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Friedhöfe in der Region"
Zu den
Friedhöfen im Regierungsbezirk Schwaben
Harburg (Landkreis
Donau-Ries)
Jüdischer Friedhof
Listen, erstellt
von Rolf Hofmann:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
Siehe bei der Seite zur Synagoge
in Harburg
Zur Geschichte des jüdischen Friedhofes
Der jüdische Friedhof in Harburg geht auf das 17. Jahrhundert
zurück. In seinem Schutzbrief vom 10. März 1671 versprach der Oettingische
Landesherr, einen halben Morgen Ackerland "unten am großen Hühnerberg
gelegen" als jüdische Begräbnisstätte zu verkaufen. Die jüdischen
Familien hatten hierfür 75 Gulden in zwei Raten zu bezahlen. Auf diesem
Friedhof wurden in der Folgezeit auch Juden aus Mönchsdeggingen und
Ederheim beigesetzt. In der jüdischen Gemeindeordnung von 1672 war geregelt,
dass jeder neuaufgenommene Schutzverwandte von seinem Heiratsgut eine auf die
Höhe der Mitgift bezogene Gebühr zur Erhaltung der Begräbnisstätte abgeben
musste. Für jeden Beigesetzten war zusätzlich eine Gebühr an das Oberamt zu
bezahlen. Bereits im 18. Jahrhundert wurde der Friedhof stark beschädigt: 1744
und 1800 verwendeten durchziehende Soldaten die hölzernen Grabdenkmale sowie
(1744) den Friedhofszaun zum Feuermachen. 1745 wurde der Friedhof mit einer
Mauer umgeben. 1833 wurde der Friedhof erstmals erweitert. Die letzte Beisetzung
im Harburger Friedhof war 1938 (Julius Nebel). Bereits im April 1937 wurden auf
dem Friedhof 33 Grabsteine umgeworfen und zerschlagen. Bis 1945 kam es zu
weiteren Zerstörungen; ein Teil der Grabsteine wurde abgeräumt. Erhalten blieb
bis heute ein Tahara-Haus.
Lage des Friedhofes: Von der Stadtmitte etwa 2 km westlich oberhalb von Harburg, zuerst Richtung
Burg bis zum Ortsende, dann nach Westen auf der Anhöhe, Feldweg nach rechts zum
Hühnerberg.
Fotos
Historische Fotos aus den Jahren 1940/45:
(Fotos: Ernst Ruff, Harburger Heimatforscher; das mit *
bezeichnete Bild von Günther Rüdel ist in den 1950er-Jahren entstanden)
Fotos um 1970:
(Fotos: R. Klotz)
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| Teilansichten/einzelne
Grabsteine des Friedhofes |
Neue Fotos, teilweise im Vergleich 1994 und 2004:
1. Farbfotos von 2004 (Fotos: Hahn, Aufnahmedatum
12.3.2004)
2. Sw-Fotos von 1994, entstanden für die
Dokumentation von harburgproject "Jüdischer Friedhof Harburg - Schwaben" (siehe
Lit.) (Fotos: Mario (Meir)
Jacoby (Kfar Haroeh, Israel)
Der Vergleich zeigt mehrfach den rapiden Verfall der Grabsteine innerhalb von 10
Jahren.
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| Taharahaus |
Eingangstor |
Blick zum Friedhof zum Schloss
Harburg |
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| Blicke über den
Friedhof |
Teilansicht |
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| Grabstein für Gabriel
Guggenheimer aus Harburg |
Grabsteine der
Familie Nebel: die hohen für Moritz Nebel
(1854-1914) und Sophie Nebel geb. Mendel (1862-1936), der Sockel für
Abraham Nebel (1861-1918) |
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| Grabstein für Urias Löb
Guldmann aus Harburg (1783-1848; = Arie Löb) mit Symbolen: Beschneidungsmesser
(des Mohel) und Buch für einen Schriftkundigen. Links 1994, rechts in deutlich schlechterem Zustand
2004 |
Grabstein für Salomo
Oettinger mit Schofar (Widderhorn) |
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| Grabstein für Schuhmacher
Isak Löb Hausmann (1810-1874); Links 1994, rechts in deutlich schlechterem Zustand
2004 |
Grabstein für Isaak Blumgart
(1787-1873) mit Beschneidungsmesser, segnenden Händen der Kohanim und
Schofar |
Grabstein für Lemmle Waldmann
(1784-1829), Landkrämer aus Harburg |
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| Grabsteingruppe
(von links nach rechts): Grabstein für Daniel Hechinger (1795-1821, Sohn
des Hoffaktors Jakob Lippmann Hechinger), Grabstein für Simon Hausmann
(1758-1824, Gatte von Liebel Hausmann), Grabstein für Liebel Hausmann
(1758-1834, Gattin von Simon Hausmann). Unten dieselben Steine 1994. |
Grabsteingruppe (von links
nach rechts): Grabstein für Samuel Braunschweig (1760-1833), Grabstein
für Abraham Moses (Levi) Oettinger (1764-1834, vgl. unten), und
dessen Frau Madele Oettinger (1765-1855) |
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Der Grabstein für Abraham
Moses (Levi) Oettinger (vgl. oben) im Zustand von 1994 |
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| Grabstein für Jette
Guggenheimer (1773-1843) in Harburg, Urgroßmutter von Prof. Ernst Guggenheimer (Architekt der 1952 erbauten Stuttgarter Synagoge) |
Grabstein für Jakob Hirsch
Weiler (1775-1843), Vorsteher der jüdischen Gemeinde in Ederheim |
Grabstein für Emanuel
Berolzheimer aus Harburg (1810-1858), früh verstorbener Lehrer der
jüdischen Elementarschule in Harburg |
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| Grabstein für Samson Stern
aus Harburg (1766-1848) mit Symbol der segnenden Hände des Cohen |
Grabstein für Abraham Mai aus
Harburg (1774-1850), Vater von Dr. med. Raphael Mai (der Harburger
Arzt im 19. Jahrhundert, geachtet und verehrt bei Juden und Christen) |
Grabstein für Meyer Hirsch
Goldschmidt aus Harburg (1774-1851) |
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| Grabstein für Rösle Einstein
aus Ederheim (1812-1870) |
Grabstein für Regina
Wassermann (gleichfalls gest. 1799), Tochter von Israel Elkan Wassermann
in Harburg, Enkelin des Salzfaktors Elkan Wassermann |
Grabstein für Regina
Wassermann (gest. 8.11.1799), Gattin des Salzfaktors Elkan Wassermann in
Harburg |
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Germania Judaica II,1 S. 340f; III,1 S. 518. |
 | Michael Trüger: Der jüdische Friedhof in Harburg. In: Der
Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern. 10. Jg. Nr. 68
vom Dezember 1995 S. 16. |
 | Baruch Z. Ophir und Falk Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden
in Bayern 1918-1945. München und Wien 1979. S. 469f. |
 | Reinhart Jakob: Die jüdische Gemeinde von Harburg (1671-1871).
Nördlingen 1988. |
 | Rolf Hofmann: Aus der Geschichte der Harburger Juden. 12 Artikel in
der "Donauwörther Zeitung" 1994/95. |
 | Meir Jacoby, Ruth Jacoby,
Rolf Hofmann: Jüdischer
Friedhof von Harburg (Schwaben)
Diese Kurzdokumentation des Harburger
Judenfriedhofes enthält eine Auswahl von etwa 50 besonders schönen und gut
erhaltenen Grabsteinen. Die sorgfältig ausgearbeitete Dokumentation mit
hebräischer Transkription der Inschriften, deutscher Übersetzung und
familiengeschichtlichen Erläuterungen unterstreicht die historische Bedeutung
des Harburger Judenfriedhofs, der nach dem Friedhof in Wallerstein der älteste
und wohl auch schönste im Landkreis Donau-Ries ist. Die auch auf den Fotos noch
klar und deutlich lesbaren Inschriften dürften eine große Hilfe bei der
Erarbeitung familiengeschichtlicher Details sein. Die Dokumentation ist
erhältlich bei der Stadt Harburg. |

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