Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Frücht (VG Bad Ems, Rhein-Lahn-Kreis)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  

In Frücht bestand eine jüdische Gemeinde bis Ende des 19. Jahrhunderts. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18. Jahrhunderts zurück. Bereits 1679 werden jüdische Personen in Frücht genannt; 1694 wurde das alte Isaaks-Haus als Judenhaus bezeichnet. 
   
Um 1800 gab es drei jüdische Familien am Ort: Jud Herz, Jud Moses Samuel und Jud Isaak. Später kam noch eine Familie hinzu, die Spezereien und Branntwein verkaufte. Die anderen Familien betrieben Viehhandel.  
   
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1826 26 jüdische Einwohner, 1843 31, 1847 26 (9,5 % von insgesamt 248 Einwohnern), 1905 12.  
    
Bei der Annahme jüdischer Familiennamen (1842) wählten die Familien folgende Namen: Moses Isaak Samuel den Namen Morgenthal, Josef Samuel den Namen Roos, der Sohn dieses Samuel den Namen Blum und Anschel Löw Isaak den Namen Strauß.  
  
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine Schule, vermutlich ein rituelles Bad und ein Friedhof. 1844 war Frücht der Hauptort eines aus Frücht, Nievern, Fachbach, Braubach und Miehlen bestehenden Synagogenbezirks; 1852 wurde allerdings Nievern zum Hauptort mit Synagoge für die Orte Frücht, Fachbach und Nievern bestimmt (Braubach kam zu Oberlahnstein). In Frücht - als einer Filialgemeinde - durfte jedoch am Sabbat weiterhin Gottesdienst im Haus der Familie Roos abgehalten werden. Die Gemeinde gehörte zum Rabbinatsbezirk (Bad) Ems (später Ems-Weilburg).   
     
Bereits vor dem Ersten Weltkrieg sind die meisten jüdischen Einwohner vom Ort verzogen, danach lebte nur noch eine Familie am Ort (Familie Moses Roos). Der letzte jüdische Einwohner verließ 1929 Frücht. Danach gab es keine jüdischen Einwohner mehr am Ort.      
  
Von den in Frücht geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Sofie Ermann geb. Roos (1880), Adolf Aron Strauß (1874).      
   
   
   

Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde     
        

Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde 
Emil Roos erhält das Eiserne Kreuz II (1918) 

Fruecht FrfIsrFambl 08021918.jpg (13975 Byte) Mitteilung im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 8. Februar 1918: "Frücht (Kreis St. Goarshausen). Emil Roos, Sohn von Moses Roos, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse."  

          
      

Zur Geschichte der Synagoge

Ein Betsaal war im Wohn- und Geschäftshaus der Familie Roos in der Emser Straße eingerichtet. Die Betstube war im Dachgeschoss dieses Hauses. 1892 ging das Geschäft der Familie Roos in Konkurs. Bereits damals war der Betsaal nicht mehr in Benutzung.    
   

Adresse/Standort der Synagoge:   Emser Straße 8  
   

  
Fotos

Zur jüdischen Geschichte in Frücht sind - außer zum Friedhof - noch keine Fotos oder Darstellungen vorhanden; über Hinweise oder Zusendungen freut sich der Webmaster der "Alemannia Judaica"; Adresse siehe Eingangsseite.  
     

   
   

Links und Literatur

Links:

Website der VG Bad Ems
Kurze Informationsseite zur jüdischen Geschichte in Frücht bei www.rhein-lahn-info.de   

Literatur:  

Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. I S. 219.  
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 539-540.  
Franz Gölzenleuchter: Sie verbrennen alle Gotteshäuser im Lande (Psalm 74,8). Jüdische Spuren im Rhein-Lahn-Kreis - Jahrzehnte danach. Limburg 1998. S. 84-85.    
Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mainz 2005. S. 157 (mit weiteren Literaturangaben).
     

   n.e.

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 10. Dezember 2011