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Friedhöfe in der Region"
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Friedhöfe in Mittelfranken"
Schnaittach (Kreis
Nürnberger Land)
Jüdische Friedhöfe
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
Siehe Seite
zur Synagoge in Schnaittach (interner Link)
Zur Geschichte der Friedhöfe
Ein jüdischer Friedhof wird erstmals 1537
erwähnt. Er war später der Begräbnisplatz auch für die übrigen
Judengemeinden der Rothenberger Herrschaft wurde (Hüttenbach, Ottensoos,
Forth).
Sogar Juden der Gemeinde Fürth wurden im 16. Jahrhundert (bis 1607) in
Schnaittach begraben. Zwischen den Gemeinden der "Medinat Oschpah"
(jüdische Bezeichnung für den Verband der Gemeinden Ottensoos,
Schnaittach,
Forth und Hüttenbach) war das Eigentumsrecht am Friedhof bis Anfang des 18.
Jahrhunderts immer wieder umstritten. 1710 wurde durch ein Schiedsgericht
festgelegt, dass die Gemeinde Schnaittach Alleinbesitzerin des Friedhofes ist
und das Hausrecht erhielt. 1757 wurde von den vier Verbandsgemeinden beim
Friedhof ein Quellbrunnen angelegt. 1762 wurde der Friedhof erweitert und mit
einer Mauer umgeben. Auch ein neues Taharahaus wurde erstellt.
1815 war absehbar, dass der Friedhof bald belegt war. 1834 konnte man
unweit des ersten Friedhofes einen Acker zur Anlage eines neuen Friedhofes
erwerben. Noch im selben Jahr fand hier die erste Beisetzung statt.
Ein dritter Friedhof wurde 1897 angelegt. Auf ihm wurde - teilweise mit
Steinen des zuvor abgebrochenen alten Taharahauses - ein neues Taharahaus
erbaut. Die erste Beisetzung auf dem dritten Friedhof war am 5. April 1897.
In der NS-Zeit wurden die Friedhöfe schwer geschändet. Erstmals wurden im
Oktober 1933 auf einem der Friedhöfe acht Grabsteine umgeworfen. Während der
Zeit des Zweiten Weltkrieges wurde ein großer Teil der
Grabsteine zerschlagen und als Baumaterial verkauft.
Aus der Geschichte der Friedhöfe
Bemühungen um die Restaurierung des alten Friedhofes
(1887)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. September 1887:
"Schnaittach (Bayern). Es befindet sich dahier ein uralter, nicht
mehr benützter jüdischer Friedhof. Die alten Grabsteine waren und sind größtenteils
umgefallen, tief in den Boden versunken; die über 600 Meter lange
Umfassungsmauer ist ebenfalls zum Teile verfallen. Es war zu beklagen, wie
die Denkmäler dieser altehrwürdigen Ruhestätte von Jahr zu Jahr dem
weiteren Verfalle entgegengingen. Die jetzt kleine und ehemals so
bedeutende Gemeinde, an deren Spitze große Männer gestanden haben wie Rabbiner
Abraham Wallerstein (sc.: war ab 1757 Vizerabbiner, ab 1767
Hauptrabbiner in Schnaittach) und Rabbiner Meir Heller (sc.: Meir
Heller Pretzfelder war 1811 bis 1823 Rabbiner in Schnaittach; die beiden
letzten - das Andenken an die Gerechten ist zum Segen - haben hier
ihre Ruhestätte) ist nicht im Stande, die ziemlich beträchtlichen
Kosten, welche die Restaurierung erfordert, aufzubringen. Da wandte sich
Herr Kultusvorstand Lichtenstädter dahier, der Allem, was seine Religion,
seine Stammesgenossen und seine Gemeinde berührt, opferbereit ein reges
Interesse entgegenbringt, mit einem warm empfundenen Aufrufe zunächst an
Diejenigen, deren Vorfahren in Schnaittach die letzte Ruhestätte
gefunden, mit der Bitte, das fromme Unternehmen zu unterstützen. Hierauf
flossen, besonders aus Amerika, namhafte Beiträge und wird mit denselben,
nicht allein seit bereits 10 Wochen die Mauer restauriert, sondern es sind
viele umgefallene und gesunkene alte Grabsteine mittelst Winden gehoben
und aufgerichtet worden. Man fand bis jetzt Steine, welche ein Alter von
3-400 Jahren aufweisen.
An einem Teile der Mauer, welche eingesunken war, ist eine Anzahl
Märtyrer begraben, das sind Ermordete. Ob solche unter diesen sind,
welche den Märtyrertod erlitten, oder ob alle einfach durch Mördershand
gefallen, konnten wir bis jetzt noch nicht enträtseln. Ein Stein in der
Mauer kam zum Vorschein, dessen Inschrift mit den Worten beginnt: 'sie
haben meinen Leib erschlagen', was vielleicht auf einen Märtyrertod
hindeutet.
Es wäre sehr zu wünschen, dass nachdem die ältesten Steine, welche von
mächtiger Dicke sind, wieder errichtet und die Inschrift aufgefrischt
worden, ein Kundiger sie lese; wahrscheinlich liefern sie dem Forscher in
der Geschichte der Juden, manches wichtige, jedenfalls interessante
Material.
Leider reichen die eingegangenen Beiträge zur Vollendung des Werkes nicht
aus, und unsere Hoffnung und Bitte geht dahin, dass auch Fernstehende,
welche Interesse für die Wiederinstandsetzung der alten Denkmäler eine
alten jüdischen Gemeinde haben, mit der gütigen Einsendung eines
Beitrages an Herrn Kultusvorsteher Lichtenstädter dahier, das von
demselben unternommene verdienstvolle Werk fördern
möchten." |
Zum
Tod des Kriegsveteranen David Klein aus Ottensoos und seine Beisetzung am 19. Mai
1885 in Schnaittach
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4.
Juni 1885: "Schnaittach, 18. Mai (1885). Eine Beerdigung, wie solche auf
unserm 500 bis 600 Jahre alten Begräbnisplatze kaum noch gesehen worden, fand
heute statt. Es wurde nämlich der Veteran aus den Kriegen 1866 und 1870 David
Klein aus Ottensoos beerdigt. Der Veteranen- und Kriegerverein Ottensoos
begleitete die Leiche und hier (sc. Schnaittach) wurde der Kondukt, vom
gleichnamigen hiesigen Verein außerhalb des Marktes in Empfang genommen. Beide
Vereine marschierten nun mit gesenkten Fahnen dem Leichenzug voraus und die Musik
spielte einen Trauerchoral bis am Friedhof. Hier hielt der Vorstand des Vereins
Ottensoos Herr Bäckermeister Lämmer eine ergreifende Rede, und unter den
üblichen drei Salven wurde der Sarg in die Erde gesenkt.
Der Verstorbene war der einzige Sohn seiner hochbetagten Eltern Lippmann und
Roschle Klein und erregte das Unglück dieser braven alten Leute ungeteiltes
Mitleid bei allen Konfessionen.
Bei dieser Gelegenheit machte sich wieder die Lücke recht fühlend, dass unser
Rabbinatssitz noch immer verwaist ist, seitdem Herr Rabbiner Dr. Salzer uns
verlassen, denn gewiss wäre hier eine Grabrede am Platze gewesen und vom
derzeitigen Verweser Herrn Rabbiner Wißmann in Schwabach, der ja fast eine
Tagesreise hierher hat, konnte dies nicht verlangt werden, wenn wir auch
überzeugt sind, dass er gewiss erschienen wäre, wenn er von der Beerdigung
gewusst hätte.
Nun fragt man sich, wie lange wird jetzt noch immer die Rabbinatsstelle
unbesetzt bleiben und ob es in vier Gemeinden, die zum Rabbinat gehören, keine
Männer mehr gibt, die für endliche Widerbesetzung eintreten! - Wahrlich, es
wäre hohe Zeit dazu, sonst könnten Schule und viele Anstalten darunter leiden,
denn, wenn auch der pflichteifrige Herr Verweser im Jahre zweimal kommt, kann er
doch nicht Alles übersehen".
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Lage der Friedhöfe in Schnaittach
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Die Lage der Friedhöfe ist eingezeichnet
im Stadtplan Markt Schnaittach des
Städteverlages - oben anklicken und
unter "Behörden und öffentl. Einrichtungen"
weiter zu
"Friedhof, israel. Henselbühl" und "Friedhof, israel.
Krankenhausweg";
der älteste der drei Friedhöfe ist die
Grünfläche, über der "Grundschule" zu lesen ist. |
Plan der drei jüdischen
Friedhöfe in Schnaittach. Die
Ansicht kann unmittelbar mit dem Stadtplan
(links)
verglichen werden.
Quelle: Israel Schwierz: Steinerne
Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern.
s.Lit. S. 179. |
Fotos
Historische Fotos
(Quelle:
Fotos von Theodor Harburger, Aufnahmedatum 8. Mai 1928, veröffentlicht in: Inventarisierung jüdischer Kunst-
und Kulturdenkmäler Bd. 2 S. 112-116; hieraus auch die erklärenden Text zu den
Fotos).
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Blick über den
alten Friedhof |
Doppelgrabstein des Rabbiners
Selig
Chasan, Sohn des R. Chajim aus
Burgkunstadt (Todesdatum nicht
lesbar)
und seiner Frau Esther, gest. am 22.8.1689
(6. Elul 5449) vgl.
den Stein 2004 s.u. |
Blick über den alten Friedhof
(Foto von Rudolf Uibl, Schnaittach) |
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Grabstein der Frau Freidel,
Witwe des
Gemeinde-Vorstehers Juda Loeb
Ottensoos, gest. 31.7.1709 |
Grabstein |
Grabstein des Berle
Schnaittach, d.h.
Issachar, Sohn des Jakob ha-Levi,
beerdigt Sonntag,
30.10.1712 |
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Neuere Fotos
(alle Fotografien wurden von Klaus
Kurre, Mainberg angefertigt und dürfen nicht ohne Genehmigung weiter
verwendet werden. Hochauflösende Aufnahmen und weitere, hier nicht
hinterlegte Bilder können per Mail
bei
Klaus Kurre angefordert werden).
Links und Literatur
Literatur:
 | Germania Judaica II,2 S. 335-336, III,1 S. 510-511. |
 | Michael Trüger: Artikel zum jüdischen Friedhof Schnaittach, in:
Der Landesverband der israelitischen Kultusgemeinden in Bayern. |
 | Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern.
Hg von der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit A 85. 1988. S.
178-180. |
 | Central Archives for the History of the Jewish People, Jerusalem
und Jüdisches Museum Franken. Fürth & Schnaittach (Hg.):
Theodor Harburger: Die Inventarisation jüdischer Kunst und Kulturdenkmäler
in Bayern. In 3 Bänden. Fürth 1998. |

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