|
Eingangsseite
Aktuelle Informationen
Jahrestagungen von Alemannia
Judaica
Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft
Jüdische Friedhöfe
(Frühere und
bestehende) Synagogen
Übersicht:
Jüdische Kulturdenkmale in der Region
Bestehende
jüdische Gemeinden in der Region
Jüdische
Museen
FORSCHUNGS-
PROJEKTE
Literatur
und Presseartikel
Adressliste
Digitale
Postkarten
Links
| |
Zurück zur allgemeinen Übersicht der Friedhöfe
Zur Übersicht über die jüdischen
Friedhöfe im Oldenburger Land und in Ostfriesland
Oldenburg (Stadt
Oldenburg,
Niedersachsen)
Der (alte) jüdische Friedhof
(die Seite wurde erstellt von Martin J. Schmid,
Oldenburg)
| November 2011:
Anschlag auf den jüdischen Friedhof |
Pressemitteilung der Polizeidirektion
Oldenburg - Stadt vom 20. November 2011:
"POL-OL: ++ Farbbeutelwürfe auf Jüdischen Friedhof in Oldenburg ++
Oldenburg (ots) - Am Samstag gegen 03:00 Uhr wurden sechs Grabsteine des Jüdischen Friedhofs an der Dedestraße in Oldenburg mit weißer Farbe beschmutzt. Ein 39-jähriger Polizeibeamter, der sich außerhalb des Dienstes befand, war mit dem Fahrrad auf der Dedestraße unterwegs. Als er in die Dragonerstraße einbog, sah er maskierte Personen, die mit weißer Farbe gefüllte Beutel in Richtung des Friedhofs warfen. Der Beamte hielt an, teilte mit, dass er Polizist ist und forderte die Täter auf, dies zu unterlassen. Insgesamt fünf Personen flüchteten zu Fuß in die Kampstraße und blieben entgegen seiner Aufforderung nicht stehen. Der Polizeibeamte verfolgte die Gruppe bis zu einem Parkplatz an der Kampstraße. Dort konnte er einen aus der Gruppe festhalten. Die maskierte Person drehte sich jedoch um und sprühte dem Polizisten Pfefferspray ins Gesicht, wodurch er leicht verletzt wurde und er selbst die Verfolgung nicht fortsetzen konnte. Er nahm sodann telefonisch Kontakt mit der Polizeiwache auf, welche entsprechende Fahndungsmaßnahmen einleitete. Die Täter konnten letztendlich unerkannt flüchteten. Mindestens drei von ihnen waren mit Jeans und dunklen sog. Bomberjacken bekleidet. Die Gesichter waren mit Sturmmasken versehen. Das polizeiliche Fachkommissariat für Staatsschutzdelikte ermittelt hinsichtlich der Farbbeutelwürfe wegen Störung der Totenruhe und Sachbeschädigung. Darüber hinaus wurde ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet.
Die Polizei bittet um Mitteilung von sachdienlichen Hinweise zu der Tat bzw. den Tätern unter der Rufnummer
0441/790-4115." |
| |
Pressemitteilungen:
(Foto links aus der Bildersammlung
der "Nordwest-Zeitung")
Artikel in der "Nordwest-Zeitung" vom 21. November 2011: "Anschlag
auf jüdischen Friedhof in Oldenburg.
Kriminalität. Maskierte werfen mit Farbbeuteln - Polizist bei Verfolgung
verletzt..."
Link
zum Artikel - auch eingestellt
als pdf-Datei.
Artikel in der "Nordwest-Zeitung" vom 22. November 2011: "Oldenburg:
Jüdische Gemeinde lobt mutigen Polizisten.
Friedhofs-Anschlag. Dank an Thole Schlömer für beherzten Einsatz -
Täter weiterhin flüchtig..."
Link
zum Artikel - auch eingestellt
als pdf-Datei. |
| |
| November 2011:
Wohnungen durchsucht - NPD-Mitglieder in Verdacht |
Artikel in der "Nordwest-Zeitung"
vom 30. November 2011:
"Farbanschlag auf jüdischen Friedhof in Oldenburg: NPD-Mitglieder
in Verdacht..."
Link
zum Artikel - auch eingestellt
als pdf-Datei. |
| |
| |
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
Siehe Seite zur Synagoge in Oldenburg (noch nicht
erstellt)
Zur Geschichte des Friedhofes
Bis zur Eröffnung eines eigenen Friedhofes in
Oldenburg wurden Bestattungen jüdischer Einwohner Oldenburgs in
Varel-Hohenberge vorgenommen.
Im Mai 1814 reichte der Vorsteher der jüdischen Gemeinde
Oldenburg ein Gesuch an die Regierungs-Kommission in Oldenburg zur Errichtung
eines Friedhofes in Oldenburg. Ein angefordertes Gutachten wurde der Regierung
mit Schreiben vom 4. Juni 1814 vorgelegt. Dieses Gutachten beschrieb des
Grundstück näher:
"Der von dem hiesigen Einwohner Hermann Hinrich Hoes, an den Kaufmann
Mayer Goldschmidt et Consorten verkaufte Platz 3/4 Schf Roggensaat [...] ist an
der Sandstraße westlich [...] gelegen, dass an einer langen Seite mit der
Verkäufer Land benachbart st, und mit Hermann Dinklager Land [...]. Dieser
Platz ist rund umher mit einer guten lebendigen Hecke befriedet, und hat, da er
durch die ziemlich hoch gewachsene Hecke sehr schattig ist, schon itzt das
feyerliche Ansehen eines Kirchhofes oder Gottesacker und also ganz dazu geeignet."
Eine Genehmigung zur Errichtung eines Kirchhofs wurde nach Eingang des
obigen Gutachtens vom provisorischen Vogt der Regierung am 7. Juni 1814
erteilt: "Ertheilet wurde für die hiesige israelitische Gemeinde auf einem
von Hermann Hinrich Hies angekauften zur Wunderburg gelegenen Stück Land einen
Kirchhof anlegen und halten zu dürfen." Der älteste Grabstein datiert vom
September 1814.
Auf dem Friedhof wurden in der Folgezeit auch die in Orten der Umgebung von
Oldenburg (u.a. Zwischenahn, Elsfleth und
Wardenburg) verstorbenen jüdischen Personen beigesetzt.
Das Grundstück des Friedhofes wurde durch Ankauf im Jahre 1862 erheblich
vergrößert und 1866 mit
einer massiven Mauer umgeben.
Am 1. März 1876 wurde ein Wohltätigkeitsverein mit dem Namen '"Gemilus"
in Oldenburg gegründet. Der Zwecke dieses Vereins war:
"Werke der Wohltätigkeit gegen seine Mitglieder und hilfsbedürftigen
Glaubensgenossen auszuüben, und zwar
a) gewährt er ihnen die erforderliche Unterstützung und Hilfe,
b) erfüllt er bei denselben die religiösen Obliegenheiten bei Sterbenden und
Begräbnissen."
Im Jahre 1901 wurde eine Friedhofsordnung für diesen Friedhof durch den
Landesgemeinderat genehmigt.
Landrabbiner Mannheimer regte im Jahre 1917 die Errichtung
einer Friedhofshalle an. Das dafür vorgesehene Legat einer Jüdin aus Bad
Zwischenahn wurde für diesen Bau jedoch nicht verwendet, sondern der Oldenburger
Jude Leo Leiser Trommer (1851-1934) stiftete der Gemeinde den Bau dieser
Leichenhalle zum Gedenken an seinen einzigen im Jahr 1918 verstorbenen Sohn
Arthur Trommer. Die Leichenhalle wurde im Jahre 1921 feierlich eröffnet.
Die ca. 8 x 8 Meter große Haupthalle dieses Gebäudes wird durch einen
Vorraum (ca. 4,80 x 3,30 Meter) sowie durch einen rückwärtigen Anbau (4,80 x
3,30 Meter) ergänzt. Die Haupthalle weist eine Gesamthöhe von ca. 12,5 Metern
auf. Der Vorraum dient als Eingangshalle; der rückwärtige Anbau diente zur
Leichenaufbahrung vor der Trauerfeier und zur Vorbereitung des Rabbiners. Der im
Grundbereich turmartige Bau erweitert sich nach oben zu einem Oktogon. Architekt
dieses Bauwerkes war Dr. Ing. Heinrich Biebel.
Die Einweihung der Friedhofshalle 1921
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Juni 1921: "Oldenburg.
26. Mai. Zu einer schlichten, aber außerordentlich eindrucksvollen
Feier hatten sich jüngst die Mitglieder der jüdischen Gemeinde
Oldenburg, sowie ein Teil des Landesgemeinderates auf dem hiesigen
Friedhofs versammelt. Galt es doch, die neue Friedhofshalle einzuweihen
und das Grabdenkmal zu enthüllen, das dem verewigten Landrabbiner Dr. Mannheimer
von den jüdischen Landesgemeinden gesetzt worden ist. Die Errichtung
einer Leichenhalle war ein Herzenswunsch des Dr. Mannheimer und dem
nunmehr Verklärten war es noch vergönnt das Werk entstehen zu sehen, für
dessen Zustandekommen er unermüdlich tätig gewesen und das ganz nach
seinen verständnisvollen Angaben hergestellt ist. Die Feier begann mit
einem Gesang der Schulkinder unter Leitung ihres Lehrers, Herrn M. Merzberg.
Die darauffolgende Weihrede des Herrn Landrabbiners Dr. de Haas
hinterließ nachhaltigen Eindruck. Das ganze verdienstvolle Wirken Dr.
Mannheimers zog noch einmal an unserem Auge vorüber, wir sahen ihn noch
einmal als Geistlichen, als Mann der Wissenschaft und als Menschen. Herr
Dr. de Haas schilderte seine großen Verdienste um die Gemeinden,
Synagogen und Schulen in unserem Landes und hob hervor, dass alle
Institutionen Spuren Dr. Mannheimerschen Geistes zeigen. Es sprachen
darauf die Söhne des verewigten Dr. Mannheimer das Kaddischgebet. Dann
verließen wird den Friedhof mit der Überzeugung, dass das
verdienstvolle Wirken und Schaffen Dr. Mannheimers durch seinen
Nachfolger erfolgreich fortgesetzt werden wird." |
In der Nacht zum 28. Mai 1935 wurden auf dem Friedhof neun
Grabsteine "umgeworfen". Als Täter für diese Schändungen kamen -
nach Ermittlungen des Gendarmerierstandorts Osternburg - Angehörige des
SA-Hilfswerklager Blankenburg bei Oldenburg in Frage.
Die Schändung des Friedhofes 1935
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. Juni 1935: "Oldenburg.
In der Nacht zum 28. Mai wurden auf dem jüdischen Friedhofe zu
Oldenburg zahlreiche Grabsteine umgeworfen und zertrümmert, u. a. der
Gedenkstein des Kriegsgefallenen Peter des Vries, eines Patenkindes
des verstorbenen Großherzog von Oldenburg, dessen Gebeine seinerzeit
auf Kosten des Großherzogs aus dem Felde nach Oldenburg überführt
wurden. Die Polizei fahndet nach den Übeltätern." |
Im Zusammenhang mit der Grabsteinenthüllung für den im Mai
1935 verstorbenen Landesrabbiners Dr. Philipp de Haas erlebte die jüdische
Gemeinde mitten in der NS-Zeit noch einmal eine besondere Feier auf dem Friedhof:
Die Grabsteinenthüllung für Landesrabbiner Dr.
Philipp de Haas (1936)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Mai 1936: "Oldenburg.
10. Mai. Am 3. Mai fand hier die feierliche Grabsteinenthüllung für
den im vergangenen Jahre verstorbenen Landesrabbiner Dr. Philipp de
Haas statt. Eine große Trauergemeinde hatte sich aus allen Teilen des
Oldenburger Landes zusammengefunden, um nochmals ihre große Verehrung
für ihren verewigten Raw zu bekunden. - Herr Rechtsanwalt Löwenstein
sprach in bewegten Worten von dem Werke des Entschlafenen, der noch
durch seine letzte Tat, Anschluss der Oldenburger Landesgemeinde an
den Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden, vorausschauend für
die Zukunft seiner Gemeinde vorgesorgt hatte. Der Amtsnachfolger, Herr
Landesrabbiner Herbst, versprach in einer großangelegten Rede, das
Werk des Verewigten in dessen Sinne hochzuhalten und weiter
auszubauen im Gedanken der Thora. - Als treuer Freund des Verewigten
und der Familie versprach Herr Landrabbiner Dr. Blum, Emden in
tiefinnigem, zu Herzen gehenden Worten ewiges Gedenken. - Ein
Lernvortrag des Herrn Rabbiner Dr. Aber, Bremen und anschließendes
Kaddisch schloss die erhebende Feier. Herr Lehrer Hartog,
Wilhelmshaven-Jever, umrahmte die Trauerfeier mit hebräischen Gesängen,
die nach Verlesen der Grabsteininschrift in einem [...]
ausklangen." |
Im Zusammenhang mit den Ereignissen beim Novemberpogrom 1938
wurde am 10. November 1938 in der
Friedhofshalle ein Feuer entzündet.
Dazu wurden alle hölzernen Materialien (Eingangstür, Bänke, Bohlen etc.)
aufgeschichtet und mit Spiritus angezündet. Durch die massive Bauweise
brannten aber zum Glück nur diese Materialien, das Gebäude als Ganzes blieb
bestehen. Lediglich verkohlte Wände, aber auch Verwüstungen wie z.B.
eingeworfene Scheiben und Gräberschändungen etc. waren zu verzeichnen. Die
beiden Haupttäter konnten später ermittelt werden. Sie wurden im Jahre 1949
zu 1 Jahr und 6 Monaten bzw. 1 Jahr Gefängnis verurteilt.
Während des Krieges wurden 54 russische Kriegsgefangene aus einem
nahegelegenen Betrieb auf dem jüdischen Friedhof bestattet. Für sie wurde später
ein Sammelgrab errichtet und im Jahre 1950 ein Gedenkstein angebracht.
Während des Krieges wurde auf dem Gelände ein kleiner Rundbunker errichtet.
Bereits im September 1945 wird das Friedhofsgelände auf Anordnung
der Militärregierung durch die Stadt Oldenburg vorläufig wiederhergestellt.
Es wurden Reparaturen des Eingangstores, der Mauer sowie einiger Grabsteine für
eine Summe von ca. 2.000 Reichsmark vorgenommen. Aufgrund der schlechten
Bezugslage von Baumaterial wurde die vollständige Wiederherstellung der
Leichenhalle erst viel später vorgenommen.
Im Jahre 1970 berichtete der letzte Landesrabbiner des Oldenburger Landes
Prof. Leo Trepp bei einem Besuch über den Zustand des Friedhofes: "Der
Bunker auf dem Friedhof war verschwunden. Das Massengrab der Russen war wohl
versehen und durch eine kleine Gedenktafel würdig bezeichnet. Der Friedhof, der
gleich den anderen Friedhöfen der Juden im Oldenburger Land aus den
Wiedergutmachungsbeträgen an die Oldenburger Gemeinde nun von der jüdischen
Landesgemeinde in Hannover betreut wurde, lag still zwischen den Häusern von
Osternburg. Hier allein war noch Gemeinschaft, die Gemeinde bestand nicht mehr."
Erst im Jahre 1975 konnte die Friedhofshalle wieder für eine Summe von
47.000 DM vollständig restauriert werden. Unter anderem wurde dabei das rund
5,5 qm große Rundfenster der Halle restauriert.
Im Rahmen einer Veranstaltungsreihe zum 50. Jahrestag des Novemberpogroms 1938
wurde 1988 eine Fotoausstellung über den jüdischen Friedhof in
Oldenburg im Presse- und Informationsamt der Stadt Oldenburg
gezeigt.
Im Jahre 1992 ging der Friedhof - mit seiner Grundfläche von 25,59 ar - wieder in das Eigentum der wieder neu
gegründeten jüdischen Gemeinde zu Oldenburg über.
Die Friedhofshalle erhält durch eine Spende 1999 auf dem Dach einen
neuen Davidstern (hergestellt auf Grundlage von
Originalunterlagen).
Der Friedhof wurde im Jahr 2000 geschlossen. Ein neuer jüdischer Friedhof
wurde
im Ortsteil Bümmerstede errichtet.
Zum neuen, im Jahr 2000 eröffneten Friedhof siehe weitere Seite.
Lage des Friedhofes
Etwa 2 km südöstlich der Stadtmitte im Ortsteil Osternburg, Ecke Dedestraße/Dragonerstraße,
26135 Oldenburg.
Schlüssel bei der Feuerwache 2 (Schützenhofstrasse 14, 26135
Oldenburg)
Link zu den Google-Maps
Größere Kartenansicht
Fotos
Der Friedhof im Februar 2008
und April
2010
(Fotos: Martin J. Schmid, Oldenburg) |
 |
 |
| |
Blick vom Friedhof
zur Friedhofshalle,
vorne rechts Grabstein für Landesrabbiner
Dr. Philipp
de Haas (vgl. unten) |
Teilansicht des Friedhofes |
| |
| |
|
|
|
 |
 |
 |
Ältester Grabstein von 1814
für das
Kind Gerschon Ben K.H. Jehuda Lejw, gest. 11. Tischri (5)575 (= 25.
September 1814) |
Grabstein für Rosa
Jakobs
geb. de Levie (1867-1924) und
Moses Jakobs (1864-1930) |
Grabstein für Alfred Weinberg
(geb. 1897; verwundet an der Westfront und gest. im Lazarett in Frankfurt 1917) |
| |
|
|
 |
 |
 |
Grabstein für Rosa Wiesenfeld
(1867-1914)
und Louis Wiesenfeld (1869-1928) |
Grabstein für Landesrabbiner
Dr. Philipp
de Haas (1884-1935)
mit Levitenkanne |
Grabstein
für "Chana, Frau des Zwi B.
Gerschon", gest. 22. Tewet
(5)625
(= 20. Januar 1865) |
| |
|
|
 |
 |
|
Sammelgrab mit Gedenkstein für
russische Kriegsgefangene;
Inschrift "Hier ruhen 54 russische Kriegsopfer" |
|
| |
|
|
 |
 |
 |
| Ansichten der
Friedhofshalle |
Das Bleiglasfenster |
| |
|
|
 |
 |
 |
Im Innern der Halle:
Blick auf den Leuchter |
Im Innern der Halle:
Spruchbild |
Im Innern der Halle: Tafel zur
Erinnerung
an die Märtyrer 1933-1945 |
| |
|
|
Einzelne
Presseberichte zum jüdischen Friedhof
| Oktober 2010:
Tag des offenen jüdischen Friedhofes in
Oldenburg |
Artikel von Heinz Arndt in der
"Nordwest-Zeitung" vom Oktober 2010 (Artikel):
"Tag des offenen Juden-Friedhofs mit Führungen
Stadtgeschichte Gedenken an Pogrom-Opfer – Erinnerungsgang und Gottesdienste.
Osternburger Haupt- und Realschüler bereiten den Erinnerungsgang vor. Der Bürgerverein informiert über die Geschichte des jüdischen Friedhofs in Oldenburg.
Osternburg - Im Gedenken an die Opfer der Pogrome des Naziregimes im Jahr 1938 in Oldenburg richten die Schülerinnen und Schüler der Haupt- und Realschule Osternburg, wie berichtet, am Mittwoch, 10. November einen Erinnerungsgang aus. Beginn ist um 15 Uhr im Innenhof der Landesbibliothek.
Begleitet wird der Erinnerungsgang von zwei Gottesdiensten in der Dreifaltigkeitskirche, Cloppenburger Straße: am Sonntag, 7. November, ab 10 Uhr, danach Besuch des jüdischen Friedhofes (Ecke Dedestraße/Dragonerstraße), sowie ein Gedenk-Gottesdienst am Dienstag, 9. November, ab 18 Uhr.
Der Bürger- und Gartenbauverein Osternburg-Dammtor veranstaltet am Sonntag, 21. November, von 11 bis 15 Uhr erstmals einen
'Tag des offenen Juden-Friedhofs'. Es sind Führungen über den Friedhof sowie eine Besichtigung der Leichenhalle geplant. Außerdem wird der Verein ein Informationsblatt über den Friedhof neu herausgeben.
In diesem im April 1988 von dem Osternburger Dr. Enno Meyer verfassten Info-Blatt wird u.a. berichtet, dass ein Mitglied der jüdischen Gemeinde in Oldenburg im Jahre 1814 an der Dedestraße/Dragonerstraße ein Grundstück kaufte. Weiter heißt es dort:
'Hier wurden auch Juden aus Elsfleth, Wardenburg und dem Ammerland bestattet. Die ältesten Gräber befinden sich (vom Eingang aus gesehen) in der hinteren rechten Ecke. Sie tragen nur hebräische Inschriften. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts finden sich auf den Grabsteinen zweisprachige Inschriften, seit dem Ende des Jahrhunderts auch rein deutsche. Die wie eine Synagoge aussehende Leichenhalle ließ im Jahre 1925 Leiser Leo Trommer zum Gedächtnis seines einzigen 1918 verstorbenen Sohnes
errichten.' Enno Meyer beschreibt: 'In der Reichskristallnacht (9./10. November 1938) versuchten Mitglieder der SA das Gebäude in Brand zu setzen, jedoch vergeblich. Sie verwüsteten lediglich das Innere. Sie wurden nach 1945 gerichtlich bestraft. Der Davidsstern, der die Kuppel schmückte, wurde in der NS-Zeit
abgebrochen.'
Während des Zweiten Weltkrieges wurden auf dem jüdischen Friedhof in einem Massengrab 1954 sowjetische Kriegsgefangene beerdigt. Nach und nach verwahrloste der Friedhof, und es sollen auch Grabsteine gestohlen worden sein. Nach dem Krieg wurden der Friedhof sowie die Leichenhalle wieder hergestellt. Zudem wurde in der Halle eine Gedenktafel für die in der NS-Zeit ermordeten Gemeinde-Mitglieder angebracht. Heute wird der jüdische Friedhof vom Landesverband der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen betreut und gepflegt." |
| |
| |
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Johannes-Fritz
Töllner in Zusammenarbeit mit Wouter J. van Bekkum, Enno Meyer
und Harald Schieckel: Die jüdischen Friedhöfe im Oldenburger Land.
Bestandsaufnahme der erhaltenen Grabsteine. Reihe: Oldenburger Studien Bd.
25. Oldenburg 1983. Zu Oldenburg: S. 356-487. |
 | Herbert Obenaus in Zusammenarbeit mit David Bankier
und Daniel Fraenkel: Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden
in Niedersachsen und Bremen. Bd. 2. Göttingen 2005. Zu Oldenburg Beitrag
von Werner Meiners: S. 1172-1196. |
 | Martin J. Schmid: bisher unveröffentlichtes
Manuskript über die jüdischen Friedhöfe in Oldenburg.
|

vorheriger Friedhof zum ersten
Friedhof nächster Friedhof
|