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Friedhöfe in der Region"
Zur Übersicht: Jüdische Friedhöfe in Baden-Württemberg
Mosbach (Neckar-Odenwald-Kreis)
Jüdischer Friedhof
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
Siehe Seite zur Synagoge in Mosbach
Zur Geschichte dieses Friedhofes
Der Friedhof der jüdischen Gemeinde (zwischen heutigem städtischem
Friedhof und Kapellenweg, Flurstück 2727, Fläche 16,27 ar) wird bereits 1559
genannt. Auf dem in der NS-Zeit großenteils zerstörten Friedhof befindet sich
ein Gedenkstein "Zum Gedenken an die verstorbenen jüdischen Mitbürger der
Stadt Mosbach".
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Lage des jüdischen Friedhofes Mosbach
(durch
Pfeil markiert)
(Karte kann durch Anklicken
vergrößert werden) |
Lage des jüdischen Friedhofes
in Mosbach auf dem dortigen Stadtplan: oben anklicken und unter
"Behörden und öffentliche Einrichtungen" weiterklicken zu
"Friedhof, israel." |
Fotos
Neuere Fotos
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum mit *) 5.9.2003; die anderen
5.12.2003)
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| Eingangstor vom Kapellenweg |
Blick über den Friedhof vom
Eingangsbereich |
Teilansicht |
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| Einige der erhaltenen
Kindergrabsteine, darüber der nichtjüdische Friedhof |
Grabstein für Bezirksrabbiner
Dr. Leopold Löwenstein, Ehrenbürger von Mosbach; rechts die
Sockelinschrift * |
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| Blick über den Friedhof von
der dem Eingang gegenüberliegenden Seite |
Einzelne neuere Grabsteine
(rechts*) |
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| Grabsteine für eine am
17.9.1863 verstorbene Frau |
Grabstein für Samuel Hanft
(1845-1915) |
Grabstein für Samuel Bär aus
Mosbach gest. 8. Sh'vat 5669 = 30.1.1909 |
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| Grabstein des Gemeindevorstehers Louis Frank
(1872-1932)* |
Grabstein für Lazarus Bär
(1847-1902) und Auguste geb. Baer (1854-1930) |
Grabstein mit den segnenden
Händen der Kohanim |
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Neuester Stein für
Max Schwersenz (1911-1989) |
Gedenkstein
(Inschrift siehe
bei SW-Fotos) |
Hinweis auf das
Grab der Eltern von Prof. Dr. Julius Held im jüdischen
Teil des Bergfriedhofes in Heidelberg; das Foto zeigt den Grabstein
für Adolf Held (1873-1919) und Nannette Held geb. Seligmann (1872-1926)
aus Mosbach |
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Ältere Fotos
(Fotos: Hahn, entstanden Mitte der 1980er-Jahre)
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| Teilansicht des in der NS-Zeit
weitgehend zerstörten Friedhofes |
Gedenkstein |
Inschrift des Gedenksteines |
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| Alter Grabstein |
Teilansichten des Friedhofes |
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Grabstein des Gemeindevorstehers
Louis Frank (1872-1932) |
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Links und Literatur
Literatur:
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Artikel
von Peter Lahr in der Rhein-Neckar-Zeitung vom 22.12.2008: Nicht nur Gräber und Gelehrte
Foto links: Auch der aufwändig gestalteten Grabsäule von Bezirksrabbiner Dr. Leopold Löwenstein auf dem jüdischen Friedhof Mosbach begegnet man in dem besprochenen Bildband. Foto: Lahr Auch der aufwändig gestalteten Grabsäule von Bezirksrabbiner Dr. Leopold Löwenstein auf dem jüdischen Friedhof Mosbach begegnet man in dem besprochenen Bildband. Foto: Lahr
Mosbach. Das Ergebnis einer einjährigen Recherche ist der Bildband "Spuren jüdischen Lebens im Neckar-Odenwald-Kreis", an dem Reinhart Lochmann (Text) und Rudolf Landauer (Fotos) sowie ein Projektteam des Landratsamts arbeiteten. Das Buch versammelt 284 Fotos und beginnt mit der Gegenwart, mit einem Überblick über Gedenkstätten, die der begeisterte Flieger Landauer auch gerne mal vom Flugzeug aus ablichtet. Symbolen wie den segnenden Priesterhänden, die man häufig auf Grabsteinen sieht, widmet sich das nächste Kapitel.
Zu den fast schon verschwundenen Spuren gehören die Überreste von Wandschmierereien, mit denen sich SA-Männer 1938 an einer Hauswand in Sennfeld verewigten. Trotz mancher Versuche, sie zu tilgen, bilden häufig auch die Mesusen, im rechten Türpfosten von Wohnhäusern eingelassene Kapseln mit Segenssprüchen, bis heute sichtbare Relikte jüdischen Alltagslebens. Zumindest als Negativform überdauerten sie etwa am Mosbacher "Salzhaus".
Das ausführlichste Kapitel beschäftigt sich mit den jüdischen Friedhöfen
Binau, Bödigheim,
Hardheim, Merchingen,
Mosbach und Sennfeld. Mit 1573 Gräbern ist die Bödigheimer Nekropole die größte und älteste davon; der älteste Grabstein stammt aus dem Jahr 1628. Dass man am Sabbat, also am Samstag, nicht auf einen jüdischen Friedhof geht, darauf verweist Reinhart Lochmann in seinem stets kundigen Begleittext. Fotografierte Blicke in die Gräberreihen wechseln mit Einzelgräbern und kompetent in
Szene gesetzten Details. Mancher Betrachter wird erstaunt sein, neben Palmblättern, Shofar-Hörnern und Löwen auch Reliefs von Mohnkapseln, Rosen, einem Hirsch oder gar einem schnäbelnden Taubenpaar zu begegnen. Bewusst suchte Rudolf Landauer die Friedhöfe zu verschiedenen Jahreszeiten auf: "Wir wollten keinen Schönwetter-Bildband machen." So findet der Betrachter auch Tierspuren im Schnee.
Um 1900 gab es im Landkreis 21 Synagogengebäude. Bis 1938 wurden sieben davon verkauft, umgebaut oder abgerissen, weil es am Ort keine jüdische Gemeinde mehr gab. Die restlichen 14 wurden 1938 demoliert und danach verkauft oder abgerissen. Eine wechselvolle Geschichte hat die Synagoge
Sennfeld hinter sich, die einzige, die bis heute fast unverändert auf uns kam. Bis sie Gedenkstätte wurde, hat man das 1863 errichtete Gebäude u.a. als Filmsaal, HJ-Heim, Unterkunft für KZ-Häftlinge, Militärquartier, katholische Kirche, Probensaal und Standesamt benutzt. Den aktuellen Zustand der Synagogen in
Eberstadt, Großeicholzheim,
Kleineicholzheim, Bödigheim,
Hardheim, Merchingen und
Buchen dokumentieren Fotos. Historische Aufnahmen zeigen die Zerstörung der
Mosbacher Synagoge. Auch die Billigheimer
Synagoge, die bis 1989 als Wohnhaus diente, bevor sie einer Straße weichen musste, wird vorgestellt.
"Spuren führen zu Orten und Orte führen zu Menschen, zu Lebensentwürfen, zu Sehnsüchten und Träumen, aber auch zu verhängnisvollen Schicksalen und zu tiefer menschlicher Tragik", schreibt Landrat Dr. Achim Brötel im Vorwort. Es ist nur folgerichtig, dass das letzte Kapitel von Wohnstätten und ihren Bewohnern handelt. Angesehenen Kaufleuten und dem Mundartdichter Jakob Mayer begegnet der Leser. Dr. Leopold Löwenstein, dem Mosbacher Bezirksrabbiner und Ehrenbürger sowie dem Kunsthistoriker Prof. Julius Held, der die Neugestaltung des Mosbacher Synagogenplatzes anregte und einen Gedenkstein stiftete. "Zu langwährendem Gedächtnis" steht dort auf hebräisch eingemeißelt. Einen ganz ähnlichen Zweck verfolgt dieser Bildband.
Glossar, Übersichtskarte und Hinweise auf weiterführende Literatur runden das Werk ab, das dem Vergessen entgegenwirken will und prägnant die seit dem 13. Jahrhundert belegte jüdische Geschichte in der Region dokumentiert.
Bei einer zweiten Auflage könnte man sich über den Informationsgehalt manch abfotografierter Tafel und eine Verbesserung des nicht immer geglückten Layouts Gedanken machen.
Info: Rudolf Landauer, Reinhart Lochmann: Spuren jüdischen Lebens im Neckar-Odenwald-Kreis. Herausgegeben vom Landratsamt NOK, 2008, ISBN: 978-3-00-025363-8. 200 S., 284 Fotos, 19,90 Euro. |
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