Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


Eingangsseite

Aktuelle Informationen

Jahrestagungen von Alemannia Judaica

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft

Jüdische Friedhöfe 

(Frühere und bestehende) Synagogen

Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale in der Region

Bestehende jüdische Gemeinden in der Region

Jüdische Museen

FORSCHUNGS-
PROJEKTE

Literatur und Presseartikel

Adressliste

Digitale Postkarten

Links

 

    
zurück zur Übersicht "Synagogen in der Region"  
zurück zur Übersicht "Synagogen in Rheinland-Pfalz" 
Zur Übersicht "Synagogen im Kreis Trier-Saarburg"  
    

Mehring mit Fell (Kreis Trier-Saarburg)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen   
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)   
   
In Mehring bestand eine kleine jüdische Gemeinde bis nach 1933. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17. Jahrhunderts zurück. Erstmals wird 1663 eine jüdische Familie am Ort genannt. 1723 war mindestens die Familie des Salmon in Mehring ansässig. 
  
Im 19. Jahrhundert nahm die Zahl der jüdischen Einwohner zu (1808 zwei Familien) und erreichte 1885 die höchste Zahl von 57 (bei einer Gesamtzahl von 1.606 Einwohnern) jüdischen Gemeindegliedern. Bis 1900 ging die Zahl auf 36 zurück. 
 
An Einrichtungen hatte die Gemeinde eine Synagoge, ein rituelles Bad und einen Friedhof. Die jüdische Gemeinde gehörte zum Bezirksrabbinat in Trier. 1913, als 37 jüdische Einwohner am Ort gezählt wurden, war Gemeindevorsteher Gottfried Schömann. 
 
1932 wurden noch 30 jüdische Gemeindeglieder genannt. Vorsitzender war inzwischen Leo Lieser. Zur Gemeinde in Mehring gehörten auch die in Fell lebenden jüdischen Einwohner (1932: 7 Personen; Familien Meyer und Ackermann). 
 
Nach 1933 sind die jüdischen Einwohner von Mehring verzogen. Bis zum Herbst 1938 waren alle ausgewandert oder in andere Ort in Deutschland verzogen. 
   
Von den in Mehring geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Sophie Bloch (1880), David Ermann (1905), Klementine Ermann (1900), Karl Günther (1903), Emilie Hanau geb. Marx (1910), Adolf Isay (1880), Ernest Levy (1894), Emil Lieser (1879), Ludwig Lieser (1876), Maurice Lieser (1882), Moritz Marx (1881), Melanie Oster geb. Lieser (1881), Luise Schützendorf geb. Isay (1888).  
  
Aus Fell sind umgekommen: Isaak Ackermann (1865), Marta Meyer (1903), Samuel Meyer (1872), Therese Meyer geb. Ackermann (1875), Zibora Meyer geb. Ackermann (1868). 
      
      
      
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
      
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1886 / 1887 / 1893

Mehring Israelit 02091886.jpg (28693 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. September 1886: "In der Gemeinde Mehring bei Trier ist die Lehrer- und Vorbeterstelle mit Mark 300 Gehalt und freier Station vakant. Bewerber wollen sich melden an M. Lieser, Vorsteher. Mehring, 30. August 1886."
  
Mehring Israelit 07021887.jpg (29962 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Februar 1887: "Die Gemeinde Mehring bei Schweich a.d. Mosel sucht einen Lehrer, der zugleich Vorbeter ist. Gehalt 300 Mark und freie Station. M. Lieser, Vorsteher."
  
Mehring Israelit 16021893.jpg (34869 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Februar 1893: "Wir suchen zum baldigen Eintritt einen Religionslehrer und Chasan (Vorbeter) für unsere kleine Gemeinde. Gehalt 300 Mark bei freier Station. Bewerber mögen sich gefälligst an S. Lieser-Cahen in Mehring bei Schweich wenden."

    
    
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde

Zum Tod von Wilhelmina Schweich (1893)

Mehring Israelit 25051893.jpg (94244 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Mai 1893: "Mehring an der Mosel. Einen schweren Verlust erlitt die hiesige Gemeinde. Frau Wilhelmina Schweich, in Wahrheit ein Muster echter Frömmigkeit, im wahren Sinne des Wortes eine wackere Frau hauchte plötzlich am Heiligen Schabbat Paraschat Behar uBechukotai (= Schabbat mit der Toralesung Behar uBechukotai 3. Mose 25,1 bis Ende, d.i. 13. Mai 1893) ihre edle Seele aus. In stillem, häuslichen Kreise entfaltete sie als Gattin und Hausfrau in ihrer bescheidenen Art eine Fülle des Segens und sie war der Mittelpunkt, von welchem aus Glück und Freunde, Heiterkeit und Frohsinn nach allen Seiten sich ergoss, denn nicht nur auf den engen Kreis ihrer Familie beschränkte sich ihr edles Wirken, ihre emsige und wohltuende Tätigkeit, ihre Herzensgüte kannte keine Schranken. Die Pforten ihres Hauses waren weit geöffnet allen, die darin eine Stätte der Ruhe und der Erquickung suchten. Darum ward sie auch wegen ihrer Tugend bei allen Konfessionen so sehr beliebt, wovon der endlose Leichenzug das beste Zeugnis ablegte. Auf dem Friedhofe sprachen Herr Lehrer M. Levy aus Trier und Herr Lehrer Oscar Dreifuß aus Schweich Worte, die auf alle Anwesenden einen tiefen Eindruck hinterließen. Möge der Allmächtige die Hinterbliebenen in ihrem großen Schmerze stärken und aufrecht halten. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."

    
Zum Tod von Charlotte Lieser geb. Kahn (1909)

Mehring Israelit 15071909.jpg (51739 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. Juli 1909: "Mehring bei Trier, 13. Juli (1909). Am Samstag Paraschat Bilak (= Schabbat mit der Toralesung Bilak = 4. Mose 22,2 -25,9, d.i. 3. Juli 1909) verschied hier nach längerer Krankheit im Alter von 63 Jahren die weit über die Grenzen unseres Ortes wohl bekannte und geachtete Frau Charlotte Lieser geb. Kahn, Gattin des Synagogenvorstehers Samuel Lieser. Bei der am Montag, den 5. Juli stattgefundenen Beerdigung schilderte Herr Rabbiner Dr. Baßfreund aus Trier in kurzen Worten die Eigenschaften der Verstorbenen als Gattin und Mutter und wackeren Frau. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."

    
    
    
Zur Geschichte der Synagoge          
    
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (vor 1883) wurde eine Synagoge in einem aus dem 18. Jahrhundert stammenden Gebäude unmittelbar neben dem Pfarrhaus eingerichtet. Für mehrere Jahrzehnte war dieses Gebäude Mittelpunkt des jüdischen Gemeindelebens am Ort. Im ersten Stock befand sich auch ein Schulzimmer für den Religionsunterricht der jüdischen Kinder. 
    
Nachdem in den Jahren nach 1933 die Zahl der jüdischen Gemeindeglieder schnell zurückging und alsbald keine zehn jüdischen Männer mehr in der Gemeinde zur regelmäßigen Abhaltung von Gottesdiensten lebten, wurde die Synagoge geschlossen. Das Gebäude ging um 1936 in den Besitz der politischen Gemeinde über. Dennoch soll es beim Novemberpogrom 1938 demoliert wurden sein. Wenig später richtete die politische Gemeinde hier einen Kindergarten und eine Bibliothek ein. Nach 1945 wurde die ehemalige Synagoge zu einem Wohnhaus umgebaut. 
    
    
Adresse/Standort der SynagogeKirchstraße 16.  
    
    
Fotos
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 19.4.2006)  

Mehring Synagoge 100.jpg (72490 Byte) Mehring Synagoge 101.jpg (69404 Byte) Mehring Synagoge 102.jpg (65422 Byte)
Von rechts: Kirche, Pfarrhaus, ehemalige Synagoge (rot angestrichen)   

   
    

Links und Literatur

Links:

Website der Gemeinde Mehring 
Seite der Kulturdatenbank Region Trier zur Synagoge Mehring    
Zur Seite über den jüdischen Friedhof in Mehring (interner Link)  

Literatur:  

Robert Reichard / Thomas Heidenblut: Synagogen im Landkreis Trier-Saarburg. Trier 2000.
Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mainz 2005. S. 265 (mit weiteren Literaturangaben).  
Willi Körtels: Die jüdische Schule in der Region Trier. Hrsg. Förderverein Synagoge Könen e.V. 2011. Online zugänglich (pdf-Datei).     

   
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Mehring. A Jewish community developed in the first half of the 19th century, growing from two families in 1808 to 33 Jews in 1843 and 57 (total 1.606) in 1885. The community maintained a synagogue and a cemetery. The Jewish population then dropped to 36 in 1900 and 30 in 1932. All left before the Kristallnacht disturbances (9-10 November 1938). At least one Jew perished in the Majdanek concentration camp The Nazis destroyed the synagogue and desecrated the cemetery.   
      
        

                   
vorherige Synagoge  zur ersten Synagoge nächste Synagoge    

          

 

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an Alemannia Judaica (E-Mail-Adresse auf der Eingangsseite)
Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 21. Juli 2016