Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Ruttershausen an der Lahn (Stadt Lollar, Kreis Gießen)
Jüdische Geschichte 

Übersicht:

Zur Geschichte jüdischer Bewohner   
Berichte zur jüdischen Geschichte am Ort     
Fotos  
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte jüdischer Bewohner                     
    
In Ruttershausen bestand zu keiner Zeit eine jüdische Gemeinde. Doch lebten über einen längeren Zeitraum spätestens seit dem 18. Jahrhundert einige jüdische Personen / Familien am Ort. Die in Ruttershausen lebenden jüdischen Personen gehörten zusammen mit den in Daubringen, Mainzlar und Staufenberg lebenden jüdischen Personen zu einem jüdischen Gemeindeverband mit Sitz in Lollar. Dort befand sich auch die Synagoge des Gemeindeverbandes. Der Friedhof des Gemeindeverbandes war bis 1844 in Staufenberg, danach in Lollar.    
    
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner in Ruttershausen wie folgt: 1830 15 jüdische Einwohner, 1905 12. Nach der Mitte des 19. Jahrhunderts nahm die Zahl der jüdischen Einwohner am Ort nicht mehr zu. Einige verzogen in andere Städte wie Koppel Kann (geb. 1855 in Ruttershausen am Sohn von Handelsmann Ascher kann und Betti geb. Isenberg), der später als Kaufmann in Herborn und Butzbach tätig war. Bei den in Ruttershausen ansässigen jüdischen Familien handelte es sich vor allem um die Familien Kann und Löwenstein.   
   
Innerhalb des jüdischen Gemeindeverbandes Lollar nahmen auch die jüdischen Familienvorstände aus Ruttershausen Aufgaben wahr: so wird unter den jeweils drei Gemeindevorstehern bis Mai 1870 Ascher Kann aus Ruttershausen genannt, von 1905 an Lewi Löwenstein.  
    
1933 lebten nur noch wenige jüdische Personen am Ort. Zwei von ihnen (Bernhard Kann und Amalie Tobias) wurden am 14. September 1942 von der Gestapo abgeholt und über Darmstadt ins Ghetto Theresienstadt deportiert, wo sie umgekommen sind. Bernhard Kann starb am 21. Juli 1943 in Theresienstadt, Amalie Tobias starb am 30. Mai 1944 ebd.
In Ruttershausen gelang es dem 1907 geborenen Walter Löwenstein (von Beruf Viehhändler), der in der Hintergasse lebte, die NS-Zeit zu überleben. Er kümmerte sich nach 1945 und bis zu seinem Tod 1980 um die Instandhaltung des jüdischen Friedhofes in Lollar, wo er in einem Grab neben dem seines Vaters Hermann Löwenstein beigesetzt wurde (siehe unten).   
   
Von den in Ruttershausen geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"):  Bernhard Kann (1862, von Ruttershausen deportiert), Leopold Kann (1876, später wohnhaft in Ehringshausen, ab Frankfurt deportiert), Louis Kann (1878, später wohnhaft in Düsseldorf, 1941 ins Ghetto Litzmannstadt deportiert), Paula Süßkind geb. Löwenstein (1885, später wohnhaft in Frankfurt, 1942 ins Ghetto Minsk deportiert), Amalie Tobias (1873, über Darmstadt ins Ghetto Theresienstadt deportiert).   
   
   
   
Berichte zur jüdischen Geschichte am Ort      

In jüdischen Periodica des 19./20. Jahrhunderts fanden sich bislang noch keine Bericht zu Ruttershausen.

   
   
   
Fotos 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 27.3.2008)   

Lollar Friedhof 113.jpg (109315 Byte) Lollar Friedhof 115.jpg (105084 Byte) Lollar Friedhof 114.jpg (115840 Byte)
Grabsteine für Hermann Löwenstein (1879-1924) und Walter Löwenstein (1907-1980) auf dem jüdischen Friedhof in Lollar.

   
     

Links und Literatur

Links:  

Website der Gemeinde Ruttershausen    

Literatur:  

Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. I S. 498-499 (unter Lollar).  
Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Hessen II Regierungsbezirke Gießen und Kassel. 1995 S. 45. 
Zu Familie Koppel Kann: Nachweise in Familienbuch Butzbach. Bd. V: Judenfamilien in Butzbach und seinen Stadtteilen. Butzbach 2007 S. 56  unter Nr. 51.  

     
       

                   
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Stand: 19. Februar 2016