Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Bockenheim (Stadt Frankfurt am Main)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Aus dem jüdischen Gemeindeleben   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  
Sonstiges  
Kennkarte aus der NS-Zeit    
Zur Geschichte des Betraums / der Synagoge   
Fotos / Darstellungen 
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte   
Links und Literatur   

       

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde    
    
In dem Bockenheim (seit 1895 Stadtteil von Frankfurt am Main) bestand eine eigenständige jüdische Gemeinde bis 1905 (bis dahin selbständige Körperschaft) beziehungsweise bis 1938/42. Ihre Entstehung geht in die Zeit der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts zurück, als Bockenheim noch zur Grafschaft Hanau gehörte.  Erstmals wird 1658 der Jude Samuel (Schmuel) genannt. 1670 waren zwei jüdische Personen (Familien) am Ort. 
  
Um 1700
werden mehrere jüdische Einwohner genannt, die sich nach ihrem Herkunftsort nannten: 1692 Löw Eberstadt, 1707 Meyer Wisloch, Jud Rödelheimb, Joseph Ginsheim, Löw Frankfurt, Itzig Windecker u.a.m. 1750 werden acht handeltreibende Juden am Ort genannt: Schmul Wickert, Schlome Flörsheim, Jac. Hertz, David Schuster, Seligmann Elkan, Schmul Heyum, Itzig Windecker und Aler Süßkind. Bereits 1707 hatten drei Juden Hausbesitz: Jacob Moses, Löser, Wörrstadt und Isaak Präger.     

Die Zahl der jüdischen Einwohner entwickelte sich im 19. Jahrhundert wie folgt: 1816 190 jüdische Einwohner, 1825 ca. 297 jüdische Einwohner (etwa 15 % der Einwohnerschaft), 1830 42 jüdische Familien, 1842 339 jüdische Einwohner, 1853 346 (in 53 Familien), 1861 289 (von insgesamt 4.995 Einwohnern), 1888: 358, 1890 356, 1895: 365 (noch 1,5 % von insgesamt 20.500 Einwohnern). 
  
Die jüdischen Familien lebten bis weit ins 19. Jahrhundert hinein insbesondere vom Vieh- und Pferdehandel, von der Schlachterei, vom Textil- und Kurzwarenhandel, Eisenhandel, Handel mit alten Büchern, Weinhandel. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts eröffneten viele von ihnen kleinere und mittlere Detail-Geschäfte am Ort (insbesondere in der Leipziger Straße). Seitdem gab es auch etliche jüdische Handwerker (1843 werden aufgezählt: neben 12 Metzgern damals 5 Schuhmacher, 7 Schneider, 2 Schreiner, 2 Verfolger, 1 Seifensieder, 1 Sattler und 1 Mechaniker). Bekannte jüdische Geschäfte waren u.a. die später von Frankfurt aus weltbekannte Buch- und Antiquariatsfirma Joseph Baer & Co., die Buchhandlung mit Antiquariat J.B. Levi, die "Joseph Strauss'sche Buchhandlung und Antiquariat (1836 in Bockenheim gegründet, seit 1864 in Frankfurt), die Weinhandlung F. Lindheimer-Böhm (bekannt für ihre "Palästina-Weine"). Es gab mehrere jüdische Rechtsanwälte und Ärzte (Dr. Zadok Strauss, mit internistischer Praxis in der Leipziger Straße; Dr. Elias Rosenheim, der in Bockenheim ein Pflegeheim für Nervenkranke betrieb; Dr. Otto Loewe, gest. 12.11.1938 an Suizid, nach ihm ist in Bockenheim die Otto-Loewe-Straße benannt).     

An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine Schule (Religionsschule), ein rituelles Bad und einen Friedhof. Eine jüdische Elementarschule gab es nicht. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter tätig war (vgl. Ausschreibungen der Stelle unten). Lehrer an der Religionsschule der Gemeinde waren Henoch (Enock) Epstein (1819-1828), Jakob Bär (Beer) Levi (1828-1837), Lippmann Horschmann (1831-1851), Gabriel Kunreuther (1851-1857), L.M. Mannsbach (1857-1890), Max Höchster (1891-nach 1901; gest. vermutlich 1928).  
 
Seit der Zeit um 1900 finden sich in den meisten Darstellungen zur Geschichte der Bockenheimer / Frankfurter Juden teilweise keine separaten Angaben mehr zur jüdischen Gemeinde in Bockenheim. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts gab es mehrere jüdische Warenhäuser im aufstrebenden Stadtteil Frankfurt-Bockenheim (Kaufhäuser Gebr. Breslau in der Adalbertstraße, I. Seligmann, S. Wronker & Co. und C. Nawratzki & Co. in der Frankfurter Straße). Auch die Wohnsituation der jüdischen Familien veränderte sich mit der Eingemeindung nach Frankfurt. Bislang hatten die jüdischen Familien vor allem im westlichen Ortsteil in der Nähe der Synagoge gelebt (Schlossgasse, Neugasse = Friesengasse, Kirchgasse = Grempstraße, Schöne Aussicht = Adalbertstraße). Nun zogen viele Familien in den Osten von Bockenheim, Richtung Frankfurt. Im nördlichen Bockenheim war seit der Gründung der Universität 1914 ein Villenviertel entstanden, in dem sich etliche jüdische Ärzte, Anwälte und Diplom-Ingenieure, Fabrikanten, Bankiers usw. niederließen (Sophienstraße, Georg-Speyer-Straße, Franz-Rükker- und die Zeppelinallee). In der Leipziger Straße entstanden jüdische Geschäfte wie das "Cafe des Westens", die Bottina Schuhe GmbH "Schuhhaus des Westens" und Hermanns und Froitzheim "Herren und Damenwäsche".    

Um 1930 lebten etwa 600 jüdische Personen im Frankfurter Stadtteil Bockenheim (ca. 1,5 % der Einwohnerschaft des Stadtteiles). Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung 1933 verließ ein Teil der jüdischen Einwohner / Familien alsbald den Stadtteil; andere verzogen von Bockenheim in die Frankfurter Innenstadt oder nach anderen Orten in Deutschland. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge niedergebrannt, zahlreiche jüdische Geschäfte und Wohnungen wurden demoliert. Jüdische Männer wurden in Konzentrationslager verschleppt.  
    
Von den in Bockenheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen: nach Angaben bei Ehlers/Krohn S. 73: "Von 65 Bockenheimer Juden wissen wir, dass sie in Konzentrationslagern ermordet wurden. Unter ihnen war der jüdische Religionslehrer Simon Eschwege und seine Frau Marte aus der Sophienstraße 126, die ihre Tochter Lilli schon 1933 nach Palästina geschickt hatten... Der Synagogendiener Sigmund Stern aus der Schlossstraße 3 wurde ebenso wie Helene Hess aus der Schwälmer Straße umgebracht...
    
Vgl. weitere Informationen bei www.stolpersteine-frankfurt.de: bis Juni 2014 wurden Stolpersteine verlegt (für jüdische und nichtjüdische Opfer der NS-Zeit!): in der Sophienstraße 12 für Arthur Bienes (1889), Hermine Bienes geb. Cohen (1893, überlebte die NS-Zeit), Marion Bienes (1925, überlebte die NS-Zeit), René Bienes (1928), Henny Weil (1825), Linda Weil geb. Herzfeld (1887), Ludwig Weil (1873) in der Schloßstr. 120 für Klara Breslau geb. Auerbacher (1892), Lore Breslau (1923), Paul Breslau (1877), in der Marburger Straße 9 für Hagar Martin Brown (1889), in der Gräfstraße 49 für Alma Hoexter geb. Schmidt (1894), Ernst Höxter (1894), Werner Höxter (1926), in der Rödelheimer Landstraße 130 für Gustav Rosenthal (1873) und Rosa Rosenthal geb. Odenheimer (1874), in der Robert-Mayer-Str. 48 für Paul Sonntag (1890), in der Broßstraße 7 für Moritz J. Steinthal (1869), in der Varrentrappstraße 47 für Walter Höxter, in der Varrentrappstraße 49 für Emma, Ruth und Sigmund Wetterhahn, in der Varrentrappstraße 57 für Georg Wagner (1892), Am Weingarten 10 für Ellinor Zamorje (1889), Josef Zamorje (1921) und Marcus Zamorje (1893).       
  
  
  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Ausschreibungen der Stellen des Lehrers / Vorbeters / Schächters 1884 / 1890 / 1902 
Nachfolgende Ausschreibungen beziehen sich auf drei verschiedene Stellen: die erste auf einen anzustellenden Schochet (Schächter), der neben dem Lehrer/Vorbeter tätig war (in den meisten anderen Gemeinden war hierfür nur eine Person angestellt), die zweite auf einen anzustellenden Lehrer/Vorbeter (ohne Amt des Schochet), die dritte auf einen Hilfsvorbeter, der zur Entlastung des hauptamtlichen Lehrers/Vorbeters nur zu den Hohen Feiertagen im Herbst eingestellt wurde.  

Bockenheim Israelit 23061884.jpg (54748 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Juni 1884: "Für die Gemeinde Bockenheim bei Frankfurt am Main wird ein tüchtige Schochet gesucht. Einkommen circa Mark 2000. Reflektierende belieben Offerten mit Zeugnissen und Chiffre K. 35 an die Annoncen-Expedition von A. J. Hofmann, hebräische Buchhandlung in Frankfurt am Main einzusenden."      
  
Bockenheim Israelit 27101890.jpg (62454 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Oktober 1890: "Bekanntmachung
In der Synagogen-Gemeinde Bockenheim ist in Folge der Pensionierung des bisherigen Lehrers die Religionslehrerstelle, mit der der Vorsängerdienst verbunden ist, zum 1. Januar 1891 zu besetzen. Das Gehalt beträgt jährlich 1.500 Mark, wozu noch nicht unbedeutende Nebeneinkünfte kommen. Geeignete Bewerber wollen ihre Meldungen unter Hinzufügung von Abschriften ihrer Zeugnisse bis zum 10. November anher einsenden.  
Hanau, 23. Oktober 1890. Das Vorsteheramt der Israeliten: Dr. Koref."    
   
Bockenheim Israelit 01081904.jpg (47341 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. August 1904: "Hilfsvorbeter, mit guter Stimme, für die hohen Feiertage gesucht. Probevortrag erwünscht. Gefällige Offerten mit Honoraransprüchen erbittet 
Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde 
Bockenheim - Frankfurt am Main."
    

   
25-jähriges Ortsjubiläum des Lehrers L. Mannsbach (1882)  

Bockenheim Israelit 28061882.jpg (102216 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Juni 1882: "Bockenheim, im Juni (1882). Ein schönes Fest feierte am 15. dieses Monats der Lehrer und Kantor der israelitischen Gemeinde zu Bockenheim, Herr L. Mannsbach, der 25 Jahre lang im Dienste dieser Gemeinde in treuer Pflichterfüllung seiner Stelle bekleidet hat. Derselbe verstand es, während dieser Zeit die Gemeinde in jeder Weise würdig zu vertreten. Es wurden ihm daher auch an seinem Ehrentage von Seiten seiner Behörde in Hanau, sowie von Seiten der Gemeinde und seiner Schüler und selbst von christlichen Mitbürgern Anerkennungen und Ehrenbezeigungen von hier und auswärts gezollt. Ein solennes, feierliches Ständchen, ausgeführt von einem der besten Männergesangvereine dahier beschloss die Feier seines Ehrentages. Am darauffolgenden Sabbat hielt Herr Mannsbach in der hiesigen Synagoge eine darauf bezügliche, gediegene und gut durchdachte Rede, welche sich eines allgemeinen Beifalls zu erfreuen hatte. Möge es dem Jubilar vergönnt sein, in Gesundheit und ungeschwächter Kraft, auch seine goldene Feier einst begehen zu können."        

  
Einzug des Lehrers zum dreijährigen Militärdienst (1891)   

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 11. Dezember 1891: 
derselbe Text wie unten im Bericht des "Israelit" 
        
 
Bockenheim Israelit 17121891.jpg (55564 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Dezember 1891: "Bockenheim. Der Lehrer unserer jüdischen Gemeinde, welcher noch nicht lange das Seminar verlassen hat, musste sich in diesem Frühjahr zum Militär stellen. Er glaubte, wie seine Kollegen, die in staatlichen Stellungen sind, nur eine zehnwöchentliche Übung durchmachen zu müssen. Allein es wurde ihm mitgeteilt, dass für ihn diese Vergünstigung nicht bestehe, da seine Schule nur eine Religionsschule, jene aber nur für die Lehrer an öffentlichen Volksschulen Geltung habe, er daher drei Jahre dienen müsse, falls er sich nicht nach einer anderen Stellung umsehe. Diese Praxis wird in Preußen allenthalben gehandhabt, und eine ganze Reihe Lehrer war aus diesem Grund gezwungen, ihre Stellungen zu verändern, oft unter den schwierigsten Verhältnissen."     

    
    
Aus dem jüdischen Gemeindeleben  
Über das Israelitisch-französische Institut in Bockenheim (1847)   

Bockenheim AZJ 12041847.jpg (215940 Byte)Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 12. April 1847:  "Israelitisch-französisches Institut zu Bockenheim bei Frankfurt am Main unter der Direktion des Herrn Mayer, dem älteren, Professor der Universität zu Paris, in Verbindung mit einem Lehrer der hebräischen Sprache, sowie mit noch drei anderen deutschen Lehrern. 
Man beklagt sich seit längerer Zeit nicht ohne Ursache, dass in der wahren Bedeutung des Wortes kein Erziehungshaus für Israeliten bestehe, oder dass diejenigen, welche bestehen, teils zu unvollkommen, teils zu kostspielig sind. Um daher einem in vielen Familien gehegten Wunsche entgegen zu kommen, haben wir ein Institut für junge israelitische Knaben vom 6. bis 15. Jahre eröffnet. Wir haben die in Frankreich allgemein befolgte wechselseitige Schuleinrichtung nach den Prinzipien Jacotot's eingeführt und gedenken durch sie die Schwierigkeiten des Lernens zu ebnen, die Tränen der Kinder zu vermeiden und rasche Fortschritte zu erhalten. Alle unsere Sorgen und unser eifrigstes Streben zielt dahin, den Eltern gute und gehorsame Kinder, der menschlichen Gesellschaft und dem Staate für die Zukunft tüchtige und würdige Mitglieder zu erziehen. Dieses Ziel hoffen wir zu erreichen: 
1) Durch eine wohlverstandene religiöse Erziehung, durch einen anschaulich gründlichen Unterricht in französischen, deutschen und hebräischen Sprache, der Arithmetik und Geometrie, der Naturgeschichte und Stenographie, dem Gesange, dem Zeichnen, der Buchführung und dem kaufmännischen Rechnen.
2) Durch Entwicklung der physischen Kräfte vermittelst gymnasiastischer Übungen, welche täglich in dem Garten und auf den Exkursionen in die Umgegend stattfinden werden. - Nur in einem gesunden Körper kann eine gesunde Seele wohnen.
3) Durch eine sorgfältige Beobachtung des Charakters der uns anvertrauten Zöglinge, um ihre kleinen Fehler bei ihrer Erscheinung zu unterdrücken, wobei jedoch körperliche Strafen unseren Maximen zuwider sind und nicht geduldet werden, auch werden wir eben so sehr große Lobeserhebungen, welche die Eitelkeit reizen, wie zu ernsten Tadel, welcher entmutigt, vermeiden. Um in den Charakter des Einzelnen klar einzudringen, führen wir ein Tagebuch, in welches täglich Alles eingeschrieben wird, was auf den Charakter und die Neigungen des Zöglings Bezug hat. Die Eltern werden jeden Monat ein aus diesem Tagebuch gezogenes Zeugnis über die Aufführung und Fortschritte der Ihrigen erhalten. 
Besonders werden deutsche Zöglinge in unserem Institute Gelegenheit finden, sich schnell in der französischen Sprache, deren Kenntnis in fast allen Klassen der Gesellschaft unerlässlich geworden ist, zu vervollkommnen, ohne dass darüber die anderen Zweige des Unterrichts vernachlässigt werden, ebenso wird die Anstalt französischen und englischen Zöglingen den Vorteil bieten, schnell das Deutsche zu erlernen. Wir hoffen, dass mit dieser Einrichtung und durch den Eifer und die Liebe zu unserem ernsten Berufe unsere Anstalt den Familienvätern in jeder Beziehung alle Vorteile eines guten Instituts darbieten wird, denn wir sagen es mit Zuversicht, wir wollen, dass unsere Schule eine Musterschule sei.   
Die reizende Lage Bockenheims, eine viertel Stunde von Frankfurt am Main entfernt, ist bekannt und bedarf keiner besonderen Empfehlung. Dies Städtchen vereinigt die Reize des Landlebens mit den Vorteilen einer großen Stadt.   
Jedes Jahr findet eine öffentliche Prüfung und eine feierlicher Preisverteilung statt.   
Der Preis der Pension beträgt 342 Gulden fürs Jahr, vierteljährig und voraus zahlbar. Bücher, Papier, Tinte und Federn gehören zur Rechnung der Anstalt und die Eltern zahlen dafür Nichts.  
Ein Musiklehrer und ein Lehrer der englischen Sprache sind für das Institut engagiert, ihre Stunden müssen jedoch besonders bezahlt werden. 
Briefe und Pakete erbittet man sich franko mit der Adresse:   
An Herrn Mayer den älteren, Professor der französischen Sprache in Bockenheim bei Frankfurt am Main."   

   
Über die überraschende Wirkung einer Predigt in der Synagoge (1860)  

Bockenheim AZJ 25091860.jpg (190027 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 25. September 1860: "Bockenheim in Kurhessen, 29. August (1860). Vergangenen Sonnabend hielt der Religionslehrer der hiesigen israelitischen Gemeinde, Herr M. (Mannsbach), in deren Synagoge, wie dieses gewöhnlich zu geschehen pflegt, einen Vortrag in deutscher Sprache und zog darin unter anderem einen Vers aus den Psalmen, Kap. 146, an, lautend: 'Verlasset Euch nicht auf Fürsten und auf Menschen, denn bei ihnen ist keine Hilfe' etc. Einer der Zuhörer muss in seiner Untertanentreue hierin einen Hochverrat gewittert haben; denn kaum eine halbe Stunde nach Beendigung des Gottesdienstes kam der hiesige Polizeikommissar, Herr Dr., mit Polizeibegleitung in die Wohnung des erschreckten harmlosen Lehrers, der sich so lange als verhaftet betrachten musste, bis er, um einer angedrohten Haussuchung zu entgehen, den Text seines Vortrage vorlegte, welcher, obgleich Herr M. sich bemühte, die Unschuld obiger Verse darzutun, die in den Psalmen, selbst in den täglichen Gebeten der Israeliten enthalten seien, zum Zweck einer Untersuchung mit Beschlag belegt wurde. Die Hoffnung des Herrn M. beruht nun darauf, dass der Herr Kommissar bei Beurteilung kirchlicher Vorträge nicht kompetent sei und die Untersuchung wird ergeben, ob Ersterer sich durch obige Zitate eines Kriminalverbrechens schuldig gemacht, oder ob Letzterer seine Amtsgewalt missbraucht und vielleicht besser getan hätte, einen solchen Denunzianten gebührendermaßen zurückzuweisen. Der Fall hat hier allgemeine Sensation hervorgerufen."         
   
Bockenheim Israelit 12091860a.jpg (138099 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. September 1860: 
Derselbe Text wie oben, allerdings kommentiert von der Redaktion: "Anmerkung der Redaktion. Diese Mitteilung erscheint uns unbegreiflich und der Tatbestand doch wohl ein etwas anderer zu sein".   

   
Über das Sanatorium von Dr. Rosenbaum - Berichte von 1886 und 1902 

Bockenheim AZJ 19081886.jpg (59027 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 12. September 1860: "Bockenheim, bei Frankfurt am Main. Wenn in diesen geschätzten Blättern schon häufig von Anstalten für israelitische Nervenleidende die Rede war, so fühlt man sich gedrungen auch des Sanatoriums für israelitische Nervenleidende in Bockenheim bei Frankfurt am Main Erwähnung zu tun. Diese Anstalt verbunden mit Wasserheilanstalt, Elektrotherapie, geleitet von dem rühmlichst bekannten Arzte Herrn Dr. Rosenbaum in Frankfurt am Main kann in jeder Beziehung für die leidende Menschheit empfohlen werden. Gesunde Lage am Fuße des Taunus und in der Nähe eines hübschen Waldes komfortabel eingerichtet, Arzt im Hause. Hauptsache aber ist noch, dass die Kost echt koscher ist. Die Kranken, für welche auch in religiöser Beziehung Beruhigung gesucht wird, können mit gutem Gewissen der genannten Anstalt anvertraut werden."    
 
Bockenheim Israelit 06021902.jpg (70883 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. Februar 1902: "Frankfurt am Main. Wenn es für Nervenleidende von besonders großer Wichtigkeit ist, dass jeder erregende äußere Einfluss fern gehalten wird, so entspricht dieser Forderung in hohem Maße das 'Sanatorium für israelitische Nervenleidende' in Frankfurt am Main - Bockenheim, das der Leitung des bekannten Frankfurter Arztes Dr. E. Rosenbaum unterstellt ist. Am Fuße des Taunus, direkt an dem hübschen schattigen Biegwald gelegen, vereinigt diese Anstalt alle die Vorzüge, die ein Landaufenthalt bieten kann, mit den Annehmlichkeiten der Großstadt. Die Anstalt selbst ist komfortabel eingerichtet. Die Beaufsichtigung und die Pflege liegen in durchaus bewährten und zuverlässigen Händen.  
Dass allerstrengstes Kaschrus obwaltet und alle Fleischsachen nur von unter Aufsicht streng orthodoxer Rabbiner stehenden Metzgern bezogen werden dürfen, ist gewiss für viele ein nicht zu unterschätzender Vorzug. Denn wohl gar manchen, der sich in einer solch schweren Lage befindet, ist es eine große Genugtuung, sich auch bezüglich der religiösen Pflichten wohl geboren zu wissen."     

  
Gottesdienst zum 100. Geburtstag von Kaiser Wilhelm I.   

Bockenheim Dok 013.jpg (93970 Byte)Lokal-Nachrichten, 18. März (18..). Für die, mit dem Familienabend des Bürger- und Bezirks-Vereins am 21. März verbundene 100-jährige Geburtstagsfeier Kaiser Wilhelms I. sind die Vorbereitungen abgeschlossen. Das Programm ist aufgestellt und zeigt eine reiche Abwechslung. Der erste Teil ist ausschließlich dem Andenken des ersten Kaisers gewidmet, während der zweite Teil Vorträge und Aufführungen heiteren Inhalts bringt. Daran schließt sich der Tanz. Da diese Feier, neben der Verbandsfeier der Kriegervereine, die einzige an unserem Platze sein wird, 

   
General-Versammlung der Chewro G'millus Chassodim (= Wohltätigkeitsverein), Frankfurt-Bockenheim (1929)       

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 30. Januar 1929: "Die Bockenheimer Chewro. Die Chewro G'millus Chassodim, Frankfurt-Bockenheim, hielt im Hotel Ullmann ihre General-Versammlung mit anschließendem Essen ab. 
Nach Verrichtung des Maariw-Gebetes eröffnete Hugo Heß die Versammlung, begrüßte die Mitglieder, gedachte des verschiedenen Mitgliedes Lehrer M. Höchster, beglückwünschte den Jubilar Maron Müller, der 50 Jahre Mitglied des Vereins ist, und begrüßte das jüngste Mitglied Kantor und Lehrer Eschwege, bisher Oberkantor und Lehrer in Saarlouis, mit dem Wunsche, dass es ihm bei den Bockenheimern recht gut gefallen möge. 
Der Schriftführer, Julius Herrmann, verlas das Protokoll, und der Kassierer, Moritz Breslau, erstattete den Kassenbericht. Der Vorstand wurde per Akklamation wiedergewählt.  
Nun schritt man zum gemütlichen Teil. Max Müller dankte für die seinem Herrn Vater gewordene Ehre und herzlichen Wünsche des Vorsitzenden. Sodann ergriff Kantor und Lehrer Eschwege das Wort. Er bat am Schluss seiner Ausführungen, das Andenken des Lehrers Höchster durch eine Sammlung zur Beschaffung einer Sefer Thora (Torarolle) zu ehren. Die herzgewinnende Ausführung hatte solchen Erfolg, dass sofort von den anwesenden Mitgliedern annähernd Mark 7000.- zu diesem Zwecke gezeichnet wurden. Die Versteigerung des Benschens ergab die schöne Summe von Mark 780.-.  
Mit dem Bewusstsein, einer Chewro anzugehören, in welcher echt jüdischer Sinn für G'millus Chassodim herrscht, konnte jedes Mitglied aus der Versammlung scheiden.  J.H."          

  
  
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Über Dr. Gabriel Riesser in Bockenheim  (1838)   

Bockenheim AZJ 23011838.jpg (50145 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 23. Januar 1838: "Frankfurt am Main, 29. Dezember (1838). Der bekannte Dr. Riesser, welcher fortwährend in dem naheliegenden kurhessischen Städtchen Bockenheim wohnt, hat dieser Tage eine trefflich geschriebene Broschüre erscheinen lassen, deren Ertrag zur Beisteuer für Lessing's Denkmal bestimmt ist, und welche den Titel führt: 'Einige Worte über Lessings Denkmal, an die Israeliten Deutschlands gerichtet.' Der Verfasser bezweckt durch diese Schrift die Teilnahme seiner Glaubensgenossen an dem Lessing-Denkmale besonders anzuregen. (Leipziger Allgemeine Zeitung)."  

     
100-jähriges Bestehen der Buch- und Antiquariatshandlung Josef Baer & Co. (1885)    

Bockenheim AZJ 08091885-1.jpg (369644 Byte) Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 8. September 1885: "Bonn, 29. August (1885) (Literarische Notizen). Heute feiert die in weitesten Kreisen rühmlichst bekannte Buch- und Antiquariatshandlung Josef Baer & Co. ihren 100-jährigen Bestand. Die 'Frankfurter Zeitung' enthält zur Feier des Tages Einiges über die Geschichte dieses Instituts, das wir hier wiedergeben: 
Unter die älteren Buchhändlerfirmen Frankfurts zählt auch die Firm Joseph Baer & Co., welche heute die Feier des hundertjährigen Bestandes begeht. Wir sind in der Lage, einige authentische Mitteilungen über den Gang dieses Geschäftes, welches zur Zeit auf dem Gebiete des Antiquariats-Buchhandels einen unbestrittenen Weltruf genießt, unseren Lesern zu bieten. - In dem letzten Dezennium des vorigen Jahrhunderts hatte eine von Hanau verzogene jüdische Familie mit Namen Baer in dem benachbarten Bockenheim ihren Wohnsitz genommen. Nach den damaligen Frankfurter Gesetzen konnte dieselbe nicht das Bürgerrecht unserer Stadt erlangen und durfte hier kein offenes Geschäft betreiben. Der Familienvorsteher Joseph Baer fand jedoch Mittel und Wege, in dem Dominikanerkloster im Jahre 1785 in einem kleinen Lokale ein buchhändlerisches Antiquariats-Geschäft zu gründen, worin gewissermaßen unter der Hand gekauft und verkauft wurde. Die Umsichtigkeit des Besitzers ließ trotz der ungünstigen Lage des Geschäftes dasselbe einen raschen Aufschwung nehmen und der durchaus ehrenhafte Charakter Joseph Baer's gewann ihm bald einflussreiche Gönner, welche es ihm ermöglichten, die ihm entgegenstehenden gesetzlichen Schwierigkeiten zu überwunden und als Bürger nach Frankfurt überzusiedeln. Er erweiterte das Geschäft und verlegte es in die Steingasse, wo er es jetzt offen betreiben durfte. - Joseph Baer war bestrebt, seinen Kindern eine sorgfältige Erziehung angedeihen zu lassen. Sein Sohn Leopold Joseph Baer, geboren am 2. Oktober 1804 in Bockenheim, besuchte in den Jahren 1815 bis 1920 das Frankfurter Gymnasium und trat dann in das väterliche Geschäft ein, welches zu jener Zeit bereits eine große Ausdehnung erfahren hatte. Vier Jahre später, im Jahre 1824, verband sich sein Bruder Hermann Joseph Baer mit ihm zur Übernahme der Handlung. Selten wohl vereinigten sich zwei so strebsame und tüchtige Männer in rastloser Tätigkeit und in der Bemühung, dem Hause eine fortwährende Ausdehnung und Bedeutung zu geben. Der Erfolg war auch ein ausgezeichneter und es ist eine nicht zu leugnende Tatsache, dass die Gebrüder Baer die ersten waren, welche dem Antiquariatsgeschäfte in Deutschland eine weitere und höhere Bahn ebneten..."    
Zum weiteren Lesen bitte Textabbildungen anklicken.    

   
25-jähriges Jubiläum von Levi Höxter als Vorsteher der Gemeinde (1901)  

Bockenheim Israelit 10011901.jpg (92212 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. Januar 1901: "Frankfurt am Main - Bockenheim, im Januar (1901). Am 1. Januar dieses Jahres waren es 25 Jahre, dass Herr Levi Höxter als Vorsteher an der Spitze der hiesigen Synagogengemeinde steht. Die vielfachen Verdienste, die Herr L. Höxter um unsere Gemeinde sich erworben, veranlassten dieselbe, diesen Tag nicht ungefeiert vorübergehen zu lassen. Deshalb erschien im Hause des Jubilars eine Deputation der Gemeindemitglieder, unter Führung des Lehrers und Kantors der Synagogengemeinde, Herrn Max Höchster, die eine Ehrengabe, einen silbernen Tafelaufsatz, überreichte und die Glückwünsche der Gemeinde darbrachte. Vom Vorsteheramte in Hanau, der vorgesetzten Behörde, war dessen Vorsitzender, Herr Hirsch, erschienen, der in warmen Worten die Verdienste des Jubilars feierte und ihm noch eine lange ungetrübte Amtsdauer wünschte. Diesem Wunsche schließen auch wir uns von ganzem Herzen an. Möge Herr Levi Höxter noch lange zum Wohle unserer Gemeinde tätig sein."       

  
Isidor Adler wird zum Gemeindevorsteher gewählt (1912)   

Bockenheim FrfIsrFambl 28061912.jpg (23492 Byte) Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 28. Juni 1912: "Isidor Adler wurde auf 3 Jahre zum Vorstande der Synagogengemeinde Frankfurt-Bockenheim gewählt. Hierdurch hat die Bockenheimer jüdische Gemeinde ein weiteres eifriges Mitglied in ihrer Vorstandschaft erhalten."   

   
Zum Tod von Hannchen Oppenheim geb. Heß (1909)  

Bockenheim FrfIsrFambl 26111909.jpg (60160 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 26. November 1909: "Frankfurt am Main. Im Alter von 78 Jahren verschied in unserer Vorstadt Bockenheim Frau Hanchen Oppenheim Witwe geb. Heß, eine Frau, die es verdient, dass ihrer an dieser Stelle gedacht wird. Denn sie war noch der Typus einer jüdischen Frau, wie wir sie früher häufig in unserer Mitte sahen, wie sie aber in unserer Zeit selten geworden sind: einfach und bedürfnislos, was ihre Person anbetraf, gütig gegen ihre Mitmenschen, nach den Forderungen der jüdischen Tradition, in deren Sinne sie zu leben bestrebt war. Den Nachruf an der Bahre hielt in warmen Worten Herr Rabbiner Dr. Jacob Horovitz."    

      
      
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen     
  
Werbung für die Mazzes-Maschinen und Mühlen von Heß Levy (1847)      

Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 15. November 1847: "Die von mir neu verbesserten Mazzes-Maschinen und Mühlen empfehle ich zu den billigsten Preisen unter Garantie für deren Güte. 
Heß Levy
, Mechanikus in Bockenheim bei Frankfurt am Main".       

   
Anzeige von "Forells Garten" (1906)
    

Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 8. Juni 1906: "Forells Garten, Bockenheim
Frankfurterstrasse 30, Großer schattiger Garten. Angenehmer Familien-Aufenthalt".   

   
   
Sonstiges 
Bericht über eine Jahresversammlung der israelitischen Lehrerkonferenz Hessens in Bockenheim (1896)    

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 11. September 1896: "Bericht über die 28. Jahresversammlung der israelitischen Lehrerkonferenz Hessens am 6. Juli 1896. Entsprechend unserer bisherigen Gepflogenheit, unsere Versammlung abwechselnd in Kassel und einem im Süden unseres Regierungsbezirkes gelegenen Orte abzuhalten, fand die diesjährige Versammlung an der äußersten Grenze desselben, in Bockenheim statt...."  
Zum Lesen des weiteren Textes bitte Textabbildungen lesen.   
Anmerkung: es wirkten bei der Jahresversammlung durch Referate und weitere Aktivitäten mit: Seminardirektor Dr. Stein aus Frankfurt, Herr Gutkind aus Kassel, Rabbiner Dr. Munk aus Marburg, Lehrer Rosenbaum aus Zierenberg, Lehrer Flörsheim aus Wolfhagen, Lehrer Amram aus Borken, Lehrer Goldschmidt aus Brakel,  Anwesend waren außerdem die Rabbiner Dr. Jakob aus Göttingen, Dr. Horowitz aus Frankfurt, Realschuldirektor Dr. Bärwald. Genannt werden unter anderem die Lehrer Spiro aus Schenklengsfeld, Strauß aus Gelnhausen, Elisas aus Darmstadt, Lehrer Oppenheim aus Treysa..   
   
      

      

Kennkarte aus der NS-Zeit            
               
Am 23. Juli 1938 wurde durch den Reichsminister des Innern für bestimmte Gruppen von Staatsangehörigen des Deutschen Reiches die Kennkartenpflicht eingeführt. Die Kennkarten jüdischer Personen waren mit einem großen Buchstaben "J" gekennzeichnet. Wer als "jüdisch" galt, hatte das Reichsgesetzblatt vom 14. November 1935 ("Erste Verordnung zum Reichsbürgergesetz") bestimmt. 
Hinweis: für die nachfolgenden Kennkarten ist die Quelle: Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland: Bestände: Personenstandsregister: Archivaliensammlung Frankfurt: Abteilung IV: Kennkarten, Mainz 1939" http://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/STANDREG/FFM1/117-152.htm. Anfragen bitte gegebenenfalls an zentralarchiv@uni-hd.de       
 
 Kennkarte der in Bockenheim
 geborenen Else Rosenberg
 
 Bockenheim KK MZ Rosenberg Elsa.jpg (87685 Byte)   
    Kennkarte (ausgestellt in Mainz 1939) für Elsa Rosenberg (geb. 8. August 1883 in Bockenheim)   

    
    
 
  
Zur Geschichte des Betraums / der Synagoge   
   
Zunächst (um 1700) war vermutlich ein Betraum in einem der jüdischen Häuser vorhanden. Wann eine erste Synagoge gebaut wurde, ist unbekannt. Sie befand sich bereits in den 1830er-Jahren in einem baulich schlechten Zustand. 1836 bemühte sich die Gemeinde um finanzielle Mittel für den Neubau einer Synagoge. 1843 bestand Einsturzgefahr der Synagoge, worauf ein Betraum im Haus des S. Gerson Hess (Rödelheimer Straße 27) eingerichtet wurde. 1844 wurde die Renovierung der Synagoge genehmigt, da die Finanzmittel nicht für einen Neubau reichten. Aus der Zeit der alten Synagoge liegt ein Bericht die Feier der jüdischen Konfirmation in Bockenheim aus dem Jahr 1837 vor:      
   
Konfirmation (Bar Mizwa und Bat Mizwa) in der Synagoge Bockenheim (1837)   
Hinweis: der Bericht wurde von der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" aus der "Schlesischen Zeitung" übernommen. Er wurde vermutlich nicht von einem jüdischen Berichterstatter geschrieben. Interessant war er für die AZJ damals dennoch vor allem dadurch, dass er in einer der damals namhaftesten Tageszeitungen Preußens erschienen ist.  

Bockenheim AZJ 17061837.jpg (133144 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 17. Juni 1837: "Bockenheim, 7. Mai (1837). Gestern fand in hiesiger Synagoge eine Feier statt, welche hier und in der ganzen Provinz Hanau die erste in ihrer Art ist. Sechs Mädchen und zwei Knaben, welche bis zu ihrem 14ten Lebensjahre die hiesige Stadtschule und die israelitische Religionsschule besucht hatten, wurden vor versammelter Gemeinde über ihre Religionskenntnisse durch ihren würdigen Lehrer, H. Horschmann (sc. Hirschmann?), sodann durch den Herrn Provinzial-Rabbiner Felsenstein aus Hanau geprüft und hierauf durch Letzteren konfirmiert. Die eben so gediegenen als schön stilisierten und sachgemäßen Reden, sowie die Gebete des Rabbiners Felsenstein, die väterlichen Mahnungen des Lehrers Horschmann, die auf des alten Bundes heilige Schriften gegründeten Antworten und Bekenntnisse der sehr gut unterrichteten Konfirmanden, insbesondere aber die hohe Einfachheit und Würde der ganzen Handlung, zu der die echt geistliche Haltung des genannten Rabbiners, wie auch das gemessene Benehmen des Lehrers Horschmann wesentlich beitrug, sprachen den religiösen Sinn ungemein an und erhoben die Feier zu einer wahrhaft erbaulichen. Solche Zeichen geistiger Emanzipation sind die rechten Mittel, die Gegner bürgerlicher Gleichstellung der Israeliten zu widerlegen, der in Kurhessen gesetzlich verbürgerten politischen Emanzipation sich würdig zu beweisen, und die Widersacher gottesdienstlicher Verbesserungen mit dem zu versöhnen, was die dermaligen kirchlichen und bürgerlichen Verhältnisse Israels so dringend erheischen. Wo man, wie gestern hier, schon aus dem Munde der jungen Kinder edle Bekenntnisse, namentlich über Vaterland und Untertanenpflicht, vernimmt, da lassen sich die gerechten Ansprüche auf bürgerliche Gleichstellung nicht ferner bezweifeln. (Schlesische Zeitung)."  

  
Beschreibung der alten Synagoge - namhafte Spenden und Beiträge für einen Synagogenneubau (1852)  

Bockenheim AZJ 06121852.JPG (188064 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 6. Dezember 1852: "Bockenheim, 22. November (1852). Die hiesige, an 90 Familien zählende Synagogengemeinde besitzt zur Abhaltung des Gottesdienstes eines jener engen, ungesunden, im Äußern wie im Innern aller Ästhetik hohnsprechenden Lokale, wie solche uns von unseren Urgroßvätern als traurige Erbe in so vielen Gemeinden hinterlassen wurden. Ein bei hellem Tage dunkler Eingang führt zu einer faulholzigen Stiege, die erklommen werden muss, um in das Heiligtum zu gelangen, welches kaum für die Hälfte der Gemeinde den nötigen Raum bietet. Längst fühlte die Gemeinde das Bedürfnis nach einem räumlichen, würdigen Bethause, und sehr war es ihr zum Bewusststein gekommen, dass das eigene Haus beschäme das Haus des Einig-Einzigen. Leider aber gestattete die Mittellosigkeit der Gemeinde nicht, dieses Bedürfnis, sei es auch nur durch eine Erweiterung der bestehenden Synagoge zu befriedigen, in der, je höher der Festtag, desto zahlreicher der Besuch, der Anblick einer wie Schafe im Pferch zusammengedrängten, fast erstickenden Gemeinde der Gläubigen, in seiner Andacht gestört, tief betrübte.  -   Da fügte es der Allgütige, dass im September dieses Jahres Herr B. Leja aus Stockholm in hiesige Stadt kam, seine Verwandten zu besuchen. Bei dieser Gelegenheit ließ Herr Leja sich unsere Synagoge zeigen, deren Anblick den edeln Mann derart entrüstete, dass derselbe allsogleich zu Vorstand sich verfügte, welchem er eine Summe von 500 fl. als Fonds zu einer neuen Synagoge einhändigte. Doch damit war der edle Mann noch nicht zufrieden; er begab sich noch selbigen Tages zu dem Baron A. von Rothschild und veranlasste diesen Herrn zur Verwilligung einer gleichen Summe. Nachdem auf diese Weise und so brevi manu ein Fonds von 1.000 Gulden hergestellt war, erwachte in der Gemeinde nicht minder der religiöse Geist, es wurde in derselben eine Kollekte veranstaltet, die circa 1.400 Gulden ergab. Wenn auch diese Summe noch weit von 10.000 Gulden entfernt ist, die eine neue Synagoge auf hiesigem Platze kosten wird, so ist doch durch das edle Werk eines Fremden die Gewissheit gegeben, dass wir nach Ablauf einiger Jahre zu einem Neubau schreiten können. Herr Leja war von seiner guten Tat so begeistert, dass derselbe beim Abschiede versprach, der Einweihung des zu erbauenden Gotteshauses persönlich beizuwohnen, und einen silbernen Toraschmuck Kelei kodesch  nebst gesticktem Tabernakelvorhang mitzubringen. Möge Israel solcher Männer recht viele zählen und der Segen Gottes über dieselben und ihre Familien reichlichen Maßes sich ergießen."    

Die alte Synagoge wurde 1865 abgebrochen. Eine neue Synagoge konnte 1873/74 erbaut und 1874 eingeweiht werden. Sie war für die nächsten knapp 65 Jahre Mittelpunkt des religiösen Gemeindelebens der in Bockenheim lebenden jüdischen Personen / Familien. Neben der Synagoge wurde ein kleines Gemeindehaus erstellt.  
   
Gottesdienstzeiten 1897 / 1914
   

Bockenheim Dok 012.jpg (129338 Byte)Aus einer Tageszeitung 1897: nach den Zeiten für die christlichen Gottesdienste: 
"Synagogen-Gemeinde. Gottesdienst am Samstag den 30. Januar.
Vorabend: 4 Uhr 45 Min. 
Morgens: 9 Uhr - Min.
Nachmittags: 3 Uhr 30 Min.
Sabbath-Ausgang: 6 Uhr - Min."
 
Bockenheim Frf IsrFambl 18091914.jpg (40827 Byte)Hinweis im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 18. September 1914 (Hinweis auf die Gottesdienste um das Neujahrsfest Rosch HaSchana): " Synagoge in Bockenheim. Freitag, 18. September, abends 6 Uhr. Samstag, 19. September, morgens 8 Uhr. Nachmittags 4 Uhr 30 Min. Ausgang 7 Uhr 15 Min.  Neujahresfest. Sonntag, 20 September, abends 6 Uhr 30 Min. Montag, 21. September, morgen 7 Uhrs 7 Uhr, Predigt, Rabbiner Dr. Horovitz. Nachmittags 4 Uhr 30 Min. Abends 7 Uhr 5 Min.  Dienstag, 22. September, morgens 7 Uhr. Nachmittags 4 Uhr 30 Min. Festesausgang 7 Uhr 10 Min."    

   
Enthüllung einer Gedenktafel für die Gefallenen in der Synagoge (1921)    

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 9. Juni 1921: "Gedenktafel-Enthüllung in der Synagoge in Bockenheim. Sonntag Vormittag versammelte sich in der Synagoge Bockenheim auf Einladung des Vereins Freundschaftsbund eine große Festversammlung, an der städtische sowie Vertreter aller Konfessionen und Vereine beteiligt waren, um Zeuge dieser erhabenen Feier zu sein. Der Entwurf der Gedenktafel stammt von dem Architekten der Israelitischen Gemeinde Frankfurt, Schragenheim und wurde von dem Bildhauer Jos. Schwarzschild ausgeführt. Die Gedenktafel enthält die Namen von neun Kriegern, die ihr Leben auf dem Felde der Ehre für Deutschlands Wehr lassen mussten.  
Die Feier selbst wurde mit 'Ases Tod' von Peer Gynt eingeleitet. Alsdann folgte ein Psalm, vorgetragen von Kantor Eschwege. Der Vorsitzende des Vereins Freundschaftsbund, Harry Kanter, übergab mit einleitenden Worten der Gemeinde die Tafel; er führte u.a. aus: 
 'Westwärts schweift der Blick, dort wo in Frankreichs Erde die toten Leiber deutscher Krieger ruhen. Ostwärts wendet sich das Auge nach dem einstigen Zarenreiche, dessen Boden mit deutschem Blut getränkt ward. Himmelwärts strebt der Gedanke, in der Erinnerung an die, die ihre Liebe zum Vaterland mit ihrem Blute besiegelten. Das feindliche Geschoss fragte nicht, wes Standes und welcher Religion der Krieger sei, dem es galt. Tausende von jüdischen Soldaten haben opfermütig ihr Leben für ihr deutsches Vaterland in die Schanze geschlagen.   
Auch unsere Gemeinde hat den Verlust von wackeren Kriegern zu beklagen. Wir wollen jetzt eine Gedenktafel enthüllen, die kommenden Geschlechtern künden wird von dem Heldenmut der Angehörigen Bockenheimer jüdischen Gemeinde, welche im Weltkriege ihr Leben ließen. Kaum braucht's einer solchen Ehrentafel, denn unvergesslicher als Erz und Stein wird der Name der Gefallenen in unseren Kreisen fortleben. Und doch sei die Gedenktafel eine Erinnerung an verdienstvolle Tote, ein Ansporn für die Lebenden, mitzukämpfen, wenn es sich um das Wohl unseres geliebten deutschen Vaterlandes handelt, mitzufechten, wenn es gilt den Kampf für unser Recht. Und so fällt jetzt die Hülle von der Ehrentafel: hierbei lasst uns jeder im Stillen der Toten gedenken. Auch sie sind gefallen als jüdische Blutzeugen für Deutschlands Ehre! Sie ruhen in Frieden.'   
Nach Übergebe ergriff der Gemeindeälteste, Moritz Breslau das Wort, um den Dank der Gemeinde auszusprechen mit dem Gelöbnis, dass dieses Ehrenzeichen für alle  Zeiten in teure Obhut genommen werde.  
Rabbiner Dr. Horowitz führte in seiner Rede folgenden Gedanken aus: 'Die in fremder Erde ruhenden Helden haben mit dem heutigen Tage ihre Heimat wiedergefunden, indem sie für ewige Zeiten als leuchtendes Beispiel für kommende Generationen im Gotteshause verewigt sind.  Mit einer Variation über das Lied 'Ich hatt' einen Kameraden' schloss die Feier, die für die Teilnehmer stets in Erinnerung bleiben wird."        

 
Spende von Toraschmuck durch Max und Simon Rothschild (1927)   

Bockenheim GemBl Frankfurt 021927.jpg (17125 Byte)Mitteilung im "Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt" Februar 1927: "Von der Schenkung eines Toraschmuckes der Herren Max und Simon Rothschild für die Synagoge Bockenheim wird mit Dank an die Spender Kenntnis genommen." 

    
Abschied von der Bockenheimer Synagoge (1938)   

Bockenheim JuedGblFfm Sept1936 S17.jpg (185750 Byte)Artikel im "Jüdischen Gemeindeblatt für die Israelitische Gemeinde zu Frankfurt am Main" vom September 1938 S. 17: "Abschied von der Bockenheimer Synagoge. Der schlichte Bau der Synagoge in Bockenheim sah am Schabbos Balak eine zu dieser Sommerzeit ungewöhnlich große Zahl von Besuchern. Es galt, Abschied zu nehmen von dem Gotteshaus, das 65 Jahre lang Mittelpunkt des jüdischen Lebens in Bockenheim gewesen war, zwei Menschenalter hindurch die nicht unbeträchtliche Gemeinde in Bockenheim hatte wachsen und schwinden sehen. Der Schabbos bedeutete gleichzeitig Abschied von der Gemeinde Bockenheim, die zwar seit 30 Jahren zur Großgemeinde gehört, sich aber in ihrem inneren Leben noch eine gewisse Freiheit und Besonderheit erhalten hat. Wenn auch das Wort 'Frankfurt ist nicht Bockenheim' die Größe und Vornehmheit der Großgemeinde anerkannte, so hieß es doch auch 'Bockenheim ist nicht Frankfurt', und es hat mitunter an Widerstand nicht gefehlt, wenn liebgewordene Bräuche aufgegeben werden sollten. Die starke Tradition, die sich in Bockenheim vielfach bewährt hat, erklärt sich aus der Geschlossenheit dieser Gemeinde, die durch Verwandtschaft der alten Familien stark und viel verzweigt verbunden war: um 1700 werden in Bockenheim bereits 17 jüdische Familien nachgewiesen, deren Namen sich teilweise auch noch heute finden. Ein winziges Wohnhäuschen gegenüber der Synagoge gibt heute noch Zeugnis, wie es in der halb ländlichen Gemeinde ausgesehen hat: die Juden wohnten in der Nähe der Synagoge, und wenn nötig, wurden die fehlenden Minjanleute aus den benachbarten Häusern geholt. Die Änderung der Wohnlage und der Wegzug aus dem eigentlichen Städtchen in die 'Stadt' hatten die Synagoge schon lange aus ihrer Mittelpunktstellung verdrängt, aber die Bockenheimer scheuten auch weitere Wege nicht, in 'ihre' Synagoge zu gehen. Erst die starke Abwanderung der neuesten Zeit und die Notwendigkeit der Einsparung erforderten endgültig die Schließung der Bockenheimer Synagoge. 
Die Besucher des Abschiedsgottesdienst mochten noch einmal im Geist alle Erlebnisse durchlaufen, die sie mit dem Haus verbanden, Erlebnisse, die in der Kleinstadt oft stärker nachwirken. Ihren Gefühlen gab Rabbiner Dr. Jacob Horovitz in bewegten Worten Ausdruck, den selbst eine 30-jährige hingebende Tätigkeit mit jedem einzelnen Gemeindemitglied in Freude und Leid verband. Er gedachte der Menschen, die in der Synagoge gewirkt hatten, ihrer Vorbeter und Vorstände und all der Andächtigen, die in diesem Haus geweilt hatten.  
 Das ewige Wort des Propheten Micha, das die Haftara dieses Schabbos schloss, stand auch über dem Leben und Beten der Bockenheimer Gemeinde, die an diesem Tag ihr Ende fand: 'Recht zu tun, Barmherzigkeit zu lieben und demutvoll vor Gott zu wandeln.'"  

  
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Bockenheimer Synagoge niedergebrannt. Die Brandruine wurde wenig später abgebrochen. Nach 1945 wurde das Grundstück neu bebaut.   
   
1986 wurde zur Erinnerung an die Synagoge in der U-Bahnstation Kirchplatz eine Abbildung der früheren Synagoge angebracht. In den 1980er-Jahren gab es Bemühungen um die Installation einer Gedenkstätte für die zerstörte Synagoge. Anfang November 1988 wurde am Platz der alten Synagoge eine durch den Künstler Willi Schmidt gestaltete Gedenktafel (runde Bronzetafel, 110 cm, ebenerdig in den Bürgersteig eingelassen) enthüllt. Die Gedenktafel enthält den Text:  "Hier stand die alte Bockenheimer Synagoge, die 1865 wegen Baufälligkeit abgetragen wurde. Die 1874 errichtete neue Synagoge wurde in der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 verwüstet und in Brand gesteckt."    
    
    
Adresse/Standort der Synagoge:  alte Synagoge Schlossstraße 3-5 - neue Synagoge an der Einmündung der Ginnheimer Landstraße in die Schlossstraße 1-5  
    
    
Fotos

 Die Synagoge in Bockenheim  
(Quelle: Ehlers/Krohn s.Lit. S. 41) 
Bockenheim Synagoge 110.jpg (75151 Byte)  
   Das Foto wurde 1934 erstellt   
      
 Sitzordnung in der Synagoge 
(Rekonstruktionsplan von 1959; 
Quelle: Ehlers/Krohn s. Lit. S. 46)
Bockenheim Synagoge 112.jpg (150324 Byte)   
      
     
Gedenktafel für 
die Synagogen 
(Quelle: Institut für Stadtgeschichte) 
Bockenheim Synagoge 190.jpg (25045 Byte)  
  Gedenktafel für die 
Synagogen von Bockenheim 
 
     
     
     

    
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  

Juni 2014: Verlegung von "Stolpersteinen" in Bockenheim   
Artikel von Greta Zimmermann in der "Frankfurter Rundschau" vom 22. Juni 2014: "Stolpersteine Erinnerung an Klassenkameradin
Mit ein paar wenigen routinierten Handgriffen entfernt Gunter Demnig zwei große Pflastersteine aus dem Boden in der Varrentrappstraße 47 in Bockenheim. Vorsichtig lässt der Künstler stattdessen vier der mit Messingplatten überzogenen Stolpersteine in den Boden und schließt vorsichtig die Lücken zwischen ihnen. Wehmütig aber erleichtert beobachtet Magda Schulz das Geschehen. Auf einem der Steine ist der Name ihrer ehemaligen Klassenkameradin Ruth Wetterhahn zu lesen. Die 89-jährige hatte damals gemeinsam mit dem jüdischen Mädchen die Varrentrapp-Schule besucht..." 
Link zum Artikel     
Weitere Informationen auf www.stolpersteine-frankfurt.de   


   
Links und Literatur   

Links:  

Website der Stadt Frankfurt am Main 
Website www.stolpersteine-frankfurt.de    
Website des Institutes für Stadtgeschichte Karmeliterkloster, Frankfurt am Main mit Seite zur Synagoge Bockenheim  
Weitere Seite zur Erinnerung an die Synagoge  
Seite zum jüdischen Friedhof in Bockenheim (interner Link)    

Quellen:    

Hinweis auf online einsehbare Familienregister der jüdischen Gemeinde Bockenheim   
In der Website des Hessischen Hauptstaatsarchivs (innerhalb Arcinsys Hessen) sind die erhaltenen Familienregister aus hessischen jüdischen Gemeinden einsehbar: 
Link zur Übersicht (nach Ortsalphabet) https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/llist?nodeid=g186590&page=1&reload=true&sorting=41              
Zu Bockenheim sind vorhanden (auf der jeweiligen Unterseite zur Einsichtnahme weiter über "Digitalisate anzeigen"):    
HHStAW 365,76     Trauregister der Juden von Bockenheim  1822 - 1849    https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v4449169     
HHStAW 365,99     Trauregister der Juden von Bockenheim  1822 - 1875    https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v1245101          
HHStAW 365,78     Sterberegister der Juden von Bockenheim  1824 -1849   https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v5319760     
HHStAW 365,74     Geburtsregister der Juden von Bockenheim  1824 - 1849   https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v4101078     
HHStAW 365,98     Geburtsregister der Juden von Bockenheim  1824 - 1875   https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v3732243      
HHStAW 365,100    Sterberegister der Juden von Bockenheim  1824 - 1877  https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v3500072      
HHStAW 365,75     Geburtsregister der Juden von Bockenheim  1849 - 1875   https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v3553146    
HHStAW 365,77     Trauregister der Juden von Bockenheim  1849 - 1875  https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v5135961      

 Literatur:  

Ludwig Rosenthal: Die Geschichte der Juden in der Grafschaft Hanau. 1963. 
Paul Arnsberg: Die Geschichte der Frankfurter Juden seit der Französischen Revolution. Bd. 2 1983 S. 508-530.  
Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S. 76-87. 
Bockenheim Lit 011.jpg (100284 Byte)Lisbeth Ehlers / Helga Krohn: Juden in Bockenheim. Reihe: Die vergessenen Nachbarn (Hrsg. vom Jüdischen Museum im Auftrag der Stadt Frankfurt am Main). Frankfurt 1990.  

   
     

                   
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Stand: 12. November 2017