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Seesbach (VG
Bad Sobernheim, Kreis Bad Kreuznach)
Jüdische Geschichte / Jüdischer Friedhof
(erstellt unter Mitarbeit von Otmar Frühauf,
Breitenthal)
Übersicht:
Zur jüdischen Geschichte
in Seesbach
In Seesbach gab es einige jüdische Familien vom 18. bis
zum 20. Jahrhundert, ohne dass es zur Bildung einer selbständigen Gemeinde
gekommen ist. Die Zahl der jüdischen Einwohner entwickelte sich wie
folgt: 1823 18 jüdische Einwohner, 1852 31, 1858 39, 1895 9, 1925 2 (Ehepaar
Emma und Simon Roos, die 1929 und 1937 noch in Seesbach gestorben sind). Ob
zeitweise ein eigener Betraum in einem der jüdischen Häuser vorhanden war, ist
nicht bekannt. Die jüdischen Kinder erhielten ihren Religionsunterricht durch
Lehrer anderer Gemeinden. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sind die
Familien teilweise ausgewandert (Familie Roos in die USA), teilweise in andere
Orte verzogen: Jonas Haas und Isaak Wolf gründeten Geschäfte in Sobernheim;
die Manufakturwarenhandlung von Isaak Wolf war dort ein hoch angesehenes und
erfolgreiches Geschäft. Peter und Daniel Wolf aus Seesbach ließen sich als
Kurzwarenhändler bzw. als Metzger in Sobernheim
nieder.
Von den in Seesbach geborenen und/oder längere Zeit am Ort
wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Sara Hirsch geb. Wolf
(1873), Ludwig Rothschild (1886), Alexander Rothschild (1880), Ludwig (Lazarus)
Scholem (1863).
Zur Geschichte des Friedhofes
Der jüdische Friedhof in Seesbach
wurde um 1800 (nach anderen Angaben erst nach der Mitte des 19. Jahrhunderts) angelegt. Der älteste datierbare Stein ist von
1802 (falls die Lesung der Jahreszahl auf dem unten abgebildeten Stein richtig
ist), der jüngste
von 1937 (Simon Roos, gest. 9. Februar 1937). Die
Friedhofsfläche umfasst 13,50 ar. Es sind noch zehn Einzelgräber und ein
Doppelgrab zu erkennen. Fünf früher vorhandene Grabsteine fehlen. Das
Friedhofsgelände ist von einer Hecke umgeben, ein Holzzaun bildet die westliche
Abgrenzung zu einer Wiese.
Lage und Plan des Friedhofes
Der Friedhof liegt am nördlichen Ortsrand, an der Straße
nach Waldfriede (Ecke Rosenstraße / L 230)
Link
zu den Google-Maps
Plan:
Plan
aus der Dokumentation "Jüdische Grabstätten..." (s.Lit.) S.
395 mit Nummerierung der Grabstätten. |
Fotos
(Fotos: Otmar Frühauf, Aufnahmedatum 30.3.2009; die Zahlen der Grabsteine
beziehen sich auf die Nummerierung in der unter "Literatur" genannten
Dokumentation, vgl. Plan oben)
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| Blick auf den Friedhof |
Das Eingangstor |
Grabsteine [9] und [11] |
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Blick über den
Friedhof, erkennbar
Grabsteine [9] und [11], links Grab
ohne Stein [10];
weitere Grabsteine
im Hintergrund |
Grabsteine [9] und [11] |
Grabfläche mit Umrandung ohne
Stein im Plan [10] darüber Grabsteine [9] und [11] |
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Vgl. Plan oben: erkennbar sind
(obere Reihe) Grabsteine [2], [3]
und [4] sowie (linke Reihe)
Grabsteine
[5], [6] und [7] |
Grabstein [2] oben
links von 1855 mit Inschrift (übs.): "Hier liegt begraben / ein
Mann, der ging in Schlichtheit / mit reinen Händen, beliebt bei allen /
Brüdern, immer wohltätig / der vornehme Herr Jizchak, Sohn des Uri /
gestorben am Freitag, 25. Schwat, und begraben / am 27. desselben im Jahr
615 nach der kleinen Zählung. / Seine Seele sei eingebunden in den Bund
des Lebens." |
Grabstein [3] oben
rechts von 1802
mit Inschrift (übs.): "Hier liegt begraben
die
vornehme Frau, / die teure,
gottesfürchtige / Neche, Tochter des
Schneur
ha Levi, / gestorben am
Freitag, dem 25. / Kislew im Jahr 562
nach der
kleinen Zählung, / und begraben
am Montag, dem 28. des Monats |
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| Erkennbar Grabstein [5] in der
Mitte |
Grabstein [6] |
Grabstein [8] |
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Grabstein [4] für
Emma Roos geb. Schlachter (1856 Sien - 1929 in Seesbach) und
Simon Roos
(1852-1937), die beiden letzten jüdischen Einwohner am Ort |
Grabstein [7] |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Dokumentation Jüdische Grabstätten im Kreis Bad
Kreuznach. Geschichte und Gestaltung. Reihe: Heimatkundliche Schriftenreihe
des Landkreises Bad Kreuznach Band 28. 1995. S. 391-398.
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