Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Zur Übersicht über die jüdischen Friedhöfe im Oldenburger Land und in Ostfriesland
  

Oldenburg (Stadt Oldenburg, Niedersachsen) 
Der (alte) jüdische Friedhof
   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde     
  
Siehe Seite zur Synagoge in Oldenburg (interner Link)   
  
  
Zur Geschichte des Friedhofes 
   
Bis zur Eröffnung eines eigenen Friedhofes in Oldenburg wurden Bestattungen jüdischer Einwohner Oldenburgs in Varel-Hohenberge vorgenommen.   
   
Im Mai 1814 reichte der Vorsteher der jüdischen Gemeinde Oldenburg ein Gesuch an die Regierungs-Kommission in Oldenburg zur Errichtung eines Friedhofes in Oldenburg. Ein angefordertes Gutachten wurde der Regierung mit Schreiben vom 4. Juni 1814 vorgelegt. Dieses Gutachten beschrieb des Grundstück näher:   
"Der von dem hiesigen Einwohner Hermann Hinrich Hoes, an den Kaufmann Mayer Goldschmidt et Consorten verkaufte Platz 3/4 Schf Roggensaat [...] ist an der Sandstraße westlich [...] gelegen, dass an einer langen Seite mit der Verkäufer Land benachbart st, und mit Hermann Dinklager Land [...]. Dieser Platz ist rund umher mit einer guten lebendigen Hecke befriedet, und hat, da er durch die ziemlich hoch gewachsene Hecke sehr schattig ist, schon itzt das feyerliche Ansehen eines Kirchhofes oder Gottesacker und also ganz dazu geeignet." 
  
Eine Genehmigung zur Errichtung eines Kirchhofs wurde nach Eingang des obigen Gutachtens vom provisorischen Vogt der Regierung am 7. Juni 1814 erteilt: "Ertheilet wurde für die hiesige israelitische Gemeinde auf einem von Hermann Hinrich Hies angekauften zur Wunderburg gelegenen Stück Land einen Kirchhof anlegen und halten zu dürfen." Der älteste Grabstein datiert vom September 1814. 
  
Auf dem Friedhof wurden in der Folgezeit auch die in Orten der Umgebung von Oldenburg (u.a. Zwischenahn, Elsfleth und Wardenburg) verstorbenen jüdischen Personen beigesetzt.  
  
Das Grundstück des Friedhofes wurde durch Ankauf im Jahre 1862 erheblich vergrößert und 1866 mit einer massiven Mauer umgeben.  
  
Am 1. März 1876 wurde ein Wohltätigkeitsverein mit dem Namen '"Gemilus" in Oldenburg gegründet. Der Zwecke dieses Vereins war: 
"Werke der Wohltätigkeit gegen seine Mitglieder und hilfsbedürftigen Glaubensgenossen auszuüben, und zwar 
a) gewährt er ihnen die erforderliche Unterstützung und Hilfe, 
b) erfüllt er bei denselben die religiösen Obliegenheiten bei Sterbenden und Begräbnissen."        
   
Im Jahre 1901 wurde eine Friedhofsordnung für diesen Friedhof durch den Landesgemeinderat genehmigt.  
   
Landrabbiner Mannheimer regte im Jahre 1917 die Errichtung einer Friedhofshalle an. Das dafür vorgesehene Legat einer Jüdin aus Bad Zwischenahn wurde für diesen Bau jedoch nicht verwendet, sondern der Oldenburger Jude Leo Leiser Trommer (1851-1934) stiftete der Gemeinde den Bau dieser Leichenhalle zum Gedenken an seinen einzigen im Jahr 1918 verstorbenen Sohn Arthur Trommer. Die Leichenhalle wurde im Jahre 1921 feierlich eröffnet. 
  
Die ca. 8 x 8 Meter große Haupthalle dieses Gebäudes wird durch einen Vorraum (ca. 4,80 x 3,30 Meter) sowie durch einen rückwärtigen Anbau (4,80 x 3,30 Meter) ergänzt. Die Haupthalle weist eine Gesamthöhe von ca. 12,5 Metern auf. Der Vorraum dient als Eingangshalle; der rückwärtige Anbau diente zur Leichenaufbahrung vor der Trauerfeier und zur Vorbereitung des Rabbiners. Der im Grundbereich turmartige Bau erweitert sich nach oben zu einem Oktogon. Architekt dieses Bauwerkes war Dr. Ing. Heinrich Biebel. 
     
Die Einweihung der Friedhofshalle 1921 

Oldenburg Israelit 30061921.jpg (134858 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Juni 1921: "Oldenburg. 26. Mai. Zu einer schlichten, aber außerordentlich eindrucksvollen Feier hatten sich jüngst die Mitglieder der jüdischen Gemeinde Oldenburg, sowie ein Teil des Landesgemeinderates auf dem hiesigen Friedhofs versammelt. Galt es doch, die neue Friedhofshalle einzuweihen und das Grabdenkmal zu enthüllen, das dem verewigten Landrabbiner Dr. Mannheimer von den jüdischen Landesgemeinden gesetzt worden ist. Die Errichtung einer Leichenhalle war ein Herzenswunsch des Dr. Mannheimer und dem nunmehr Verklärten war es noch vergönnt das Werk entstehen zu sehen, für dessen Zustandekommen er unermüdlich tätig gewesen und das ganz nach seinen verständnisvollen Angaben hergestellt ist. Die Feier begann mit einem Gesang der Schulkinder unter Leitung ihres Lehrers, Herrn M. Merzberg. Die darauffolgende Weihrede des Herrn Landrabbiners Dr. de Haas hinterließ nachhaltigen Eindruck. Das ganze verdienstvolle Wirken Dr. Mannheimers zog noch einmal an unserem Auge vorüber, wir sahen ihn noch einmal als Geistlichen, als Mann der Wissenschaft und als Menschen. Herr Dr. de Haas schilderte seine großen Verdienste um die Gemeinden, Synagogen und Schulen in unserem Landes und hob hervor, dass alle Institutionen Spuren Dr. Mannheimerschen Geistes zeigen. Es sprachen darauf die Söhne des verewigten Dr. Mannheimer das Kaddischgebet. Dann verließen wird den Friedhof mit der Überzeugung, dass das verdienstvolle Wirken und Schaffen Dr. Mannheimers durch seinen Nachfolger erfolgreich fortgesetzt werden wird."

In der Nacht zum 28. Mai 1935 wurden auf dem Friedhof neun Grabsteine "umgeworfen". Als Täter für diese Schändungen kamen - nach Ermittlungen des Gendarmerierstandorts Osternburg - Angehörige des SA-Hilfswerklager Blankenburg bei Oldenburg in Frage.     
   
Die Schändung des Friedhofes 1935   

Oldenburg Israelit 06061935.jpg (54622 Byte) Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. Juni 1935: "Oldenburg. In der Nacht zum 28. Mai wurden auf dem jüdischen Friedhofe zu Oldenburg zahlreiche Grabsteine umgeworfen und zertrümmert, u. a. der Gedenkstein des Kriegsgefallenen Peter des Vries, eines Patenkindes des verstorbenen Großherzog von Oldenburg, dessen Gebeine seinerzeit auf Kosten des Großherzogs aus dem Felde nach Oldenburg überführt wurden. Die Polizei fahndet nach den Übeltätern.   

Im Zusammenhang mit der Grabsteinenthüllung für den im Mai 1935 verstorbenen Landesrabbiners Dr. Philipp de Haas erlebte die jüdische Gemeinde mitten in der NS-Zeit noch einmal eine besondere Feier auf dem Friedhof:   
  
Die Grabsteinenthüllung für Landesrabbiner Dr. Philipp de Haas (1936)  

Oldenburg Israelit 20051936.jpg (105759 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Mai 1936: "Oldenburg. 10. Mai. Am 3. Mai fand hier die feierliche Grabsteinenthüllung für den im vergangenen Jahre verstorbenen Landesrabbiner Dr. Philipp de Haas statt. Eine große Trauergemeinde hatte sich aus allen Teilen des Oldenburger Landes zusammengefunden, um nochmals ihre große Verehrung für ihren verewigten Raw zu bekunden. - Herr Rechtsanwalt Löwenstein sprach in bewegten Worten von dem Werke des Entschlafenen, der noch durch seine letzte Tat, Anschluss der Oldenburger Landesgemeinde an den Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden, vorausschauend für die Zukunft seiner Gemeinde vorgesorgt hatte. Der Amtsnachfolger, Herr Landesrabbiner Herbst, versprach in einer großangelegten Rede, das Werk des Verewigten in dessen Sinne hochzuhalten und weiter auszubauen im Gedanken der Thora. - Als treuer Freund des Verewigten und der Familie versprach Herr Landrabbiner Dr. Blum, Emden in tiefinnigem, zu Herzen gehenden Worten ewiges Gedenken. - Ein Lernvortrag des Herrn Rabbiner Dr. Aber, Bremen und anschließendes Kaddisch schloss die erhebende Feier. Herr Lehrer Hartog, Wilhelmshaven-Jever, umrahmte die Trauerfeier mit hebräischen Gesängen, die nach Verlesen der Grabsteininschrift in einem [...] ausklangen."   

Im Zusammenhang mit den Ereignissen beim Novemberpogrom 1938 wurde am 10. November 1938 in der Friedhofshalle ein Feuer entzündet. Dazu wurden alle hölzernen Materialien (Eingangstür, Bänke, Bohlen etc.) aufgeschichtet und mit Spiritus angezündet. Durch die massive Bauweise brannten aber zum Glück nur diese Materialien, das Gebäude als Ganzes blieb bestehen. Lediglich verkohlte Wände, aber auch Verwüstungen wie z.B. eingeworfene Scheiben und Gräberschändungen etc. waren zu verzeichnen. Die beiden Haupttäter konnten später ermittelt werden. Sie wurden im Jahre 1949 zu 1 Jahr und 6 Monaten bzw. 1 Jahr Gefängnis verurteilt
    
Während
des Krieges wurden 54 russische Kriegsgefangene aus einem nahegelegenen Betrieb auf dem jüdischen Friedhof bestattet. Für sie wurde später ein Sammelgrab errichtet und im Jahre 1950 ein Gedenkstein angebracht. 

2013: Neuere Forschungen zu den auf dem Friedhof beigesetzten sowjetischen Kriegsgefangenen   
Aus einem Artikel von Mario Bartsch in der "Oldenburger Onlinezeitung" vom 5. November 2013 - "Kriegsopfer erhalten ihre Identität zurück": "Holger Frerichs, nebenberuflicher Historiker aus Varel, konnte nunmehr unter Heranziehung von Personaldokumenten der ehemaligen Wehrmacht, die diese über alle sowjetischen Kriegsgefangenen angelegt hat und die heute im Zentralen Militärarchiv der Russischen Föderation in Podolsk bei Moskau überliefert sind, die Identität und genaue Zahl der auf dem Jüdischen Friedhof (und in einigen Fällen auf dem Alten Friedhof Osternburg) bestatteten sowjetischen Kriegsgefangenen aufklären. Bisher gab es über die Gesamtzahl sowie über die Identität und der Herkunft der im Gebiet der Stadt Oldenburg Verstorbenen beziehungsweise auf dortigen Friedhöfen bestatteten sowjetischen Kriegsgefangenen keine eindeutige Klarheit.
Bei der ergänzenden Recherche im Staatsarchiv Oldenburg fand Frerichs aber heraus, dass bereits 1948 und 1950 zwei Namenslisten im Ordnungsamt und im Bauamt der Stadt Oldenburg über die Opfer aufgestellt wurden, die damals auf entsprechenden Mitteilungen der Kommandoführer der sowjetischen Kriegsgefangenen-Arbeitskommandos aus der Kriegszeit beruhten. Aus für Frerich nicht nachvollziehbaren Gründen gerieten diese Informationen bei der später erfolgten Erstellung der ersten und aller nachfolgenden amtlichen 'Gräberlisten' in Vergessenheit, wurden übersehen oder nicht beachtet.
Auf diesen Umstand hatten bereits in den 1990er Jahren Günther Heuzeroth und Katharina Hoffmann in zwei Veröffentlichungen zur Stadtgeschichte Oldenburg verwiesen, ohne dass daraus Konsequenzen folgten. 'Bereits seit der Veröffentlichung von Günter Heuzeroth von 1993 und spätestens seit der 2001 veröffentlichten Dissertation von Katharina Hoffmann, müsste den Verantwortlichen der Stadt bekannt gewesen sein, dass bereits unmittelbar nach dem Krieg vonseiten des Stadtbauamtes (1948) wie auch des Ordnungsamtes (1950) Namenslisten erstellt worden sind, in denen für den Jüdischen Friedhof und für den Alten Friedhof Osternburg die Daten sowjetischer Kriegsgefangener (und sowjetischer Zivilpersonen) aufgeführt wurden', so Frerichs.
Holger Frerichs hofft nun, dass mit dem jetzigen Forschungsergebnis den auf dem Jüdischen Friedhof ruhenden Opfern wieder ein 'Gesicht' und einen Namen geben zu können und eine den Vorgaben des deutschen Gräbergesetzes entsprechende würdige Gestaltung der Grabanlage (Namensnennung) zu ermöglichen..." 
Link zum Artikel    
Videohttp://www.nwzplay.de/videos/1350-russische-kriegsopfer-bekommen-namen-zurueck    
Artikel von Klaus Fricke in der "Nordwest-Zeitung" vom 15. November 2013: "Unbekannte Tote erhalten Namen zurück..."   

   
Während des Krieges wurde auf dem Gelände ein kleiner Rundbunker errichtet
.   
  
B
ereits im September 1945 wird das Friedhofsgelände auf Anordnung der Militärregierung durch die Stadt Oldenburg vorläufig wiederhergestellt. Es wurden Reparaturen des Eingangstores, der Mauer sowie einiger Grabsteine für eine Summe von ca. 2.000 Reichsmark vorgenommen. Aufgrund der schlechten Bezugslage von Baumaterial wurde die vollständige Wiederherstellung der Leichenhalle erst viel später vorgenommen.  
   
Im Jahre 1970 berichtete der letzte Landesrabbiner des Oldenburger Landes Prof. Leo Trepp bei einem Besuch über den Zustand des Friedhofes: "Der Bunker auf dem Friedhof war verschwunden. Das Massengrab der Russen war wohl versehen und durch eine kleine Gedenktafel würdig bezeichnet. Der Friedhof, der gleich den anderen Friedhöfen der Juden im Oldenburger Land aus den Wiedergutmachungsbeträgen an die Oldenburger Gemeinde nun von der jüdischen Landesgemeinde in Hannover betreut wurde, lag still zwischen den Häusern von Osternburg. Hier allein war noch Gemeinschaft, die Gemeinde bestand nicht mehr."  
   
Erst im Jahre 1975 konnte die Friedhofshalle wieder für eine Summe von 47.000 DM vollständig restauriert werden. Unter anderem wurde dabei das rund 5,5 qm große Rundfenster der Halle restauriert.  
   
Im Rahmen einer Veranstaltungsreihe zum 50. Jahrestag des Novemberpogroms 1938 wurde 1988 eine Fotoausstellung über den jüdischen Friedhof in Oldenburg im Presse- und Informationsamt der Stadt Oldenburg gezeigt.  
   
Im Jahre 1992 ging der Friedhof - mit seiner Grundfläche von 25,59 ar - wieder in das Eigentum der wieder neu gegründeten jüdischen Gemeinde zu Oldenburg über.  
  
Die Friedhofshalle erhält durch eine Spende 1999 auf dem Dach einen neuen Davidstern (hergestellt auf Grundlage von Originalunterlagen).      
   
Der Friedhof wurde im Jahr 2000 geschlossen. Ein neuer jüdischer Friedhof wurde im Ortsteil Bümmerstede errichtet. Eine letzte Bestattung auf dem alten jüdischen Friedhof wurde im Jahr 2010 vorgenommen.   
   
Zum neuen, im Jahr 2000 eröffneten Friedhof siehe weitere Seite
  
  
Schändungen des Friedhofes 2011/2013/2015: Der Friedhof in Osternburg wurde im November 2011 durch einen Farbanschlag geschändet. Fünf mit Sturmhauben maskierte Personen hatten Farbbeutel auf den Friedhof geworfen. Dabei wurden sechs Grabsteine mitweißer Farbe beschmiert. Einer der Täter - ein 21 Jahre alter Neonazi - wurde im November 2012 zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt. 
Zu einer weiteren Schändung des Friedhofes kam es im November 2013. Dabei wurden Grabsteine mit Hakenkreuzen beschmiert. Weitere Informationen und Presseartikel über die Website von Martin J. Schmid www.schmid-ol.de/judaica. Die Täter wurden gefasst, zwei von ihnen zu Haftstrafen von fünf bzw. sechs Monaten verurteilt, ein dritter zu einer Geldstrafe.    
Im Februar 2015 wurden bei einer erneuten Schändung die Torsäulen im Friedhofseingang, eine Mauer und zwei am Friedhof parkende Autos mit Hakenkreuzen beschmiert.   

   
   
   
Lage des Friedhofes 
   

Etwa 2 km südöstlich der Stadtmitte im Ortsteil Osternburg, Ecke Dedestraße/Dragonerstraße, 26135 Oldenburg. 
    
Schlüssel bei der Feuerwache 2 (Schützenhofstrasse 14, 26135 Oldenburg) 
    
    
Link zu den Google-Maps   

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Fotos   

Der Friedhof im Februar 2008 
und April 2010 
(Fotos: Martin J. Schmid, Oldenburg)   
Oldenburg Friedhof 200.jpg (132696 Byte) Oldenburg Friedhof 201.jpg (125868 Byte)
  Blick vom Friedhof zur Friedhofshalle, 
vorne rechts Grabstein für Landesrabbiner 
Dr. Philipp de Haas (vgl. unten)
Teilansicht des Friedhofes  
 
 
     
Oldenburg Friedhof 197.jpg (61769 Byte) Oldenburg Friedhof 36.jpg (90103 Byte) Oldenburg Friedhof 49.jpg (57129 Byte)
Ältester Grabstein von 1814 für das
Kind Gerschon Ben K.H. Jehuda Lejw, gest. 
11. Tischri (5)575 (= 25. September 1814)
Grabstein für Rosa Jakobs 
geb. de Levie (1867-1924) und 
Moses Jakobs (1864-1930)  
Grabstein für Alfred Weinberg
(geb. 1897; verwundet an der Westfront 
und gest. im Lazarett in Frankfurt 1917)  
     
Oldenburg Friedhof 33.jpg (85594 Byte) Oldenburg Friedhof 84.jpg (53024 Byte)  Oldenburg Friedhof 165.jpg (64206 Byte)
Grabstein für Rosa Wiesenfeld 
(1867-1914) 
und Louis Wiesenfeld (1869-1928)  
Grabstein für Landesrabbiner 
Dr. Philipp de Haas (1884-1935) 
mit Levitenkanne  
   Grabstein für "Chana, Frau des Zwi B.
 Gerschon", gest. 22. Tewet (5)625 
(= 20. Januar 1865)  
        
Oldenburg Friedhof Sammel1.jpg (39352 Byte) Oldenburg Friedhof Sammel2.jpg (50101 Byte)  
Sammelgrab mit Gedenkstein für russische Kriegsgefangene; 
Inschrift "Hier ruhen 54 russische Kriegsopfer"   
  
     
Oldenburg Friedhof Halle1.jpg (52052 Byte) Oldenburg Friedhof Halle2.jpg (64930 Byte) Oldenburg Friedhof Fenster.jpg (65034 Byte)
Ansichten der Friedhofshalle   Das Bleiglasfenster  
        
Oldenburg Friedhof Leuchter.jpg (16787 Byte) Oldenburg Friedhof Spruch.jpg (19099 Byte) Oldenburg Friedhof Tafel.jpg (33200 Byte)
Im Innern der Halle:
Blick auf den Leuchter  
Im Innern der Halle: 
Spruchbild  
Im Innern der Halle: Tafel zur Erinnerung 
an die Märtyrer 1933-1945  
     

       
       
Einzelne Presseberichte zum jüdischen Friedhof  

Oktober 2010: Tag des offenen jüdischen Friedhofes in Oldenburg
Artikel von Heinz Arndt in der "Nordwest-Zeitung" vom Oktober 2010 (Artikel): "Tag des offenen Juden-Friedhofs mit Führungen
Stadtgeschichte Gedenken an Pogrom-Opfer – Erinnerungsgang und Gottesdienste. 
Osternburger Haupt- und Realschüler bereiten den Erinnerungsgang vor. Der Bürgerverein informiert über die Geschichte des jüdischen Friedhofs in Oldenburg. 

Osternburg - Im Gedenken an die Opfer der Pogrome des Naziregimes im Jahr 1938 in Oldenburg richten die Schülerinnen und Schüler der Haupt- und Realschule Osternburg, wie berichtet, am Mittwoch, 10. November einen Erinnerungsgang aus. Beginn ist um 15 Uhr im Innenhof der Landesbibliothek. 
Begleitet wird der Erinnerungsgang von zwei Gottesdiensten in der Dreifaltigkeitskirche, Cloppenburger Straße: am Sonntag, 7. November, ab 10 Uhr, danach Besuch des jüdischen Friedhofes (Ecke Dedestraße/Dragonerstraße), sowie ein Gedenk-Gottesdienst am Dienstag, 9. November, ab 18 Uhr. 
Der Bürger- und Gartenbauverein Osternburg-Dammtor veranstaltet am Sonntag, 21. November, von 11 bis 15 Uhr erstmals einen 'Tag des offenen Juden-Friedhofs'. Es sind Führungen über den Friedhof sowie eine Besichtigung der Leichenhalle geplant. Außerdem wird der Verein ein Informationsblatt über den Friedhof neu herausgeben. 
In diesem im April 1988 von dem Osternburger Dr. Enno Meyer verfassten Info-Blatt wird u.a. berichtet, dass ein Mitglied der jüdischen Gemeinde in Oldenburg im Jahre 1814 an der Dedestraße/Dragonerstraße ein Grundstück kaufte. Weiter heißt es dort: 'Hier wurden auch Juden aus Elsfleth, Wardenburg und dem Ammerland bestattet. Die ältesten Gräber befinden sich (vom Eingang aus gesehen) in der hinteren rechten Ecke. Sie tragen nur hebräische Inschriften. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts finden sich auf den Grabsteinen zweisprachige Inschriften, seit dem Ende des Jahrhunderts auch rein deutsche. Die wie eine Synagoge aussehende Leichenhalle ließ im Jahre 1925 Leiser Leo Trommer zum Gedächtnis seines einzigen 1918 verstorbenen Sohnes errichten.' Enno Meyer beschreibt: 'In der Reichskristallnacht (9./10. November 1938) versuchten Mitglieder der SA das Gebäude in Brand zu setzen, jedoch vergeblich. Sie verwüsteten lediglich das Innere. Sie wurden nach 1945 gerichtlich bestraft. Der Davidsstern, der die Kuppel schmückte, wurde in der NS-Zeit abgebrochen.' 
Während des Zweiten Weltkrieges wurden auf dem jüdischen Friedhof in einem Massengrab 1954 sowjetische Kriegsgefangene beerdigt. Nach und nach verwahrloste der Friedhof, und es sollen auch Grabsteine gestohlen worden sein. Nach dem Krieg wurden der Friedhof sowie die Leichenhalle wieder hergestellt. Zudem wurde in der Halle eine Gedenktafel für die in der NS-Zeit ermordeten Gemeinde-Mitglieder angebracht. Heute wird der jüdische Friedhof vom Landesverband der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen betreut und gepflegt." 

 

Zur Schändung des Friedhofes im November 2011 - Pressebericht  :    
November 2011: Anschlag auf den jüdischen Friedhof   
Pressemitteilung der Polizeidirektion Oldenburg - Stadt vom 20. November 2011: 
"POL-OL: ++ Farbbeutelwürfe auf Jüdischen Friedhof in Oldenburg ++
Oldenburg (ots) - Am Samstag gegen 03:00 Uhr wurden sechs Grabsteine des Jüdischen Friedhofs an der Dedestraße in Oldenburg mit weißer Farbe beschmutzt. Ein 39-jähriger Polizeibeamter, der sich außerhalb des Dienstes befand, war mit dem Fahrrad auf der Dedestraße unterwegs. Als er in die Dragonerstraße einbog, sah er maskierte Personen, die mit weißer Farbe gefüllte Beutel in Richtung des Friedhofs warfen. Der Beamte hielt an, teilte mit, dass er Polizist ist und forderte die Täter auf, dies zu unterlassen. Insgesamt fünf Personen flüchteten zu Fuß in die Kampstraße und blieben entgegen seiner Aufforderung nicht stehen. Der Polizeibeamte verfolgte die Gruppe bis zu einem Parkplatz an der Kampstraße. Dort konnte er einen aus der Gruppe festhalten. Die maskierte Person drehte sich jedoch um und sprühte dem Polizisten Pfefferspray ins Gesicht, wodurch er leicht verletzt wurde und er selbst die Verfolgung nicht fortsetzen konnte. Er nahm sodann telefonisch Kontakt mit der Polizeiwache auf, welche entsprechende Fahndungsmaßnahmen einleitete. Die Täter konnten letztendlich unerkannt flüchteten. Mindestens drei von ihnen waren mit Jeans und dunklen sog. Bomberjacken bekleidet. Die Gesichter waren mit Sturmmasken versehen. Das polizeiliche Fachkommissariat für Staatsschutzdelikte ermittelt hinsichtlich der Farbbeutelwürfe wegen Störung der Totenruhe und Sachbeschädigung. Darüber hinaus wurde ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet."  
   
Oldenburg Friedhof 112011a.jpg (52765 Byte)Pressemitteilungen:
(Foto links aus der Bildersammlung der "Nordwest-Zeitung")  
Artikel in der "Nordwest-Zeitung" vom 21. November 2011: "Anschlag auf jüdischen Friedhof in Oldenburg. 
Kriminalität. Maskierte werfen mit Farbbeuteln - Polizist bei Verfolgung verletzt..."  
Link zum Artikel - auch eingestellt als pdf-Datei.     
Artikel in der "Nordwest-Zeitung" vom 22. November 2011: "Oldenburg: Jüdische Gemeinde lobt mutigen Polizisten
Friedhofs-Anschlag. Dank an Thole Schlömer für beherzten Einsatz - Täter weiterhin flüchtig..."  
Link zum Artikel - auch eingestellt als pdf-Datei.     
 
November 2011: Wohnungen durchsucht - NPD-Mitglieder in Verdacht   
Artikel in der "Nordwest-Zeitung" vom 30. November 2011: 
"Farbanschlag auf jüdischen Friedhof in Oldenburg: NPD-Mitglieder in Verdacht..." 
Link zum Artikel - auch eingestellt als pdf-Datei.   
 
November 2012: Ein Täter wurde verurteilt    
Artikel von Rainer Dehmer in der "Nordwest-Zeitung" vom 28. November 2012: "Verurteilung nach Farbanschlag. 
Bewährungsstrafe für 21-Jährigen – Jüdischer Friedhof geschändet

Die Tat in Osternburg liegt bereits ein Jahr zurück. Der Verurteilte kommt aus dem Umfeld der NPD.
Oldenburg - Ein Jahr nach dem Farbanschlag auf den jüdischen Friedhof in Osternburg ist ein erster Täter verurteilt worden. Das Jugendschöffengericht am Amtsgericht zeigte sich überzeugt von der Schuld eines 21-Jährigen aus Hude. Vorgeworfen worden war ihm Störung der Totenruhe und Körperverletzung. Der Richter verurteilte ihn zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren. Das bestätigte das Amtsgericht am Dienstag auf Anfrage. 
Neben dem geständigen 21-Jährigen musste sich auch ein 23-jähriger Oldenburger vor Gericht verantworten. Der zweite Angeklagte, so ein Gerichtssprecher, habe die Tat bestritten.
Eine Beteiligung an dem Anschlag sei ihm nicht nachzuweisen gewesen. Gegen den Freispruch hat die Staatsanwaltschaft nach Angaben einer Sprecherin Berufung eingelegt. 
Täter werfen Farbbeutel. Der Anschlag im November 2011 hatte für große Bestürzung in Oldenburg gesorgt (NWZ  berichtete). Einen Tag vor dem Totensonntag hatten fünf mit Sturmhauben maskierte Personen Farbbeutel auf den jüdischen Friedhof an der Dedestraße geworfen. Dadurch wurden sechs Grabsteine mit weißer Farbe beschmiert. 
Ein Polizeibeamter, der privat unterwegs war, überraschte die zum Teil mit Springerstiefeln und Bomberjacken bekleideten Täter. Nachdem er sich als Polizist zu erkennen gegeben hatte, flüchteten die Maskierten. Vor der Freizeitstätte an der Kampstraße bekam der Polizist einen der Täter zu fassen. Der Unbekannte wehrte sich und sprühte dem Beamten Pfefferspray ins Gesicht. Letztlich entkamen die Täter unerkannt.
Die Jüdische Gemeinde zu Oldenburg vermutete, dass es sich bei dem Farbbeutel-Anschlag um einen gezielte Aktion handelte. 
Waffen sichergestellt. Da die Polizei bei der Tat von einem rechtsextremistischen Hintergrund ausging, führte der Staatsschutz die Ermittlungen. Schnell gerieten fünf Männer im Alter zwischen 18 und 25 Jahren in den Fokus der Ermittler. Es folgten Durchsuchungen. In den Wohnungen der fünf beschuldigten NPD-Mitglieder bzw. -Sympathisanten stellte die Polizei eine Dose mit Pfefferspray, Teleskop-Schlagstöcke, Sturmhauben und Messer sicher. Wegen des Anschlags auf den jüdischen Friedhof wurden bislang nur zwei Männer aus der Gruppe angeklagt. Ob es noch weitere Anklagen geben könnte, blieb am Dienstag offen."   
Link zum Artikel         
 
Februar 2015: Neue Friedhofschändung  
Aus dem Polizeibericht Oldenburg vom 14. Februar 2015:   
POL-OL: "Oldenburg. In den frühen Morgenstunden des 14.02.2015 entdeckt eine Funkstreife frische Farbschmierereien am Mauerwerk des Jüdischen Friedhofs. Bislang unbekannte Täter haben hier im Eingangsbereich die beiden Torsäulen mit Hakenkreuzmotiven beschmiert. Im Rahmen der Sachverhaltsaufnahme sowie Fahndung werden im Nahbereich an einer Mauer in der Dragonerstraße und an zwei dort geparkten Pkw ebenfalls solche Schmierereien festgestellt. Strafverfahren wurden eingeleitet und entsprechende Ermittlungen durch das zuständige Fachkommissariat aufgenommen. 
Rückfragen bitte an:  Polizeiinspektion Oldenburg - Stadt / Ammerland  Dienstschichtleiter   Telefon: 0441/790-4004 http://www.polizei.niedersachsen.de/dst/pdol/oldenburg/ .  
Presseartikel: Oldenburger Online-Zeitung vom 15. Februar 2015: "Jüdischer Friedhof: Wieder Farbschmierereien..."   
Link zum Artikel  
 
April 2016: Sechs Monate Haft für Friedhofschänder   
Artikel in der "Kreiszeitung" vom 12. April 2016: "35-Jähriger muss für sechs Monate hinter Gitter. Jüdischen Friedhof geschändet
Oldenburg -
Die Schändung des jüdischen Friedhofs im November 2013 an der Dedestraße in Oldenburg hat jetzt vor dem Amtsgericht Oldenburg ein Nachspiel gehabt. Der Vorfall hatte für große Empörung gesorgt. Täter, die der rechten Szene angehören sollen, hatten Hakenkreuze an die Grabsteine und an die Trauerkapelle gesprüht. 
Die Richter schickten den 35-jährigen Haupttäter für sechs Monate ins Gefängnis. Ein 37 Jahre alter Mitangeklagter muss für fünf Monate hinter Gitter, und ein 26-Jähriger wurde zu einer Geldstrafe von 3000 € verurteilt." 
Link zum Artikel     
Weiterer Artikel in nzwonline.de vom 13. April 2016: "Urteil am Oldenburger Amtsgericht. Friedhofsschänder muss für sechs Monate ins Gefängnis..."  
Link zum Artikel   

        
         

Links und Literatur    

Links:  

Website der Stadt Oldenburg   

Literatur:      

Oldenburger Land Lit 010.jpg (81351 Byte)Johannes-Fritz Töllner in Zusammenarbeit mit Wouter J. van Bekkum, Enno Meyer und Harald Schieckel: Die jüdischen Friedhöfe im Oldenburger Land. Bestandsaufnahme der erhaltenen Grabsteine. Reihe: Oldenburger Studien Bd. 25. Oldenburg 1983. Zu Oldenburg: S. 356-487.
Herbert Obenaus in Zusammenarbeit mit David Bankier und Daniel Fraenkel: Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen. Bd. 2. Göttingen 2005. Zu Oldenburg Beitrag von Werner Meiners: S. 1172-1196. 
Martin J. Schmid: bisher unveröffentlichtes Manuskript über die jüdischen Friedhöfe in Oldenburg.   

    
      

                   
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Stand: 22. April 2016