Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


Eingangsseite

Aktuelle Informationen

Jahrestagungen von Alemannia Judaica

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft

Jüdische Friedhöfe 

(Frühere und bestehende) Synagogen

Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale in der Region

Bestehende jüdische Gemeinden in der Region

Jüdische Museen

FORSCHUNGS-
PROJEKTE

Literatur und Presseartikel

Adressliste

Digitale Postkarten

Links

 


zurück zur Übersicht "Synagogen in der Region"     
   
    

Varel (Kreis Friesland)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen  
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte    
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version
    
In Varel bestand eine jüdische Gemeinde bis 1940. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17. Jahrhunderts zurück. Nach 1681 wurden unter der dänischen Herrschaft mehrere jüdische Familien in der in der Nähe zum Vareler Siel angelegten Festung "Christiansburg" aufgenommen. Nachdem die Festung schon nach einigen Jahren wieder aufgegeben werden musste, konnten sich die meisten der jüdischen Familien in Varel niederlassen. Vermutlich handelte es sich um etwa acht Familien. Ihre Zahl nahm im 18. Jahrhundert zu: im Frühjahr 1760 wurden fünfzehn jüdische Familien mit zusammen 70 Personen gezählt, 1769 90 Personen, 1793 63..  

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1812 84 jüdische Einwohner, 1817 98, 1828  70, 1840 86, 1850 88, 1861 87, 1875 90, 1885 92, 1895 67, 1905 64, 1910 68.   
Die jüdischen Familienvorstände verdienten den Lebensunterhalt bis ins 19. Jahrhundert hinein als Hausierer, Viehhändler, Kesselflicker, Trödler, Produktenhändler oder Pfandleiher. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden mehrere Läden / Einzelhandelsgeschäfte in der Stadt von jüdischen Kaufleuten eröffnet. Dazu kam als Industriebetrieb die 1861 gegründete Lederfabrik Simson Schwabe und Söhne, die u.a. Transmissionsriemen aus Leder herstellte und weltweit exportierte.  
  
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule (Jüdische Volksschule/Elementarschule von 1847/48 bis Mitte der 1920er-Jahre), ein rituelles Bad und ein Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (vgl. Ausschreibung der Stelle 1854 unten). Zwischen 1817 und 1856 wechselten die Lehrer recht häufig: 1817 bis 1819 Joseph Jacob aus Altona, 1819 bis 1822 E. M. Silberg aus Posen, 1822 bis 1824 Isaac Jacob Salomon aus Berlin, 1824 bis 1825 Lazarus Moses aus Schlochau/Westpreußen, 1825 Israel Meyer aus Laskow / Polen, 1825 bis 1829 Elkan Nathan aus Hamburg, 1830 bis 1933 Raphael Wolff, 1833 bis 1834 Tobias Levi, 1835 bis 1837 David Cohen aus Posen, 1838 bis 1841 Ascher Lewinsohn aus Altona, 1842 bis 1845 Lehmann Danziger aus Kissinger, 1846 bis 1855 Gustav Ensel aus Hechingen. 1856 bis 1885 war als Lehrer Meir Neumark aus Wittmund in Varel tätig, von 1886 bis 1934 - insgesamt 48 Jahre lang - Lehrer David Bernheim. Die Gemeinde gehörte zum Landrabbinat Oldenburg.      
  
Im Ersten Weltkrieg fiel aus der jüdischen Gemeinde Erich Schwabe (geb. 29.4.1891 in Varel, gef. 12.3.1915).  
 
Um 1924, als zur Gemeinde 63 Personen gehörten (0,69 % von insgesamt etwa 9.100 Einwohnern), waren die Gemeindevorsteher Gustav Schwabe, Ludwig Weiß und Heinrich Herzberg. Als Lehrer und Kantor war der bereits genannte David Bernheim tätig. Er unterrichtete an der Jüdischen Volksschule damals acht Kinder. An jüdischen Vereinen bestand der Wohltätigkeitsverein Chewra Kadischa (1924 unter Leitung von Lehrer David Bernheim) und der Israelitische Frauenverein (1924 unter Leitung der Frau von Gustav Schwabe, 1932 unter Leitung der Frau von Ludwig Weiß, Kirchhofstraße; Zweck und Arbeitsgebiet: Wohltätigkeit). Es bestanden eine Kasse für durchreisende Arme (1924 betreut von Lehrer David Bernheim) sowie eine Schulbibliothek. 1932 waren die Gemeindevorsteher Gustav Schwabe-Barlewin (1. Vors., wohnt Hafenkampstraße 10), Heinrich Herzberg (Beisitzer, Lange Straße) und Ludwig Frank (Hansastraße). Lehrer David Bernheim erteilte im Schuljahr 1932/33 drei Kindern der Gemeinde den Religionsunterricht.      
   
1933 lebten noch 58 - nach anderen Angaben nur 44 - jüdische Personen in Varel (dazu vier in Varel-Land).
In den folgenden Jahren ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. 1938 wurden noch 17 jüdische Einwohner gezählt. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge zerstört (s.u.). Die jüdischen Erwachsenen wurden zunächst im Polizeigefängnis inhaftiert, die Männer später über Oldenburg in das KZ Sachsenhausen verschleppt. Auf dem Weg ins Lager ist auf Grund von Misshandlungen Ludwig Weiß umgekommen. 1940 lebten noch etwa zehn jüdische Personen in Varel. Sechs von ihnen waren in dem seit Herbst 1937 bestehenden jüdischen Altenheim der Familie Weinberg in der Schüttingstraße 13 untergebracht. Sie wurden am 22. Oktober 1941 in das Ghetto Litzmannstadt verschleppt und sind allesamt umgekommen.  
  
Von den in Varel geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Rosa Bernheim geb. Katzenstein (1872, Witwe von Lehrer Bernheim), Mina (Minna) Blumenthal geb. Schwabe (1873), Levin Schmul Brilling (1873), Mathilde Eichhold (1884), Emilie (Milie) Frank geb. Heilbronn (1888), Hans Jakob Frank (1913), Ludwig Frank (1885), Ingeborg (Inge) Friedmann geb. Visser (1923), Paul Gerson (19121), Bertha Gröschler (1890), Jenny Janover geb. Leffmann (1870), Karl Anton Lehmann (1914), Lazarus Nordheimer (1861), Benjamin Reissner (1896), Inge Rosenbach geb. Cohen (1921), Hermann Schulenklopper (1890), Hermine Friederike Seijffers geb. de Vries (1901), Jakob Julius Silberbach (1868), Johanna Stein geb. Löwenbach (1882), Friedrica (Ricka, Ryka. Rieker) Vyth (1864), Ernst Sally Weinberg (1899), Henriette (Jette, Jetti) Weinberg (1896), Ludwig Weiß (1881), Fanny Wolff geb. Aron (1874), Frumet van der Wyk (1862).   
 
Nach Kriegsende kehrte keiner der überlebenden Vareler Juden in die Stadt zurück.   
   
   
   

Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Ausschreibung der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1854  

Varel AZJ 13111854.jpg (61129 Byte)Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 13. November 1854: "Bei den Gemeinden in Oldenburg und Varel - Großherzogtum Oldenburg - werden im nächsten Frühjahre die Stellen eines Lehrers, Kantors und Schächters erledigt. Ertrag der Stelle zu Oldenburg 280 bis 300 Thaler, der Stelle zu Varel 240 bis 260 Thaler. Der Unterricht erstreckt sich auf dasjenige, was in einer guten Volksschule zu leisten ist. Wer in fremden Sprachen, besonders im Englischen unterrichten kann, hat in Varel viel Gelegenheit zum Privatunterricht. Nähere Auskunft erteilt der Unterzeichnete, an welchen portofreie Anmeldungen zu richten sind.  
B. Wechsler
, Landrabbiner."    

    
Lehrer Meir Neumark möchte Ritualien kaufen (1883) 
Es handelt sich um Silberschmuck für Torarollen.  

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 10. April 1883: "Schöne heilige Gegenstände, bestehend aus Kronen, Hand (Jad) und Schild, werden anzukaufen gesucht. Offerten sieht entgegen. 
Varel im Großherzog Oldenburg. M. Neumark, Lehrer."     

    
40-jähriges Orts- und Amtsjubiläum von Lehrer David Bernheim (1925)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. Oktober 1925: "Varel in Oldenburg, 13. Oktober (1925). Eine erhebende Feier fand am Donnerstag, den 1. Oktober, in der hiesigen Synagoge zu Ehren des 40-jährigen Orts- und Amtsjubiläums des Herrn Lehrer Bernheim statt. Die Gemeinde hatte es sich nicht nehmen lassen, diesen Ehrentag ihres beliebten Beamten festlich zu begehen, um auch in der Öffentlichkeit die Wertschätzung ihres Lehrers zu bekunden. In dem blumengeschmückten Gotteshause, in dem sich alt und jung, die Kollegen des Oldenburger Bezirks und die Spitzen der Behörden eingefunden hatten, hatte der Schwager des Jubilars, Herr Oberkantor Ziwi, Elberfeld, den gesanglichen Teil des Festgottesdienstes übernommen. Herr Landrabbiner Dr. de Haas würdigte in wahrhaft zu Herzen dringenden Worten die Verdienste des Herrn Bernheim um Schule und Gemeinde, dessen Charaktereigenschaften Liebe und Wahrheit ihm die Gunst Gottes und der Menschen erworben hatten. Es sprachen dann noch der Vorstand der Gemeinde, Herr Gustav Schwabe, Herr Lehrer Merzberg, Oldenburg, als Vertreter der jüdischen Lehrer, Hartog, Jever und Herr Bernheim selbst, der für die ihm gezollte Ehrung allen Teilnehmern und Gratulanten seinen Dank aussprach. Alle Ausführungen der Redner gipfelten in dem einen Wunsch, dass der Jubilar auch das 50-jährige Jubiläum in gleicher Frische des Körpers und des Geistes und umgeben von der Liebe und Anhänglichkeit seiner Gemeinde begehen möge. Amen - und so möge es Gottes Wille sein."   

   
Zum Tod von Lehrer David Bernheim (1934) 
Dazu eine Anmerkung von Rudolf Brahms s.Lit. S. 177: "In seinen letzten Lebensjahren musste David Bernheim manche Demütigung durch die Nazis erdulden. Sein Tod am 2. Februar 1934 brachte dem sensiblen, durch mancherlei Schikanen scheu gewordenen Mann die ersehnte Ruhe. Nicht nur die jüdischen Kinder, auch wir kleinen Christen, die wir ihn kannten und ihm nahe kamen, hatten einen väterlichen Freund verloren, einen Menschen, der anschaulich Geschichten erzählen konnte und Kinder zu begeistern verstand. Auf dem jüdischen Friedhof in Hohenberge fand David Bernheim, der auch für die christlichen Kinder in der Nachbarschaft - sofern sie zu ihm gingen - 'ihr' Melammed (Lehrer) war, seine Ruhestätte. Sie liegt in der Nähe zu der des am 16. April 1886 verstorbenen Lehrers Meir Neumark."   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. Februar 1934: "Varel in Oldenburg, 7. Februar (1934). Am Montag, den 5. Februar (17. Schwat) wurde der Lehrer der Gemeinde Varel, David Bernheimer, zu Grabe getragen. Seine ganze Kraft als Lehrer der Volksschule, als Prediger und Chason, hat er in 48-jähriger Amtstätigkeit der Gemeinde Varel gewidmet. Bernheimer war ein Schüler des früheren Kasseler Lehrerseminars und kam als junger Lehrer zur ersten Amtstätigkeit nach Varel hin. Generationen hat er hier gelehrt und er verwuchs im Laufe seines Lebens mit der Gemeinde, die in ihm den Führer der Gemeinde, den Freund jedes Einzelnen suchten und fanden. Ein vorzüglicher Lehrer, der jahrelang auch an christlichen Schulen unterrichtete, ausgestattet mit tiefem, klarem Wissen, ein gerader Charakter, ein liebenswerter Mensch - das war der Inhalt seines Leben.   
Der Vorsteher der Gemeinde, Herr Frank, sprach schmerzerfüllt an der Bahre den Dank der Gemeinde aus. Herr Landesrabbiner Dr. de Haas hielt im gefüllten Gotteshause die Trauerrede und brachte einer ergriffenen Trauergemeinde das Wirken und Wollen des Verewigten klagend und mahnend zu Bewusststein. Herr Lehrer Hartog, Wilhelmshaven sprach am Grabe dem treuen Kollegen und lieben Freund im Namen des Lehrervereins Worte des Dankes aus. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens. H."          
   
Varel CV-Ztg 05041934.jpg (23537 Byte)Artikel in der "CV-Zeitung" (Zeitung des "Central-Vereins") vom 5. April 1934: "Nach 48-jährigem Wirken als Lehrer und Kantor der Jüdischen Gemeinde zu Varel i.O. starb David Bernheim im Alter von 69 Jahren."     

  

  

    
Zur Geschichte der Synagoge    
    
1768 bedankten sich die Vorsteher der jüdischen Gemeinde - Moses Ruben und Arend Isaac - bei Graf W. von Bentinck dafür, "private Versammlungen zur Ausübung unserer Gottesdienste" abhalten zu dürfen. Freilich müssten diese gottesdienstlichen Versammlungen in einem Privathaus stattfinden. Man würde gerne ein Haus errichten, das als Synagoge oder als Judenschule mit einer Synagoge Verwendung finden würde. Der Antrag wurde jedoch vom gräflichen Amt abgelehnt. Es blieb zunächst beim Betraum, der sich nach eine Bericht von 1760 "in des Anton Friedrich Schoolmeisters Hause, welches an der Chaussee nach dem Waysenhause lieget", das heißt in der Waisenhausstraße befand.  
 
Auch im 19. Jahrhundert blieb es bei einem Betraum, der von 1806 bis Ende 1843 in einem Altbau am Vareler Südende am Haferkamp 81 eingerichtet war. Um 1840 befand sich das Haus jedoch in baufälligem Zustand und musste schließlich abgebrochen werden. Mit Hilfe von Landrabbiner Bernhard Wechsler bemühte sich die jüdische Gemeinde erneut um die Baugenehmigung für eine Synagoge, die nun endlich gewährt wurde. Zum Bau konnte man in dem um 1840 noch unbebauten Areal an der Osterstraße ein Grundstück erwerben. Für die Finanzierung der Synagoge wurden Spenden gesammelt. In der Gemeinde konnten bis 1843 von den zu erwartenden Gesamtkosten in Höhe von 2.500 Talern immerhin alsbald 700 Taler gesammelt werden, eine beträchtliche Summe von den eher in armseligen Verhältnissen lebenden jüdischen Familien. Unterstützung kam von den jüdischen Gemeinden in Hamburg, Altona und anderen Orten, aber auch von den christlichen Einwohnern der Stadt. 
 
Vorbild für die Synagoge in Varel war die einige Jahre zuvor erstellte Synagoge in Berne, doch wollte man einige Verbesserungen durchführen, unter anderem im Blick auf die Einrichtung der Schule. Auch der Einbau eines rituellen Bades sollte durchgeführt werden. 1846 legte Maurermeister Jochens aus Varel einen Plan für das Gebäude vor, der von den Behörden genehmigt wurde. Die Grundsteinlegung der neuen Synagoge war am 8. September 1847 in Anwesenheit von Landrabbiner Wechsler. Zehn Monate später konnte derselbe am 28. Juli 1848 die neue Synagoge einweihen. 
  
Die Synagoge verfügte im Betsaal über etwa sechzig Plätze für die Männer, dazu Frauenplätze auf der Empore.            

90 Jahre war die Synagoge in Varel Mittelpunkt der jüdischen Gemeindelebens am Ort. Am 4./5. November 1938 wurden die letzten Gottesdienste abgehalten. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge durch SA- und SS-Leute niedergebrannt. Die noch im Haus lebende Witwe von Lehrer Bernheim - Rosa Bernheim geb. Katzenstein - verlor ihre Wohnung. Sie wurde in das Polizeigefängnis Varel verbracht und dort inhaftiert, doch wieder freigelassen. Das Synagogenruine wurde beseitigt. Im Mai 1939 kaufte ein Vareler Arzt das Grundstück zu einem günstigen Preis. Zunächst wollte er ein Wohnhaus mit Praxisräumen erstellt, doch konnte er den Bau auf Grund fehlender Baumaterialien nicht ausführen. Im Zweiten Weltkrieg wurde eine Wohnbaracke gebaut. Erst nach 1948 wurde durch den Grundstückseigentümer ein Privathaus mit Praxisräumen erstellt.   
  
Beim Synagogenprozess 1952 vor dem Landgericht Oldenburg wurden vier Männer mit Gefängnisstrafen zwischen acht Monaten und einem Jahr und sechs Monaten verurteilte. Gegen einen der vier wurde das Verfahren eingestellt. 
  
Eine Gedenktafel für die zerstörte Synagoge befindet sich gegenüber dem Synagogengrundstück.    
  
  
Adresse/Standort der Synagoge     Osterstraße    
         

Fotos
(Quelle: Pläne und historische Darstellung von Müller:  R. Brahms s. Lit. S. 169-175; Darstellung von Sagemüller: Historisches Handbuch s. Lit.  S. 1498)  

Pläne zum Bau 
der Synagoge 
Varel Synagoge 150.jpg (89005 Byte) Varel Synagoge 151.jpg (51564 Byte)
  Frontansicht Seitenansicht
     
   Varel Synagoge 153.jpg (43542 Byte) Varel Synagoge 152.jpg (35531 Byte)
   Grundriss mit Eintragung der Synagoge, 
der Schule und der Lehrerwohnung
Schnitt durch 
das Gebäude
Darstellungen der Synagoge  Varel Synagoge 154.jpg (99375 Byte) Varel Synagoge 155.jpg (340912 Byte)
Ansicht des Synagogengebäudes - links Schule
 und Lehrerwohnung, rechts Betsaal 
(kolorierte Bleistiftzeichnung von 
G.F. Müller, um 1860)
Synagoge von 1848 und katholische 
Kirche von 1858; Lithographie 
von R. Sagemüller 
  

     
   

Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  

November 2010: Gedenken zum Novemberpogrom  
Artikel von Hans Begerow in der Nordwest-Zeitung vom 10. November 2010: "'Es verlangt Mut, nicht wegzuschauen'. 
9. November. Zahlreiche Teilnehmer an Gedenkveranstaltung zur Pogromnacht...."  
Link zum Artikel - auch als pdf-Datei eingestellt.   
  
Artikel von Hans Begerow in der Nordwest-Zeitung vom 9. November 2010: "Witwe rettete sich zu Ordensschwestern.  
Pogromnacht - Fanatiker zerstörten Vareler Synagoge - Drangsalierungen und Deportationen.
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Vareler Synagoge zerstört. Nur wenige der Täter mussten sich nach dem Kriege verantworten..." 
Link zum Artikel - auch als pdf-Datei eingestellt  
 
 
Oktober 2011: Bericht zum 70. Jahrestag der Deportation von Vareler Juden    
Artikel von Holger Frerichs in der Nordwest-Zeitung vom 22. Oktober 2011: "Abtransport in den grausamen Tod. 
Geschichte: Vareler Juden vor 70 Jahren von Schüttingstraße nach Litzmannstadt deportiert.
  Auf den Tag genau vor 70 Jahren wurde die jüdische Familie Weinberg aus Varel deportiert. Holger Frerichs hat ihren Leidensweg nachgezeichnet..."  
Link zum Artikel - auch als pdf-Datei eingestellt.    
 
November 2011: Gedenken an den Novemberpogrom 1938   
Artikel in der Nordwest-Zeitung vom 9. November 2011: "Gedenken an Opfer der Schreckensnacht. 
Geschichte: Nationalsozialisten zündeten Zentrum des jüdischen Gemeindelebens an... 
Link zum Artikel - auch als pdf-Datei eingestellt.     
   

   

 


Links und Literatur

Links:  

Website der Stadt Varel    

Literatur:  

Berne Literatur 010.jpg (66315 Byte)Rudolf Brahms: Die Synagoge in Varel. In: Enno Mayer: Die Synagogen des Oldenburger Landes. Oldenburg 1988 (Oldenburger Studien Bd. 29). S. 161-195. 
Rudolf Brahms: Geschichte einer ungeliebten Minderheit. Die Entwicklung einer jüdischen Gemeinde in Varel von ihren Anfängen im 17. Jahrhundert bis zu ihrem Untergang in nationalsozialistischer Zeit. Isensee Verlag Oldenburg 2006.   
Herbert Obenaus in Zusammenarbeit mit David Bankier und Daniel Fraenkel: Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen. Bd. 2. Göttingen 2005. Zu Varel Beitrag von Werner Vahlenkamp: S. 1493-1502. 

     
   
  


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Varel, Oldenburg. Jews arrived in the late 17th century, under Danish rule. Their number rose to 15 families in 1760 and reached a peak of about 85 Jews in the mid-19th century. A Jewish cemetery was opened in the mid-18th century and a synagogue was consecrated in 1848. In June 1933, there were 39 Jews living in Varel. Many left the city and in November 1938 only 20 remained. On Kristallnacht (9-10 November 1938), the synagogue was almost completely destroyed, many Jewish businesses were looted, and Jewish men were sent to the Sachsenhausen concentration camp. Several Jews managed to leave, and six remained in may 1939. Their number rose to over 30 when elderly Jews from Oldenburg and Ostfriesland were brought to the city in 1941 and kept in one of the houses there. On 23 July 1942, all the remaining Jews were deported to the Theresienstadt ghetto. Some who left the city before the outbreak of Worldwar II also perished in the death camps.     
  

  

                   
vorherige Synagoge  zur ersten Synagoge nächste Synagoge  

                 

 

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an Alemannia Judaica (E-Mail-Adresse auf der Eingangsseite)
Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 27. April 2012