Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Mosbach (Neckar-Odenwald-Kreis) 
Jüdischer Friedhof

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde 

Siehe Seite zur Synagoge in Mosbach
   

Zur Geschichte dieses Friedhofes

Der Friedhof der jüdischen Gemeinde (zwischen heutigem städtischem Friedhof und Kapellenweg, Flurstück 2727, Fläche 16,27 ar) wird bereits 1559 genannt. Auf dem in der NS-Zeit großenteils zerstörten Friedhof befindet sich ein Gedenkstein "Zum Gedenken an die verstorbenen jüdischen Mitbürger der Stadt Mosbach".  

Mosbach FriedhofPlan.jpg (169009 Byte)
Lage des jüdischen Friedhofes Mosbach
 (durch Pfeil markiert)
(Karte kann durch Anklicken vergrößert werden)
Lage des jüdischen Friedhofes in Mosbach auf dem dortigen Stadtplan: oben anklicken und unter "Behörden und öffentliche Einrichtungen" weiterklicken zu "Friedhof, israel."


Fotos
Neuere Fotos
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum mit *) 5.9.2003; die anderen 5.12.2003)

Mosbach Friedhof 222.jpg (97239 Byte) Mosbach Friedhof 218.jpg (100219 Byte) Mosbach Friedhof 220.jpg (99534 Byte)
Eingangstor vom Kapellenweg Blick über den Friedhof vom Eingangsbereich Teilansicht
     
Mosbach Friedhof 213.jpg (97988 Byte) Mosbach Friedhof 154.jpg (104372 Byte) Mosbach Friedhof 158.jpg (108963 Byte)
Einige der erhaltenen Kindergrabsteine, darüber der nichtjüdische Friedhof Grabstein für Bezirksrabbiner Dr. Leopold Löwenstein, Ehrenbürger von Mosbach; rechts die Sockelinschrift *
   
Mosbach Friedhof 215.jpg (106552 Byte) Mosbach Friedhof 221.jpg (93859 Byte) Mosbach Friedhof 153.jpg (107419 Byte)
Blick über den Friedhof von der dem Eingang gegenüberliegenden Seite Einzelne neuere Grabsteine (rechts*)
   
Mosbach Friedhof 216.jpg (65890 Byte) Mosbach Friedhof 214.jpg (84821 Byte) Mosbach Friedhof 212.jpg (86241 Byte)
Grabsteine für eine am 17.9.1863 verstorbene Frau Grabstein für Samuel Hanft (1845-1915) Grabstein für Samuel Bär aus Mosbach gest. 8. Sh'vat 5669 = 30.1.1909
     
Mosbach Friedhof 157.jpg (57563 Byte) Mosbach Friedhof 217.jpg (90082 Byte) Mosbach Friedhof 211.jpg (88605 Byte)
Grabstein des Gemeindevorstehers Louis Frank (1872-1932)* Grabstein für Lazarus Bär (1847-1902) und Auguste geb. Baer (1854-1930) Grabstein mit den segnenden Händen der Kohanim
     
Mosbach Friedhof 210.jpg (93687 Byte) Mosbach Friedhof 219.jpg (77374 Byte) Heidelberg Friedhof 209117.jpg (101189 Byte)
Neuester Stein für 
Max Schwersenz (1911-1989)
Gedenkstein 
(Inschrift siehe bei SW-Fotos)
Hinweis auf das Grab der Eltern von Prof. Dr. Julius Held im jüdischen Teil des Bergfriedhofes in Heidelberg; das Foto zeigt den Grabstein für Adolf Held (1873-1919) und Nannette Held geb. Seligmann (1872-1926) aus Mosbach
   

 

Ältere Fotos
(Fotos: Hahn, entstanden Mitte der 1980er-Jahre)

Mosbach Friedhof01.jpg (133761 Byte) Mosbach Friedhof02.jpg (117456 Byte) Mosbach Friedhof09.jpg (108158 Byte)
 Teilansicht des in der NS-Zeit weitgehend zerstörten Friedhofes  Gedenkstein  Inschrift des Gedenksteines
     
Mosbach Friedhof03.jpg (166841 Byte) Mosbach Friedhof05.jpg (146466 Byte) Mosbach Friedhof06.jpg (122006 Byte)
Alter Grabstein Teilansichten des Friedhofes
   
Mosbach Friedhof04.jpg (151620 Byte) Mosbach Friedhof07.jpg (102277 Byte)  
  Grabstein des Gemeindevorstehers 
Louis Frank (1872-1932)
 

   

Links und Literatur

Literatur:

Mosbach Friedhof 01690.jpg (18248 Byte)Artikel von Peter Lahr in der Rhein-Neckar-Zeitung vom 22.12.2008: Nicht nur Gräber und Gelehrte
Foto links: Auch der aufwändig gestalteten Grabsäule von Bezirksrabbiner Dr. Leopold Löwenstein auf dem jüdischen Friedhof Mosbach begegnet man in dem besprochenen Bildband. Foto: Lahr Auch der aufwändig gestalteten Grabsäule von Bezirksrabbiner Dr. Leopold Löwenstein auf dem jüdischen Friedhof Mosbach begegnet man in dem besprochenen Bildband. Foto: Lahr  
Mosbach. Das Ergebnis einer einjährigen Recherche ist der Bildband "Spuren jüdischen Lebens im Neckar-Odenwald-Kreis", an dem Reinhart Lochmann (Text) und Rudolf Landauer (Fotos) sowie ein Projektteam des Landratsamts arbeiteten. Das Buch versammelt 284 Fotos und beginnt mit der Gegenwart, mit einem Überblick über Gedenkstätten, die der begeisterte Flieger Landauer auch gerne mal vom Flugzeug aus ablichtet. Symbolen wie den segnenden Priesterhänden, die man häufig auf Grabsteinen sieht, widmet sich das nächste Kapitel. Zu den fast schon verschwundenen Spuren gehören die Überreste von Wandschmierereien, mit denen sich SA-Männer 1938 an einer Hauswand in Sennfeld verewigten. Trotz mancher Versuche, sie zu tilgen, bilden häufig auch die Mesusen, im rechten Türpfosten von Wohnhäusern eingelassene Kapseln mit Segenssprüchen, bis heute sichtbare Relikte jüdischen Alltagslebens. Zumindest als Negativform überdauerten sie etwa am Mosbacher "Salzhaus". Das ausführlichste Kapitel beschäftigt sich mit den jüdischen Friedhöfen Binau, Bödigheim, Hardheim, Merchingen, Mosbach und Sennfeld. Mit 1573 Gräbern ist die Bödigheimer Nekropole die größte und älteste davon; der älteste Grabstein stammt aus dem Jahr 1628. Dass man am Sabbat, also am Samstag, nicht auf einen jüdischen Friedhof geht, darauf verweist Reinhart Lochmann in seinem stets kundigen Begleittext. Fotografierte Blicke in die Gräberreihen wechseln mit Einzelgräbern und kompetent in Szene gesetzten Details. Mancher Betrachter wird erstaunt sein, neben Palmblättern, Shofar-Hörnern und Löwen auch Reliefs von Mohnkapseln, Rosen, einem Hirsch oder gar einem schnäbelnden Taubenpaar zu begegnen. Bewusst suchte Rudolf Landauer die Friedhöfe zu verschiedenen Jahreszeiten auf: "Wir wollten keinen Schönwetter-Bildband machen." So findet der Betrachter auch Tierspuren im Schnee. Um 1900 gab es im Landkreis 21 Synagogengebäude. Bis 1938 wurden sieben davon verkauft, umgebaut oder abgerissen, weil es am Ort keine jüdische Gemeinde mehr gab. Die restlichen 14 wurden 1938 demoliert und danach verkauft oder abgerissen. Eine wechselvolle Geschichte hat die Synagoge Sennfeld hinter sich, die einzige, die bis heute fast unverändert auf uns kam. Bis sie Gedenkstätte wurde, hat man das 1863 errichtete Gebäude u.a. als Filmsaal, HJ-Heim, Unterkunft für KZ-Häftlinge, Militärquartier, katholische Kirche, Probensaal und Standesamt benutzt. Den aktuellen Zustand der Synagogen in Eberstadt, Großeicholzheim, Kleineicholzheim, Bödigheim, Hardheim, Merchingen und Buchen dokumentieren Fotos. Historische Aufnahmen zeigen die Zerstörung der Mosbacher Synagoge. Auch die Billigheimer Synagoge, die bis 1989 als Wohnhaus diente, bevor sie einer Straße weichen musste, wird vorgestellt. "Spuren führen zu Orten und Orte führen zu Menschen, zu Lebensentwürfen, zu Sehnsüchten und Träumen, aber auch zu verhängnisvollen Schicksalen und zu tiefer menschlicher Tragik", schreibt Landrat Dr. Achim Brötel im Vorwort. Es ist nur folgerichtig, dass das letzte Kapitel von Wohnstätten und ihren Bewohnern handelt. Angesehenen Kaufleuten und dem Mundartdichter Jakob Mayer begegnet der Leser. Dr. Leopold Löwenstein, dem Mosbacher Bezirksrabbiner und Ehrenbürger sowie dem Kunsthistoriker Prof. Julius Held, der die Neugestaltung des Mosbacher Synagogenplatzes anregte und einen Gedenkstein stiftete. "Zu langwährendem Gedächtnis" steht dort auf hebräisch eingemeißelt. Einen ganz ähnlichen Zweck verfolgt dieser Bildband. Glossar, Übersichtskarte und Hinweise auf weiterführende Literatur runden das Werk ab, das dem Vergessen entgegenwirken will und prägnant die seit dem 13. Jahrhundert belegte jüdische Geschichte in der Region dokumentiert. 
Bei einer zweiten Auflage könnte man sich über den Informationsgehalt manch abfotografierter Tafel und eine Verbesserung des nicht immer geglückten Layouts Gedanken machen. 
Info: Rudolf Landauer, Reinhart Lochmann: Spuren jüdischen Lebens im Neckar-Odenwald-Kreis. Herausgegeben vom Landratsamt NOK, 2008, ISBN: 978-3-00-025363-8. 200 S., 284 Fotos, 19,90 Euro. 

Links:

Website der Stadt Mosbach  mit Infos zur Geschichte (auch jüdische Geschichte genannt)
Website des Zentralarchivs Heidelberg mit Informationen zum jüdischen Friedhof Mosbach 

  

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 30. März 2009