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Jahrestagungen von Alemannia Judaica Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft (Frühere und bestehende) Synagogen Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale in der Region Bestehende jüdische Gemeinden in der Region
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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde In Eschelbach bestand eine kleine jüdische Gemeinde bis zu
ihrer Auflösung im April 1877. Ihre Entstehung geht vermutlich in die Zeit des
17. Jahrhunderts zurück. Die Gemeinde wurde 1827 dem Rabbinatsbezirk Sinsheim
zugeteilt. Die höchste Zahl jüdischer Einwohner wurde um 1832 mit 59 Personen
erreicht. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ging die Zahl der Juden am
Ort rasch zurück. 1875 waren nur noch sieben Juden in Eschelbach wohnhaft, 1877
nur noch eine Witwe mit ihren Kindern. Zur Geschichte des Betsaales/der Synagoge Eine kleine Synagoge
(Betsaal) war spätestens seit Anfang des 19. Jahrhunderts im Hintergebäude des
Hauses auf dem heutigen Grundstück Hirschhornstrasse 21 eingerichtet (im
sogenannten "Heiligenhof"). 1832 kaufte die jüdische Gemeinde unter ihrem
damaligen Vorsteher Jakob Ackermann zum Preis von 225 Gulden auch das Vordergebäude.
Dabei handelte es sich um ein einstöckiges Wohnhaus "unten im Dorf zwischen
Adam Ries und Bauer Georg Schaller" mit einem gewölbten Keller und einem hierzu
gehörigen 9 Ruthen (27 qm) großen Garten. In diesem Haus sollte ein Zimmer für
den Unterricht der jüdischen Kinder eingerichtet werden. Zugleich musste die
damals aus 13 jüdischen Haushaltungen bestehende Gemeinde ihre Synagoge gründlich
renovieren lassen, was einschließlich der Einrichtung des Unterrichtszimmers
nochmals 125 Gulden kostete. Da die Gemeinde freilich nach Angaben des damaligen
Bürgermeisters "bekanntlich notorisch arm" war, stand sie plötzlich vor einem
Schuldenberg, den sie nur zu einem geringen Teil mit eigenen Mitteln abtragen
konnte. Man erhoffte sich einen Großteil der restlichen Finanzierung über eine
Kollekte bei den israelitischen Gemeinden des Landes. Die Regierung des
damaligen Unterrheinkreises genehmigte Anfang November 1832 die Durchführung
einer solchen Kollekte, die freilich zur großen Enttäuschung der Eschelbacher
Gemeinde nur wenig erbrachte. Es blieben nach der Abrechnung des
Kollektenertrages 1834 Schulden in Höhe von 276 Gulden 3 Kreuzer. Das Geld
hatte Johann Hering aus Horrenberg ausgeliehen in der Hoffnung, es nach der
Durchführung der Kollekte wiederzubekommen. Das Eschelbacher Bürgermeisteramt
und die Regierung des Unterrheinkreises bemühten sich darum, wie der jüdischen
Gemeinde geholfen werden konnte. Schließlich gab es nach einem Beschluss der
Regierung des Unterrheinkreises vom 29. Juli 1834 nur die Lösung, zur
Sicherheit eines aufzunehmenden Kapitals bei persönlicher Haftbarkeit der
Mitglieder des Synagogenrates die Synagoge zum Unterpfand einzusetzen. Im Laufe
der Jahre scheinen die Schulden der jüdischen Gemeinde abgezahlt worden zu
sein. Bereits in den 1870er-Jahren kam das Ende der Synagoge in Eschelbach durch die sich auflösende jüdische Gemeinde. Mehrere Mitglieder waren nach Amerika ausgewandert, andere in umliegende Orte und Städte, darunter Karlsruhe, Ettlingen, Emmendingen, Frankfurt und Bruchsal. Das letzte männliche Gemeindeglied war 1876 Leopold Levi, der damals schon den Umzug nach Fischach bei Augsburg geplant hatte. Der letzte Gemeindevorsteher Gumbel Bauer lebte inzwischen in Hoffenheim. Er hatte 1876 die nicht unberechtigte Sorge, dass Levi bei seinem Umzug nach Bayern mehrere der früheren Gemeinde gehörenden Gegenstände aus der Synagoge mitnehmen würde. Er schrieb am 18. Oktober 1876 dem Bezirksamt Sinsheim einen Brief, in dem er darum bat, dass das Bezirksamt dafür Sorge tragen möge, dass über das Eigentum der Eschelbacher Gemeinde in ordnungsgemäßer Weise verfügt werde. Das Bezirksamt leitete umgehend ein Klärung der Angelegenheit ein und bestellt Leopold Levi auf das Amt. Dieser musste zusagen, bei seinem Wegzug kein Gemeindeeigentum mitzunehmen und den bei sich befindlichen Synagogenschlüssel beim Bürgermeisteramt anzugeben. Weiter versuchte das Bezirksamt mit den früheren Gemeindegliedern der Eschelbacher Gemeinde Kontakte aufzunehmen, um gemeinsam mit ihnen und dem Oberrat der Israeliten in Karlsruhe die ordnungsgemäße Auflösung der Eschelbacher Gemeinde in die Wege zu leiten. Die Bestandsaufnahme zum Vermögen der Gemeinde ergab, dass ihr noch das Wohnhaus mit dem Synagogen-Anbau gehörte. Das Haus war inzwischen vermietet, nur ein Zimmer war der armen Witwe Rebekka Levi und ihren Kindern als Wohnung unentgeltlich überlassen worden. In der Synagoge befanden sich einzelne Gegenstände, darunter zwei Vorhänge des Torascheines, ein Torazeiger (Jad) und ein Toramantel. Die vier Torarollen, das Schofar und eine Megilla hatten frühere Gemeindeglieder mit sich genommen, die jetzt in Fischach, Graben, Bruchsal und Hoffenheim lebten. Nach Rücksprache mit allen erreichbaren früheren Gemeindegliedern und in Absprache mit dem Bezirksamt Sinsheim und dem Bürgermeisteramt Eschelbach wurde vom Oberrat der Israeliten am 26. April 1877 bestimmt, dass die Gemeinde Eschelbach aufgelöst sei und das Vermögen der Gemeinde dem israelitischen Religionsschulfonds überwiesen werden solle. Mit den Zinsen könnten die Armen der früheren Gemeinde, vor allem Witwe Rebekka Levi mit ihren Kindern unterstützt werden. Bei der Versteigerung des Synagogengebäudes wurde dieses für 335 Mark an Jacob Weinheimer in Karlsruhe verkauft. Insgesamt konnten im August 1878 an den israelitischen Religionsschulfonds 600 Mark überwiesen werden. Das ehemalige Synagogengebäude ist bis heute als Wohnhaus erhalten.
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