Erlangen (Kreisstadt,
Mittelfranken
/ Bayern)
Jüdische Geschichte nach 1945 / neue Beträume / Synagoge
Hinweis:
Der Betsaal in der Rathsberger
Straße wurde am 13. Juni 2010 eröffnet (siehe Bericht unten) -
Der Gemeinde ist weiterhin auf Unterstützung und Spenden angewiesen
Die kleinste und jüngste jüdische Gemeinde Bayerns, die Kultusgemeinde
Erlangen, hat in einer Villa an der Rathsberger Straße ein neues Domizil.
Etwa 200 Quadratmeter stehen den 120 Mitgliedern zur Verfügung.
Einmal in der Woche berät Rabbiner Eliezer Chaim Chitrik die
Gemeindemitglieder, zudem gibt er Religionsunterricht. Für das neue
Gemeindezentrum freut sich die Gemeinde weiterhin über Unterstützung und
Spenden. Spendenkonto: Jüdische Kultusgemeinde Erlangen. Sparkasse Erlangen,
Konto-Nr. 60 00 14 58. Bankleitzahl 763 500 00. Verwendungszweck:
Spende Gemeindezentrum."
Nach 1945 kamen keine Angehörigen der ehemaligen jüdischen Gemeinde
dauerhaft zurück. An der Universität lehrte seit 1947 der jüdische
Religionswissenschaftler Hans-Joachim Schoeps (1909-1980, vgl.
Seite über Hans-Joachim Schops bei wikipedia).
1961 lebten
insgesamt nur sechs
jüdische Personen in Erlangen, die zur jüdischen Gemeinde in Nürnberg
gehörten. Weitere zogen jedoch bis zu den 1970er-Jahren zu, sodass der Verleger
Shlomo Lewin die Gründung einer neuen Gemeinde plante. Lewin wurde mit seiner
Lebensgefährtin jedoch am 19. Dezember 1980 vermutlich durch ein Mitglied der
rechtsextremen Wehrsportgruppe Hoffmann ermordet. Der mutmaßliche Täter beging
Selbstmord.
Erst in den 1990er-Jahren kam es nach dem Zuzug von jüdischen
Emigranten aus der ehemaligen Sowjetunion zur Gründung einer Israelitischen
Kultusgemeinde (1. Dezember 1997). Die Gemeindegliederzahl stieg bis
1999 auf 270, im Jahr 2000 auf 300 Mitglieder. Seit Februar 2005 hat die Gemeinde in Chaim Eliezer
Chitrik einen ersten Rabbiner (Chabad).
Die am 1. Dezember 1997
unter der ersten Vorsitzenden Rose Wanninger gegründete
neue Israelitische Kultusgemeinde konnte am 2. April 2000 einen neuen
Betsaal einweihen. Bereits 1999 war ein öffentliches Sukkot-Fest gefeiert
worden: eine Laubhütte war auf einer Wiese neben dem Frankenzentrum aufgestellt
worden. Die Ausgestaltung des im April 2000 eingeweihten Betsaales (und der
Nebenräume) in der Erlanger Hauptstraße wurde durch die Stadt und durch viele
Spenden - auch von christlichen Gemeinden - ermöglicht. Eine in Israel neu
gefertigte Torarolle konnte feierlich eingebracht werden. Die Einweihung
nahm der damalige Fürther Rabbiner Netanel Wurmser vor.
April 2000:
Ein neuer Betsaal kann eingeweiht werden (Betraum
Hauptstraße)
Programm zur Einweihung des neuen Betsaales und der Einbringung der
Torarolle (Hachnasat Sefer Tora) am 2. April 2000. (Programm übersandt von Jürgen Hanke, Kronach)
Zur
Einweihung des neuen jüdischen Gemeindezentrums - Artikel in
"Nordbayerische Nachrichten Nr. 78 vom 3.4.2000 (übersandt von Jürgen
Hanke, Kronach):
"Erlangen hat wieder jüdisches Gemeindezentrum - "Ein Tag der
Freude" - Einweihung unter reger Teilnahme der Bevölkerung.
Erlangen - Fast 62 Jahre nach der Reichspogromnacht im November 1938 ist in
Erlangen wieder jüdisches Leben eingekehrt. Unter großer Teilnahme der
Bevölkerung wurde das jüdische Gemeindezentrum eingeweiht. An der feierlichen
Prozession von etwa 500 Teilnehmern, die vom Rathaus zum neuen Domizil führte,
nahmen sowohl Juden aus den Nachbargemeinden in Nürnberg und Fürth als auch
zahlreiche Erlanger Bürger teil. Dabei wurde die neue Torarolle der Gemeinde
vorangetragen und später in den Betsaal gebracht. Die jüdische Gemeinde in Erlangen
vollzieht damit drei Jahre nach ihrer Gründung einen wesentlichen Schritt zu
einem vollständigen religiösen Leben. Die neue Gemeinde entstand, nachdem die
Stadt Erlangen jüdische Kontingentflüchtlinge aus den GUS-Staaten zugeteilt
bekam. 1997 wurde sie zunächst als Verein gegründet, 1999 erhielt sie die
Anerkennung des Bayerischen Landesverbandes Israelitischer Kultusgemeinden, dem
weitere zwölf Gemeinden in Bayern angehören.
Rose Wanninger, die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde Erlangen,
bezeichnete das Ereignis als 'ein Wunder' und sprach von einem 'Tag der Freude'.
'Diese Einweihung verspricht Aufbruch und Selbstbewusstsein'. Die derzeit 270
Gemeindeglieder könnten nun in die Fußstapfen ihrer Väter treten. Karl
Freller, Staatssekretär im Kultusministerium betonte, dass dieser Anlass ein
hoffnungsvolles Signal für die Zukunft darstelle. 'Es bleibt aber unsere
Aufgabe, an die Verbrechen des Holocaust zu erinnern, es darf keinen
Schlussstrich unter die Vergangenheit geben', sagte er.
Erlangens Oberbürgermeister Siegried Balleis wünscht sich: 'Das kulturelle
Leben der Gemeinde soll auf die Stadt abstrahlen'. Josef Schuster und Nathan
Kalmanovic, Vorstandsmitglieder im Zentralrat der Juden in Deutschland, meinten,
eine Gemeinde ohne Kultus sei nicht vorstellbar. Daher stehe der Betsaal im
Zentrum des jüdischen Gemeindelebens".
Einweihung des Betraumes am 9.
März 2008 - Videos - eingestellt bei Youtube.com
Dezember
2008: Der Mietvertrag (Betraum
Hindenburgstraße) wurde gekündigt -
die jüdische Gemeinde ist auf der Suche nach einem neuen Betraum
Artikel von Ralf H. Kohlschreiber in den "Erlanger
Nachrichten" vom 17. Dezember 2008 (Artikel):
Mietvertrag gekündigt
Jüdische Kultusgemeinde muss wieder ausziehen -
Die jüdische Kultusgemeinde muss neue Räume für ihre Synagoge finden. Der Mietvertrag für die erst im März 2008 bezogene Wohnung in der Hindenburgstraße ist gekündigt worden.
Die Eigentümerin der Erdgeschosswohnung der Villa der Kultusgemeinde reagiert damit auf ein Urteil des Amtsgerichtes Erlangen. Das hat die Umnutzung des Erdgeschosses zu einer Synagoge für nicht zulässig erklärt. Der Grund: Für die Umnutzung liegt nicht die Zustimmung sämtlicher Eigentümer der Villa vor. Die Dachgeschosswohnung der Villa gehört einer Erbengemeinschaft.
Ester Klaus, die Vorsitzende der jüdischen Kultusgemeinde, ist geschockt. Sie weiß nicht recht, wie es jetzt weitergehen soll. Die Zukunft der Gemeinde stehe auf dem Spiel, sagt Klaus.
Dabei hatte alles so gut begonnen. Die Eigentümerin der Erdgeschosswohnung, eine Freundin der jüdischen Kultusgemeinde, hatte die Erdgeschosswohnung in der Hindenburgstraße als neue Synagoge angeboten, nachdem die Bet- und Versammlungsräume der alten Gemeinde zu klein geworden waren.
Dass für einen Mietvertrag und für die Umnutzung der Räume in eine Synagoge aber die Zustimmung aller Eigentümer des Hauses Voraussetzung sind, wusste Klaus offensichtlich nicht.
'Das war mir nicht bekannt', sagt Klaus.
Die Vorsitzende der jüdischen Kultusgemeinde ging davon aus, dass mit der Zustimmung der Eigentümerin der Erdgeschosswohnung, der auch noch die mittlere Wohnung in der Villa gehört, die rechtlichen Voraussetzungen für einen gültigen Mietvertrag bestehen.
Bestätigt fühlte sich die Vorsitzende der jüdischen Kultusgemeinde auch noch aus einem anderen Grund. Ohne Probleme hatte die Stadt die Genehmigung für den Umbau der Wohnung in eine Synagoge erteilt. Und als später doch Zweifel aufkamen, da vertraute sie auf die Aussagen von Rechtsanwälten, die ihr signalisierten: Eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Stimmen der Eigentümer, die auch tatsächlich vorliegt, genüge. Damit habe der Vertrag Bestand.
Das Amtsgericht Erlangen teilt diese Rechtsauffassung nicht. Mittlerweile schon in zweiter Instanz hat das Gericht die Umnutzung für
'nicht zulässig' erklärt, so dass der Eigentümerin der Erdgeschosswohnung gar keine andere Wahl blieb, als die fristlose Kündigung auszusprechen.
Gegenseitige Kritik. Warum der Konflikt so eskaliert ist, lässt sich im Nachhinein nur schwer sagen. Gegenseitige Kritik gibt es von beiden Seiten. Armin Fleischer, Cousin der Eigentümerin der Erdgeschosswohnung und ein Eigentümer der Dachgeschosswohnung (sie gehört ihm zusammen mit einem Bruder und einer Schwester) sagt, er habe sich übergangen gefühlt. Fleischer betont, er habe Vertreter der jüdischen Kultusgemeinde schon frühzeitig darauf hingewiesen, dass er mit dem Mietvertrag nicht einverstanden sei. Das sei aber nicht beachtet worden.
Stattdessen seien Umbaumaßnahmen in der Erdgeschosswohnung zu einer Synagoge weiter geführt worden. Stattdessen habe die jüdische Gemeinde ihren Einzug im März 2008 gefeiert. Obwohl zu diesem Zeitpunkt schon das erste Urteil des Amtsgerichtes vorgelegen habe, wonach eine Umnutzung ohne seine Zustimmung nicht rechtens sei.
'Die wollen mich aus dem Haus, aus meinem Elternhaus, raushaben', sagt Fleischer. Ester Klaus dagegen klagt auch über Provokationen und Rüpeleien. Bei einem Fest der Gemeinde im Garten der Villa habe Fleischer gestört.
Auf Bitten des Oberbürgermeisters Siegfried Balleis hat sich Professor Gotthard Jasper, früherer Rektor der Universität Erlangen-Nürnberg und Mitglied des Freundeskreises der jüdischen Gemeinde, in den Streit eingeschaltet. Er hat mit beiden Seiten Gespräche geführt. Nach seiner Einschätzung ist die jüdische Gemeinde
'voll guten Willens, aber auch ein bisschen blauäugig, in die Misere hineingestolpert, die sich vor dem Hintergrund eines gestörten Familienverhältnisses
entwickelt' habe.
Eine Lösung des Konfliktes deutet sich bisher nicht an. Finanzielle Kompensationen für eine Zustimmung zu einer Vermietung an die jüdische Kultusgemeinde seien ausgeschlagen worden, sagt Jasper. Die Stadtverwaltung, so berichtet Bürgermeisterin Elisabeth
Preuß, hat vom Oberbürgermeister Balleis den Auftrag, intensiv nach neuen Räumen für die jüdische Kultusgemeinde zu suchen.
Ester Klaus sagt, der Umzug habe viel Kraft gekostet. Viele Gemeindemitglieder seien verunsichert. Nun hofft sie, dass die jüdische Gemeinde wenigstens so lange in der Hindenburgstraße bleiben kann, bis sie ein neues Zuhause gefunden hat."
Oktober
2009:Ein neuer Betraum kann in der
Rathsberger Straße eingerichtet werden
Artikel von Ralf H.
Kohlschreiber in den "Erlanger Nachrichten" vom 8. Oktober 2009
(Artikel):
"Neues Zuhause für die jüdische Kultusgemeinde. Schwebezustand und Wartezeit sind beendet - Die Synagoge soll im nächsten Jahr eingeweiht werden.
Die bange Wartezeit ist vorbei. Der Mietvertrag ist unterschrieben. Die jüdische Kultusgemeinde hat ein neues Zuhause. In Zukunft wird das jüdische Gemeindeleben am Burgberg stattfinden. ERLANGEN - 'Ich bin sehr glücklich', sagt Ester Klaus, die Vorsitzende der jüdischen Kultusgemeinde.
Die quälende Suche nach neuen Räumen, die Klaus seit Monaten belastet, hat ein gutes Ende gefunden: In der Rathsberger Straße laufen bereits die Umbauarbeiten.
'Die Außenfassade, das Dach und die Wände werden hergerichtet', sagt Klaus. Im Dezember will die jüdische Kultusgemeinde umziehen. Und im nächsten Jahr - so plant Ester Klaus - soll die neue Synagoge dann feierlich eingeweiht werden.
In die schwierige Lage, bald ohne Synagoge und Gemeindezentrum dazustehen, war die Kultusgemeinde gekommen, weil sie ihre Gebets- und Versammlungsräume in der Hindenburgstraße bis zum Jahresende verlassen muss.
Ein Gericht hatte nach einer Auseinandersetzung zwischen dem Vermieter, einer Eigentümergemeinschaft, und der Kultusgemeinde die Umnutzung der Räume für nicht zulässig erklärt (die EN hatten darüber ausführlich berichtet). Lange Suche. Seitdem hatte die jüdische Kultusgemeinde nach einem neuen Standort gesucht.
Die Stadt hat die Gemeinde dabei unterstützt. Helmut Schmitt, der Leiter des Bürgermeisteramtes, war vom Ältestenrat explizit mit der Aufgabe betraut worden, zu helfen.
Ein Angebot der Stadt, die jüdische Kultusgemeinde übergangsweise im ehemaligen Gemeindezentrum Frauenaurachs unterzubringen, hatten Ester Klaus und die Kultusgemeinde abgelehnt. Die Vorsitzende der Kultusgemeinde hatte befürchtet, dass für viele ältere Gemeindemitglieder der Weg in den Erlanger Ortsteil zu weit sei.
In den neuen Räumen wird im Erdgeschoss die Synagoge sein, daneben entstehen mehrere Versammlungs- und Büroräume. Ebenso wird eine Küche eingebaut, die nach den Vorschriften des jüdischen Glaubens die Zubereitung koscheren Essens erlaubt.
Die Gemeinde, die aus 120 Gläubigen besteht, freut sich schon auf die neue Synagoge und die neuen Versammlungsräume. Die Mitglieder, so sagt Klaus, hielten fest zusammen. Sie hätten den Schwebezustand gemeinsam gut ausgehalten. Und der Kantor der Gemeinde, Abraham Rosenthal, ist auch glücklich. Über ihn war die Verbindung zu dem neuen Mieter entstanden.
Juni
2010: Der neue Betsaal wird eröffnet
- zehnjähriges Bestehen der Jüdischen
Gemeinde
Artikel von Kirsten Waltert in
den "Erlanger Nachrichten" vom 14.6.2010 (Artikel):
"Synagoge eröffnet: Aufbruch in bessere Zeiten
Jüdische Gemeinde in Feierlaune: Neues Domizil und zehnjähriges Bestehen ERLANGEN - Gleich zwei freudige Anlässe sorgen bei der Jüdischen Kultusgemeinde (JKG) Erlangen in diesen Tagen für feierliche Stimmung: Die neue Synagoge ist gestern mit einer religiösen Zeremonie und einem musikalisch vom JKG-Chor umrahmten Festakt in den Gemeinderäumen an der Rathsberger Straße 8b offiziell ihrer Bestimmung übergeben worden. Zudem blickte die kleinste und jüngste Jüdische Gemeinde Bayerns auf ihr zehnjähriges Bestehen zurück.
Die Glückwunschadressen samt Rückblenden und Ausblicken, die die Festredner neben einem herzlichen
'Mazal tov' überbringen, haben eines gemeinsam: Sie alle künden vom Durchhaltewillen der derzeit 120-köpfigen Gemeinde, vom Wiederaufstehen nach Rückschlägen, vom großen Wert der geleisteten Integrationsarbeit und vom erhofften Aufbruch der kleinsten und jüngsten Jüdischen Gemeinde Bayerns in bessere Zeiten und eine unbeschwertere Zukunft.
'Dies wird ein Ort des Lebens sein', prophezeit Charlotte Knobloch, Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland und selbst Holocaust-Überlebende, in der Festrede im Obergeschoss des umgebauten und sanierten Gemeindezentrums, jenes
'Hauses des Gebets, des Gesangs und der gemeinsamen Gespräche'. Innenminister Joachim Herrmann nennt es mit Blick auf die mehr als 1000-jährige Tradition des Judentums in Bayern
'sehr gut, wenn auch hier in Erlangen die starke, segensreiche Tradition aufgegriffen und fortgeführt wird'. Juristische Querelen. All diese guten Wünsche können die Gemeindemitglieder gut brauchen, um weiter die bislang 139-jährige Geschichte der Erlanger Juden mitzugestalten. Schließlich liegt ein
'steiniger und gewundener Weg' hinter ihnen, wie Hanna Bander, 2. JKG-Vorsitzende, sagt - und das in jüngerer Zeit nicht erst, seit die Gemeinde nach juristischen Querelen ihr erst eineinhalb Jahre zuvor bezogenes Domizil an der Hindenburgstraße, vergangenes Jahr wieder hatte verlassen müssen (wir berichteten).
Dauerte es in Erlangen nach dem Kriegsende aus diversen Gründen ohnehin vergleichsweise lange bis Mitte der 70er Jahre konkrete Schritte gemacht wurden, eine neue Jüdische Gemeinde zu gründen, unterband die Ermordung des Verlegers Shlomo Levin, einer der Gründungsväter in spe, im Jahr 1980 durch ein Mitglied der faschistischen Wehrsportgruppe Hofmann diesen Versuch jäh.
Der entscheidende Impuls, der schließlich doch zur Neugründung der JKG im April 2000 führte, ging von jüdischen Zuwanderern aus der ehemaligen Sowjetunion aus - konkret: von sieben Familien aus den GUS, die von einem sechsköpfigen Erlanger Team unterstützt wurden. Heute machen Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion vier Fünftel der JKG-Mitglieder aus.
Vor allem die engagierte Unterstützung dieser Gruppe Migranten - sei es mit Sprachunterricht, sei es in religiöser, sozialer oder kultureller Hinsicht - bringt der Gemeinde viel Lob ein für die
'hervorragende Integrationsleistung' (Knobloch), für 'zehn Jahre harte Arbeit' (José Luis Ortega, Vorsitzender des Ausländer- und Integrationsbeirats) oder für Annahme und Bewältigung
'dieser gewaltigen Herausforderung' (Herrmann). Anerkennende Worte findet ebenfalls Oberbürgermeister Siegfried Balleis, unter anderem für den
'gelebten, lebhaften interreligiösen Dialog'. Als 'besten Beweis' wertet er, dass mehrere offizielle Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche anwesend sind.
'Wir sind mehr als glücklich, heute mir Ihnen an dieser Stelle stehen zu können', gibt Bander für die JKG zurück und bedankt sich erneut bei ihrem aktuellen Vermieter, bei Förderern und Freunden der Gemeinde, ohne deren Hilfe der Bezug der insgesamt vierten Versammlungsstätte der Erlanger Juden - oder des dritten Domizils nach der Shoah - nicht in dieser Form hätte stattfinden können. Finanziell mitermöglicht hatten dies neben Privatspenden auch zwei aktuelle Zuwendungen des Landkreises über 3000 Euro und der Stadt Erlangen in Höhe von
20.000 Euro (s. auch EN-Hauptteil)." (pdf-Datei
dieses Presseartikels)
Adressen/Standorte der Betsäle / Synagogen nach 1945: