Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Leubsdorf am Rhein (Kreis Neuwied) 
Jüdischer Friedhof   
  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde            
    
Siehe Seite zur Synagoge in Leubsdorf (interner Link, Seite noch nicht erstellt)  
    
    
Zur Geschichte des Friedhofes                    
    
Das Alter des Friedhofes in Leubsdorf ist nicht bekannt. Er gehört zu den ältesten erhaltenen jüdischen Friedhöfen im Kreis Neuwied. Der älteste lesbare Grabstein ist von 1678. Die Friedhofsfläche umfasst 10,05 ar. Bis 1854 wurden auf dem Friedhof auch die in Linz verstorbenen jüdischen Einwohner beigesetzt. 
  
Der Friedhof steht seit 1989 unter Denkmalschutz. Es sind 22 Grabsteine erhalten, die aus Sandstein beziehungsweise Lavabasalt bestehen und ausschließlich hebräisch beschriftet wurden. 18 Grabsteine stehen auf der Kuppe des Hügels, 4 stehen dich nebeneinander an der Friedhofsgrenze im Steilhang.  
  
Auf mehreren Grabsteinen findet sich ein kleines Horn, das für Angehörige der Familie Horn aus Linz steht (nicht Schofar = Widderhorn). 
  
1993 wurde der Friedhof durch Dieter Peters dokumentiert (s.Lit.). Bei einem Teil der nachstehenden Fotos finden sich die in der Dokumentationen von Dieter Peters abgedruckten Übersetzungen.  
   
   
Lage des Friedhofes:  
    
Am Ende der Straße "Im Eisel"    
    
    
Fotos 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 26.08.2009)   

Leubsdorf Friedhof 170.jpg (128361 Byte) Leubsdorf Friedhof 172.jpg (117669 Byte) Leubsdorf Friedhof 173.jpg (119239 Byte)
Der auf einem bewaldeten Hügel liegende Friedhof ist von einem Zaun umgeben; auf
 dem  linken Foto ist der teilweise beschädigte Zaun zu erkennen; der Friedhof zieht sich links 
am steilen Hang in die Höhe
Etliche der Grabsteine sind in der 
Hanglange teilweise oder vermutlich 
auch ganz verschüttet
     
Leubsdorf Friedhof 185.jpg (120040 Byte) Leubsdorf Friedhof 192.jpg (127716 Byte) Leubsdorf Friedhof 191.jpg (95494 Byte)
Grabstein links (D. Peters Nr. 17)   Grabstein mit Inschrift (D. Peters Grabstein Nr. 5): Hier ist begraben / Naphtali, ein Mann aus ....(?) / Sein Leben lang waren seine Werke gerecht / und vollkommen. Das ist .... Naphtali  / Josua, Sohn des Rabbiners Moses / aus Linz, das Gedenken des Gerechten zum Segen; er verstarb am Ausgang des heiligen Sabbat / und wurde begraben am Sonntag, 10. Elul / des Jahres 519 nach der kleinen Zählung [= 1. September 1769]. / Seine Seele möge eingebunden sein in den Bund des Lebens."
  
   
Leubsdorf Friedhof 188.jpg (111777 Byte) Leubsdorf Friedhof 189.jpg (111890 Byte) Leubsdorf Friedhof 190.jpg (86000 Byte)
Grabstein oben (D. Peters Nr. 11)   Grabstein mit Inschrift (D. Peters Grabstein 6): "Hier ruht  / die tugendhafte Frau: Wohltätigkeit übte sie aus / im Glauben, ihr ganzes Leben wandelte sie / auf geradem Wege, die Gebote Gottes achtete sie / Frau Freinde, Tochter / des Vorstehers der Gemeinde des Rabbiners ... / Josua, das Gedenken des Gerechten zum Segen, ... / Ehefrau des Führers (Fürsprechers?) des Landes des Rabbiners Herz / Horn, das Gedenken der Gerechten zum Segen von Linz, die einging / in die Ewigkeit in der Nacht zum 2. Tag Pessach / und wurde begraben am Tage in gutem Ruf. / Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens im Garten Eden. Amen! Sela! / 527 gemäß der kleinen Zählung [= 14. April 1767].
  
 
     
Leubsdorf Friedhof 186.jpg (91458 Byte) Leubsdorf Friedhof 174.jpg (123011 Byte) Leubsdorf Friedhof 175.jpg (127175 Byte) Leubsdorf Friedhof 176.jpg (112986 Byte)
Grabstein oben (D. Peters Nr. 17)  Links Grabstein mit Inschrift (D. Peters Grabsteine 2 und 3): "Hier ruht / ein aufrechter Mann, / Herr Moses Bascher (?), / Sohn des Abraham, seligen Andenkens. / Er verstarb und wurde begraben am / Mittwoch, 19. Nissan 555 / gemäß der kleinen Zählung. (= 8. April 1795). / Seine Seele möge eingebunden sein in den Bund des Lebens." 
Grabstein auf linkem Foto rechts: "Hier / ruht die tugendhafte / Ehefrau, Frau Bärle (?), / Tochter des Raphael... / Sie verstarb und wurde begraben / am Dienstag, 2. Schwevat 508 [= 2. Januar 1748] / nach der kleinen Zählung. Ihre Seele möge eingebunden sein / in den Bund des Lebens im Garten Eden. / Amen! Sela!" 
(beide Grabsteine auch auf den rechten Fotos)  
  
 
   
Leubsdorf Friedhof 184.jpg (94316 Byte) Leubsdorf Friedhof 180.jpg (122912 Byte) Leubsdorf Friedhof 181.jpg (96737 Byte)
 Grabstein datiert auf Donnerstag, 
9. Tewet 5612 = 1. Januar 1852 
 Links Grabstein (auch auf Foto rechts) mit Inschrift (D. Peters Nr. 12): "Hier ruht / das 
junge Mädchen Fräulein / Hechle Milka / Tochter des Herrn Jakob Katz, / sie verstarb und
 wurde begraben / (am) 12. Cheschwan 528 gemäß der kleinen Zählung [= 4. November 1767].
 / Ihre Seele möge eingebunden sein in den Bund des Lebens."
  
       
Leubsdorf Friedhof 182.jpg (95539 Byte) Leubsdorf Friedhof 179.jpg (108345 Byte)
      Grabstein mit teilweise zerstörter Inschrift (D. Peters Nr. 13): Hier / ruht ein Mann, 
der fromm und aufrecht war, / der Richter (?) ... Elieser / Katz .....(?)  / Er verstarb nachts
 ...(?) / am Montag, 17. Nissan (?) / 491 gemäß der kleinen Zählung [23. April 1731]. / Seine
 Seele möge eingebunden sein in den Bund des Lebens im Garten Eden . Amen! Sela!"
        
Leubsdorf Friedhof 177.jpg (130319 Byte) Leubsdorf Friedhof 178.jpg (101029 Byte) Leubsdorf Friedhof 183.jpg (122470 Byte)
Grabsteinfragment vorne rechts (größer auf Foto rechts) enthält in der letzten Zeile 
eine Datierung auf den Monat Adar 5531 (Februar/März 1771)  (D. Peters Nr. 10)
  
     
     

   
   

Links und Literatur

Links:  

Website der Gemeinde Leubsdorf     
Website der VG Linz am Rhein   

Literatur:  

Dieter Petri: Der jüdische Friedhof in Leubsdorf: In: SACHOR. Beiträge zur Jüdischen Geschichte und zur Gedenkstättenarbeit in Rheinland-Pfalz. Hrsg. von Matthias Molitor und Hans-Eberhard Berkemann in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz. Erschienen im Verlag Matthias Ess in Bad Kreuznach. 6. Jahrgang, Ausgabe 1/1996 Heft Nr. 11 S. 70-75. Online zugänglich (pdf-Datei). 

    
      

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 11. Januar 2016