Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Geroda Friedhof 142.jpg (49907 Byte)Links: "Segnende Hände" der Kohanim auf dem Grabstein von Gerson Katzmann
  

Geroda (Kreis Bad Kissingen) 
Der jüdische Friedhof

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde

Siehe Seite zur Synagoge in Geroda (interner Link)   
  
   

Zur Geschichte des Friedhofes  

Der jüdische Friedhof in Geroda wurde erst 1910 angelegt. Zuvor wurden die Toten der jüdischen Gemeinde in Pfaffenhausen beigesetzt. Auf dem Friedhof in Geroda wurden seit der Anlegung auch die in den jüdischen Gemeinde Platz und Unterriedenberg gestorbenen Personen beigesetzt. Auch ein Taharahaus wurde erbaut, das 1966 wegen Baufälligkeit abgebrochen wurde. Die Friedhofsfläche umfasst 9,00 ar. Es sind etwa 40 bis 50 Grabsteine erhalten.

Nachdem im Juli 1938 der Friedhof in Pfaffenhausen von Seiten der Behörden geschlossen werden mussten, wurden die Toten aus Gemeinden des Friedhofverbandes Pfaffenhausen in Geroda beigesetzt. 
  

Aus der Geschichte des Friedhofes

Geroda Israelit 02031911.JPG (112337 Byte)Über die Anlage und Einweihung des Friedhofes am 1. Februar 1911 liegt folgender Bericht in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. März 1911 vor: "Geroda (Unterfranken), 20. Februar 1911. Die großen materiellen Anforderungen, mit der die hiesige Gemeinde den Neubau einer Synagoge und den Umbau des Schulhauses bewerkstelligte, hielten sie doch nicht ab, auch für eine würdige Grabstätte zu sorgen. Die Überführung der Metim (Toten) nach dem ca. 6 Stunden entfernten Pfaffenhausen war mit großen Opfern verbunden. Nach den neuen Bestimmungen des Begräbnisplatzes Pfaffenhausen wurden den Gemeinden noch größere Anforderungen gestellt, die namentlich für die entlegenen Gemeinden im Winter nicht leicht zu erfüllen waren. Deshalb entschloss sich die hiesige Gemeinde in Verbindung mit der Kultusgemeinde Unterriedenberg, ein eigenes Beit Chajiim (Friedhof) anzulegen, das am Mittwoch, 1. Februar (1911) seiner Bestimmung übergeben wurde. Nachdem man zu Schacharit (Morgengebet) die Slichot von Scheni Kama gesagt hatte, war Mittags die eigentliche Weiherede in der Synagoge. Die herrlichen Ausführungen des Herrn Distriktsrabbiner Dr. S. Bamberger aus Bad Kissingen machten auf die Gemeinde den tiefsten Eindruck. Die Einweihung des Beit Olam (Friedhof) war im Anschluss an diese Synagogenfeier gleichzeitig mit der Beerdigung der Frau Mirjam Fleischhacker von Platz, einer wahren Eschet Chajal (tüchtigen Frau), die als erste den Boden weihte. Nach einer tiefdurchdachten Rede des Herrn Distriktsrabbiners wurden die sterblichen Überreste dem frisch geweihten Boden übergeben. Unter Vornahme der üblichen Hakefot schloss die ernste eindrucksvolle Weihe."


Text der Informationstafel am Friedhof    

Geroda Friedhof 130.jpg (80811 Byte)Text der Informationstafel:  "Juden und Judenfriedhof. 
Juden
. In Geroda und Platz wohnten wohl vom 17. Jahrhundert an unter dem Schutze der Ritterschaft bzw. des Juliusspitals bis 1942 Juden. 1650 werden die ersten vier Judenfamilien in Geroda als hier ansässig erwähnt. In den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts erreicht die jüdische Einwohnerschaft ihren höchsten Stand: 53 Juden lebten in Geroda und 33 in Platz. In beiden Orten gab es Synagogen und zusammen mit den Juden von Schondra wurde ein Religionslehrer angestellt. Die Kinder besuchten die Ortsschulen. Die Kultusgemeinde gehörte seit 1840 zum Distriktrabbinat Gersfeld im Oberrabbinat Würzburg, ab 1892 zum Distriktsrabbinat Kissingen. 
Judenfriedhof. Die Gerodaer und Platzer Juden hatten ihre Toten über eine Wegstrecke von circa 20 Kilometer zur Beerdigung nach Pfaffenhausen bei Hammelburg zu dem um 1580 als Sammel- oder Bezirksfriedhof eingerichteten Judenfriedhof zu tragen. 1817 sollten die Juden (des ehemaligen Altlandeskreises Brückenau) in Römershag einen Friedhof anlegen, sie konnten sich aber nicht darauf einigen. 1910 eröffnete die hiesige Judengemeinde ihren eigenen Friedhof in Geroda. Das erste Grab ist auf den 31. Januar 1911 datiert, die letzte Beerdigung erfolgt 1940. Seit der Eröffnung des Judenfriedhofes 1911 in Geroda bestand auch hier ein Gebäude für rituelle Waschungen. 1966 wurde dieses 'Leichenhaus' abgebrochen.
Symbole auf Grabsteinen. Blume - Sinnbild irdischer Schönheit. Davidsstern (Hexagramm) - Symbol des Judentums, magisches Zeichen z.B. für die Vereinigung der vier Elemente und als Stein der Weisen. Segnende Hände - Der Verstorbene ist ein Nachkomme des Stammvaters Aron. Horn/Schofar - Der Verstorbene war als Schofarbläser tätig, ein Ehrenamt in der Gemeinde zur Ankündigung von religiösen Festen.  Krug und Schüssel - Der Verstorbene ist ein Nachkomme des Stammes Levi."

    
Lage des Friedhofes
 

In einem Wald westlich von Geroda, erreichbar über die Fortsetzung des Viereichenweges bis zum Waldrand.
   
  

Fotos 

Obere zwei Fotozeilen:
Jürgen Hanke, Kronach
   
Geroda Friedhof 124.jpg (60231 Byte) Geroda Friedhof 123.jpg (63791 Byte) Geroda Friedhof 120.jpg (74066 Byte)
Das Eingangstor Hinweistafel Blick über den Friedhof
     
Geroda Friedhof 122.jpg (70202 Byte) Geroda Friedhof 121.jpg (57211 Byte) Geroda Friedhof 125.jpg (63995 Byte)
Teilansicht Grabstein für die Zwillingsbrüder Norbert und Berthold Frank (gest. 29. Mai 1925) Grabstein für Frieda Strauss geb. Hirnheimer aus Bad Brückenau (1895-1940)
       
     
Fotos 2007 
(Hahn, Aufnahmedatum 31.5.2007)
     
Geroda Friedhof 147.jpg (116028 Byte) Geroda Friedhof 131.jpg (107961 Byte) Geroda Friedhof 132.jpg (80595 Byte)
Blick auf den Friedhof Eingangstor Hinweistafel
     
Geroda Friedhof 133.jpg (122404 Byte) Geroda Friedhof 134.jpg (112084 Byte) Geroda Friedhof 138.jpg (108373 Byte)
Teilansichten des Friedhofes    
   
Geroda Friedhof 143.jpg (110325 Byte) Geroda Friedhof 141.jpg (73462 Byte) Geroda Friedhof 139.jpg (76898 Byte)
Teilansicht mit Grabstein für Machuel Katzmann, gest. 13. Aw 5684 = 13. August 1924 Grabstein für segnenden Händen der Kohanim für Gerson Katzmann, Datum unlesbar Grabstein für den Lehrer Philipp Mandelbaum gest. 5. Adar Scheni 5676 = 10. März 1916 mit Schofar (Widderhorn)
     
Geroda Friedhof 140p.jpg (95990 Byte) Geroda Friedhof 137.jpg (103098 Byte) Geroda Friedhof 136u.jpg (113430 Byte)
Grabstein für Salomon Hallmann aus Platz gest. 3. Aw 5673 = 6. August 1913 Grabstein für die Zwillingsbrüder Norbert und Berthold Frank von Geroda, gest. 1. Tag von Schawuot (Laubhüttenfest) 5685 = 29. Mai 1925 Grabstein mit zerbrochener Inschrifttafel für Helga Zippora Strauß von Unterriedenberg, gest. am 12. Tewet 5868 =  28./29. Dezember 1925
   
     
Geroda Friedhof 144p.jpg (81786 Byte) Geroda Friedhof 145u.jpg (90205 Byte) Geroda Friedhof 146p.jpg (95706 Byte)
Grabstein für Abraham Fleischhacker von Platz, gest. am 22. Adar 5686  = 8. März 1926 Grabstein für Mina Edelstein von Unterriedenberg, gest. 13. Kislew 5688 = 7. Dezember 1927 Grabstein für Jakob Stern aus Platz, gest. 20. Kislew 5689 = 2./3. Dezember 1928
     
   Geroda Friedhof 135.jpg (120823 Byte)   
   Grabstein für Frieda Strauss geb. Hirnheimer aus Bad Brückenau (1895-1940)   

   
   

Links und Literatur

Links:

Website des Marktes Geroda  
Zur Seite über die Synagoge in Geroda (interner Link)  

Literatur:  

Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. 1988 S. 55-58. 
Michael Trüger: Der jüdische Friedhof in Geroda. In: Der Landesverband der Israelit. Kultusgemeinden in Bayern. 8. Jahrgang Nr. 58 vom September 1993 S. 27.

  

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 04. November 2010