelmacher aus Mannheim und Blumenstein aus Luxemburg befanden. Der imposante Zug bewegte sich durch die festlich geschmückte Haupt-, Post- und Kreisstraße, welche an beiden Seiten durch Spalier bildende Zuschauer dicht besetzt waren, in feierlichster Ruhe nach der neuen Synagoge. Hier angelangt, übergab die Schlüsselträgerin, Frl. Henriette Vos, nach einem kurzen Prolog den Schlüssel Herrn Rabbiner Dr. Rosenthal, welcher diesen unter folgender Ansprache dem stellvertretenden Bürgermeister überreichte:
'Herr Sanitätsrat! Ich überreiche Ihnen in Ihrer Eigenschaft als Vertreter des Herrn Bürgermeisters hiermit die Schlüssel zu diesem neuen Gotteshause. Mögen Sie es öffnen zum Zeichen dessen, dass diese in Bad Neuenahr aufgerichtete Synagoge allezeit unter dem tatkräftigen Schutze der hiesigen Ortsbehörde stehen wird. Mögen Sie es öffnen und damit zugleich das ausgezeichnete Verhältnis manifestieren, das die Konfessionen hierorts miteinander verbindet. Mögen Sie es öffnen zu einem gesegneten Eingang und einem gesegneten Ausgang für alle, die dies Gotteshaus betreten werden. Das walte Gott in der Höhe.'
Hierauf übernahm Herr Dr. Niessen den Schlüssel und öffnete die Türe nach folgender Erwiderung: 'Als Vertreter der Gemeinde Neuenahr habe ich die Ehre, aus den Händen Euer Ehrwürden den Schlüssel zur Eröffnung der Tore des neu erbauten Gotteshauses entgegen zu nehmen. Gleichzeitig darf ich auch das Echo sein der Wünsche, welche die Bürgerschaft Neuenahrs heute ihren israelitischen Mitbürgern entgegenbringt. Möge das neu erbaute Gotteshaus sein eine Stätte reichen Segens für die hiesige israelitische Gemeinde: möge es sein ein Ort der Einigkeit und des Friedens. In diesem Sinne öffne ich die Tore.'
Während nun die Musik den Choral 'Hoch tut euch auf!' spielte und die Synagoge bis zum letzten Platz sich füllte, traten die Toraträger und der Rabbiner vor die heilige Lade. Mit Wohlgefallen ruhten alle Augen auf den gefälligen Formen und heiteren Farben des im maurischen Stil erbauten Gotteshauses, besonders auf der Ostwand, die sich mit ihrem reich geschnitzten Holzwerk und buntem Fenster besonders vorteilhaft präsentierte.
Nachdem inzwischen der Kinderchor das Matowu gesungen, zündete der Rabbiner die ewige Lampe an und stellte die Torarollen in die heilige Lade. Das 
Bad Neuenahr Israelit 29081901a.jpg (230699 Byte)Minchagebet wurde verrichtet und nun hielt Herr Rabbiner Dr. Rosenthal die Weiherede. Dieselbe knüpfte nach einem einleitenden Gebet des Dankes an das Textwort an: 'Denn ihr seid nicht gekommen bis heute zu der Ruhestätte und dem Erbbesitz, die der Ewige, dein Gott, nunmehr dir gibt,' um das Gotteshaus zunächst zu charakterisieren als 'Ruhestätte' und als 'Erbbesitz', hier errichtet nicht nur für die Einheimischen, sondern insbesondere auch für die Fremden, die nach Neuenahr kommen, 'um Wasser zu schöpfen aus den Quellen des Heils.' Sodann wandte der Redner sein Textwort an auf die ganze jüdische Glaubensgemeinschaft, indem er auf die jüdische Geschichte hinwies, 'dieses tausendjährige Zeugnis der Ruhelosigkeit und Unstetheit,' und er zeichnete den Anteil des schönen, gesegneten Ahrtales an dieser Geschichte, indem er von den Ereignissen erzählte, die sich zur Zeit des ersten Kreuzzuges in Ortschaften desselben abgespielt. 'Ein Kölner Rabbi hat einst die Märtyrer des Ahrtales beweint; ein Kölner Rabbi weiht heute im Ahrtal ein neues Gotteshaus.' So ändern sich die Zeiten und Israel kommt zu seiner Ruhe und seinem Erbbesitz, feiert Feste seines jüdischen Glaubens, und die christlichen Mitbürger, voran die geistlichen und weltlichen Spitzen, nehmen daran wohlwollendsten Anteil. Mit einem innigen Gebete für König und Vaterland, für die Orts- und israelitische Gemeinde, und für das neu erbaute Gotteshaus schloss die Weiherede, die den tiefsten Eindruck bei allen Festversammelten zurückließ.
Mit dem Maarivgebet, bei dem die angenehme Stimme des Herrn Vogel zur vollen Geltung kam, und dem Lied 'Leih aus Deinen Himmelshöh'n, das der Kinderchor noch sang, schloss die erhebende Freitagabendfeier. Am Samstagmorgen fand, wiederum in bis zum letzten Platz besetzt, Gotteshause, Gottesdienst mit Predigt statt, welche den Segnungen des Friedens galt und der Gemeinde ans Herz legte, dass friedliches Zusammenwirken für ihr weiteres Fortkommen und Gedeihen die unerlässliche Bedingung sei. 
Am Samstagabend wurde im Hotel zur Reichspost eine Festversammlung mit nachfolgendem Konzert abgehalten, zu welcher sich auch der Bürgermeister Neuenahrs, Herr Faulhaber, sowie sein Stellvertreter einfanden. Herr Rabbiner Dr. Rosenthal teilte in seiner Ansprache mit, dass Frau Witwe Gottfried Borg zu Neuenahr die ihr zugehörige Sefer Tora (Torarolle) nebst allem Zubehör anlässlich der Synagogeneinweihung der Gemeinde Neuenahr zum Eigentum überlasse und überreichte dem Vorstand die Schenkungsurkunde, die Aufforderung daran knüpfend, dass doch alle, wie bisher, so auch weiterhin, ihr Scherflein beitragen möchten, um das schöne neue Gotteshaus nun auch würdig auszuschmücken. 
Es sei bei dieser Gelegenheit nicht unerwähnt gelassen, dass sich das freudige und rege Interesse der jüdischen Kurgäste an der neuen Synagoge beim Morgengottesdienste in namhaften Spenden kundgegeben hat. - Mit einem wohl gelungenen Bankett fanden die Feierlichkeiten am Sonntagabend ihren Abschluss. Lange noch werden sie den Neuenahrern und den anwesenden Fremden im Gedächtnis bleiben. Das neue Gotteshaus aber möge seinem heiligen Zwecke fortan in Frieden dienen und die Neuenahrer jüdische Gemeinde auf dem Wege gesunder Entwicklung kräftig fortschreiten."

Die Synagoge in Bad Neuenahr war im Gegensatz zu dem jüdischen Gotteshaus in Ahrweiler verputzt und hell gestrichen. Eine hebräische Inschrift ("Gegrüßt, der da kommt im Namen des Herrn") stand über dem Eingang. Der an der Synagoge in Bad Neuenahr vorbeiführende Weg erhielt nach Vollendung des Baus die Bezeichnung "Tempelstraße".   
       
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge von SS-Leuten aus Wiesbaden und Bad Neuenahr verwüstet und in Brand gesetzt. Die Ruine wurde vermutlich wenig später abgebrochen. Die "Tempelstraße" wurde in "Wadenheimer Straße" umbenannt. An Stelle der abgebrochenen Synagoge wurde teilweise ein Mehrfamilienhaus gebaut (Wadenheimer Straße 8). Jedoch reichte nur der östliche Gebäudeteil der Synagoge mit der Nische des Toraschreines in das heutige Grundstück Wadenheimer Straße 8 hinein. 
     
1966 wurde eine Gedenktafel auf dem Anwesen angebracht, mit der an die Synagoge und die jüdische Gemeinde erinnert wird.  
  
  
Adressen/Standorte der Beträume / der Synagoge

Der Standort des Betsaales in Heimersheim (1848-1870) ist nicht bekannt 
Erster Betsaal im ehemaligen Hotel Landskron Ecke Haupt- und Poststraße
Wadenheimer Straße 10 (großenteils Freifläche, teilweise in das Grundstück Wadenheimer Straße 8 aufgegangen).

  
  
Fotos / Pläne   

Die Baupläne von Architekt Heinrich Schmitz   
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Ansicht der Westseite  Querschnitt   Grundriss - deutlich werden 
Veränderungen in der Planung 
     
     
     
Die Synagoge 
(Fotos von 1908)
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  Die Synagoge in Bad Neuenahr   Programm der Synagogeneinweihung  
     
     
Der Gedenkstein für die 
Synagoge in Bad Neuenahr
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 31.8.2007)
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   Der Parkplatz auf dem ehemaligen
 Synagogengrundstück
Blick auf den Gedenkstein am Rande 
des Synagogengrundstücke
        
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  Gedenkstein mit Inschrift: "Zur Mahnung * zum Gedenken. In diesem Bereich stand die 
Synagoge der ehemaligen jüdischen Gemeinde Bad Neuenahr. Erbaut 1901. Zerstört 1938."

  
  
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  

Mai 2010: In Bad Neuenahr sollen "Stolpersteine" verlegt werden   
Artikel im "General-Anzeiger" vom 19. Mai 2010 (Artikel): "Stolpersteine in Bad Neuenahr sollen an Nazi-Opfer erinnern. 
Bad Neuenahr.
Einstimmig und ohne Diskussion beschloss der Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler in seiner jüngsten Sitzung die Installation von Stolpersteinen im Stadtgebiet. Sie sollen an jene jüdischen Mitbürger erinnern, die in der Zeit der Nazidiktatur die Stadt verlassen mussten oder ums Leben kamen. Nur aus den Reihen der CDU gab es drei Enthaltungen für diesen Antrag, den die SPD eingebracht hatte..."   
 
Artikel in der "Rhein-Zeitung" vom 20. Mai 2010 (Artikel): "'Stolpersteine' gegen das Vergessen
Bad Neuenahr-Ahrweiler
- 'Ein Mensch ist vergessen, wenn sein Name vergessen ist', sagt der Kölner Künstler Gunter Demnig, der die 'Aktion Stolpersteine' ins Leben gerufen hat. Stolpersteine sollen nun auch in Bad Neuenahr-Ahrweiler verlegt werden. Dies hat jetzt der Stadtrat der Kreisstadt bei drei Enthaltungen einstimmig beschlossen..."   
  
Juni 2011: Die Verlegung von "Stolpersteinen" ist für 2012 geplant  
Artikel in der "Rhein-Zeitung" vom 6. Juni 2011 (Artikel): "Stolpersteine gegen das Vergessen von Nazi-Opfern in Bad Neuenahr-Ahrweiler
Bad Neuenahr-Ahrweiler -
Im Jahr 2012 werden in Bad Neuenahr-Ahrweiler die ersten 'Stolpersteine' verlegt. Sie erinnern an verfolgte jüdische Opfer der Nationalsozialisten. 
'Ein Mensch ist vergessen, wenn sein Name vergessen ist' – mit diesem Satz wendet sich der Künstler Gunter Demnig seit Jahren gegen das Vergessen von Millionen Opfern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Mit den im 'Stolpersteinen' tauchen die Namen der Verfolgten wieder in der Öffentlichkeit auf. Im kommenden Jahr soll Demnig die ersten Steine setzen. Flankiert wird die Aktion mit dem Themenjahr der Rathaus-Kultur unter dem Motto 'Stolpersteine' und zahlreichen Veranstaltungen..."   
   
November 2011: Am 19. April 2012 werden die ersten "Stolpersteine" in Bad Neuenahr verlegt  
Artikel in der "Rhein-Zeitung" vom 14. November 2011 (Artikel): "Stolpersteine 2012 auch in Bad Neuenahr
Bad Neuenahr-Ahrweiler - Der Holocaust machte auch vor Bad Neuenahr nicht halt. Daran sollen demnächst Stolpersteinen in den Straßen der Kurstadt erinnern. Auf glänzenden Messingtafeln werden die Namen der verschleppten Mitbürger zu lesen sein. 
Am 19. April kommenden Jahres erhält Bad Neuenahr-Ahrweiler seine ersten Stolpersteine..."    
 
April 2012: In Bad Neuenahr-Ahrweiler wurden die ersten "Stolpersteine" verlegt   
Artikel von Frieder Bluhm in der "Rhein-Zeitung" (RZ Ahrweiler) vom 19. April 2012: "Namen in Messing erinnern an Naziopfer. 
Bad Neuenahr-Ahrweiler.
In Bad Neuenahr-Ahrweiler liegen jetzt die ersten Stolpersteine des Kölner Künstlers Gunter Demnig. Sie erinnern an die in der NS-Zeit ermordeten jüdischen Mitbürger..."  
Link zum Artikel     
  
 
 
 
 
April 2013: Weitere Verlegung von "Stolpersteinen" in Bad Neuenahr und Heimersheim 
Artikel von Beate Au in der "Rhein-Zeitung" vom 11. April 2013: "Bad Neuenahr: Stolpersteine erinnern an jüdische Opfer des Nazi-Terrors. 
Kreisstadt
- In Bad Neuenahr-Ahrweiler erinnern seit gestern zwölf weitere Stolpersteine an jüdische Mitbürger, die in der NS-Zeit ermordet und deportiert wurden..."  
Link zum Artikel   
  
April 2013: In Heimersheim wurde von einem "Souvernirjäger" ein "Stolperstein" gestohlen    
Artikel in der "Rhein-Zeitung" vom 18. April 2013: "Souvenirjäger stiehlt Stolperstein.  
Bad Neuenahr - Ahrweiler
- Nur wenige Stunden nach dem Diebstahl eines an die Opfer der Nazidiktatur erinnernden Stolpersteins in Heimersheim hat die Polizei den Täter ermittelt: ein 32-jähriger Pole. Er soll den Stein entwendet haben, um ihn als Souvenir mitzunehmen...". 
Link zum Artikel  -  auch eingestellt als pdf-Datei    
 
Januar 2014: In Bad Neuenahr werden zum Holocaust-Gedenktag die "Stolpersteine" gereinigt  
Artikel von Marion Monreal im "General-Anzeiger" vom 30. Januar 2014: "Erich-Kästner-Realschule plus. Neuntklässer reinigen die 36 Bad Neuenahrer Stolpersteine
BAD NEUENAHR.
Es ist am Holocaustgedenktag schon eine besondere Art der Spurensuche: 15 Schüler der Klasse 9 R der Erich-Kästner-Realschule plus knien sich in der Bad Neuenahrer Innenstadt zehnmal nieder, um akribisch die Stolpersteine zu reinigen - aber auch um das Schicksal, das die jüdischen Mitbürger ereilt hat, laut vorzulesen..."
Link zum Artikel 

    
     

Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Bad Neuenahr - Ahrweiler   
Informationen zum jüdischen Friedhof in Bad Neuenahr (interner Link)

Literatur:  

Hans Kleinpass: Die Anfänge der ehemaligen Synagogengemeinde Bad Neuenahr. Die Spuren führen zurück nach Heimersheim.  Online zugänglich  
ders.: Zur Baugeschichte der ehemaligen Synagoge Bad Neuenahr.  Online zugänglich  
Leonhard Janta: "Man konnte uns aus der Heimat vertreiben, aber man konnte die Heimat nicht aus uns vertreiben". Erinnerungen ehemaliger jüdischer Mitbürgerinnen aus Bad Neuenahr und Ahrweiler. Online zugänglich 
Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mainz 2005. S. 94-95 (mit zahlreichen weiteren Literaturangaben). 

Bertram Lit Rheinische Juden 010.Gif (49575 Byte)Matthias Bertram: ...mit ihren eigenen Worten. Rheinische Juden erzählen aus ihrem Leben. Verlag Shaker Media GmbH Aachen 2017. ISBN 978-3-95631-571-8 
108 S. Vertrieb über den Verlag. Preis 9,90 €  http://www.shaker-media.eu/de/ Zum Buch: https://www.shaker-media.eu/de/content/Bookshop/index.asp?ID=2&ISBN=978-3-95631-571-8  . 
Das vorliegende Buch ist eine weitere Dokumentation von Matthias Bertram zur regionalen Geschichte des Rheinlandes. Es schildert Lebenssituationen von Nachkommen rheinischer Juden, die den Holocaust überlebten, mit deren eigenen Worten. War der Ursprung und das Zuhause der großen Familie Heymann bis etwa 1865 in Dernau, so zog es die Familienmitglieder danach nach Ahrweiler, Neuenahr, Siegburg, Euskirchen und andere Orte des Rheinlands. Fast alle Familienmitglieder spielten in ihren jeweiligen Gemeinden eine wesentliche, anerkannte Rolle, nicht nur in der jüdischen Gemeinde, sondern auch im allgemeinen gesellschaftlichen Leben der jeweiligen Städte. Damit standen sie in der Tradition ihrer Vorfahren Marc Heymann (1794-1862) und Jacob Heymann (1746-1818). In alten Dokumenten wurde Jacob Heymann (vor 1808: Chaim ben Issac) als Vorsitzender der Dernauer Synagoge und zentrale Person des Judentums im Ahrtal bezeichnet. Marc und Jacob sind beide auf dem kleinen Friedhof von Dernau beerdigt.
Im Buch kommen Verfolgte des Naziregimes zu Wort und berichten, wie sie die Ereignisse vor bzw. nach dem 2. Weltkrieg sahen. Es beschreibt Fritz Heymann aus Euskirchen, Sohn des aus Ahrweiler stammenden Josef Heymann seine Jugend in Euskirchen und im rheinischen Raum, sein Erleben der Reichskristallnacht, seine Flucht nach England, seine dortige Internierung und die Reise mit dem englischen Truppentransporter DUNERA nach Australien. Amalie Adler geb. Heymann aus Ahrweiler / Neuenahr beschreibt ihre Gefühle beim Verlassen der alten Heimat in einem herzzerreißenden Gedicht und ihr Bruder Otto Heymann geb. in Neuenahr berichtet von seiner Reise in den jungen Staat Israel im Jahr 1949, seinem Wiedersehen mit den Verwandten, die den Holocaust überlebten und den vielen Problemen mit denen der junge Staat Israel zu kämpfen hatte. Eine auch heute hochaktuelle u. lesenswerte Dokumentation zum Thema Flucht/Vertreibung.   

   
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Bad Neuenahr Rhineland. A Street of the Jews is mentioned in 1618. In the 19th century, Jews settled around the local mineral springs. The community, officially founded in 1896, opened a cemetery in 1894 and consecrated a synagogue in 1901. A Jewish sanatorium operated from 1899. The Jewish population reached a peak of 96 (total 7,806) in 1933. In 1937 Jews owned three hotels. On Kristallnacht (9-10 November 1938), these hotels were damaged along with Jewish homes and the synagogue. Dozens of Jews were presumably deported to the east in 1942. At least 34 are known to have died in the Holocaust.  
      
        

                   
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Stand: 22. Juni 2017