Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Odernheim am Glan (VG Sobernheim, Kreis Bad Kreuznach) 
Jüdische Geschichte / Synagoge 

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen  
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
   
In Odernheim bestand eine jüdische Gemeinde bis um 1900. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18. Jahrhunderts zurück. 1720 werden zwei jüdische Hausbesitzer am Ort genannt. 1768 waren bereits acht jüdische Familien am Ort mit insgesamt 48 Personen (Zahl von 1774).
   
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1804 25 jüdische Einwohner (3,4 % der Gesamteinwohnerschaft), 1808 27, 1825 24 (2,2 %), 1848 19 (in sieben Familien), 1875 18, 1898 drei jüdische Familien, 1900 sechs Personen. 
   
1809/10 werden die folgenden jüdischen Haushaltsvorstände genannt: David Jung (Viehhändler), Gothard Jung (Viehhändler), Jacques Neu (Viehhändler), Joseph Neu (Viehhändler), Jacques Neuberg (Schritthändler), David Stern (Viehhändler), Jacques Stern (Viehhändler).   
   
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine Schule (Religionsschule) und möglicherweise ein rituelles Bad. Die Toten der jüdischen Gemeinde wurden vermutlich in Obermoschel beigesetzt. Ob zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde zeitweise ein jüdischer Lehrer angestellt war, ist nicht bekannt. Auf Grund der relativ geringen Anzahl der jüdischen Familien am Ort könnte auch jeweils ein auswärtiger Lehrer einer Nachbargemeinde die jüdischen Kinder des Ortes unterrichtet haben.     
   
Nach Auflösung der jüdischen Gemeinde um 1900 wurden die noch am Ort lebenden jüdischen Personen der Gemeinde in Obermoschel zugeteilt. Ein Anschluss an die jüdische Gemeinde im benachbarten preußischen Staudernheim war von den Behörden nicht genehmigt worden. Es kam nur ein Anschluss an eine bayrisch-pfälzische Gemeinde in Frage.   
   
Um 1924 wurden noch vier jüdische Einwohner gezählt.  
    
1938 gab es noch eine jüdische Familie in Odernheim (Familie Ludwig Maier), die am 22. Oktober 1940 in das Konzentrationslager Gurs in Südfrankreich deportiert wurde
.
     
Von den in Odernheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"):  Berta Maier geb. Neu (1907), Johanna Maier (1935), Ludwig Maier (1906), Anna Neu geb. Falkenberg (1877), Paula Ochs geb. Scholem (1890), Emil Scholem (1875), Mathilde Strauß geb. Neu (1873).       
   
   
   
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde      
   
Zur jüdischen Geschichte in Odernheim wurden in jüdischen Periodika des 19./20.Jahrhunderts noch keine Berichte gefunden.            
       
       
   
    
Zur Geschichte der Synagoge         
       
Über die Geschichte der Synagoge in Odernheim liegen kaum Informationen vor. Zunächst besuchten die jüdischen Einwohner des Ortes die Synagoge in Staudernheim
       
Seit 1824 bestand eine Betstube in Odernheim, die sich in einem der jüdischen Häuser befand. 1898 ist das Gebäude aus unbekannten Gründen ausgebrannt. Dies war der Anlass, dass sich die klein gewordene jüdische Gemeinde am Ort aufgelöst hat. Die Ruine des Gebäudes mit der Betstube wurde an einen Privatmann verkauft.   
       
Nachdem im Nachbarort Staudernheim 1896 eine neue Synagoge eingeweiht worden war, besuchten die Odernheimer Juden möglicherweise - trotz der offiziellen Zuteilung nach Obermoschel - in der Folgezeit die Synagoge in Staudernheim.   
      
      
Adresse/Standort der Synagoge   unbekannt   
     
     
Fotos     

Fotos zur jüdischen Geschichte in Odernheim sind noch nicht vorhanden; über Hinweise
oder Zusendungen freut sich der Webmaster der "Alemannia Judaica"; Adresse siehe Eingangsseite.   
 
     

    
    
Links und Literatur

Links: 

Website der Gemeinde Odernheim am Glan    

Literatur:  

Alfred Hans Kuby (Hrsg.): Pfälzisches Judentum gestern und heute. Beiträge zur Regionalgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. 1992. 
Karl Schworm u.a.: Odernheim am Glan. Koblenz 1984. S. 372-373. 
Otmar Weber: Die Synagogen in der Pfalz von 1800 bis heute. Unter besonderer Berücksichtigung der Synagogen in der Südpfalz. Hg. von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Pfalz in Landau. 2005. S. 132-133.   
Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mainz 2005. S. 304 (mit weiteren Literaturangaben). 

  
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 15. Januar 2015