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zu den Synagogen in
Baden-Württemberg
Lörrach (Kreisstadt)
Jüdische Geschichte nach 1945
Betsaal 1995 / Synagoge 2008
Übersicht:
Zur Geschichte der
1995 gegründeten jüdischen Gemeinde und ihres Betsaals/der Synagoge
Nach 1945 (zur Geschichte davor siehe vorherige
Seite) zogen in Lörrach wieder wenige, seit Ende der 1980er Jahren
zunehmend jüdische Personen und Familien zu. 1995 ist eine neue Gemeinde begründet
worden. Sie ist Rechtsnachfolgerin
der ehemaligen Jüdischen Gemeinden
Lörrach, Efringen-Kirchen und
Waldshut-Tiengen.
Zur Israelitischen Kultusgemeinde Lörrach K.d.ö.R. gehören 2008 ca. 450
Personen. Die
Gemeindeglieder leben im Bereich zwischen Badenweiler und Waldshut (Kreise
Lörrach und Waldshut, südlicher Teil des Kreises Breisgau-Hochschwarzwald). Das
Gemeindesekretariat sowie ein Betsaal befanden sich bis Sommer 2008 in der Tumringer Straße 270/ Berliner
Platz.
Eine neue Synagoge wurde 2007/08 erstellt. Die Grundsteinlegung erfolgte am
28. Juni 2007. Die Einweihung war am 9./10. November 2008.
Fotos des neuen
Gemeindezentrums / der Synagoge
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 10.12.2009)
Berichte
zur Entstehung und Einweihung der neuen Synagoge
| Juni
2007: Die
Grundsteinlegung zur neuen Synagoge am 28. Juni 2007 |
Artikel
aus der "Jüdischen Allgemeinen" vom 5. Juli 2007: "Grund
gelegt. Die Israelitische Kultusgemeinde Lörrach bekommt eine neue
Synagoge. Am 28. Juni wurde im Zentrum der südbadischen Stadt feierlich
der Grundstein in die Bodenplatte des künftigen Gebäudes gelegt (v.l.
Wolfgang Fuhl, Vorsitzender des Oberrates der Israelitischen
Religionsgemeinschaft Baden, David Seldner, Vorsitzender der Jüdischen
Kultusgemeinde Karlsruhe, Rani Suliman, Vorsitzender der IKG Pforzheim,
Lörrachs Bürgermeisterin Marion Dammann, Rabbiner Benjamin Soussan und
Hanna Scheinker, Vorsitzende der IKG Lörrach). Am 10. November 2008 soll
das Gebäude in der Rainstraße eröffnet werden. Die Gesamtsumme des Baus
wird auf 1,5 Millionen Euro veranschlagt, das Land Baden-Württemberg
beteiligt sich daran, die Stadt Lörrach hat das Grundstück zur
Verfügung gestellt. Die IKG Lörrach wurde 1995 neu gegründet. Sie hat
derzeit rund 400 Mitglieder." |
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Berichte
von der Grundsteinlegung in Lörrach mit Fotos (siehe Titelblatt links)
und aus der dortigen Israelitischen Kultusgemeinde im Mitteilungsblatt des
Oberrates der Israeliten Badens - Ausgabe Nr. 11 September 2007: pdf-Datei |
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| August
2008: Die Synagoge geht der Vollendung entgegen |
Bericht von Nikolaus Trenz in
der Lokalausgabe des "Südkuriers"
(Artikel)
vom 28. August 2008: Noch geben auf der Baustelle an der Rainstraße die Handwerker den Ton an. Derweil wird für die Einweihung der Synagoge am 9. November geplant. Dieses neue Gemeindezentrum der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Lörrach wurde im Frühjahr um den König-David-Saal (ehemals Königreichsaal der Zeugen Jehovas) erweitert. Die Räume am Berliner Platz hat die Gemeinde dafür
aufgegeben.
Lörrach - Der Synagogen-Neubau strebt seiner Fertigstellung entgegen und man sieht schon, dass es ein gutes Bauwerk werden wird. Wolfgang Fuhl, als Vorsitzender der
Israelitischen Religionsgemeinschaft (IRG) Baden oberster Vertreter des Bauherrn, des Oberrates, ist voll des Lobes über die Arbeit des Lörracher Architekturbüros Wilhelm und Hovenbitzer und Partner. Auf engem Platz und mit schmalem Budget ist den Planern hier keine leichte Aufgabe gestellt. In einer frühen Phase der Projektentwicklung wurde das Synagogengebäude aus städtebaulichen Gründen um ein Geschoss auf drei verkleinert, während der quer gestellte Erschließungsbau dahinter vier Etagen hat. Er enthält unter anderem zwei koscheren Küchen (finanziert vom Förderverein Synagoge Lörrach), Büros, Haustechnik - und vor allem das rituelle Bad, die Mikwe. "Darauf sind wir besonders stolz", sagt Fuhl, denn eine Mikwe habe nicht jede Gemeinde.
Mit der Verkleinerung des Hauptgebäudes war kein Platz mehr für einen eigenen Veranstaltungsraum, so Fuhl. Im Erdgeschoss befindet sich nun ein Kiddusch-Raum für gemeinsame Essen nach Gottesdiensten. Er wird auch für Veranstaltungen mitgenutzt werden. Dafür steht der IKG künftig nebenan vor allem der König-David-Saal zur Verfügung. Die Gemeinde hat das Gebäude von den Zeugen Jehovas gekauft. Es bekam eine neue Heizungsanlage, Duschen und Toiletten wurden modernisiert, eine kleine koschere Küche eingebaut und der Saal mit Bühne hergerichtet. Die jüdische Gemeinde zog dann von ihrem Provisorium am Berliner Platz in dieses Provisorium, dessen Tage gezählt sind. Nach der Einweihung der Synagoge wird sie hier einen Veranstaltungsort haben.
So entsteht nun also ein mehrteiliges Zentrum für die 420 Mitglieder zählende jüdische Gemeinde Lörrach. Der König-David-Saal dient derzeit auch für Gottesdienste. Darum werden dort die beiden Thorarollen für den gottesdienstlichen Gebrauch in einem schlichten Schrein aufbewahrt. Den Schrein für die neue Synagoge mit Platz für fünf Schriftrollen schafft derzeit ein israelischer Künstler in Jerusalem. Die dritte Thorarolle für den Gottesdienst werden katholische und evangelische Christen der Dekanate im Kreis Lörrach der IKG zur Einweihung der Synagoge schenken. Ob das Geschenk rechtzeitig da sein wird, ist noch offen. Überdies wurde jene Rolle der fünf Bücher Mose aus der am 10. November 1938 zerstörten Lörracher Synagoge gerettet und befindet sich in Privatbesitz. Aus ihr wurde bei der Gründung der Gemeinde 1995 im Museum am Burghof gelesen. Wolfgang Fuhl, der auch zweiter Vorsitzender der IKG Lörrach ist, hofft, dass diese historische Thorarolle auch einmal in der neuen Synagoge ihren Platz finden wird.
Für die Eröffnungswoche wurde unterdessen ein umfangreiches Programm mit Festakt, Gottesdiensten, Konzert und Vorträgen geplant. Michel Friedman am 11. November (Thema: "Ist Multikulti gescheitert?") und Reuven Barak vom Jüdischen Nationalfonds, der größten Umweltorganisation Israels, über "60 Jahre Israel" sind die prominenten Referenten. Zur Einweihung der Synagoge wird auch der aus Lörrach stammende Rabbiner Sehlinger aus den USA erwartet. |
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Der Neubau der Synagoge geht seiner Vollendung entgegen. Das Bild zeigt einen Blick in den Synagogenraum mit Empore. In der Nische findet der
Toraschrein seinen Platz.
Bild: Nikolaus Trenz |
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Rechts: Interims-Betsaal der
Gemeinde im ehemaligen Königreichssaal der Zeugen Jehovas. Bild: Nikolaus
Trenz |
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Oktober
2008: Bericht
- zwei Wochen vor der Einweihung: |
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Artikel
von Gerard Wirtz in der Zeitschrift "tachles" vom
24.10.2008 (www.tachles.ch)
Rückkehr zum einstigen kulturellen Erbe NEUE SYNAGOGE FÜR LÖRRACH
Gebäude mit räumlicher und konzeptioneller Klarheit
70 Jahre nach der Zerstörung der Lörracher Synagoge in der Pogromnacht durch die Nazis erhält die jüdische Gemeinde der Stadt ein neues Gotteshaus.
Die deutsche Grenzstadt Lörrach, lange als hässliches Nachkriegsentlein vor den Toren Basels verspottet, hat sich zur zarten, heranwachsenden Schönheit im Euroland entwickelt. Eine kluge Regierung hat rechtzeitig nicht nur auf eine vertiefte Zusammenarbeit mit den angrenzenden Nachbarländern gesetzt, sondern vor allem auch auf Kultur und Wirtschaftsförderung. Jetzt setzt Lörrach an auf einen weiteren Sprung in die Völkergemeinschaft des 21. Jahrhunderts. Mit einem Neubau der 1938 von den Nationalsozialisten zerstörten Synagoge im Zentrum der Stadt wird ein Stück dunkler Vergangenheit ein wenig aufgehellt. Damit kehrt die Stadt bewusst zu ihrem einstigen multikulturellen Erbe zurück. Am kommenden 9. November kann die örtliche jüdische Gemeinde die neue Synagoge einweihen.
Der Neubau konnte nicht am ursprünglichen Platz des zerstörten Gotteshauses errichtet werden, denn das Grundstück am Marktplatz ist mit einem Geschäftshaus aus den sechziger Jahren überbaut. Immerhin weist seit 1976 eine Gedenktafel auf die einstige Synagoge hin, und seit 1991
heißt der Durchgang zum Marktplatz «Synagogengasse». Mit dem neuen Standort an der Rainstrasse steht das Gotteshaus im Zentrum der Stadt.
Konzentration nach innen und außen. Im Jahre 1933 zählte Lörrach 162 jüdische Einwohner. Aufgrund der in jenem Jahr einsetzenden Repressionen und der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts wanderte in den folgenden Jahren ein
größerer Teil der jüdischen Einwohner aus oder zog in andere Städte. Heute zählt die Israelitische
Kultusgemeinde Lörrach erneut 450 Mitglieder. Ab November haben diese nun wieder ein Haus für das gemeinsame Gebet. Entworfen hat die Synagoge der Lörracher Architekt Fritz Wilhelm. «Wir wollten an diesem Ort keine jüdische Architektur erfinden, sondern eine eigene, zeitgenössische Architektur mit jüdischen Bezügen generieren», sagt Wilhelm. «Die Gestaltungsidee beim Entwurf eines Synagogenbaus ist – wenn man von der Spiritualität und dem Symbolwert absieht – vergleichbar mit anderen Bauaufgaben auch: Es sind der Ort, die Funktion und die Form, verbunden mit der Haltung, die wir als Architekten in unsere Arbeit
einfließen lassen, gekoppelt mit dem Aufspüren dessen, was der Bau sein, was er ausdrücken und darstellen will.»
Weiter erklärt Wilhelm: «Der Symbolwert dieser Synagoge bedeutete für uns auch Toleranz, Offenheit und Konzentration nach innen und aussen. Wir haben den Ort und die Aufgabe mit einem quadratischen, würfelförmigen Kultbau belegt, den ein gläserner Zwischenbauteil mit dem Servicebau verbindet. Der Kultbau von elf Metern Breite und Höhe soll vom Boden weg, doch darin verankert, fest aufgesetzt erscheinen. Er ist über eine Rampe von Westen und einer Treppe von Osten durch den Verbindungsbau erschlossen.» Wilhelm sagt, dass «die Grundform des Quadrats als Integrität, der eingeschriebene Kreis der Frauenempore als die Unendlichkeit und der Kubus selbst als Autonomie verstanden werden sollen». Der Architekt erklärt weiter, dass er «dieses Thema in Grund- und Aufriss bis ins Detail verfolgt hat, um dem kleinen Bau Kraft und Selbstbewusstsein zu geben».
Streit um Grundstück. Bauwerk und Innenausstattung mussten so preisgünstig wie irgend möglich sein. Details, Materialien und die Ausstattungen sind aus diesem Grund sehr einfach gehalten, Möbel und Leuchter wurden vom Architekten entworfen und von Moshe Moscovits, einem Künstler aus Israel, mit Symbolen versehen. Der Gebetsraum soll Konzentration und gleichzeitig Ruhe ausstrahlen. Im Servicebau sind die Mikwa, zwei Küchen, Büros, eine Bibliothek, Jugend- und Rabbinerräume, Lager und die notwendigen Nebenräume entstanden. Auf der Terrasse über dem Synagogenbau, mit schöner Aussicht in die Stadt, kann das Laubhüttenfest gefeiert werden.
«Die junge Gemeinde sucht nach Identität, die Immigranten nach einer neuen Heimat. Hierzu kann der kleine, kraftvolle Bau hilfreich sein, er ist weniger Tempel als Gemeindezentrum, er ist eher ein skulpturaler Blickfang», hält Wilhelm fest. Dem nunmehr vollendeten Neubau war ein jahrelanger hässlicher Streit in der Öffentlichkeit vorangegangen. Zankapfel war das Grundstück auf einem ehemaligen Schulhof. Eltern der benachbarten Schule hatten gegen das Bauvorhaben Protest eingelegt und so eine schier endlose Debatte losgetreten. «Letztlich ging es nur darum, dass wir einen Platz suchten, an dem wir gemeinsam beten können», sagt Jacob Goldenberg vom Oberrat der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden, «so wie andere Religionsgemeinschaften auch.»
Die Vernunft obsiegte schließlich, als bewiesen werden konnte, dass der Schulhof nicht nur dauernd von Wildparkierern, sondern auch von den Pädagogen selbst als Privatparkplatz missbraucht wurde. Ende gut – alles gut? Man wird sehen.
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| November
2008: Die
Einweihung der neuen Synagoge am 9. November 2008 |
Links
Foto von Barbara Ruda auf Seite 1 der "Badischen Zeitung"
(Ausgabe Freiburg) zum 10. November 2008. |
Links
Foto von Barbara Ruda: Teilweise ausgelassen, wie hier beim Einbringen der
Thora-Rollen, wurde die Einweihung der neuen Lörracher Synagoge
gefeiert.
Artikel in der "Badischen Zeitung" vom 9. November 2008 (Artikel):
Neue Lörracher Synagoge eingeweiht -
Hoffen auf friedvollere Zukunft
Im Gedenken an die Reichspogromnacht am 9. November 1938, aber auch mit
Freude und Zuversicht hat die Israelitische Kultusgemeinde Lörrach am
Sonntag ihre neue Synagoge eingeweiht. "Am Ende hat der Hass
verloren", sagte Ministerpräsident Oettinger in Lörrach. "Das
jüdische Leben hat in diesem Land eine Zukunft." Diese Aussage des
baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger bei der
Einweihung der neuen Lörracher Synagoge fand schon durch den Festakt
selbst seine Bestätigung. Die Eröffnung der neuen Synagoge genau 70
Jahre nach der Zerstörung der Vorgängerbaus durch die
Nationalsozialisten und 200 Jahre nach der Einweihung des ersten
jüdischen Gotteshauses in Lörrach brachte jüdische und nicht-jüdische
Bürger zusammen und sie verband gleichzeitig die Erfahrungen der
Holocaust-Überlebenden mit der Hoffnung junger und häufig erst vor
wenigen Jahren nach Deutschland eingewanderten Juden auf eine friedliche
Zukunft. Diese sehr unterschiedlichen Tonlagen schwangen beim
ausgesprochen fröhlichen Einbringen der vier Thora-Rollen in die neue
Synagoge mit, aber auch bei der von Kantor Moshe Moskovits vorgetragenen
Klage und Fürbitte für die Opfer der nationalsozialistischen
Judenverfolgung.
Wolfgang Fuhl, Vorsitzender des Oberrats der Israelitischen
Religionsgemeinschaft Baden und stellvertretender Vorsitzender der
Lörracher Gemeinde sprach von "sehr, sehr bewegenden Momenten"
als er vom Zusammentreffen der fünf Überlebenden der Lörracher
Vorkriegsgemeinde mit den heutigen Mitgliedern in der neuen Synagoge
berichtete. Als einen Vorgang mit besonderer Symbolkraft stellte Wolfgang
Fuhl auch die Rückkehr der Thora-Rolle aus der früheren Synagoge dar.
"Wie einen Schatz" habe die Familie Weil das religiöse
Schriftstück gehütet, bis es nun von Alexander Weil wieder nach Lörrach
gebracht wurde – 70 Jahre, nachdem es sein Großvater gerade noch vor
der Zerstörung hat retten können. Eine ähnliche Symbolkraft schrieb
Fuhl auch einer zweiten Thora-Rolle zu, die von den christlichen Gemeinden
(vertreten durch Dekan Sylla) der Stadt den jüdischen Mitbürgern
geschenkt wurde. "Welch eine Geste", sagte Wolfgang Fuhl,
"es ist das wertvollste Geschenk, das sie uns machen konnten".
Diese Zeichen des Miteinanders und die Freude zur Fertigstellung der neuen
Synagoge würden zeigen, so Fuhl, "dass wir in Lörrach angekommen
sind." Auch Ministerpräsident Oettinger lenkte in seiner Ansprache
die Perspektive von der Vergangenheit in die Zukunft. Im Datum des 9.
November verknüpften sich für Deutschland Aspekte von Trauer und
Hoffnung, vor allem jedoch mit dem 9. November 1938 "ein Grauen, das
nicht vergessen werden darf". Eindringlich erinnerte der
Ministerpräsident an das "unsagbare Leid" und an
"unfassbare Verbrechen". Aber Ereignisse wie die Einweihung
neuer Synagogen weisen laut Oettinger aber auch in eine andere Richtung:
"Am Ende hat der Hass verloren." Das jüdische Leben sei ein
bereichernder Bestandteil der Gesellschaft im Land und dies sei möglich,
weil sich Juden zur Rückkehr, zum Bleiben oder zur Einwanderung
entschlossen hätten.
Martin Widerker vom Zentralrat der Juden in Deutschland sowie die Rabbiner
Benjamin Soussan (Freiburg) und Arie Folger (Basel) erinnerten in der
Feierstunde daran, dass es den Nazis und ihren "schweigenden
Helfern" nicht gelungen sei, die Pläne zur Vernichtung der Juden zu
verwirklichen. Soussan sprach in diesem Zusammenhang von einem
"jüdischen Wunder" und davon, dass das jüdische Überleben
"jegliche Logik auf den Kopf" stelle und in einer besonderen
Stellung zu Gott begründet sei.
Für die Stadt Lörrach sagte Oberbürgermeisterin Gudrun Heute-Bluhm, sie
hoffe, aus der neuen Synagoge werde "ein offenes Haus der
Begegnung". Juden und Nicht-Juden sollten an einer gemeinsamen
Zukunft arbeiten. Dies setze freilich die Begegnung voraus, was noch den
Menschen ihres Alters nicht möglich gewesen sei – ganz einfach weil es
keine oder kaum jüdische Gemeinden gegeben habe. In diesem Zusammenhang
verwies sie darauf, dass sich die Lörracher Gemeinde hauptsächlich durch
Zuwanderung in wenigen Jahren von 35 auf 400 Mitglieder vergrößert habe.
Hans-Werner Grotefendt, der Vorsitzende des Förderkreis Synagoge
Lörrach, stellte die Arbeit seines Vereins in den Zusammenhang einer
"Verantwortung, die sich aus der unfassbaren Grausamkeit" ergebe
und OB Dietz aus Weil am Rhein sagte, die "Schwere des Datums ist
allgegenwärtig, aber die Freude überwiegt."
Zu den bewegendsten Augenblicken gehörte das Grußwort von Rabbiner Max
Selinger, der als Junge die Zerstörung der Lörracher Synagoge miterlebt
hat und nun in den USA lebt. Er wünschte, "dass die Wunde dieses
Datums vernarbe, dass jüdische Menschen in Lörrach wieder eine Heimat
haben". Doch dafür, so Selinger, "reicht ein einziger Tag nicht
aus." |
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| In
der Woche nach der Einweihung: Großes
Interesse an der neu eingeweihten Synagoge |
Foto
links von Nikolaus Trenz: Die Übergabe der historischen Tora von
Alexander Weil (rechts) an Rabbiner Max Selinger war ein besonderer
Moment. Diese Tora bekommt ein neues Kleid.
Bericht in der "Badischen Zeitung" vom 15. November 2008 (Artikel):
Überrascht vom Zuspruch zur neuen Synagoge
LÖRRACH (ktz). Das hatte Wolfgang Fuhl nicht erwartet. Das Interesse und die ausschließlich positive Resonanz in der Eröffnungswoche der neuen Lörrach Synagoge hat den Lörracher Vorsitzenden des Oberrates der Israelitischen Religionsgemeinschaft in Baden und stellvertretenden Vorsitzenden der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Lörrach doch überrascht. Bei manchen Veranstaltungen, etwa beim Eröffnungsabend mit Klavierkonzert für die Gemeinde und den Förderkreis Synagoge Lörrach reichten die Plätze im neuen Saal nicht aus. Die Abendveranstaltungen waren "gut besucht bis ausverkauft". Und, darüber freut sich Fuhl besonders: "Nichts ist schief gegangen." Es habe auch keine Sicherheitsprobleme gegeben. Wobei er drauf hinweist, dass das Gros der Sicherheitsmaßnahmen um die Einweihungsfeier der Anwesenheit des Ministerpräsidenten geschuldet war. Der positive Schwung dieser Eröffnungswoche motiviere für die Zukunft, sagte Fuhl. Es gebe bereits Pläne für öffentliche Veranstaltungen im nächsten Jahr.
Ein Unternehmer aus dem Raum Lörrach war bei dieser Feier so beeindruckt, dass er spontan 20 000 Euro für die Synagoge spendete. Während der Woche sind weitere Spenden eingegangen. Die musikalische Lesung erbrachte rund 600 Euro für den Förderkreis.
Nicht nur die alte Thora kam zurück. Bei der Einweihung überraschte Landesrabbiner Benjamin Soussan als Überbringer eines besonderen Geschenks. Ein Pfarrer vom Kaiserstuhl hatte von der neuen Synagoge gehört und ihm den Thorazeiger, den Yad, aus der alten Lörracher Synagoge, den er gehütet hat, übergeben mit der Bitte, ihn "jetzt zurück zu geben". Mit dem Yad wird die Thora gelesen, weil man nicht mit den Fingern die Zeilen berühren darf. Jede Thora bekommt einen eigenen Thorazeiger. Der für die Thora, die Christen aus dem Landkreis schenkten, ist ein Geschenk des Oberrates. Die jüdische Gemeinde Pforzheim wird "ein neues Kleid" für die historische Thora aus der alten Synagoge übernehmen.
Bei der Eröffnung erzählte der Förderkreisvorsitzende Hans-Werner Grotefendt von einem heute 80-Jährigen, der als kleiner Junge die Zerstörung der Lörracher Synaoge beobachtet hatte. Der Junge habe gespürt, dass da etwa Unrechtes geschieht. Darum hat er den Bau der neuen
Synagoge mit einer Spende an den Förderkreis unterstützt. |
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| November
2008:
"Tag
der offenen Tür" am 17. November 2008 |
Artikel
in der "Badischen Zeitung" vom 17. November 2008 (Artikel;
Foto der neuen Synagoge an der Spitalstraße: BZ Lörrach [seh])):
Andrang in der Synagoge - Rund 2000 Gäste beim Tag der offenen Tür
Am Ende der Eröffnungswoche für die neue Synagoge sind die Verantwortlichen erschöpft, aber glücklich. Heute war Tag der offenen Tür – und das Echo überwältigend.
Es war fast kein Durchkommen, und das den ganzen Tag über: Als die Synagoge gestern zum Tag der offenen Tür einlud, da strömten die Menschen in hellen Scharen. Mehr als 2000 Besucher, schätzt Vorbeter Benito Gutmacher, machten sich gestern ein Bild von der Synagoge mit Gemeindezentrum – eine überwältigende Zahl.
Immer wieder musste man sich bereits vor dem Haus gedulden, weil gerade niemand mehr zur Tür hereinkam. Musste man den Lift nehmen, weil die Treppe verstopft war. Nicht nur aus Lörrach, sondern aus dem ganzen Landkreis und aus Basel waren Menschen der Einladung der israelitischen Kultusgemeinde gefolgt. Architekt Fritz Wilhelm erläuterte den Besuchern im Veranstaltungssaal den Bau, Benito Gutmacher und Vorstandsmitglied Wolfgang Fuhl, wechselten sich bei der Führung durch die eigentliche Synagoge ab und beantworteten Fragen. Von der Broschüre zur Synagoge, die der Förderkreis erstellen ließ, legte die Gemeinde rasch 30 an die Seite, die übrigen 2970 Exemplare sind vergriffen. Der Vorstand war vom Echo auf die ganze Eröffnungswoche, vor allem aber auch auf den Tag der offenen Tür schlicht überwältigt. |
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| Januar
2009: Festveranstaltung
"200 Jahre Oberrat der Israeliten Badens" am 13. Januar
2009 |
Foto
links von Trenz: Oberratsvorsitzender Wolfgang Fuhl bei der Feier in
Lörrach.
Artikel in der "Badischen Zeitung" vom 15. Januar 2009 (Artikel):
"Wichtiger Schritt zur Gleichberechtigung der Juden"
LÖRRACH (ktz). 200 Jahre Oberrat der Israeliten Badens – ein Anlass zum Feiern. Der zentrale Festakt findet am 8. März in Karlsruhe statt. Am historischen Datum, dem 13. Januar, gab es Erinnerungsfeiern in fast allen zehn badischen jüdischen Gemeinden, so auch in Lörrach im Festsaal der Synagoge. Bürgermeisterin Marion Dammann vertrat dabei die Stadt Lörrach, auch der Vorsitzende des Förderkreises Synagoge Lörrach, Hans-Werner Grotefendt, war unter den Gästen.
Wolfgang Fuhl, der in Lörrach lebende Vorsitzende des badischen Oberrates, bezog vor den rund sechzig Anwesenden zunächst Stellung zum Krieg zwischen Israel und der Hamas. Die Hamas, so Fuhl, sei eine Terrororganisation, die die eigene Bevölkerung als menschliche Schutzschilde missbrauche und in ihrer Charta die Vernichtung Israels als Ziel habe und keinen Frieden wolle. Seit acht Jahren beschieße sie Israel mit Raketen. Israel habe nicht nur das Recht, sich zu verteidigen, sondern "die Pflicht, seine Einwohner, ob jüdisch, christlich, muslimisch, Drusen oder Bahai, vor Terror zu schützen", sagte
Fuhl.
Kritisch wertete er die Demonstrationen hierzulande. Es sei unerträglich, so der Oberratsvorsitzende, dass es dabei antisemitische Aufrufe gebe. Auch bei der vom Arbeitskreis Dialog Integration Miteinander (ADIM) in Lörrach organisierte Demonstration am 3. Januar habe es antisemitische Rufe und Transparente gegeben. Den Auftritt eines muslimischen Mitglieds der Gruppe Abraham bei dieser Demonstration, das sich nicht distanziert habe, werde die Israelitische Kultusgemeinde zum Anlass nehmen, über ihr Engagement in der Gruppe Abraham zu beraten. Diese bemüht sich in Lörrach seit 2001 um den interreligiösen Dialog von Juden, Christen und Muslimen.
In einem historischen Rückblick skizzierte Fuhl 200 Jahre Geschichte der Juden in Baden und würdigte die Bedeutung des Judenedikts von Großherzog Carl Friedrich vom 13. Januar 1809 als wichtigen Schritt zur rechtlichen Gleichstellung. Die Aufgaben des Oberrates hätten sich seither nicht sehr verändert, wohl aber die Situation der Gemeinden, die 80 Prozent zugewanderter Juden integrieren müssten. Vorrangig sei derzeit der Aufbau der Infrastruktur und eine bessere personelle Ausstattung. Nur zwei der Gemeinden in Baden hätten fest angestellte Rabbiner.
In einer Lesung aus der "Zeitschrift des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" wurde daran erinnert, wie vor 100 Jahren das Jubiläum bewertet und begangen worden war. Danach sang der Chor der Lörracher Gemeinde mit seiner Leiterin Tatjana Filaretova, ehe die Gäste bei einem von den Frauen der Gemeinde vorbereiteten Büfett die Gelegenheit zum Gespräch nutzten." |
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| März
2009: Eine Esther-Rolle (Megillat-Esther) wurde nach 70 Jahren
zurückgegeben |
Foto
links: Hanna Scheinker, Regina Grethler und Markus Moehring begutachten die alte Esther-Rolle.
Foto: Willi Adam - Artikel
in der "Badischen Zeitung" (Ausgabe Lörrach) vom 7. März 2009:
Schriftrolle ist zurück.
LÖRRACH (dam). Anfang März feiern die Juden das Purim-Fest. Dabei wird von einer Schriftrolle die Geschichte von Esther gelesen, die vor 3000 Jahren die Juden gegen die Perser vor dem Untergang gerettet haben soll. "Es ist ein fröhlicher Tag", beschreibt die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde, Hanna Scheinker, das Fest. In diesem Jahr ist die Freude noch etwas größer: Die jüdische Gemeinde hat die Esther-Rolle zurückerhalten, die bis 1938 in der Lörracher Synagoge verwendet wurde. "Wir sind froh, dass wir so eine Verbindung zur alten Synagoge haben", sagt Hanna
Scheinker.
Die Rolle hatte der Gewerbeschullehrer Ernst Grether 1938 aus einem brennenden Haufen vor der zerstörten Synagoge gerettet. Regina Grethler, seine Enkelin, hat das wertvolle Stück gestern zurückgegeben. "Es gehörte ja nicht uns und es ist irgendwie zur Last geworden", sagte sie. Für Hanna Scheinker ist dieser Vorgang der Beweis, dass es "auch in schwieriger Zeit gerechte Menschen in Deutschland" gegeben habe. Weil die Lörracher Juden eine neue Esther-Rolle besitzen, überlassen sie das alte Stück dem
Museum am Burghof. Dort ergänzt sie die kleine Sammlung mit jüdischen Gegenständen – eine Sammlung, von der Museumsleiter Markus Moehring sagt, sie habe "für jüdische Zuwanderer oft ein Anknüpfungspunkt geboten." |
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| Oktober
2009:
Charlotte Knobloch besucht die Synagoge in
Lörrach |
Foto
links: Charlotte Knobloch (Mitte) beim Besuch der jüdischen Gemeinde in Lörrach,
Foto: Nikolaus Trenz
Artikel in der "Badischen Zeitung" (Ausgabe Lörrach, Artikel) vom 2.
November 2009:
"'Auch der Reichspogromnacht gedenken'. Charlotte Knobloch besucht Synagoge
Knapp ein Jahr nach der Einweihung der neuen Lörracher Synagoge stattete die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, der Israelitischen Kultusgemeinde Lörrach einen Besuch ab.
Knobloch zeigte sich beeindruckt von dem, was die erst 1995 wieder gegründete jüdische Gemeinde geleistet hat – mit vielfältiger Unterstützung, wie mehrfach betont wurde. Ohne diese Hilfe wäre es nicht gegangen. Lörrach sei ein Beispiel für eine funktionierende Gemeinde, sagte Knobloch, die auf der Fahrt zu einem Termin in Basel diese Visite eingeschoben hatte.
Im Blick auf den bevor stehenden 9. November merkte die Zentralratspräsidentin an, dass diesmal der 20. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung im Vordergrund stehe. Dies werde zu Recht gefeiert. Allerdings beobachte sie, dass darüber der andere Gedenkanlass dieses Datums, an die Reichspogromnacht von 1938, die das Ende des deutschen und des europäischen Judentums bedeutet habe, nicht berücksichtigt werde. "Das schmerzt", sagte Knobloch. Sie hoffe, dass in Zukunft wieder beider Anlässe gedacht werde." |
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Foto
links von Nikolaus Trenz: Freude in der Synagoge zeigte gestern Charlotte
Knobloch (links); hier mit dem badischen Oberratsvorsitzenden Wolfgang Fuhl aus Lörrach (Mitte) und Landesrabbiner Benjamin Soussan (Freiburg).
Artikel von Nikolaus Trenz zum Besuch von Charlotte Knobloch in der
"Badischen Zeitung" (gedruckte Ausgabe) vom 2. November 2009 (Artikel):
"Eine beispielhafte Gemeinde.
LÖRRACH. Beeindruckt von der Synagoge und der jüdischen Gemeinde in Lörrach zeigte sich gestern Nachmittag Charlotte Knobloch. Die Präsidentin des
Zentralrats der Juden in Deutschland verband einen Termin in Basel mit dem Besuch in Lörrach.
Am 9. November 2008 war die neue Lörracher Synagoge eingeweiht worden. Damals wurde auch der 70. Jahrestag der Reichspogromnacht begangen, für die Zentralratspräsidentin ein Pflichttermin. Sie wäre gern bei der Feier in Lörrach dabei gewesen, denn, so sagte sie gestern, Synagogeneinweihungen seien das Zeichen dafür, "dass jüdisches Leben in Deutschland Zukunft hat". Knobloch bedauerte, dass in der "berechtigten Freude über die Wiedervereinigung", deren 20. Jahrestag am 9. November gefeiert wird, dieses Datum als Erinnerung an die Pogromnacht von 1938 kaum erwähnt werde. Sie hoffe nicht, dass dies in Vergessenheit gerate.
Beim Rundgang durch die Lörracher Synagoge hörte Knobloch, dass die jüdische Gemeinde viel Unterstützung erfuhr, von der Stadt, vom Synagogen-Förderverein, aus der Wirtschaft, vom Museum am Burghof. Deren Vertreter waren zusammen mit einigen Gemeindemitgliedern zu der Begegnung mit Charlotte Knobloch eingeladen. Sie war beeindruckt von dem, was die Gemeinde mit dieser Unterstützung auf die Beine gestellt hat. "Lörrach ist ein Beispiel für eine funktionierende Gemeinde", konstatierte die Zentralrats-Präsidentin.
Ein großes Kompliment machte sie Architekt Fritz Wilhelm für den Synagogenbau. Viel Wertschätzung brachte sie auch Wolfgang Fuhl entgegen, dem Vorsitzenden des Oberrates der Israelitischen Religionsgemeinschaft in Baden aus Lörrach. Dieser schilderte dem Gast die Entwicklung der Lörracher Gemeinde seit ihrer Wiedergründung 1995. Wenn der kürzlich ausgehandelte Staatsvertrag zwischen den jüdischen Religionsgemeinschaften in Baden-Württemberg und der Landesregierung das Parlament passiert hat, seien die Voraussetzungen geschaffen für die weitere Aufwärtsentwicklung auch der Lörracher Gemeinde, so Fuhl. Dann werde die Synagoge ins Eigentum der Gemeinde übergehen. Auf deren Wunschliste steht noch ein Tahara-Haus auf dem jüdischen Friedhof für die rituelle Reinigung der Toten.
Fuhl stützte ausdrücklich die Kritik des Zentralrats an den ausländerfeindlichen Äußerungen des Bundesbank-Vorstandsmitglieds Sarrazin.
Hanna Scheinker, die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde Lörrach mit jetzt 450 Mitgliedern, wertete den Besuch Knoblochs als Ehre für die Gemeinde und als Anerkennung der Arbeit vor Ort. Dagmar Fük-Baumann (Fachbereich Kultur und Bildung) überbrachte Grüße der Stadt.
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| Dezember
2009: Chanukka-Leuchter macht
Station in Lörrach |
Artikel
in der "Badischen Zeitung" vom 18. Dezember 2009 (Artikel):
"Chanukka – Licht für die Freiheit
LÖRRACH (ktz). In Luzern und in Basel auf dem Marktplatz wurde der große Leuchter seit dem 11. Dezember schon entzündet. Am Mittwoch stand er vor der Lörracher Synagoge. Bis zum 18. Dezember feiern die Juden Chanukka, ein Freudenfest und Freiheitsfest, wie der Lörracher Oberratsvorsitzende Wolfgang Fuhl sagte.
An Chanukka wird an die Tempelweihe 164 vor Chr. nach dem Sieg der Makkabäer über den Syrerkönig Antiochus IV. erinnert, der den Tempel entweiht und die Juden unterdrückt hatte. Am achtarmigen Chanukka-Leuchter wird jeden Abend ein Licht entzündet, das Licht dafür wird von der kleinen Diener-Kerze genommen, dem neunten Licht am Leuchter. Die Chanukkia, der Leuchter, soll vor der Türe stehen. Und weil die Lörracher Gemeinde noch keinen eigenen hat, lieh sie sich den von der orthodoxen jüdischen Organisation Chabad in Basel. Deren Rabbiner Zalman Wishedski entzündete die Lichter und sprach dazu ein Gebet zusammen mit dem Vorbeter der jüdischen Gemeinde Lörrach, Benito Gutmacher. Danach wurde auf dem Platz ein wenig gefeiert, bevor man sich – der Kälte wegen – in den Gemeindesaal zurückzog.
Ein Fest der Freiheit sei Chanukka, so Wolfgang Fuhl, weil es an die Befreiung der Juden von der Fremdherrschaft der Syrer erinnere. Der Vorsitzende des Oberrates der Israelitischen Religionsgemeinschaft in Baden betonte auch, dass nicht überall in der Welt Juden in Freiheit den Chanukka-Leuchter entzünden könnten.
Die Israelitische Kultusgemeinde (IGK) Lörrach hofft, dass sie bis zum nächsten Chanukka-Fest in einem Jahr einen eigenen achtarmigen Leuchter haben wird, der zum Stil der Synagoge passt und auf dem Umlauf im ersten Obergeschoss aufgestellt werden soll. Die Architekten Frank Hovenbitzer und Fritz Wilhelm versprachen am Rande der Feier am Mittwoch, sich der Sache anzunehmen." |
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