Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Zur Übersicht über die jüdischen Friedhöfe im Oldenburger Land und in Ostfriesland
  

Varel (Stadt Varel, Kreis Friesland) 
Jüdischer Friedhof 
(die Seite wurde erstellt unter Mitarbeit von Martin J. Schmid, Oldenburg) 
   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde       
   
Siehe Seite zur Synagoge in Varel (interner Link)     
   
   
Zur Geschichte des Friedhofes  
(ausführlich siehe die Abschnitte aus dem Buch von Rudolf Brahms s. Lit.)       
   
Der jüdische Friedhof Varel-Hohenberge war bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts der einzige jüdische Begräbnisplatz im gesamten Oldenburger Land. Der Friedhof wird erstmals 1711 genannt, als der jüdischen Gemeinde erlaubt wurde, ihren Friedhof einzuzäunen.   
 
Der älteste erhaltene Grabstein ist von 1763 oder 1777. Die neueste Grabinschrift ist von 1942 (für Leopold Deichmann (gest. 23. Juni 1942).
  
Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Friedhofsgelände geschändet und als Flak-Stellung verwendet. Durch den Bau der Flak-Stellung wurden viele Grabsteine von ihrer ursprünglichen Stelle entfernt. 
  
Nach 1945 wurden einige Grabsteine in Schweiburg und Varelerhafen wiedergefunden, die dort zum Bau von Flak-Stellungen verwendet wurden. Sie wurden durch Vareler Schüler auf den Friedhof zurückgebracht und wieder aufgestellt. Es sind 120 Grabsteine erhalten. Die Friedhofsfläche beträgt 18,22 ar. 
   
Der Friedhof ist seit 1960 im Besitz des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen. In den 1950er- und 1960er-Jahren wurden Instandsetzungsarbeiten durchgeführt. 1994 kam es zu einer Schändung.      
   
   
   
Lage des Friedhofes       
  
Der Friedhof liegt östlich von Varel auf dem Rest eines großenteils abgetragenen Geesthügels inmitten der Marsch - an der Neuwangerooger Straße (Nähe B 437).
   
Link zu den Google-Maps  

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Fotos 
(Fotos obere zwei Fotozeilen: Martin J. Schmid, Oldenburg, Aufnahmedatum 21.3.2010; untere drei Fotozeilen: Hans-Peter Laqueur, Bremerhaven, Aufnahmedatum 22.3.2006) 
Die nachstehenden Fotos sind in jeweils zwei Größen eingestellt: durch Anklicken der Fotoabbildung erhält man das Foto in geringerer, durch Anklicken des darunter stehenden Links das Foto in höherer Auflösung)       

Varel Friedhof 223a.jpg (88442 Byte) Varel Friedhof 220a.jpg (98166 Byte) Varel Friedhof 221a.jpg (99063 Byte)
Das Eingangstor   Blick über den Friedhof   Teilansicht  
Foto oben in höherer Auflösung   Foto oben in höherer Auflösung  Foto oben in höherer Auflösung  
     
  Varel Friedhof 222a.jpg (73904 Byte)   
 Grab- und Gedenkstein für Mitglieder der Familie Schwabe: links Gedenkinschrift für Erich Schwabe (1891-1915 - "gefallen für sein Vaterland... begraben im Massengrab in Fournes - Nordfrankreich"), rechts für Robert Schwabe (1858-1916), Mitte für die "Mutter und Künstlerin" Elisabeth Schwabe (1869-1921; Inschrift "Dein Herz verströmte Gottes schönste Gaben: die Liebe, Güte, Schönheit, Kunst, in hungernde - weit offne Menschenhände"):   
  Foto oben in höherer Auflösung  
     
Varel Friedhof 068.jpg (97164 Byte) Varel Friedhof 060.jpg (111957 Byte) Varel Friedhof 063.jpg (104496 Byte)
Blick auf den Friedhof auf dem Rest eines großenteils abgetragenen Geesthügels   Teilansicht
     
Varel Friedhof 061.jpg (100227 Byte) Varel Friedhof 065.jpg (99603 Byte) Varel Friedhof 067.jpg (101504 Byte)
Teilansichten des Friedhofes 
     
Varel Friedhof 066.jpg (99875 Byte) Varel Friedhof 064.jpg (99345 Byte) Varel Friedhof 062.jpg (88700 Byte)
Teilansichten des Friedhofes 
     

    
    
Presseberichte zum Friedhof  
Anmerkung: der Friedhof wird seit Jahren durch Gymnasiasten des Jade-Gymnasiums im Winter gepflegt.   

Januar 2010: Friedhofspflege durch Schülerinnen und Schüler des Jade-Gymnasiums  
Varel Friedhof 120.jpg (75179 Byte)Foto links von Michael Rettberg: Schülerinnen und Schüler des Jade-Gymnasiums pflegten den Judenfriedhof in Varel.
Artikel in der "Nordwest-Zeitung" (NWZ-online, Artikel):  "Gymnasiasten pflegen jüdischen Friedhof 
HEIMATGESCHICHTE Schülerinnen und Schüler unterstützen Oldenburger Gemeinde. 

LR. JADERBERG/VAREL - Darüber reden ist nicht genug, dachten Hanna Müller und Hanna Wulkow, Schülerinnen eines Werte- und Normenkurses am Jade-Gymnasium, und nahmen zusammen mit weiteren Mitschülern den Vorschlag ihres Lehrers an, auf dem jüdischen Friedhof in Varel das Laub von den Gräbern und Wegen zu fegen. 
Etwa 120 Gräber aus der Zeit zwischen dem letzten Viertel des 18. Jahrhunderts und 1942 sind weitflächig auf einem baumbestandenen künstlichen Hügel – zum Schutz gegen Sturmfluten – verteilt. Die Jugendlichen unterstützten mit ihrer Aktion die Jüdische Gemeinde Oldenburg, die diesen Friedhof erhält und pflegt."  
  
Dezember 2016: Auch in diesem Jahr: Friedhofspflege durch Schülerinnen und Schüler des Jade-Gymnasiums  
Artikel von Melanie Jepsen in der "Nordwest-Zeitung" (NWZ-online): "Diese Schüler pflegen jüdischen Friedhof
Die Jugendlichen setzen sich mit der Judenverfolgung durch die Nazis auseinander. Jedes Jahr im Winter arbeiten die Gymnasiasten auf dem Friedhof.
Hohenberge
'Es ist etwas Bleibendes', sagt Bernd Leder aus Hohenberge. Vor gut 15 Jahren hatte der mittlerweile pensionierte Lehrer des Jade-Gymnasiums die Idee für ein Projekt, das bis heute Schülern die Schrecken des Zweiten Weltkrieges vor Augen führt. Einmal im Jahr befreien die Jugendlichen die Gräber und Grünflächen auf dem jüdischen Friedhof in Hohenberge von Laub. Statt Unterricht aus dem Schulbuch wird die Geschichte für die Schüler fassbar und sie lernen die jüdische Kultur näher kennen. Es ist still an diesem Vormittag auf dem Friedhof an der Neuwangerooger Straße. Nur das Rascheln des Laubes ist zu hören, als die Zehntklässler über das Gelände laufen. Bevor es losgeht, gibt Bernd Leder ihnen eine kurze Anweisung. Dann schnappt sich jeder der 19 Jugendlichen Handschuh und Laubrechen. In kleinen Teams befreien sie den Friedhof von Blättern. 'Im letzten Jahr haben wir offiziell eine Patenschaft für diese Aktion übernommen', sagt Geschichtslehrer Harald Ritterhoff. Seit den Anfängen haben mittlerweile knapp 300 Schüler des zehnten Jahrganges auf dem Friedhof mitgeholfen..." 
Link zum Artikel     

   
 

Links und Literatur

Links:   

Website der Stadt Varel   
Website des Gröschler-Hauses Jever   mit Informationsseiten zur jüdischen Geschichte in Varel   

Literatur:  

Oldenburger Land Lit 010.jpg (81351 Byte)Johannes-Fritz Töllner in Zusammenarbeit mit Wouter J. van Bekkum, Enno Meyer und Harald Schieckel: Die jüdischen Friedhöfe im Oldenburger Land. Bestandsaufnahme der erhaltenen Grabsteine. Reihe: Oldenburger Studien Bd. 25. Oldenburg 1983. Zu Varel: S. 211-311.
Herbert Obenaus in Zusammenarbeit mit David Bankier und Daniel Fraenkel: Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen. Bd. 2. Göttingen 2005. Zu Varel Beitrag von Werner Vahlenkamp: S. 1493-1502. 
Rudolf Brahms: Geschichte einer ungeliebten Minderheit. Die Entwicklung einer jüdischen Gemeinde in Varel von ihren Anfängen im 17. Jahrhundert bis zu ihrem Untergang in nationalsozialistischer Zeit. Isensee Verlag Oldenburg 2006.   

          
            

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 26. Dezember 2016