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zu den Synagogen in
Baden-Württemberg
Unterlimpurg (Stadt Schwäbisch Hall,
Landkreis Schwäbisch Hall)
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
In Unterlimpurg bestand eine kleine jüdische Gemeinde im
18. Jahrhundert. Ihre Entstehung geht in das 16. Jahrhundert zurück. Erstmals
werden 1541 jüdische Bewohner genannt. Anfang des 19. Jahrhunderts gehörten
die wenigen Unterlimpurger Juden zur Synagogengemeinde Steinbach.
Zur Geschichte des Betsaals/der Synagoge
Seit 1712
wurden im Haus des Moses Mayer immer wieder, besonders an Festtagen,
Gottesdienste gehalten; seit 1727 wurden regelmäßige Gottesdienste im oberen
Stockwerk des sog. Waller’schen Hauses in der Unterlimpurger Straße 63
gefeiert. 1738/39 wurde dieser Betsaal prächtig ausgemalt (durch Elieser Sußmann ben Salomo Katz aus
Brody/Polen, vgl. die Synagogen in Colmberg,
Horb am
Main, Bechhofen und Kirchheim bei
Würzburg).
Nach Einrichtung der Steinbacher Synagoge
1809 wurde dieser Betsaal aufgegeben.
Um 1900 wurde der Betsaal in seinem hohen kulturgeschichtlichen Wert
wiederentdeckt. Eine der ersten Beschreibungen für die jüdische
Öffentlichkeit liegt von Lehrer Samuel Spatz (Affaltrach)
aus dem Jahr 1904 vor:
Über die Unterlimpurger Synagoge
(1904)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Juni 1904:
Der Artikel muss noch ausgeschrieben werden - zum Lesen bitte die
Textabbildung anklicken. |
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1907 wurde er durch den Historischen Verein Schwäbisch Hall aufgekauft und im
sogenannten Renaissancehaus aufgestellt, das die Stadt Schwäbisch Hall vom
Spital für diesen Zweck erworben hatte. Das sogenannte alte Färber-(oder
Gerber-)Haus - heute bekannt unter dem Namen Gräterhaus - in der Gelbinger
Gasse 47 (früher Heilbronner Straße) nahm im dritten Stockwerk die
Holzsynagoge auf. Im Rahmen der unter dem damaligen ersten Vorsitzenden des
Historischen Vereins, Dr. Emil Kost, durchgeführten Neuaufstellung des
Museumsbestandes ab 1936 in der mittelalterlichen Keckenburg, der Turmburg einer
Halle Adelsfamilie, und der nach 1956 erfolgenden Neuordnung der Bestände fand
die Synagoge einen Ausstellungsplatz im Keckenburg-Museum. Nach Erweiterung
dieses Museums (nun: "Hällisch-Fränkisches Museum") kam die
Holzsynagoge nach einer gründlichen Restaurierung 2001 in den Bereich "Stadtmühle"
des Hällisch-Fränkischen Museums. Abteilung zur
Erinnerung an die jüdische Geschichte der Region neu aufgestellt). Das Haus des
Betsaals in Unterlimpurg ist nicht erhalten.
Artikel von Theodor Harburger: "Werke
jüdischer Volkskunst in Bayern".
In: Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 13 vom 1. Juli 1932 S.
195-199.
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Fotos
Historische Fotos:
Haus in Unterlimpurg, in dem sich der Betsaal befand:
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| Sogenanntes Waller'sches Haus
in Unterlimpurg (abgebrochen) |
Fotos nach 1907, der Aufstellung der Unterlimpurger Synagoge im Museum
(zunächst Renaissance-Bau, seit 1956 Keckenburg-/, dann Hällisch-Fränkisches Museum:
Die gegenwärtige Aufstellung (seit 2002):
Fotos 2003:
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 9.9.2003) |
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Blick in den ehemaligen
Betsaal |
Die Abschrankung des
Frauenabteils |
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| Seitenwand |
Blick zum Toraschrank |
Die Decke |
Rückblick
auf eine Ausstellung im Jahr 2007
Rückblick
auf eine Ausstellung vom 13. Juli bis
23. September 2007 in Schwäbisch Hall:
"Vom Bretterhaufen zum Vorzeigeobjekt - Die neu entdeckte
Synagogenvertäfelung von Eliezer Sussmann (um 1738).
Die Unterlimpurger Synagogenvertäfelung des polnischen Wandermalers
Eliezer Sussmann (1738/39) zählt zu den wichtigsten Judaica in
Deutschland und gilt als Ausstellungsstück von europäischem Rang. Vor
einigen Jahren wurden an Holzverkleidungen im Dachgeschoss eines
Steinbacher,
früher von Juden bewohnten Hauses die Spuren einer farbigen Fassung
entdeckt. Malweise und Ornamentik sind eindeutig Elieser Sussmann
zuzuschreiben. Die Tafeln waren während des Zweiten Weltkriegs aus
Brandschutzgründen mit einer Kalkschwemme übertüncht worden. Auf Grund
seines schlechten Erhaltungszustands musste der Dachstuhl 2003 erneuert
werden. Die ausgebauten Bretter erwarb der Historische Verein für
Württembergisch Franken. An der Staatlichen Akademie der Bildenden
Künste in Stuttgart wurde im Rahmen einer Diplomarbeit die
Synagogenvertäfelung gereinigt, die Maltechnik analysiert und die Fassung
gefestigt. Anschließend erstellte die Diplomandin Kristel Leivo die
Konzeption für eine Restaurierung, rekonstruierte die Räumlichkeiten und
fertigte ein Modell, an dem unter anderem die Gliederung in "Frauen-
und Männerschul" abzulesen ist. In der Ausstellung wird dieses
einmalige Zeugnis deutschen Landjudentums erstmals der Öffentlichkeit
vorgestellt. |
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Paul Sauer: Die jüdischen Gemeinden in Württemberg und
Hohenzollern. 1966. |
 | Andreas Maisch: Mayer Seligmann, Judt zu Unterlimpurg: Juden in
Schwäbisch Hall und Steinbach 1688-1802. Reihe: Veröffentlichungen des
Stadtarchivs Schwäbisch Hall Bd. 14. Schwäbisch Hall 2001. |
 | Efraim Jonai: Einige Erläuterungen zur Bemalung der Holzsynagoge
in Hall. In: Württembergisch Franken. Jahrbuch des Historischen Vereins
für Württembergisch Franken. Band 68. 1984 S.139-152. |
 | Wilhelm Germann: Die
Holzsynagoge in Schwäbisch Hall, in: Schwäbisches Heimatbuch 14 (1928) S.30-35. |
 | Werner Martin Dienel: Artikel zur Unterlimpurger Synagoge in:
Hohenloher Leben 6/85 S. 6-7. |
 | Ariane Handrock: Das Gesamtkunstwerk der
Holzsynagoge als kommunikativer Ort - Zeugnis jüdischen Lebens in Osteuropa
und Deutschland in der Neuzeit. Dissertationsvorhaben Universität Potsdam. Link. |

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