Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Nürnberg
Der neue jüdische Friedhof (Schnieglinger Straße)

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde

Vgl. Seite zur Hauptsynagoge in Nürnberg (ausführliche Seite wird noch erstellt)
 
   

Zur Geschichte des neuen jüdischen Friedhofes

Zur Geschichte der älteren jüdischen Friedhöfe in Nürnberg  

1905 konnte die jüdische Gemeinde Nürnbergs ein Grundstück zur Anlage eines neuen, bis heute belegten Friedhofes erwerben. 1910 wurde der Friedhof mit der ersten Bestattung (Henriette Levy) eingeweiht. Nach weiteren Gebietszukäufen 1910 und 1916 stand ein insgesamt 4 ha großes Areal zur Verfügung. Im Zweiten Weltkrieg wurden während der alliierten Luftangriffe viele Gräber beschädigt oder zerstört, das Verwaltungsgebäude schwer in Mitleidenschaft gezogen. Schändungen und Verwüstungen hatte das Gräberfeld ebenso zu überstehen. Doch wurde direkt nach Kriegsende mit der Instandsetzung begonnen. Der Friedhof dient der jüdischen Gemeinde noch heute als letzte Ruhestätte für ihre Toten.

Lage des Friedhofes: an der Schnieglinger Straße 155.

  
Berichte aus der Geschichte des Friedhofes  
 
Die jüdische Gemeinde bemüht sich um weiteren Grundstückserwerb für den neuen Friedhof (1908)

Nuernberg AZJ 06111908.jpg (77513 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 6. November 1908: "Nürnberg, 30. Oktober (1908). In der jüngsten Sitzung der städtischen Körperschaften kamen Beanstandungen zur Sprache, die gegen das Projekt des neuen jüdischen Friedhofs erhoben worden sind. Die israelitische Kultusgemeinde machte geltend, dass der Plan den Bedürfnissen besser entsprochen hätte, wenn die Stadt, wie seinerzeit gewünscht wurde, drei Tagewerke Terrain mehr abgetreten hätte, als geschehen ist. Die Kultusgemeinde würde es jetzt noch begrüßen, wenn die Kreisregierung, an die jetzt die Pläne gehen, das vom Magistrat wiederholt abgelehnte Gesuch um weitere Grundstückabtretung befürworten würde. Seitens der Stadtverwaltung wurde in der Sitzung erklärt, dass man auf die Grundstücksabtretung nicht mehr zurückgreifen solle. Die israelitische Begräbnisstätte sei bei der geringen Anzahl von Sterbefällen auf Jahrzehnte hinaus ausreichend. Der Oberbürgermeister fügte hinzu, dass der israelitische Friedhof auf 50 Jahre reiche."

  
Überschwemmung auf dem neuen Friedhofsgelände (Februar 1909)

Nuernberg Israelit 25021909.jpg (15507 Byte)Meldung in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Februar 1909: "Nürnberg, 16. Februar (1909). Im neuen jüdischen Friedhofe sind durch die hereingebrochenen Wasserwogen arge Verwüstungen angerichtet worden." 

  
Schwierigkeiten mit der Straßenführung der Schnieglinger Straße am Friedhof (Herbst 1909)

Nuernberg Israelit 12101909f.jpg (31642 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. Oktober 1909: "Nürnberg, 1. Oktober (1909). Gegen die vom Magistrat beabsichtigte Festsetzung der Höhenlage der Schnieglingerstraße hatte die israelitische Kultusgemeinde, welche in dortiger Gegend einen neuen Friedhof eröffnet, Einspruch erhoben. Diesem Einspruch ist nunmehr vom Magistrat Rechnung getragen worden."

 
Ein Urnenhain wird auf dem Friedhof eingerichtet (1910)   

Nuernberg FrfIsrFambl 01041910f.jpg (14375 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 1. April 1910: "Nürnberg. Wie verlautet, wird auf dem demnächst zu eröffnenden jüdischen Friedhof ein Urnenhain (für: Urnenheim) errichtet.    

  
Einweihung des neuen Friedhofes durch Rabbiner Dr. Freudenthal (1910)   

Nuernberg AZJ 03061910.jpg (57447 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 3. Juni 1910: "In Nürnberg hat die feierliche Einweihung des neuen israelitischen Friedhofes stattgefunden. Nach der Übergabe des Friedhofes an die Kultusgemeinde durch den Vorsitzenden der Friedhofbaukommission Herrn Kaufmann David Oberdorfer erfolgte die Übernahme durch den Vorsitzenden der Kultusgemeinde Herrn Justizrat Dr. Held, welcher in seiner Ansprache einen historischen Rückblick auf die Geschichte des Baues warf. Die Weiherede wurde von Herrn Rabbiner Dr. Freudenthal gehalten."   

    
Zufriedenheit mit dem neuen Friedhof - wenige Jahre nach der Einweihung (1914)

Nuernberg LIberalesJudentum 011914.jpg (77621 Byte)Aus einem Bericht über die jüdische Gemeinde Nürnberg in der Zeitschrift "Liberales Judentum" vom Januar 1914: "Das Beerdigungswesen ist ein mustergültiges. Der vor einigen Jahren in Betrieb genommene zweite Friedhof weist Baulichkeiten auf, die in hygienischer und sonstiger Hinsicht den modernsten Anforderungen entsprechen. Die Leichenfeier vollzieht sich in ganz schlichter und prunkloser Weise, aber in würdigsten und vornehmsten Formen. Den Anhängern der Feuerbestattung ist dasselbe Recht zu Benutzung des Friedhofs zuerkannt, wie den übrigen Gemeindemitgliedern. Die Aschenreste werden entweder in den laufenden Gräberreihen im Sarge beigesetzt oder auf einem besondern Felde überirdisch, jedoch unsichtbar im Grabstein aufbewahrt; die religiöse Trauerfeier wird vor der Überführung oder bei der Bestattung abgehalten." 

  
Einweihung eines Gedenksteines für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges (1922)   

Nuernberg Israelit 30111922.jpg (65198 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. November 1922: "Nürnberg, 23. November (1922). Die israelitische Kultusgemeinde ließ am Sonntag den Gedenkstein einweihen, den sie ihren im Kriege gefallenen 178 Söhnen auf der Südseite des israelitischen Friedhofs hat errichten lassen. Die Gedächtnisrede hielt Rabbiner Dr. Freudenthal, Justizrat Held sprach im Namen des Vorstandes der Kultusgemeinde. An der Hand statistischer Angaben, wonach von 100.000 jüdischen Heeresangehörigen 80.000 an der Front gekämpft hätten und 12.000 nicht mehr in die Heimat zurückgekehrt seien, stellte er fest, dass der jüdische Soldat sich an Vaterlandsliebe von keinem anderen übertreffen ließe."     

  
Ausschreibung der Stelle des Friedhofsgärtners und -verwalters (1922)   

Nuernberg CV-Ztg 02111922.jpg (71164 Byte)Anzeige in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des Central-Vereins) vom 2. November 1922: "In unserer Kultusgemeinde wird zum 1. April 1923 die Stelle eines 
Friedhofsgärtners und -verwalters 
frei. Bewerber, welche ihre praktische Betätigung auf dem Gebiete der Gärtnerei und auch eine Betätigung auf Friedhöfen durch vorzügliche Zeugnisse belegen können, wollen sich bei uns melden. Die Meldefrist läuft bis zum 15. November dieses Jahres. 
Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg.
"   

   
    
    
Fotos:
(Fotos: Jürgen Hanke, Kronach)  

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Die Trauerhalle an der Schnieglinger Straße In der Trauerhalle mit den mittelalterlichen Grabsteinfragmenten
  
     
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"Im Zeichen der religiösen Verständigung überließ sie der Kirchenvorstand von St. Lorenz 1969 der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg. Nürnberg im Nissan 5730. Im Mai 1970". Hebräisch und deutsch: "Siehe der Stein schreit aus der Mauer" (Bibelzitat aus dem Prophetenbuch Habakuk 2,11) "Diese Grabsteine vom ersten jüdischen Friedhof in Nürnberg, abgetragen 1349, wurden 1352 als Treppenstufen im Südturm der St. Lorenzkirche eingebaut"
     
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Grabstein für Hedwig Maas geb. Levor und Gedenkinschrift für den in Theresienstadt umgekommenen Leopold Maas Grabstein für die KZ-Häftlinge Hermann Löb und Tobias Heinstein Grabstein für Walter Abusch, geb. 1921, erschossen am 9.11.1939 im KZ Buchenwald
     
Nuernberg Friedhof 132.jpg (63782 Byte) Nuernberg Friedhof 136.jpg (81872 Byte)    
Grabstein für Oberkantor Theodor Fränkel (1873-1930) Gedenkstein für Meta Schwarz geb. Stern (geb. 1889, "Opfer des 3. Reich")   
      
Gräber für Persönlichkeiten im jüdischen Gemeindeleben nach 1945  
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Grabstein für Direktor Martin Jacobowitz (1889-1961) und Frau Mathilde geb. Rosenfeld. Jacobowitz war nach 1945 maßgeblich beim Aufbau der Israelitischen Kultusgemeinde beteiligt (langjähriger 2. Vorsitzender) Grabstein für Adolf Hamburger (1900-1974) und Frau Lotte. Hamburger war nach 1945 maßgeblich beim Aufbau der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg beteiligt, zuletzt deren Ehrenvorsitzender Grabstein für Albert Ehrhardt (1919-1994) und seine Frau Margot geb. Boss. Ehrhardt war von 1945 bis 1994 maßgeblich am Wiederaufbau der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg beteiligt 
       
     
Der Friedhof im Sommer 2007 
(Fotos: Angelika Brosig, Schopfloch; Aufnahmedatum 12.8.2007)
 
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Die Trauerhalle am Eingang zum Friedhof von der Schnieglinger Straße Hauptweg durch den Friedhof 
mit Blick zum Brunnen, rechts erkennbar Grabsteine für Ehepaar Ehrhardt (s.o.) und RAW Dr. Sigmund Held (1860-1926) mit Frau Frida geb. Hahn (1869-1944 London)
Brunnen im Friedhof
     
     
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  Teilansicht, u.a. Gräber für Fanny Rothenberg, Marianne Sondheimer und Sara Pretzfelder   
     
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Grabstein für Salomon Katz (1841-1921) mit "segnenden Händen" der Kohanim Grabstein für Max Hesselberger (1846-1920) und Johanna Hesselberger (1855-1935) Grabstein für Kommerzienrat Berthold Bing (1847-1915) und Hermine Bing geb. Bachmann (1853-1932)
     
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Grabstein für David Hesselberger (1845-1915) und Pauline Hesselberger (1848-1928) mit Gedenkinschrift für Josef Hesselberger (1873-1945 Theresienstadt) Grabstein mit "sich schnäbelnden Vögeln" als Symbol von Zuneigung und Verbundenheit für Traude Feith (gest. 1926)  Teilansicht
    
     
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Grabstein für Jakob Nussbaum, Oberlehrer in Neumarkt (1869-1937) Oberkantor Theodor Fraenkel (1873-1930) Grabstein mit Darstellung eines Pfau
     
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Gefallenendenkmal für die jüdischen Gefallenen der Ersten Weltkrieges mit Gedenktafel für die Ermordeten in der NS-Zeit Familiengrabstätte Prager Grabstein Familie Ullmann: Wilhelm Ullmann (1849-1927) und Sabine geb. Schopflocher (1858-19..) sowie weitere Angehörige
 
     
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Teilansicht Teilansicht, u.a. Grabsteine für Liesel Griessmann und Paul Frankenthal   
     
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Teilansichten von Gräberfeldern nach 1945
 
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Blick auf ein neues Gräberfeld Grabstein von 1971, 
im Hintergrund neue Gräber
Schild an der Zedaka-Büchse (Sammelbüchse für wohltätige Zwecke)

  
   

Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Nürnberg. 
Zur Seite über die Hauptsynagoge in Nürnberg (interner Link)
Seite des Stadtarchivs Nürnberg: Forschungsschwerpunkt Jüdische Geschichte 
Seiten der Uni Erlangen zu: Die Geschichte der jüdischen Gemeinde in der Altstadt in Nürnberg 

Literatur:  

Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. 1988 S. 167-172. 

  

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 18. März 2010