Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Basel (Schweiz)
Texte/Berichte zur jüdischen Geschichte der Stadt 
von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die 1930er-Jahre
    
Hier: Berichte zu den Rabbinern und Lehrern der Gemeinde  
  

Die nachstehend nachstehend wiedergegebenen Texte mit Beiträgen zur jüdischen Geschichte in Basel wurden in jüdischen Periodika gefunden, die in Deutschland erschienen sind; daher endet die Berichterstattung im Laufe der 1930er-Jahre.  
Bei Gelegenheit werden weitere Texte eingestellt. Neueste Ergänzung 27.7.2017.   

Hinweis: die Texte auf dieser Seite müssen noch teilweise abgeschrieben und mit Anmerkungen versehen werden, können jedoch durch Anklicken der Textabbildung bereits gelesen werden.
    
     
Übersicht:

Aus der Geschichte des Rabbinates in Basel bis in die 1930er-Jahre  
Übersicht: Rabbiner in Basel waren in diesem Zeitraum  
-  Ausschreibung der Stelle des Rabbiners und Predigers (1883)   
Die Anstellung eines Rabbiners wird beschlossen (1884)  
Rabbiner Dr. Arthur Cohn wird zum Rabbiner gewählt (1885)    
Besinnung zum Pessach-Fest von Rabbiner Dr. Cohn (1892)  
Zur Wiederwahl des Rabbiners (1896)        
-  Zur Beisetzung der Mutter von Rabbiner Dr. Cohn (1896)    
Rabbiner Dr. Arthur Cohn spricht sich in einer Predigt für den Zionismus aus (1903)    
-  Besprechung einer Publikation von Festpredigten von Rabbiner Dr. Arthur Cohn (1905)   
25-jähriges Amtsjubiläum von Rabbiner Dr. Arthur Cohn (1910)  
60. Geburtstag von Rabbiner Dr. Arthur Cohn (1922)     
-  Rabbiner Dr. Arthur Cohn kann nach langer Krankheit wieder im Gottesdienst auftreten (1924)   
Zum 40-jährigen Amtsjubiläum von Rabbiner Dr. Arthur Cohn (1925)  
Abschied von Rabbiner Dr. Arthur Cohn (1925) 
Anzeigen zum Tod von Rabbiner Dr. Arthur Cohn (1926)      
-  Einführung von Rabbiner Dr. Arthur Weil (1926)    
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer, Vorbeter und weiterer Kultusbeamten beziehungsweise Angestellten der Gemeinde  
-  Ausschreibungen der Stelle eines Religionslehrers (1867 / 1871)   
-  Ausschreibung der Lehrer- und Unterkantorstelle (1877)   
-  Ausschreibung der Stelle des Kantors (1892)   
-  Öffentliche Prüfung an der Religionsschule der Israelitischen Gemeinde (1892)  
-  25-jähriges Jubiläum von Oberkantor Sigmund Drujan (1918)  
Geburtsanzeige eines Sohnes von Oberkantor Max Epstein und seiner Frau (1922)   
-  Ausschreibung der Stelle eines Synagogendieners (1922)  
-  Ausschreibung der Stelle eines Religionslehrers (1934)      
-  Zum Tod des Lehrers Dr. Leopold Hausmann (1934)   

    
   
Aus der Geschichte des Rabbinates in Basel bis in die 1930er-Jahre   
  
Übersicht: Rabbiner in Basel waren in diesem Zeitraum:

bis 1884 Betreuung durch den Hegenheimer Rabbiner Moise Nordmann.
-  1885 bis 1925:
Rabbiner Dr. Arthur Cohn (geb. 1862 in Flatow in Preußen als Sohn des Rabbiners Chajim Heimann Cohn; gest. 1926 in Basel); studierte in Berlin; 1885 bis 1925 erster vollamtlicher Rabbiner der Israelitischen Gemeinde Basel. 
vgl. Artikel "Cohn, Arthur" im Historischen Lexikon der Schweiz; dazu auch  https://de.wikipedia.org/wiki/Arthur_Cohn_(Rabbiner)     
vor 1926 zeitweise Vertreter des erkrankten Vaters: Rabbiner Dr. Heinrich Cohn (geb. 1889 in Basel als Sohn von Rabbiner Dr. Arthur Cohn, gest. 1966 in London): studierte seit 1907 an der Jeschiwa in Preßburg (Bratislava), danach an den Universitäten Lausanne, Basel, Straßburg und am Rabbinerseminar in Berlin; 1915 bis 1916 Rabbinatsverweser in Ansbach, 1917 bis 1918 Feldrabbiner, 1917 bis 1939 Rabbiner des Synagogenvereins "Moabit und Hansabezirk" in Berlin; 1939 über die Schweiz nach London emigriert.
von 1926 bis 1959: Rabbiner Dr. Arthur Ephraim Weil (geb. 1880 in Hatten, Unterelsass, gest. 1959 in Basel): studierte in Straßburg, Paris und Berlin; war einige Jahre Lehrer in Straßburg, Klingenhausen und Düsseldorf; 1914/15 Rabbiner in Bischheim; bis 1926 Lektor für hebräische Sprache an der Universität Straßburg; seit 1926 Rabbiner in Basel. 
- von 1959 bis 1979: Rabbiner Leo Adler. 
- von 1979 bis 2003: Rabbiner Dr. Israel Meir Levinger.
- von 2003 bis 2008: Rabbiner Arie Folger    siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Arie_Folger    
- von 2008 bis 2015: Rabbiner Yaron Nisenholz.    
- seit 2015: Rabbiner Moshe Baumel.   
  
von 1932 bis 1947: Rabbiner Dov Jehuda Schochet (1904-1974) als Rabbiner der Israelitischen Religionsgesellschaft in Basel. vgl. https://www.geni.com/people/Dov-Yehuda-Schochet/353052890920007615  
Vater von Rabbiner Jacob Immanuel Schochet (1935-2013) vgl. https://en.wikipedia.org/wiki/Jacob_Immanuel_Schochet    
   
   
   
Ausschreibung der Stelle des Rabbiners und Predigers (1883)
     

Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 13. März 1883: "In unserer Gemeinde ist die Stelle eines
Rabbiners und Predigers 
zu besetzen. Kandidaten, welche wissenschaftlich gebildet, gute Redner im Besitz der Hatarat Horaah sind und die Leitung der Religionsschule und Erteilung des Unterrichts an den oberen Klassen in 8 bis 10 wöchentlichen Stunden übernehmen können, belieben ihre Bewerbungen nebst Zeugnissen bis zum ersten Mai an Unterzeichneten einzusenden. Fixer Gehalt 4 bis 5.000 Franken jährlich. 
Basel, den 1. März 1883. Der Vorstand der israelitischen Gemeinde."        

   
Die Anstellung eines Rabbiners wird beschlossen (1884)       

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. Juli 1884: "Basel, im Juli (1884). Der Gemeinderat der hiesigen israelitischen Gemeinde hat einstimmig die Anstellung eines Rabbiners beschlossen. Dieser Beschluss bedarf jedoch noch der Bestätigung der Gemeindeversammlung, woran es nach der allgemeinen Stimmung zu urteilen, jedoch nicht fehlen wird. Hoffentlich gelingt es diese hochwichtige Angelegenheit zu einem baldigen und erfreulichen Abschluss zu bringen, ohne dass sich die den Gemeindefrieden bedrohenden Wahlkämpfe wieder wie voriges Jahr geltend machen. 
(Anmerkung der Redaktion. - Zur Beruhigung allzu ängstlicher Gemüter, mag der Hinweis am Platze sein, dass die Wahl eines Rabbiners nicht erst seit heute und gestern, eine gewisse Erregung in jeder Gemeinde hervorruft, der  aber dann fast überall, eine ruhige, friedliche Einmütigung zu folgen pflegt, sobald die Wahl vollzogen ist. Solche Wahlkämpfe bergen für den Gemeindefrieden keine ernsten Gefahren, sie bekunden im Gegenteil das lebhafte Interesse der einzelnen Mitglieder für ihre heiligen Anliegen. Eine Rabbinerwahl, die ohne Geltendmachung der verschiedenen heutzutage in jeder größeren Gemeinde zutage tretenden Auffassungen sich vollzöge, wäre vielleicht nicht einmal ein günstiges Symptom für den religiösen Ernst der Mitglieder. - Bei der prinzipiellen Übereinstimmung, die hinsichtlich Richtung und Wirksamkeit des zu erwählenden Rabbiners herrscht, würden selbst ungerechtfertigte momentane Ausschreitungen eines erregten Wahlkampfes zu keinerlei Befürchtungen für eine wirkliche Gefährdung des Gemeindefriedens Anlass geben. - Dagegen erscheint die Verschleppung einer solchen die Gemüter erregenden Angelegenheit in viel höherem Grade geeignet die Spannung und Verstimmung einwurzeln zu lassen, als eine baldige, entschiedene Lösung der Frage nach der einen oder anderen Seite hin.)."           

   
Rabbiner Dr. Arthur Cohn wird zum Rabbiner gewählt (1885)    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. April 1885: "Berlin, 13. April (1885). Am gestrigen Sonntag hat die Gemeinde Basel Herrn Dr. Arthur Cohn vom Berliner Rabbiner-Seminar, welcher vor vierzehn Tagen daselbst eine Probepredigt gehalten hatte, zu ihrem Rabbiner gewählt, nachdem die einstimmige Wahl desselben seitens des Gemeinderates und Ausschusses bereits erfolgt war. Herr Dr. Cohn eröffnet die Reihe derjenigen Schüler des Herrn Rabbiner Dr. Hildesheimer, welche die Religionsschule der Gemeinde Adass-Jisroel besucht und demnach ihre religiöse Ausbildung von der untersten Stufe an unter einer Leitung genossen haben. Der Gewählte ist ein glänzender Redner und hat sich auch als Schüler Mommsens in der wissenschaftlichen Welt durch seine philologische Dissertation einen Ruf erworben. Die Zahl der Bewerber um die Stelle betrug fünfundsechzig. Wir gratulieren der Gemeinde Basel zu ihrer vortrefflichen Akquisition und dem Rabbiner-Seminar zu seinem großen Erfolge."          

  
Besinnung zum Pessach-Fest von Rabbiner Dr. Cohn (1892)     

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 11. April 1892:            
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Zur Wiederwahl des Rabbiners (1896)    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Juni 1896:      
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Zur Beisetzung der Mutter von Rabbiner Dr. Cohn (1896)      

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Juli 1896: "Basel, 28. Juli (1896). Vergangenen Sonntag, den 26. Juli (16. Av) war die Beisetzung einer Frau, die es verdient, in den Spalten Ihres geschätzten Blattes genannt zu werden, es war nämlich die Frau Rabbiner Dr. Cohn, deren Mann - seligen Andenkens - lange Jahre segensreich in Flatow und Berlin gewirkt hat und deren Sohn, der hiesige Rabbiner Dr. A. Cohn - sein Licht leuchte -, schon seit mehr als 10 Jahren das unverfälschte Judentum in aufopfernder Weise zu erhalten bestrebt ist. Die Verstorbene hat sich in der Ausübung von Wohltätigkeit und Krankenbesuch ganz hervorragende Verdienste erworben. Letzteres hat sie sogar in Fällen, die mit Lebensgefahr verbunden waren, ausgeführt. Von den vielen übrigen Tugendwerken möge noch das eine in Erwähnung gebracht werden, was auch Herr Rabbiner Dr. A. Cohn im Hause und Herr Rabbiner Schüler aus Bollweiler am Grabe in seinem Namen und in dem seines Kollegen Herrn Rabbiner Dr. Zivi aus Winzenheim, der ebenfalls anwesend war, hervorhoben, dass die selige Frau Dr. Cohn Mitbegründerin des so segensreich wirkenden Frauenvereins in Berlin war. Möge den Hinterbliebenen der Trost sein, dass die Verstorbene ERkösung von ihrem langjährigen Leiden gefunden habe.  L.H."        


Rabbiner Dr. Arthur Cohn spricht sich in einer Predigt für den Zionismus aus (1903)   
Anmerkung: Rabbiner Dr. Arthur Cohn nahm 1897 als Zuschauer am ersten Zionistenkongress teil, der unter anderem auf sein Eintreten hin in Basel stattfinden konnte. Anders als viele seiner deutschen Kollegen war Cohn zunächst begeistert von der zionistischen Bewegung, wandte sich jedoch am 10. Zionistenkongress (1911) von ihr ab, da er die religiösen Forderungen nicht adäquat berücksichtigt sag. Auf seinen Aufruf von 1911 hin erfolgte 1912 die Gründung der orthodoxen Organisation Agust Israel, die als nichtzionistische Organisation jüdische Interessen vertrat.     

Artikel im "Frankfurter israelitischen Familienblatt" vom 28. August 1903:       

   
Besprechung einer Publikation von Festpredigten von Rabbiner Dr. Arthur Cohn (1905)    

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 3. Februar 1905:          

   
25-jähriges Amtsjubiläum von Rabbiner Dr. Arthur Cohn (1910)    

Artikel im "Frankfurter israelitischen Familienblatt" vom 17. Juni 1910:        

  
60. Geburtstag von Rabbiner Dr. Cohn (1922)     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. Mai 1922:       
 
Basel FrfIsrFambl 23031922.jpg (104053 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 23. März 1922:  "Basel. Dr. Cohn, seit 37 Jahren Rabbiner der Baseler Judenheit und ein idealer Vertreter seines Berufes, beging den 60. Geburtstag.   
Über die jüdische Abteilung des hiesigen Museums für Völkerkunde heißt es in dem letzten Berichte des Institutes: 'Um einige schöne und interessante Stücke ist die jüdische Abteilung vermehrt worden. In erster Linie sei eine reich ornamentierte Zinnplatte, sogenannte 'Sederplatte', erwähnt, wie sie am Sederabend des Pessachfestes zur Aufnahme der bitteren Kräuter usw. verwendet wird. Das Stück trägt in der Mitte einen achtzackigen Stern, in dessen Zentrum drei gekreuzte Fische eingezeichnet sind, am Rand das Osterlamm und Inschriften (Leihgage der Israelitischen Emanzipationsstiftung). Ein Schlachtmesser (Chalef), ein jüdisches Unterkleid mit den sogenannten Schaufaden und ein Notizbüchlein mit den Aufzeichnungen eines Beschneiders (Mohelbüchlein) wurden durch einen bewährten Gönner dieser Abteilung, Emil Dreyfus in Genf, geschenkt. Seiner Vermittlung verdanken wir auch die Schenkung einer Schekelmünze durch Th. Levi und Louis Lebach in Genf'."   

    
Rabbiner Dr. Arthur Cohn kann nach langer Krankheit wieder im Gottesdienst auftreten (1924)        

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. Juli 1924: "Basel, 23. Juli (1924). Unter dem Jubel der ganzen Gemeinde wurde unser verehrter Rabbiner Herr Dr. A. Cohn nach glücklich überstandener schwerer Krankheit am letzten Sabbat, als er zum ersten Mal nach sechs Monaten das Gotteshaus wieder betrat, mit einem tief empfundenen Boruch Habo-Gesang begrüßt und zur Tora gerufen, wo er Brechat HaGomel sprach. (Wir wünschen dem verdienstvollen Manne und verehrten Mitarbeiter von ganzem Herzen weitere Kräftigung und völlige Wiederherstellung. Red.)."           

  
Zum 40-jährigen Amtsjubiläum von Rabbiner Dr. Arthur Cohn (1925)       

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. April 1925:      
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Abschied von Rabbiner Dr. Arthur Cohn (1925)      

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Juni 1925:        

  
Anzeigen zum Tod von Rabbiner Dr. Arthur Cohn (1926)     

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. März 1926:       
 
aBasel Israelit 22041926.jpg (77670 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. April 1926:    

        
Rabbiner Dr. Arthur Weill wird zum Rabbiner in Basel gewählt (1926)       

Artikel in der "Jüdisch-liberalen Zeitung" vom 29. Januar 1926:  "Basel (Ein Liberaler zum Rabbiner gewählt). Bei der am 17. Januar stattgefundenen Stichwahl wurde Herr Dr. Arthur Weill in Bischheim - Straßburg als Rabbiner der Gemeinde Basel gewählt. Der Gewählte, der der Kandidat der Liberalen war, ist 46 Jahre alt und stammt aus dem Elsass. Er ist Zögling des Berliner Rabbiner-Seminars von Dr. Hildesheimer. Er studierte auch an den Universitäten Straßburg, Berlin und Paris und gilt als Fachmann auf dem Gebiete der Ägyptologie. An der Straßburger Hochschule ist er Lektor für hebräische Sprachen. Er veröffentlichte verschiedene Werke jüdisch-wissenschaftlichen und pädagogischen Inhalts.  
Der Wahlkampf war ein sehr bewegter. Beim ersten Wahlgang erhielten Dr. Arthur Weill 182, der orthodoxe Dr. Jerome Levy aus Obernai (Elsass) 122, Dr. Freyer (Breslau) 89 Stimmen. Bei der Stichwahl erhielten Dr. Weill 233, Dr. Levy 194 Stimmen. Die orthodoxen Mitglieder der Gemeinde traten dieser Tage zu einer Sitzung zusammen, in der über die Konstituierung einer orthodoxen Religionsgesellschaft beschlossen werden soll."           

   
Einführung von Rabbiner Dr. Arthur Weil (1926)      

aBasel Israelit 15041926.jpg (133132 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. April 1926: "Basel, 8. April (1926). Am ersten Pessachtage fand die feierliche Einführung des neuen Rabbiners Dr. Arthur Weil statt. Geführt vom Gemeinde-Präsidenten und gefolgt vom ganzen Vorstand betrat er die Stätte seines neuen Wirkens, von einem Boruch-Habo des Oberkantors begrüßt. Herr Dreyfus-Brodsky hieß den neuen Rabbiner mit einem herzlichen 'Scholaum Aleichem' willkommen und erinnert daran, dass die Gründer der Basler Gemeinde Elsässer waren. Er führte ferner aus: 'Kaum sind acht Tage vergangen, seit Sie hier an dieser heiligen Stätte Ihrem Vorgänger wunderbare herzliche Abschiedsworte nachriefen. Segensreich hat der Verstorbene 40 Jahre lang gewirkt, wir hoffen voller Zuversicht, dass auch Ihre Arbeit ebenso ersprießlich sein möge, haben Sie doch selbst an der Bahre des Dahingeschiedenen in heiliger Stunde gelobt, die Gemeinde in seinem Sinne weiterzuführen'. Hierauf bestieg der neue Rabbiner die Kanzel, um zum ersten Mal zu seiner Gemeinde zu sprechen. Anknüpfend an das (2. Mose 3,5) 'Ziehe deine Schuhe von dienen Füßen, denn der Ort, auf dem du stehst, ist ein heiliger Boden'  sagte er u.a.: 'Heilig ist auch mir diese Stätte, die ich heute zum ersten Male betrete, der Ort, an dem mein seliger Vorgänger während vier Jahrzehnten gewirkt hat. Ich bin mir wohl bewusst, dass ich eine schwere Aufgabe vor mir habe doch, was ich gelobt habe, werde ich auch halten, und ich mache es mir zur Pflicht, im Sinne Dr. Cohns weiter zu wirken und zu schaffen. Ich halte fest am traditionellen Judentum, wie es mich meine weisen Führer Oberrabbiner Dr. Weil, Colmar, Dr. Hildesheimer und Dr. Barth gelehrt haben.'. Chorgesänge beschlossen die erhebende Feier."   

   
   
   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer, Vorbeter und weiterer Kultusbeamten beziehungsweise Angestellten der Gemeinde       
   
Ausschreibungen der Stelle eines Religionslehrers (1867 / 1871)     

Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 26. November 1867:       
 
Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 21. November 1871: 

      
Ausschreibung der Lehrer- und Unterkantorstelle (1877)    

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. Oktober 1877:          

   
Ausschreibung der Stelle des Kantors (1892)    

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. April 1892:          

  
Ausschreibung der Stelle des Religionslehrers und Unterkantors (1892)   

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. November 1892:          

  
Öffentliche Prüfung an der Religionsschule der Israelitischen Gemeinde (1892)   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. Mai 1892:      

  
25-jähriges Jubiläum von Oberkantor Sigmund Drujan (1918) 
Dr. Robert Bing wird zum außerordentlichen Professor ernannt (1918)      

Artikel im "Frankfurter israelitischen Familienblatt" vom 15. Februar 1918:        

  
Geburtsanzeige eines Sohnes von Oberkantor Max Epstein und seiner Frau (1922)       

Basel FrfIsrFambl 04051922.jpg (39240 Byte)Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 4. Mai 1922:     

  
Ausschreibung der Stelle eines Synagogendieners (1922)     

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Juli 1922:           

  
Ausschreibung der Stelle eines Religionslehrers (1934)     

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Juni 1934:         

   
Zum Tod des Lehrers Dr. Leopold Hausmann (1934)  

Dornheim Israelit 18101934.jpg (205409 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Oktober 1934: "Dr. Leopold Hausmann - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen -. Vergangene Woche gab auf dem hiesigen jüdischen Friedhof eine ungeheure Trauergemeinde aus nah und fern dem ältesten Beamten der Jüdischen Gemeinde Basel, Dr. Leopold Hausmann, der im Alter von erst 63 Jahren aus einem Leben der Pflicht und Arbeit vom Tode gerissen wurde, das Geleite. Geboren 1871 in Dornheim (Bayern), widmete er sich dem Lehrerberuf. Er besuchte die Präparandenschule in Burgpreppach und kam dann in das Israelitische Lehrerseminar in Würzburg. Nach kurzer Amtstätigkeit in Hessen kam er in ganz jungen Jahren als Lehrer an die Israelitische Gemeinde in Basel. Hier absolvierte er bald seine Universitätsstudien und promovierte erfolgreich mit einer naturwissenschaftlichen Dissertation und einer öffentlichen Doktorrede. Hier in Basel war es dem Verstorbenen vergönnt, in 41 Jahren mehrere Generationen zum Urquell des Judentums, zur Tauroh (Tora) zu führen, er suchte seine Schüler, die in die Tausende gehen und seiner heute in aller Herren Länder ehrend gedenken, für Jüdischkeit und wahrhaften jüdischen Lebenswandel zu begeistern, eine schwere Aufgabe bei Kindern, die freiwillig und nur kurze Zeit die Schule besuchen. Dann verwaltete der Verblichene auch im Nebenamte das gesamte Sekretariat, das Kassenwesen, die Armenpflege und alle der Gemeinde unterstellten Institutionen mit größter Umsicht und Gewissenhaftigkeit. Daneben widmete er seine Kraft und seinen Rat den vielen Ehrenämtern der Vereine und Institutionen. Der Verstorbene, der auch in nichtjüdischen Kreisen sehr geachtet und gern gesehen war, gehörte seit der Gründung der Studentenverbindung Nehardea an, war tätiges Mitglied der Chevroh Espérance, gehörte dem Vorstande der Krankenschwesterinstitution an. Vor allem aber war er auch eifriges und aktives Mitglied der Chevroh Kadischoh und gehörte deren Kommission an; dann bemühte er sich besonders um die Talmud-Tora-Schule des Schomre-Tora-Vereins, als deren Vizepräsident er einen Schiur im Beth-Hamidrasch gab. Auch war er ein besonders geschätztes Mitglied des schweizerischen Lehrerverbandes, der ihm manche gut Anregung und Tat verdankte. Als Vortragsredner vorzugsweise überpädagogische Themata war Dr. Hausmann sehr bekannt und beliebt. Seine ganze Begeisterung und seine Arbeit galt aber auch besonders dem Keren Hatora, als dessen neuester Landespräsident der Verstorbene ihm neuen Impuls und Aufschwung verlieh, um auch so an der Verbreitung der Tauroh (Tora) mitzuhelfen. Ein wahrhafter Zaddik, dessen Gesicht leuchtete, wenn er Tauroh lernte und lehrte, wenn er Armen und Bedrückten Freude verschaffen und sie aufrichten konnte, wenn er für Mizwos (religiöse Gebote) eilte und kämpfte, ein Familienvater, der ängstlich um seine Gattin und seine Kinder besorgt war und letztere, wie er es lehrte, zu wahren Jehudim erzog, ist von uns gegangen.  
An der Bahre sprachen Herr Rabbiner Dr. Weil, Herr Alfred Bloch, Vizepräsident der Israelitischen Gemeinde, sowie die Herren Fröhlich, Baden als Vertreter des Lehrerverbandes und Herr Rabbiner Dr. Lewenstein aus Zürich im Auftrage der Keren Hatora-Zentrale, die sich in bewegten und ergreifenden Worten von ihrem Kollegen trennte. Am Grabe sprachen auch die drei jungen Söhne des Verstorbenen wehmütige und unvergessliche Worte des Abschiedes. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."      
  
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Oktober 1934:  

    
    
     

     

     

     

 

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Stand: 31. Juli 2017