Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Monzingen (VG Bad Sobernheim, Kreis Bad Kreuznach)
Jüdische Geschichte 
 (
Die Seite wurde erstellt unter Mitarbeit von Gudrun Serke, Monzingen)  

Eingestellt in 2013:          
Monzingen Lit 2013Tit.jpg (89648 Byte) Beitrag von Gudrun Serke "Über die jüdische Gemeinde in Monzingen", 42 S., Monzingen März 2013, pdf-Datei  
(letzte Aktualisierung: November 2013)   
 
April 2013: Presseartikel über die Forschungen von Gudrun Serke  
Artikel von Wilhelm Meyer in der "Allgemeinen Zeitung" vom 24. April 2013: "Monzingen. Vom Friedhof gibt es keine Spur mehr..."   
Link zum Artikel   -  auch eingestellt als pdf-Datei    

    

Übersicht:  

Zur jüdischen Geschichte in Monzingen 
Berichte aus der jüdischen Geschichte in Monzingen  
Zur Geschichte des Betsaals / der Synagoge   
Fotos / Darstellungen   
Links und Literatur   

   

Zur jüdischen Geschichte in Monzingen       
    
In Monzingen bestand eine kleine jüdische Gemeinde bis Anfang des 20. Jahrhundert. Ihre Entstehung dürfte mindestens in die Zeit des 18. Jahrhunderts zurückgehen. Seit den 1770er-Jahren wird in Becherbach der Witwer Isaak bar Veis (bzw. Isaak Sohn des Veis) genannt, der aus Monzingen stammte (geb. 1742) und in Becherbach Sophie Moses David heiratete. Die beiden hatten drei Sohne Peter (geb. 1789), Simon (geb. 1792) und Michael (geb. 1795). 
Quelle: Familienbiographie von Alfred Moritz (Link).  
   
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1858 64 jüdische Einwohner (5,1 % von insgesamt 1267 Einwohnern, 1128 evangelisch, 75 katholisch), 1895 23 (1,8 % von insgesamt 1258 Einwohnern, davon 1195 evangelisch, 40 katholisch). Seit den 1870er-Jahren ging die Zahl der jüdischen Einwohner stark zurück: von 1872 bis 1890 verließen sieben jüdische Familien Monzingen.  
  
Verbreitete Familiennamen der jüdischen Familien in Monzingen waren insbesondere Fried, Mayer und Ullmann; diese Familiennamen sind auf den in Bad Sobernheim erhaltenen jüdischen Grabsteinen aus Monzingen zu lesen.    
 
An Einrichtungen hatten die jüdischen Familien einen Betsaal (im Ort als "Judenschule" beziehungsweise als "Synagoge" bezeichnet; das Gebäude, in dem sich auch das rituelle Bad - die Mikwe - befand, stand zwischen den Häusern in der heutigen Hauptstraße 58 und der Franziskastraße 1) und einen Friedhof. Die jüdischen Kinder besuchten die evangelische Volksschule (einzige Schule am Ort, die auch von katholischen Kindern besucht wurde), erhielten jedoch separat ihren Religionsunterricht.  
 
Um 1920 waren bereits alle jüdischen Einwohner bis auf Jettchen Ullmann (die "Ullmanns-Bas", geb. 1856) aus Monzingen verzogen. Das Gebäude mit dem jüdischen Betsaal wurde nicht mehr gebraucht und ist in der Folgezeit verfallen. Bis um etwa 1950 war an der Stelle noch ein Trümmerhaufen zu sehen, Um 1960/64 waren auch noch die Reste der früheren Mikwe zu erkennen
. Heute (2012) ist das Gründstück in völlig verwahrlostem Zustand. 
 
In der NS-Zeit wurde der jüdische Friedhof abgeräumt und die Grabsteine nach Bad Sobernheim gebracht. 
  
Von den in Monzingen geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Else Ermann (geb. 1903 in Monzingen), Rosalie (Rosa) Jakob (geb. 1860 in Monzingen), Penas Paul Wolff (geb. 1878 in Wawern, 1908 verh. nach Monzingen mit Bertha geb. Ullmann, lebten bis 1920 im Haus Nr. 207, später in Frankfurt, von dort aus deportiert; Recherchen von Gudrun Serke).   
   
   
   
Berichte aus der jüdischen Geschichte in Monzingen     
  
Nathan Stern in Monzingen empfiehl das Knabenpensionat von Alexander Cahn in Sobernheim (1859)   

Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 22. August 1859: "Knaben von 9-16 Jahren finden in meinem Hause gegen billige Vergütung Gelegenheit zur Erziehung und Ausbildung. Da die Praxis die beste Garantie bietet, so bitte ich gefälligst diejenigen, die mich mit ihrem Vertrauen beehren wollen, bei den Herren Dr. Auerbach in Bonn, J. Goldschmidt in Ehrenbreitenstein, Salomon Barth in Illingen, N. Stern in Monzingen, H. Michel in Meddersheim, H. Werner hierselbst, S. Strauß in Dusemond, deren Kinder oder Pflegebefohlenen ich erzogen und größtenteils jetzt noch in meinem Hause erziehe, Erkundigung über mich einziehen zu wollen. Es mag noch besonders Erwähnung verdienen, dass der hiesige Ort in einer sehr reizenden und gesunden Lage sich befindet und besonders Kindern geeignet ist, die zur Stärkung und Kräftigung ihrer Gesundheit eine Ortsveränderung vornehmen sollen. Sobernheim, 8. August 1859. Alexander Cahn, conc. Lehrer."      

     
     
     
Zur Geschichte des Betsaals / der Synagoge  
(nach den Recherchen von Gudrun Serke) 
 
Für die Synagoge in Monzingen war kein gesondertes Gebäude vorhanden. Ein Betsaal befand sich in einem jüdischen Wohnhaus, in dem auch zeitweilig eine eigene jüdische Schule untergebracht war. Dieses Gebäude, dessen Stelle heute noch "Judenschule" genannt wird, war von 1833 bis 1892 in jüdischem Besitz. Es ist im Kataster als Hofraum eingetragen, was die die damalige Bezeichnung für Wohnhaus mit Hof war. Nachdem der Besitzer in Saarland abgewandert war, wurde es an einen christlichen Kaufmann verkauft. Vermutlich wurde kein neuer Betraum mehr eingerichtet, da bereits absehbar war, dass die Gemeinde keine zehn religionsmündigen Männer mehr haben würde.   
 
  

Bitte um Unterstützung von Recherchen    
Die Recherchen zur jüdischen Vergangenheit in Monzingen erfolgen derzeit durch Befragen von Zeitzeugen bzw. von Menschen, die noch Erzählungen zu dem Thema in Erinnerung haben. Kennen Sie noch Geschichten über israelitische Mitbürger oder ehemaliges Eigentum jüdischer Einwohner Monzingens? Oder haben Sie in Ihren alten Unterlagen noch Informationen dazu? Oder Sie möchten die Recherchen unterstützen, um diesen Teil der Monzinger Geschichte einfach mal zu dokumentieren? Dann melden Sie sich bitte einfach bei per Email bei meinMonzingen.de oder rufen Sie an: 06751 989063. 
Hinweise
-  Das Haus, in dem die oben genannte Jettchen Ullmann lebte, besteht nicht mehr. 
-  Es sind keine Protokollbücher oder Chroniken der Gemeinde aus den Jahren 1924 bis 1945 mehr vorhanden. Auch die Schulchronik endet 1925; das Buch ab 1926 war nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr auffindbar. Ebenso sind die Protokollbücher von Vereinen aus dieser Zeit verschwunden

   
  
       
Fotos
(Quelle: Beitrag von Gudrun Serke s.Lit.)      

 Das Grundstück, auf dem 
einst das Gebäude des jüdischen Betsaales
 und der Mikwe stand (2012) 
 Monzingen 020.jpg (318094 Byte)   
     

    
     
Links und Literatur   

Links:  

Website der Gemeinde Monzingen  
Private Website www.meinmonzingen.de      

Literatur:  

Dokumentation Jüdische Grabstätten im Kreis Bad Kreuznach. Geschichte und Gestaltung. Reihe: Heimatkundliche Schriftenreihe des Landkreises Bad Kreuznach Band 28. 1995. S. 431-456 (innerhalb des Abschnittes zu Bad Sobernheim).  
Gudrun Serke: Jüdische Vergangenheit in Monzingen. Die Seite ist online eingestellt (pdf-Datei). 
dies.: Der jüdische Friedhof in Monzingen. Als pdf-Datei 2013 eingestellt.  
dies.: Die jüdische Gemeinde Monzingen.  Als pdf-Datei 2013 eingestellt.     

   

  

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 13. November 2013