Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Homberg / Ohm (Vogelsbergkreis) 
Jüdische Friedhöfe 
  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde           
   
Siehe Seite zur Synagoge in Homberg (interner Link)     
   
   
Zur Geschichte der Friedhöfe       
       
Ein älterer jüdischer Friedhof befand sich in Homberg am Neuen Weg im Gemarkungsteil "Ziegelhütte". Das Gelände ist heute teilweise überbaut beziehungsweise als Gartengelände verwendet. Ein Grabstein des Friedhofes befindet sich im Homberger Stadtmuseum im sogenannten "Brauhaus". Die Lage des alten Friedhofes ist einer Karte im "Hessischen Städteatlas" zu entnehmen (s. Lit.; Auskünfte von Christina Heß). 
2019 wurden bei einer weiteren Bebauung im Bereich des alten Friedhofes Grabsteine zwischen 1743 und 1842 entdeckt.   
   
Der ältere Friedhof am Neuen Weg und der neuere Friedhof beim allgemeinen Friedhof der Stadt dienten als Begräbnisplatz auch für die in Niedergemünden und Burggemünden verstorbenen Juden. Bis 1832 wurden auch die Kirtorfer Juden in Homberg beigesetzt. Die letzte Beerdigung fand 1935 statt (Rickchen Isenberg geb. Jungheim, gest. 26. Januar 1935). insgesamt sind nach einer neueren Dokumentation noch 68 erkennbare Gräber vorhanden. Die Friedhofsfläche umfasst 13,90 ar.  
   
   
Lage der Friedhöfe 
   
Der ältere Friedhof: siehe Beschreibung oben. 
 
Der neuere Friedhof liegt beim allgemeinen Friedhof mitten in der Stadt (an der Marktstraße). 
   
   
   
Fotos   

Der alte Friedhof
(Quelle: Google Earth) 
Das Friedhofsgrundstück
vor der Bebauung 2019 (mit Pfeil markiert)
 
     
     
     
Der neue Friedhof im Frühjahr 2008
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum: 26.3.2008; Anmerkung: die weißen Punkte/Streifen auf einigen der Fotos sind durch Schneeflocken entstanden)  
Homberg Friedhof 226.jpg (110642 Byte) Homberg Friedhof 227.jpg (99841 Byte) Homberg Friedhof 210.jpg (75542 Byte)
Die beiden Eingangstore; am Tor rechts mit Hinweistafeln  Blick über den Friedhof 
    
Homberg Friedhof 215.jpg (85572 Byte) Homberg Friedhof 214.jpg (103660 Byte) Homberg Friedhof 221.jpg (100949 Byte)
Teilansichten des Friedhofes
  
Homberg Friedhof 211.jpg (102797 Byte) Homberg Friedhof 212.jpg (94467 Byte) Homberg Friedhof 213.jpg (94239 Byte)
Schwer verwitterter Grabstein; Fragment 
wird durch einen Betonsockel gestützt
  Löwe auf Grabstein
  
           
Homberg Friedhof 222.jpg (104697 Byte) Homberg Friedhof 223.jpg (78355 Byte) Homberg Friedhof 225.jpg (108730 Byte)
Grabstein mit Levitenkanne (für Josef Bar Gerschon HaLevi)  
     
Homberg Friedhof 217.jpg (124395 Byte) Homberg Friedhof 220.jpg (106882 Byte) Homberg Friedhof 219.jpg (127765 Byte)
Grabstein links für Hannchen Jacob geb. Gutheim aus
 Nieder-Gemeinden (1854-1928), rechts für Julius Jacob 
aus Nieder-Gemünden (1875-1935)
Grabstein links für Thekla Lamm (1890-1918), 
rechts für Lazarus Lamm (1856-1918)
 
Grabstein links für Alfred Chambré aus Nieder-Gemünden 
(1875-1934), rechts für Rickchen Isenberg 
geb. Jungheim
(1860-1935)
     
   Homberg Friedhof 216.jpg (74926 Byte)   
   Grabstein für Wolf Jacob aus 
Nieder-Gemünden (1841-1911)
    

       
       
Presseberichte zu den Friedhöfen  

November 2009: Jugendliche auf den Spuren der jüdischen Geschichte  
Artikel im "Gießener Anzeiger" (mli, Artikel) vom 11. November 2009: 
"Jugendliche erforschten das jüdische Leben in der Ohmstadt
HOMBERG - Zehntklässler der Gesamtschule sprachen mit Zeitzeugen und besuchten jüdischen Friedhof. 

(mli). Das jüdische Leben in der Ohmstadt erforschte Christina Heß, Fachbereichsleiterin Geschichte an der Ohmtalschule, mit ihrer Klasse 10G. Pünktlich zum 9. November, dem Jahrestag der Reichspogromnacht, recherchierten die Schülerinnen und Schüler und versuchten unter anderem die Namen der jüdischen Mitbürger herauszufinden und suchten die früheren Anwesen. 
Dazu wurden ältere Homberger befragt, die sogar noch einiges zur Aufklärung beitragen konnten. Außerdem besuchten die Jugendlichen den gut erhaltenen Judenfriedhof, der hinter dem Stadtfriedhof liegt. Udo Strauch von der Stadtverwaltung erläuterte die Verhaltensregeln, die beim Besuch des jüdischen Friedhofs eingehalten werden müssen. So sei beispielsweise eine Begehung am Shabbat, vom Sonnenuntergang am Freitagabend bis Sonnenuntergang am Samstagabend, sowie an bestimmten Feiertagen nicht gestattet. Kränze, Blumen und Blumengebinde seien nicht üblich, Besucher würden eine angemessene Kleidung tragen, männliche Besucher eine Kopfbedeckung, so Strauch. 
Christina Heß und Heimatchronist Kurt Linker erläuterten den Schülerinnen und Schülern den Friedhof, auf dem insgesamt 68 Grabstätten erhalten sind. Die Gedenksteine bestehen überwiegend aus Sandstein, die Rohlinge seien aus Miltenberg am Main mit Pferdegespannen geholt und dann von einheimischen Steinmetzen bearbeitet worden. Einige Steine, so erfuhren die Jugendlichen, tragen Ornamente, die auf die Namen der Verstorbenen hinweisen. Die letzte Beerdigung war 1935. Auf dem Friedhof wurden auch Juden aus Gemünden beerdigt. Ein Vorgängerfriedhof befand sich nahe am Gemarkungsteil "Ziegelhütte" am Neuen Weg. Dort wurden auch Juden aus Gemünden und bis 1832 auch aus Kirtorf beerdigt. 
Die Schüler stellten viele Fragen und die jüdische Vergangenheit stieß auf ein reges Interesse. Die Jugendlichen erfuhren, dass sich die Juden zwischen 1935 und 1940 in Homberg abmeldeten und in andere deutsche Städte, nach Holland, in die USA und nach Palästina zogen. Ein Besuch der Synagoge, die in der Pogromnacht verschont blieb und der Besuch des Museums, in dem sich ein besonders bemerkenswerter Grabstein befindet, sollen noch nachgeholt werden.". 
 
Sommer 2019: Das Grundstück des Alten Friedhofes wird bebaut - Entdeckung von Grabsteinen - der Landesverband der Jüdischen Gemeinden wird in das Baugenehmigungsverfahren zu spät einbezogen   
Artikel von Joachim Legatis in der "Gießener Allgemeinen" (lokal: "Alsfelder Allgemeinen") vom September 2019: "Grabsteine vor Hausbau gesichert
Homberg (jol)
. Ein Stück Gartenland wird bebaut, das ist absolut normal, und doch gab es im Hintergrund einige Diskussionen um das Grundstück am Neuen Weg in Homberg, das einstmals ein jüdischer Friedhof war. Oder eigentlich noch ist, denn in der jüdischen Tradition ist ein Friedhof auf Ewigkeit angelegt, Gräber dürfen nicht angetastet werden.
Nun entsteht ein größeres Wohnhaus auf einem Teilbereich des Grundstücks. Wo die Grabstätten waren, ist nicht bekannt. Die Grabsteine mit Jahreszahlen zwischen 1743 und 1842 sind geborgen und auf dem Gelände des städtischen Friedhofs gelagert, wie Bürgermeisterin Claudia Blum sagt. Dem Hausbau vorangegangen ist eine längere Debatte im Stadtparlament, die allerdings ohne Öffentlichkeit geführt wurde. Denn das Grundstück ist in Privatbesitz und das Gelände war nicht offiziell als jüdischer Friedhof in behördlichen Unterlagen klassifiziert.
RP hat keine Unterlagen. So teilte das Regierungspräsidium Gießen auf Nachfrage mit: "Der erwähnte ältere jüdische Friedhof ist uns nicht bekannt. Unterlagen über dieses Gelände sind auch nicht vorhanden." Das ist erstaunlich, weil der Bereich in alten Stadtplänen sehr wohl als Friedhof markiert war. In Homberg war zudem die Kenntnis über die Geschichte des Geländes durchaus verbreitet. Eigentlich ist das Land Hessen verpflichtet, jüdische Friedhöfe zu erhalten, auch wenn sie nicht mehr belegt werden. So wird der jüdische Friedhof angrenzend an den christlichen Gottesacker von der Stadt gepflegt, die dafür Landesmittel erhält.
Der Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Hessen teilte mit, er sei während des Baugenehmigungsverfahrens weder gehört noch beteiligt worden. Als dann die Baugenehmigung vorlag, ging es dem Dachverband der jüdischen Gemeinden 'im Wesentlichen um Schadensminimierung'. Direktor Daniel Neumann fügt an, 'obwohl wir mit dem Bauvorhaben nicht einverstanden sein können, da es sich bei dem Gelände nach wie vor um einen jüdischen Friedhof handelt, hat der Bauherr doch ein hohes Maß an Einsicht und Sensibilität erkennen lassen, um das Erdreich so wenig wie möglich zu beeinträchtigen.'"
Link zum Artikel   

    
     

Links und Literatur

Links: 

bullet Website der Stadt Homberg (Ohm)   
bulletZur Seite über die Synagoge in Homberg (interner Link)  
bullet Nähere Informationen zum Friedhof auf der Website des "Vereins zur Förderung der Geschichte des Judentums im Vogelsberg e.V." (weiter zu "Friedhöfe") 

Quellen:  

Hinweis auf online einsehbare Familienregister der Juden in Nieder-Gemünden   
In der Website des Hessischen Hauptstaatsarchivs (innerhalb Arcinsys Hessen) sind die erhaltenen Familienregister aus hessischen jüdischen Gemeinden einsehbar: 
Link zur Übersicht (nach Ortsalphabet) https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/llist?nodeid=g186590&page=1&reload=true&sorting=41              
Zu Nieder-Gemünden sind vorhanden (auf der jeweiligen Unterseite zur Einsichtnahme weiter über "Digitalisate anzeigen"):    
HHStAW 365,662   Geburts-, Trau- und Sterberegister der Juden von Nieder-Gemünden 1797 - 1808: Geburtsregister 1799 - 1808, Trauregister  1797 - 1806, Sterberegister  1801 - 1808   
https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v4982965   

Literatur:  

bulletHessischer Städteatlas - Homberg/Ohm. Hrsg. vom Hessischen Landesamt für geschichtliche Landeskunde. 2005.   
(zur Lage des alten jüdischen Friedhofes)  

         
          

                   
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Stand: 15. Oktober 2013