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Jahrestagungen von Alemannia Judaica Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft (Frühere und bestehende) Synagogen Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale in der Region Bestehende jüdische Gemeinden in der Region
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Reutlingen
(Kreisstadt, Baden-Württemberg) Übersicht:
Zur jüdischen Geschichte Reutlingens (english version) In Reutlingen bestand eine jüdische Gemeinde im
Mittelalter (erste Nennung 1331, Judenverfolgung 1348, neue Niederlassung um
1371 bis zur Ausweisung 1495). Eine mittelalterliche Synagoge bestand am Platz des
späteren Gebäudes Kanzleistraße 2. Von ihr sind keine Spuren erhalten. Vom
Ende des 15. Jahrhunderts an lebten bis nach der Mitte des 19. Jahrhunderts
keine Juden in der Stadt. Unter den jüdischen Familien Reutlingens waren seit Anfang des 20. Jahrhunderts auch einige ostjüdische Familien, darunter die Familie von Lazar Kirschner. Dieser war im Januar 1914 aus Galizien nach Reutlingen gezogen. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges verlor er den Kontakt zu seiner Frau und seinen Kindern, sodass er einer Suchanzeige aufgegeben hat (siehe unten). Der Kontakt ließ sich wieder herstellen. Im August 1915 konnten Frau und Kinder nach Reutlingen ziehen. Zur weiteren Familiengeschichte siehe Serger/Böttcher s.Lit. S. 48-49. Von den in Reutlingen geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Karoline Fabian geb. Kohn
(1882), Gertrud Fuld geb Levi (1901), Alice Haarburger (1891), Walter Leib
(1912), Adolf Maier (1882), Paul Mohr (1897), Emil Salmon (1888), Tana Margarete
Schweizer geb. Lilienfeld (1881), Karoline Spiro geb. Kramer (1872), Marta Spiro
(1897), Salomon Spiro (1897), Selma Weikersheimer geb. Spiro (1882), Ludwig
Weißburger (1905), Gisela Wolff geb. Kalter (1896). Seit den 1990er-Jahren sind nach Reutlingen jüdische
Familien und Einzelpersonen aus den GUS-Staaten zugezogen. 2003 lebten etwa 120
Mitglieder der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs in Reutlingen
oder der unmittelbaren Umgebung. Zunächst trafen sich die Gemeindeglieder immer
wieder in einem Hotel der Stadt. Am 7. September 2003 konnte ein kleines Gemeindezentrum mit Mehrzweckraum eingerichtet
werden, der auch als Betsaal genutzt wird. Fotos
Texte/Pressemitteilungen
über die Filialgemeinde 2003 1. Reutlinger Nachrichten (Südwestpresse) vom 6.9.2003:
von REUTLINGEN
Einweihung -
Israelitische Religionsgemeinschaft eröffnete in Reutlingen ein Gemeindezentrum REUTLINGEN. Landesrabbiner Netanel Wurmser sprach von einem Meilenstein für die Entwicklung jüdischer Gemeinden in Württemberg. Noch vor »Rosch HaSchana«, dem Beginn des neuen jüdischen Kalenderjahres Ende September, sei man dabei, in Reutlingen Geschichte zu schreiben. Zur Eröffnung des ersten israelitischen Gemeindezentrums in der Achalmstadt - nach Stuttgart, Ulm und Hechingen ist es erst das vierte württembergweit - wählte Wurmser ein Gleichnis aus dem ersten Buch Moses. Noah, so erzählte er, habe nach der Sintflut zunächst einen Raben losgeschickt, der jedoch bald wieder zur schützenden Arche zurückkehrte, weil er kein Land fand. Der daraufhin von Noah entsandten Taube erging es ähnlich. Als Noah erneut eine Taube losschickte, kehrte diese mit einem frischen Ölzweig zurück. Sieben Tage später nochmals entsandt, kehrte die Taube nicht wieder zurück: Zu guter Letzt hatte sie eine "Ruhestätte für ihren Fuß" gefunden. Wurmser wünschte sich, dass die jüdische Gemeinde in Reutlingen jenen Boden finde, der ihr das Wachsen und Gedeihen ermögliche. Rund 80 Besucher hatte Kantor Arie Mozes zuvor am Europäischen Tag der jüdischen Kultur im neuen Gemeindezentrum ... begrüßt, darunter Repräsentanten der Kirchen, der Stadtverwaltung und des Gemeinderats. "Wir freuen uns, dass sich Ihr Wunsch nach einem Versammlungsraum in Reutlingen erfüllt hat", betonte Heimatmuseumsleiter Dr. Werner Ströbele als Vertreter der Stadt. "Was Sie hier sehen, ist kein Tempel und keine Synagoge, aber ein Ort, der die Rückkehr jüdischer Kultur und jüdischen Lebens in unsere Stadt ermöglicht." Für 120 Juden.
Bislang fehlte eine solche Begegnungsstätte für die rund 120 Juden in
Reutlingen. Man traf sich im Nebenzimmer eines Hotels oder fuhr gemeinsam nach
Stuttgart. Zwei bis drei Mal pro Woche sollen die drei Räume ... nun für Veranstaltungen genutzt werden. Gottesdienste soll es in der Gemeinde
ebenso geben wie Religionsunterricht für Kinder und Begegnungs- und
Bildungsangebote für Erwachsene. Auf einen eigenen Rabbi wird die Gemeinde
jedoch vorerst verzichten müssen.
Ulrich Lukaszewitz, dienstältester Stadtrat ... erinnerte
an die lange und wechselvolle Geschichte jüdischen Lebens in Reutlingen. Vor
1500 weitgehend integriert und auch respektiert, wurde die jüdische Gemeinde
durch Pogrome vertrieben. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts kehrten Juden nach
Reutlingen zurück, später verfolgt, vertrieben und ermordet durch die
Nationalsozialisten. Seit 1991 ist die Zahl jüdischer Einwanderer nach Deutschland wieder deutlich
angestiegen. Allein in Baden-Württemberg leben inzwischen rund 6 500 jüdische
Mitbürger, die meisten von ihnen Kontingentflüchtlinge aus den GUS-Staaten. Zu
ihnen zählt auch der 85-jährige Michael Rosenberg, der heute in Stuttgart
lebt. Bei der Einweihungsfeier ließ er eine in Reutlingen weitgehend
verklungene Sprache wieder aufleben. Auf Jiddisch und in humorvoll hintergründiger
Weise erzählte er vom Lebensalltag in einem »Städtele« in der Ukraine,
umrahmt von temperamentvoll vorgetragenen, teils wehmütigen, teils heiteren
Liedern. 3. Reutlinger Nachrichten (Südwestpresse) vom 6.9.2003:
von REUTLINGEN
Links:
Literatur:
Reutlingen Wuerttemberg. A Jewish settlement existed in the 13th century. The Jews were attacked in the Black Death persecutions of 1348-49 and expelled in 1495. The settlement was renewed in the 19th century and umbered 60 in 1890 (total 18,542). It was attached to the Tuebingen community in the ealry 20th century. Of the 54 Jews in the city in 1933, at least 31 left. Of the 12 who were expelled, two survived.
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