Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Zusammenstellung: Jüdische KZ-Friedhöfe in Baden-Württemberg  

Offenburg (Ortenau-Kreis) 
Die jüdischen Friedhöfe
    

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde 

siehe Seite zur Synagoge in Offenburg (interner Link)     
   
  

Übersicht:  

Zur Geschichte der jüdischen Friedhöfe in Offenburg 

Einzelne Presseberichte zu den jüdischen Friedhöfen  

Fotos

Texte - Gedichte von Schülerinnen aus dem Oken-Gymnasium Offenburg  

Links und Literatur   

     

Zur Geschichte der jüdischen Friedhöfe in Offenburg      

Bereits im 17. Jahrhundert wurde ein (nicht mehr bestehender) jüdischer Friedhof der damaligen jüdischen Gemeinde Offenburgs auf dem Gebiet des heutigen Freiburger Platzes ("am Hohen Rain beim ehemaligen Gutleuthaus") angelegt und bis zur Anlegung eigener Friedhöfe auch von den Juden aus Diersburg und Durbach benutzt. Eine "Judenbrücke", die auf älteren Stadtplänen verzeichnet ist und über den Waldbach führte, erinnerte lange an den Weg der den Friedhof besuchenden auswärtigen Juden. Die letzte Beisetzung eines Durbacher Juden hatte 1813 stattgefunden. Bis 1835 zahlte die Durbacher jüdische Gemeinde auch den Bodenzins. Damals waren noch zwei in den Boden gesunkene Grabsteine vorhanden. In diesem Jahr beanspruchte die Stadt das Grundstück als Allmendplatz. Die Durbacher Juden wollten den Platz nur unter der Bedingung abtreten, dass er nicht umgegraben werde und als Grasplatz erhalten bleibe. die Verhandlung zogen sich lange hin. Schließlich wies die Stadt den Einspruch der Durbacher Juden zurück und drohte mit Schadenersatzklage. Ende des Jahre 1836 erfolgte die Versteigerung. Die Friedhof wurde aufgelassen. Auch in späteren Jahren ist er nicht geschützt worden; bei Straßenbauten und Abbrucharbeiten in den 1920er-Jahren kamen mehrere Grabsteine dieses Friedhofes zum Vorschein. Sie wurden damals auf dem neuen jüdischen Friedhof aufgestellt
    
Die neue jüdische Gemeinde bat im Oktober 1868 die Stadt um Zuweisung eines Platzes zur Anlage eines neuen jüdischen Friedhofes (seit 2010: alter jüdischer Friedhof). Dies war nötig geworden, da der Diersburger Synagogenrat die in Offenburg wohnenden Juden aus dem Begräbnisverband ausgeschlossen hatte. Der Zeitpunkt war günstig, da gerade in dieser Zeit ein neuer städtischer Friedhof an der Moltkestraße geplant wurde. Der Offenburger Gemeinderat genehmigte am 13. Dezember 1869 die Abtretung von 117 Ruten an die israelitische Gemeinde, die sich bereit erklärte, die Kosten für die Umzäunung selbst zu tragen. Im August 1870 hieß der Synagogenrat den endgültigen Beschluss gut. Dieser Friedhof wurde mit dem allgemeinen Friedhof in den Jahren 1912 und 1925 erweitert. Er ist auch nach 1945, trotz Schließung des allgemeinen städtischen Friedhofes, immer wieder belegt worden (letzte Beisetzung 1974). 
Auf dem Friedhof befinden sich eine Gedächtnisstätte und 45 Gräber von "Opfern der Gewaltherrschaft 1933-45" (Zwangsarbeiter, darunter viele Juden; 41 überwiegend jüdische KZ-Häftlinge wurden im April 1945 in der Ihlenfeld-Kaserne in Offenburg bestialisch ermordet). Verschiedene Hinweis- und Gedenktafeln sind angebracht (Fläche des Friedhofs: 26,67 ar), darunter das am 23. Oktober 1990 eingeweihte Mahnmal für die Opfer des Holocausts aus Offenburg. 
  
Im November 2010 wurde ein neuer jüdischer Friedhof im südlichen Bereich des Friedhofes Weingarten in Offenburg eingeweiht (siehe Pressebericht unten). Das Grundstück wurde von der jüdischen Gemeinde Emmendingen erworben. Es ist Platz für 80 Grabstätten vorhanden. Die Einweihung des Friedhofes war am 21. November 2010 in Anwesenheit von Landesrabbiner Benjamin Soussan.    
     
    
   
Einzelne Presseberichte zu den jüdischen Friedhöfen 

Dezember 2008: Grabsteine wurden restauriert  
Artikel von Bettina Kühne (Foto von Iris Rothe) im "Offenburger Tageblatt" (www.baden-online.de) vom 23. Dezember 2008:      Rabbiner freut sich über Geste - 26 jüdische Grabmale auf Altem Friedhof restauriert / Schrifttafeln wieder lesbar / Lageplan erstellt
Auf dem Alten Friedhof wurden 26 jüdische Grabmale restauriert. Das entspricht zwar nicht der jüdischen Tradition, aber der Landesrabbiner der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden begrüßte die Aktion trotzdem. 
Offenburg. 'Eine Grabstätte ist wichtiger als eine Synagoge', strich der Landesrabbiner der IRG Baden, Benjamin David Soussan, gestern heraus. Er kam auf Einladung der Stadt Offenburg auf den Alten Friedhof; dort sind in der zweiten Jahreshälfte 26 jüdische Grabsteine restauriert worden. Insgesamt wurde für die Maßnahme 25 000 Euro veranschlagt. Diese Konservierung entspricht eigentlich nicht dem jüdischen Brauch: Normalerweise 'versinken' die Gräber allmählich. Dennoch freute sich der Rabbiner über die Geste. Und sie scheint ihm auch sinnvoll vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte. Denn jetzt gebe es wieder 'eine Neugierde', weiß er. Entsprechend behutsam ist Eberhard Grether vom Landesdenkmalamt bei der Restaurierung auch vorgegangen. Die aus Buntsandstein bestehenden Grabsteine wurden mit Kieselsäureester gefestigt. Den Bewuchs, meist Moose und Flechtern, aber auch kleinere Gestrüppe, wurden dagegen gelassen. Besonderes Augenmerk galt bei der Restaurierung den Schrifttafeln. Auf Hebräisch und teilweise in lateinischer Schrift sind Namen, Geburts- und Sterbedaten notiert. 
Lageplan erstellt. Um diese Information ganz sicher zu erhalten, erstellte Karl Schlessman eine Fotodokumentation. Ehrenamtlich fotografierte er im Auftrag der Stadt jeden der Grabsteine so, dass die Inschrift optimal zu lesen ist. Zudem wurde ein Lageplan der Gräber erstellt. Die Dokumentation wurde gestern an den Landesrabbiner übergeben. Schon in früheren Zeiten waren die Juden froh, wenn sie ihren Friedhof – der in der jüdischen Tradition eigentlich eher als Treffpunkt aller Lebendigen verstanden wird – in einem anderen Friedhof integrieren konnten. 'So war man gegen Zerstörung besser geschützt', gab der Rabbi zu bedenken. Denn Grabstätten würden weiter geschändet – wie im vergangenen Jahr in einer Gemeinde bei Freiburg. 'Warum gegen Steine kämpfen?', fragte der Rabbiner. Es gäbe Probleme genug – Armut, Arbeitslosigkeit, Krankheit –, da müsse man nicht irgendwelche Steine bekämpfen. 
Der letzte Vorbeter. Auf dem jüdischen Friedhof in Offenburg finden sich viele 'typische' Namen: Bestattet sind hier Familienmitglieder der Weils, Blochs oder Kahns. Soussan: 'Ein hier verbreiteter Name ist auch Schnurrmann.' Aus dieser Familie stammte auch der letzte Vorbeter in der Offenburger Synagoge. Bürgermeister Dieter Eckert hofft, dass viele Besucher auf dem jüdischen Friedhof vorbeikommen. Schließlich sei er ein Dokument darüber, 'welche Bedeutung die jüdische Gemeinde Offenburg im gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Leben einst hatte'. An die dann 1933 bis 1945 folgende Vernichtung der Juden erinnert ein 1990 errichtetes Mahnmal auf dem Friedhof. 
Areal gibt’s seit 1871. Übrigens: 1868 ersuchte die jüdische Gemeinde die Stadt um die Zuweisung eines Friedhofes. Weil damals gerade der Alte Friedhof geplant wurde, wurde 1869 eine Fläche genehmigt; die Einzäunung sollte die jüdische Gemeinde finanzieren. Ab 1871 wurde dann auf dem Areal bestattet.
Jüdischer Glaube. In Offenburg leben derzeit rund 20 jüdische Familien. Seit Sonntag, also der Wintersonnwende, sind ihre Feierlichkeiten fürs Lichterfest im Gange. Damit wird an die Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem erinnert, nachdem die römisch-griechische Herrschaft überwunden war. Höhepunkt ist am 27. Dezember 'Chanukka': Nach einer Woche strahlen alle Lichter am achtarmigen Leuchter."   
  
November 2010: Die Einweihung des neuen jüdischen Friedhofes   
Artikel von Gertrude Siefke in der "Badischen Zeitung" vom 21. November 2010 (Artikel): 
"Neue Ruhestätte. Jüdische Gemeinde weiht jüdischen Friedhof in Offenburg ein
70 Jahre nach der Deportation der badischen Juden ins Lager nach Gurs hat Landesrabbiner Benjamin Soussan am Totensonntag einen neuen jüdischen Friedhof in Offenburg eingeweiht.
 
Der Vorsitzende des Oberrates der Israeliten Badens, Wolfgang Fuhl, zitierte den ersten israelischen Ministerpräsidenten David Ben Gurion mit den Worten: "Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist." Von einem "besonderen Tag" sprach Viktoria Budyakova, Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Emmendingen, zu deren Einzugsgebiet die Ortenau gehört. 
Vor anderthalb Jahren hätten Offenburger Gemeindemitglieder die Initiative ergriffen und das Vorhaben noch unter ihrer Vorgängerin Ute Teschemacher angestoßen. Gemeinsam mit der Friedhofsverwaltung wurde ein Standort gesucht und im Süden des Weingartenfriedhofs gefunden; die Technischen Betriebe verwendeten diese Fläche bislang als Lagerplatz für den Friedhof.
Von den 48 jüdischen Mitbürgern in Offenburg sind fast 70 Prozent über 60 Jahre. Auch wenn ihnen ein langes Leben vergönnt sein solle, müsse nüchtern in die Zukunft geschaut werden. Der neue Begräbnisort bietet Platz für 80 Grabstätten: "Es ist gut zu wissen, wo man würdig zur letzten Ruhe geleitet wird", sagte Budyakova, deren besonderer Dank den Gemeindemitgliedern galt, die sich ehrenamtlich um das Anlegen des Areals kümmerten.
Nach jüdischem Verständnis sind Friedhöfe "Ruhestätten für die Ewigkeit". Auf dem jüdischen Friedhof am Waldbach, der 1870 angelegt wurde, fand 1974 die letzte Beerdigung statt; danach gab es an dieser Stelle keinen Platz mehr für weitere Bestattungen.
Offenburger Juden wurden in den Folgejahren in Kehl oder in Emmendingen beerdigt. Jetzt besteht auch in Offenburg wieder die Möglichkeit, die Toten in unmittelbarer Nähe zu Grabe zu tragen; ältere Angehörige brauchen keine mitunter beschwerliche Anfahrt mehr auf sich nehmen. Die Gräber sind nach Osten, nach Jerusalem, ausgerichtet. Statt vergänglicher Blumen werden Steine auf die Gräber gelegt. Oberbürgermeisterin Edith Schreiner erinnerte an die jüdische Bezeichnung eines Friedhofs als guten Ort: "Wir hoffen, das es für Sie ein guter Ort wird."
"Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist." Wolfgang Fuhl, Vorsitzender des Oberrates der Israeliten Badens, zitiert David Ben Gurion..
Von einem "freudigen Ereignis" sprach Wolfgang Fuhl, der aus Lörrach kam und als Oberrat seine erste Friedhofseinweihung erlebte. Die badische jüdische Gemeinde sei die weltweit am stärksten wachsende. Dass das jüdische Leben nach Deutschland zurückgekehrt sei, dass es wieder jüdischen Schulunterricht gebe, bezeichnete er als "Wunder".
Nicht verschweigen wolle er aber, dass jedes Jahr in Deutschland ein jüdischer Friedhof geschändet werde. Fuhl betonte, dass Offenburg vorbildlich zu seiner politischen Verantwortung stehe. Obwohl es keine eigene jüdische Gemeinde in der Stadt gebe, sei die Kommune Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft zur Erhaltung der Gräber in Gurs: "Das ist herausragend."
Müssten sich Juden entscheiden, eine Synagoge oder einen Friedhof zu bauen, habe der Begräbnisplatz Priorität, führte Landesrabbiner Benjamin Soussan aus: "Unsere Toten können nicht warten." Gemeinsam mit dem Kantor der israelitischen Gemeinde Freiburg, Josef Hayoun, und den männlichen jüdischen Besuchern schritt Soussan sieben Mal die Friedhofsfläche ab.
Eva Mendelsson, die 1934 als Eva Cohn in Offenburg geboren wurde und die Deportation nach Gurs überlebt hatte, war extra aus Freiburg angereist, wo sie derzeit an einem Seminar teilnimmt: "Ich musste herkommen." Sie sei froh, dass sie noch lebe und an diesem Neuanfang teilnehmen könne: "Ich hoffe und bete, dass dieser Ort nie geschändet wird."     
  
Dezember 2011: Führung über den jüdischen Friedhof  
Artikel von Gertrude Siefke in der "Badischen Zeitung" vom 8. Dezember 2012: "Ewiges Haus und guter Ort. Besondere Stätte auf dem Alten Friedhof: Auf dem jüdischen Friedhof in Offenburg fand vor 140 Jahren die erste Beerdigung statt".  Link zum Artikel.    
 

        
    
Lage der Friedhöfe  

Offenburg FriedhofPlan.jpg (237576 Byte)
Lage des (alten) jüdischen Friedhofes Offenburg  
(durch Pfeil markiert) 
(Karte kann durch Anklicken vergrößert werden)
Lage des (alten) jüdischen Friedhofes in Offenburg auf dem dortigen Stadtplan: oben anklicken und unter "Behörden und öffentliche Einrichtungen" weiterklicken zu "Friedhof, Offenburg"
     
   Der neue jüdische Friedhof liegt im Süden des "Friedhofes Weingarten": über Karte oben unter "Behörden und öffentliche Einrichtungen" weiterklicken zu "Friedhof, Weingarten"

 
    

Fotos
Neuere Fotos des alten Friedhofes 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 1.9.2003)

Offenburg Friedhof 150.jpg (45726 Byte) Offenburg Friedhof 151.jpg (87227 Byte) Offenburg Friedhof 152.jpg (82068 Byte)
Hinweistafel 
am Eingang
Hinweisstein am 
gegenüberliegenden Eingang
Kindergräber
  
     
Offenburg Friedhof 153.jpg (88355 Byte) Offenburg Friedhof 155.jpg (84867 Byte) Offenburg Friedhof 154.jpg (95745 Byte)
Teilansicht Grabstein für Samuel Bloch und 
Marie geb. Weil aus Haslach
Grabstein für Sigmund Hoffmann und
 Gedenkstein für Laura geb. Schnurmann
   
     
Offenburg Friedhof 156.jpg (85644 Byte) Offenburg Friedhof 157.jpg (73076 Byte) Offenburg Friedhof 161.jpg (79100 Byte)
Grabstein für Moritz Rothschild 
und Julie geb. Brettauer
Gedenkstein für 
Opfer der NS-Zeit
Gedenk-/Grabsteine mit Namen
 umgekommener KZ-Häftlinge
     
Offenburg Friedhof 159.jpg (92099 Byte) Offenburg Friedhof 160.jpg (94567 Byte) Offenburg Friedhof 158.jpg (84466 Byte)
Teilansichten
 
Offenburg Friedhof 162.jpg (91910 Byte) Offenburg Friedhof 163.jpg (90368 Byte)     
Teilansichten
   

Ältere Fotos des alten Friedhofes
(Fotos: Hahn, entstanden Mitte der 1980er-Jahre) 

Offenburg Friedhof01.jpg (122548 Byte) Offenburg Friedhof02.jpg (150945 Byte) Offenburg Friedhof03.jpg (155013 Byte)
Eingangstor zum jüdischen 
Friedhof Offenburgs
Hinweisstein Blick über den Hauptweg 
durch den Friedhof
  
     
Offenburg Friedhof04.jpg (143310 Byte) Offenburg Friedhof05.jpg (145657 Byte) Offenburg Friedhof06.jpg (173940 Byte)
Teilansichten des Friedhofes Grabsteine vom nicht mehr bestehenden 
Friedhof des 17./18.Jahrhunderts
  
Offenburg Friedhof07.jpg (143231 Byte) Offenburg Friedhof08.jpg (133677 Byte) Offenburg Friedhof09.jpg (154126 Byte)
Teilansichten des Friedhofes
     
Offenburg Friedhof10.jpg (162034 Byte) Offenburg Friedhof12.jpg (126612 Byte) Offenburg Friedhof11.jpg (114636 Byte)
Einzelne Grabsteine 
     
Offenburg Friedhof13.jpg (86237 Byte) Offenburg Friedhof14.jpg (161326 Byte) Offenburg Friedhof15.jpg (126421 Byte)
Grabstein für Israel Levi aus 
Mühringen mit Levitenkanne
Grabsteine 
nach 1945
Engelskopf 
mit Flügeln
     
Offenburg Friedhof16.jpg (170450 Byte) Offenburg Friedhof17.jpg (139212 Byte) Offenburg Friedhof18.jpg (122939 Byte)
Denkmal für Opfer 
der NS-Zeit
Grabstein für einen in der NS-Zeit ermordeten jüdischen Häftling  Gedenk-/Grabsteine für 
umgekommene KZ- Häftlinge 

   

      
    

Texte - Gedichte von Schülerinnen aus dem Oken-Gymnasium Offenburg 
(Quelle: http://www.oken.de/h_gedichte.htm, Literaturkurs 1986/87, 
Herausgeber: Oken-Gymnasium Offenburg, ISBN: 3922649092)  

Jüdischer Friedhof

Stille
gelbe Birkenblätter im Gras
blumenlose Gräberreihen

ein Grabstein
aus weichem Sandstein
langsam verwittert im Wind und Regen
der Zeit
eine hohe Zeder
bewahrt
aber verdeckt auch
ein leise mahnendes Schicksal

Sylvia Cohn und Tochter Esther
deportiert und verschollen
1942
"Trennung ist unser Los,
Wiederkehren unsere Hoffnung"

entreiße
das Efeunetz
dem schweren Stein der Erinnerung

Ruhe
den Toten
nicht den Lebenden

Daniela Föll 

Der jüdischer Friedhof

Ein kühler Hauch.
Rote Tropfen
in Stechpalmen
und Maiglöckchenlaub.
Oktobersonnenschein
auf Namen und Zahlen.
Elias, David, Isaac,
1943

"Klag! Israel,
Deiner Schönheit Fall --
Der Jugend Schmuck
Auf Gilboa starb!"

Auschwitz diesmal,
Treblinka, Ravensbrück ...

 Eine Inschrift:
"Seele, kehre zurück
zu deiner Ruhe"

gern würde ich folgen
aber ich weiß nicht
woher ich
gekommen bin

Sibylle Krause
  


   
     

Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Offenburg
Website des Zentralarchivs Heidelberg mit Informationen zum alten jüdischen Friedhof Offenburg  und zum neuen jüdischen Friedhof Offenburg  
Website des Jakob-Adler-Zentrums in Offenburg (Kulturagentur, Martin Ruch): hier anklicken; auch Infos zum jüdischen Friedhof 
Zur Seite über die Synagoge in Offenburg (interner Link)  

Literatur:

BuchOff.jpg (37359 Byte)Samuel Dzialoszynski/Martin Ruch: Der Gute Ort. Der jüdische Friedhof in Offenburg. ISBN 3831107343  € 12.68. 
Diese Publikation ist online zugänglich - eingestellt auf dem Freiburger Dokumentenserver der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. 
Achtung: längere Ladezeit, da 11,7 MB  
Otto Kähni: Geschichte der Offenburger Judengemeinde. In: Die Ortenau 49 1969, insbesondere S. 15 (hieraus wird oben teilweise zitiert).
Uwe Schellinger: Sklavenarbeit in Offenburg: Der Weg des KZ-Häftlings Marko Moskowitz. In: Die Ortenau 2004 S. 383-394.   

     

                   
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Stand: 25. September 2013