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Jahrestagungen von Alemannia Judaica Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft (Frühere und bestehende) Synagogen Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale in der Region Bestehende jüdische Gemeinden in der Region
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Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde In Ehrstädt bestand eine jüdische Gemeinde bis 1912. Ihre
Entstehung geht in die Zeit des 16./17. Jahrhundert zurück. Erstmals werden
1548 bis 1550 Jud Moses, 1577 bis 1580 Jud Gutkind genannt.
Zur Geschichte des Betsaales/der Synagoge 1787 wurde eine "Judenschule" eingerichtet, wobei es sich
um einen Betsaal in einem der Grundherrschaft (Herren von Degenfeld) gehörenden
Gebäude handelte. Die jüdische Gemeinde hatte dafür jährlich 12 Gulden Miete
an die Herrschaft zu bezahlen. 1795 wird Lazarus Levi Gutmann als
Judenschullehrer in Ehrstädt genannt. 1824 war nach einem Bericht des damaligen
Vorstehers Elias Kahn das Gebäude mit dem Betsaal in baufälligem Zustand. Die
jüdische Gemeinde musste zudem aus nicht bekannten Gründen "jeden Tag befürchten,
aufgekündigt zu bekommen".
Die
Einweihung der renovierten ehemaligen Synagoge als örtliche Begegnungsstätte am 12. Juni 2005: Bericht von Harry Hack Sinsheim-Ehrstädt (hk) Besser hätte das Wetter wirklich nicht sein können, um das neue Schmuckstück und Mittelpunkt des örtlichen Gemeinwesens am Ehrstädter Dorfplatz, die ehemalige Synagoge, einweihen zu können. Strahlend blauer Himmel und Sonnenschein über den ganzen Tag machten die Einweihungsfeierlichkeiten zu einem fast perfekten "historischen Tag" für den Sinsheimer Stadtteil. Fehlte nur noch, dass der SV Ehrstädt den Aufstieg in die Kreisliga schaffte, was dieser aber am Nachmittag in Helmstadt gegen den SV Neidenstein mit einer 1:2-Niederlage verpasste. Auf dem festlich geschmückten Platz fanden sich am Sonntagmorgen zahlreiche Besucher ein, die sich die Einweihungsfeierlichkeit nicht entgehen lassen wollten. Vor allem die politische Prominenz war sehr stark auf dem Weedplatz vertreten. Neben den Landtagsabgeordneten Elke Brunnemer (CDU) und Helmut Göschel (SPD) konnte Ortsvorsteher Thomas Czemmel den Ersten Bürgermeister der Großen Kreisstadt, Achim Kessler, Alt-OB Dr. Horst Sieber, Alt-EBM Helmut Beck, die OV-Kollegen Ulrike Bauer (Hasselbach), Alexander Hotz (Adersbach), Peter Hennig (Reihen) und Friedhelm Zoller (Rohrbach), die Fraktionsvorsitzenden des Gemeinderats Helmut Gmelin (CDU), Alexander Hertel (Aktiv für Sinsheim), zahlreiche Stadt- und Ortschaftsräte begrüßen. Auch die Mitarbeiter des städtischen Bauamtes, Heike Schnieders, des Bauhofes Frau Lubinski sowie den ehemaligen Leiter des Tiefbauamtes, Willi Klenk, wurden vom Ortschef willkommen geheißen. Czemmel dankte vor allem den Personen herzlich, die sich in irgendeiner Form mit der Sanierungsaktion in ihrer Amts- bzw. Dienstzeit befasst hatten. Als besonderer Gast hieß Czemmel den Enkel des ersten jüdischen Gemeindevorstands in Ehrstädt (Elias Kahn), Martin Cahn mit Ehefrau Agnieszka, wohnhaft derzeit in Mylenice bei Krakau/Polen, willkommen. Den Kontakt stellte Joachim Hahn von der "Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum" über das Internet zu dem Nachfahren her. Der offiziellen Einweihung ging ein Gottesdienst der Evangelischen Kirchengemeinde voraus, den Prädikant Kurt Wüst leitete. Mit Liedbeiträgen von der Chorgemeinschaft Ehrstädt-Hasselbach wurde der Gottesdienst sowie die anschließende Einweihungsfeierlichkeit gesanglich umrahmt. Die Kinder vom Kindergottesdienst begrüßten die Kirchgänger mit Salz und Brot und verteilten selbst gebastelte Davidsterne. Saskia Hummel umrahmte zusammen mit ihrem Violinlehrer ebenfalls die Feierlichkeit. Nach seiner Wahl zum Ortsvorsteher von Ehrstädt im Jahre 1994, als noch die beiden hohen Getreidesilos sowie die ehemalige Waage den Weedplatz nicht gerade zu einer Augenweide machten, hatte Czemmel bei einem Ortstermin mit dem damaligen Ortschaftsrat den Gedanken gehegt, die ehemalige Synagoge zu sanieren. Nach langen Vorgesprächen und dem Abschluss der Neugestaltung des Weedplatzes im Jahre 2000 folgte am 21. März 2001 in der öffentlichen Ortschaftsratsitzung der Beschluss, dass die ehemalige Synagoge in städtischer Hand bleiben und für die Öffentlichkeit renoviert werden soll. Das Planungsbüro Bernd Gomer aus Eppingen-Adelshofen erhielt Mitte 2001 den Plan- und Bauleiterauftrag von der Stadt Sinsheim. Bereits Mitte 2002 waren die Konzeption für den Umbau und die Renovierung des bisher als Stall und Scheune genutzten Gebäudes entwickelt und die Entwürfe erstellt. Mitte 2002 wurden die Kostenschätzungen erstellt, die der Stadt als Grundlage für die Förderanträge auf Landeszuschüsse dienten. Nachdem absehbar war, dass die beantragten Zuschüsse Aussicht auf Bewilligung haben, wurden in Abstimmung mit dem Stadtbauamt und dem Landesdenkmalamt die Planungen konkretisiert. Im August 2003 wurde das Baugesuch eingereicht das mit der Baugenehmigung im Dezember 2003 zum Abschluss kam. Entsprechend den Auflagen des Denkmalamtes wurde im Dezember 2003, vor Beginn der Bauarbeiten, eine bauhistorische Kurzanalyse erstellt und der vorhandene Zustand durch eine verformungsgerechte und detailgetreue Bestandsaufnahme von Dipl.-Ing. Bernd Säubert, Karlsruhe, dokumentiert. Diese Analyse stellt, wie Architekt Dipl.-Ing. Hartmut Rudisile vom Planungsbüro Gomer bei seinem umfassendem Bericht über die Sanierungsmaßnahmen erläuterte, neben der baulichen Bestandsdokumentation auch eine gute Grundlage für die Ortsgeschichte und das Leben der jüdischen Mitbürger in der Gemeinde dar. Im Frühjahr 2004 wurde die Werkplanung erstellt und die einzelnen Baugewerke ausgeschrieben, so dass bereits Ende April 2004 mit den eigentlichen Bauarbeiten begonnen werden konnten, die nach einem Jahr Bauzeit abgeschlossen waren. Bei den Sanierungsarbeiten wurde weitgehend auf konventionelle Materialien und handwerkliche Ausführungstechniken zurückgegriffen, die dem Charakter des Gebäudes entsprechen. Die Farbgebung der Innenwände und Außenfassaden erfolgte auf der Grundlage von historischen Putzresten, die im Innen- und Außenbereich noch erkennbar waren. Im Foyer des Erdgeschosses wurde in Anlehnung an den ursprünglichen Bestand wieder ein Sandsteinboden eingebaut. An der Stirnwand wurde die Nische wieder freigelegt, in der während der Synagogennutzung der Schrein für die heiligen Schriften untergebracht war. An der Außenfassade wurde der kunstvoll bearbeitete Werkstein mit dem Davidstern und der hebräische Inschriftenstein, der leider sehr stark verwittert ist, gereinigt und gefestigt, so dass diese Elemente und Symbole auch weiterhin ein Gedenkzeichen an die Geschichte der ehemaligen jüdischen Gemeinde in Ehrstädt und an die ursprüngliche Nutzung erinnern. Einen besonderen Dank hatte Hartmut Rudisile für alle Handwerker parat, die größtenteils in mühseliger Handarbeit innerhalb des vorhandenen Gemäuers ihr Werk vollbrachten. Eine Geldspende, zur Anschaffung eines Kunstobjektes, der den Raum ausschmücken und die Geschichte des Gebäudes würdigen soll, überließ Bernd Gomer dann dem Ortsoberhaupt. MdL Elke Brunnemer gratulierte "mit Respekt und Anerkennung" den Ehrstädtern für die gelungene Sanierung der ehemaligen Synagoge. Durch ihre Kontakte zum zuständigen Ministerium war es möglich, immerhin 130.000 Euro an Zuschüssen für das Projekt, das zirka 370.000 Euro an Kosten verursachte (305.000 Euro Baukosten, 65.000 Euro Ausstattung und Nebenkosten), loszueisen. "Ich wusste damals und ich fühle mich heute bestätigt: Die Mittel sind gut angelegt, die Investition hat sich gelohnt, die Gemeinde hat spürbar an Attraktivität gewonnen!" In den letzten 10 Jahren, so Brunnemer, wurden durch das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) insgesamt 690 Mio. Euro an Fördermitteln vom Land Baden-Württemberg bereitgestellt, mit denen ein Investitionsvolumen von rund 5 Mrd. Euro angestoßen wurden. 18.000 Arbeitsplätze konnten geschaffen werden. "Mit jedem Euro, den wir an Fördermitteln bereitstellen, regen wir also ein Mehrfaches an Investitionen sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich an", stellte Elke Brunnemer abschließend fest. Martin Kahn, passionierter
Hobbymaler, hatte zum Schluss der Einweihungsfeierlichkeiten für das
Ortsoberhaupt noch eine Überraschung parat: ein von ihm gemaltes Bild der
ehemaligen Synagoge, das nun einen besonderen Ehrenplatz in den sanierten Räumlichkeiten
erhalten wird. Nach einem ausführlichen Rundgang durch das frisch sanierte Gebäude,
bei dem die neuen Baupläne sowie Bilder vom früheren Zustand des Gebäudes
begutachtet werden konnten, fand man sich zum gemeinsamen Mittagessen auf dem
Dorfplatz ein, das die Sängerinnen und Sänger des Gesangvereins Ehrstädt
bereithielten. Mit flotten Liedern unterhielt der Kinderchor
"Liedernest" danach die Festgäste, die dann zu Scharen aufbrachen, um
den SV Ehrstädt in Helmstadt beim Relegationsspiel um den Aufstieg in die
Kreisliga zu unterstützen.
Links:
Literatur:
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