Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Biebrich (Stadt Wiesbaden) 
Jüdischer Friedhof      
   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde            
     
Siehe Seite zur Synagoge in Biebrich  (interner Link)      
    
    
Zur Geschichte des Friedhofes      
      
Die Toten der jüdischen Gemeinde wurden in der Zeit der Belegung des dortigen alten jüdischen Friedhofes in Wiesbaden beigesetzt. Es bestand ein Friedhofsverband zwischen Biebrich, Schierstein, Bierstadt und Wiesbaden. Nach Schließung des alten Friedhofes in Wiesbaden legte die jüdische Gemeinde Biebrich 1890 einen eigenen jüdischer Friedhof in Biebrich an. Bis 1942 gab es über 80 Beisetzungen auf dem Friedhof (vorletzte Beisetzung am 28. April 1939, letzte Beisetzung 1942 in einem Familiengrab). Die Friedhofsfläche umfasst 8,47 ar.
    
    
Nach Schließung des alten jüdischen Friedhofes in Wiesbaden legt die jüdische Gemeinde in Biebrich einen eigenen Friedhof an (1890)         

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom  15. August 1890: "Wiesbaden, 10. August (1890). Der auf der 'schönen Aussicht' gelegene Friedhof der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde, welcher seit etwa hundertundfünfzig Jahren - vorher begrub die Gemeinde ihre Toten auf dem israelitischen Friedhofe in Wehen - im Gebrauch ist, wird, der Anordnung des Ministeriums gemäß, am Ende dieses Jahres geschlossen werden. Denn da in Folge der Erweiterung, welche die so mächtig emporblühende Stadt Wiesbaden auch nach dieser Seite hin genommen, der Friedhof längst von Villen und Landhäusern umgeben ist, so war es leicht vorauszusehen, dass die höchste Behörde dem Drängen der angrenzenden Bewohner nach Verlegung des Friedhofes Folge geben würde. Lange Zeit beschäftigte die Frage wegen Akquirierung eines Terrains zur Anlegung eines neuen Friedhofs die Vertreter der Gemeinde aufs Ernsteste. Nach manchen missglückten Versuchen fand dieselbe in allseitig befriedigender Weise ihre Lösung. Denn die Liberalität der städtischen Behörden gewährte der Gemeinde für diesen Zweck ein an den Kommunalfriedhof grenzendes Stück Land, das einige Morgen groß, dem Bedürfnisse der Gemeinde auf lange hinaus entsprechen dürfte. Wenn auch die Kommunalbehörden, die an dem Grundsatze festhalten, kein städtisches Eigentum zu veräußern, sich das ideelle Besitzrecht vorbehalten, so ist doch die Unantastbarkeit der Gräber vertragsmäßig für alle Zeit gesichert. - Eine Kalamität ist aus diesem Wechsel des Friedhofs für einige benachbarte Gemeinden, die bisher mit der hiesigen einen Friedhofsverband bildeten, erwachsen, da unter den veränderten Verhältnissen diese Gemeinschaft nicht länger erhalten werden konnte. So sind denn diese Gemeinden zur Anlegung eigener Friedhöfe genötigt. Zwei dieser Gemeinden (Biebrich und Schierstein) haben sich hierbei gleichfalls eines freundlichen Entgegenkommens seitens der lokalen Behörden, die ihnen das erforderliche Terrain kostenlos gewährten, zu erfreuen gehabt, während die dritte Gemeinde (Bierstadt) ein Stück Land zur Anlegung eines Friedhofs ankaufen musste."         

    
Pressemitteilung zur Anlage des Friedhofes (1890) 

Biebrich Israelit 19061890.jpg (24085 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Juni 1890: "Biebrich, 12. Juni (1890). Die Gemeinde Biebrich hat ein an den christlichen Friedhof angrenzendes Terrain unentgeltlich zur Anlegung eines israelitischen Friedhofs überlassen."  
 
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 27. Juni 1890: "Die Gemeinde Biebrich hat ein an den christlichen Friedhof angrenzendes Terrain unentgeltlich zur Anlegung eines israelitischen Friedhofs überlassen." 

    
    
Lage des Friedhofes
       
    
Der Friedhof ist Teil des allgemeinen Friedhofes von Biebrich. Ursprünglich befand er sich außerhalb des allgemeinen Friedhofsgeländes, ist dann jedoch durch Erweiterungen des allgemeinen Friedhofes integriert worden.  
   
   
Fotos 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum: 10.8.2008)    

Biebrich Friedhof 186.jpg (75136 Byte) Biebrich Friedhof 185.jpg (107862 Byte) Biebrich Friedhof 184.jpg (127077 Byte)
Plan des Friedhofes mit Einzeichnung  
jüdischen Friedhofes  
Die Trauerhalle, unmittelbar links davon der Eingang zum Israelitischen Friedhof
  
   
Biebrich Friedhof 170.jpg (125053 Byte) Biebrich Friedhof 172.jpg (121374 Byte) Biebrich Friedhof 173.jpg (130902 Byte)
  Teilansichten des Friedhofes 
  
Biebrich Friedhof 174.jpg (130963 Byte) Biebrich Friedhof 176.jpg (130539 Byte) Biebrich Friedhof 178a.jpg (97653 Byte)
      Grabstein stehend rechts für 
Max Löb (1878-1918) 
Grabsteine für Siegfried Walter Baer 
und Max Bayer 
     
Biebrich Friedhof 180.jpg (118370 Byte) Biebrich Friedhof 180a.jpg (89554 Byte) Biebrich Friedhof 183.jpg (120104 Byte)
     Grabstein für Lea Wolff 
geb. Allmayer (1822-1900)
   
       
Grabstein für Dr. Seligmann Baer 
(auf Foto in der 2. Reihe, 
Stein aufrecht neben dem Baum stehend;
 Foto von D. Lottmann-Kaeseler ca. 2008)
Biebrich Friedhof 0201.jpg (144701 Byte) Biebrich Friedhof 0201a.jpg (45753 Byte)
   Grabinschrift für Seligmann Baer 
(mitgeteilt von D. Lottmann-Kaeseler, Quelle unbekannt):  
Hier ruht ein frommer Mann, der lebte in seinem Glauben, 
ein Weiser, dessen Gottesfurcht der Weisheit stets voranging, 
ein treuer Lehrer seiner Gemeinde bis zu seinem Tode.
 Er verfasste viele und wertvolle Werke, erklärte und verbesserte festtägliche Gebete; 
die Herausgabe der Heiligen Schrift, vielfach verbessert und erläutert, erfolgte von ihm.
 Die Massorah auf die 5 Bücher Mose wurden von ihm mit großem Verständnis gesichtet 
und geordnet. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des ewigen Lebens! 
     

    
    

Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Wiesbaden mit Seiten zum Stadtteil Biebrich  
Auf der Website sehenswertes-biebrich.de Seite zum Friedhof in Biebrich (allgemeiner und jüdischer Friedhof) 
Zur Seite über die Synagoge in Biebrich (interner Link)   

Literatur:  

Arnsberg I,70-73; 
Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S.351.   

      
        

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 29. Mai 2014