Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Elmshausen mit Buchenau (Gemeinde Dautphetal, Kreis Marburg-Biedenkopf)
 Jüdische Geschichte 

Übersicht:  

Zur jüdischen Geschichte in Elmshausen und Buchenau 
Fotos / Darstellungen   
Links und Literatur   

   

Zur jüdischen Geschichte in Elmshausen und Buchenau           
     
In Elmshausen und Buchenau bestand zeitweise eine kleine gemeinsame jüdische Gemeinde. Ihre Entstehung geht in die Zeit Anfang des 19. Jahrhunderts zurück. Erstmals wird 1809 ein Jude namens Elias in Elmshausen genannt, der zur jüdischen Gemeinde in Gladenbach gehörte. 1859 konnte eine eigenständige jüdische Gemeinde Elmshausen / Buchenau gegründet werden. Zum Gemeindevorsteher wurde Meier Isenberg bestimmt.     

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: in Elmshausen 1830 30 jüdische Einwohner (von insgesamt 156 Einwohnern), 1845 fünf jüdische Familien, 1859 sieben Familien mit 34 Personen; in Buchenau 1859 drei jüdische Familien mit 14 Personen. Die Familien lebten durchweg vom Handel mit Viel, Spezerei- und Ellenwaren.
 
Im Gründungsjahr der Gemeinde 1859 werden in Elmshausen die folgenden Familien genannt: Moses Isenberg, Salomon Sundheim, Jakob Lehmann, Meier Isenberg, Jakob Markus, Heyum Lehmann, Caroline Lehmann, in Buchenau Samuel Isenberg, Löser Isenberg und Liebmann Isenberg.  
 
An Einrichtungen hatten die jüdischen Familien zeitweise einen eigenen Betraum in einem der jüdischen Häuser. Die jüdischen Kinder erhielten einige Jahre durch einen eigenen Religionslehrer ihren Religionsunterricht. So war nach 1859 zeitweise der polnische Lehrer Levi Lakowski angestellt, auch 1873 wird noch ein jüdischer Lehrer genannt. Ein eigener Friedhof war in Elmshausen für die in Elmshausen und Buchenau lebenden jüdischen Familien vorhanden.  
 
Die Gemeinde entwickelte sich nicht weiter, da einige Familien (Familien Sundheim und Lehmann) alsbald aus Elmshausen verzogen. Nachdem auch kein Religionslehrer mehr bezahlt werden konnte, schlossen sich die Familien am Ort der Gemeinde in Wetter an.    

In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg gab es noch eine jüdische Familie in Elmshausen und drei in Buchenau

 
1933 lebten in Elmshausen Levi Isenberg und seine Frau, die eine Gastwirtschaft mit Kolonialwarenhandlung betrieben. Levi Isenberg starb 1936 bei seinem Sohn Moritz in Buchenau; über das Schicksal seiner Frau ist nichts bekannt. In Buchenau gab es noch drei jüdische Familien: den Viehhändler Juda Isenberg mit seiner Frau Pauline, die ein kleines Gemischtwarengeschäft betrieben, die ledigen Geschwister Jakob, Jettchen und Berta Isenberg, die gemeinsam eine Gastwirtschaft hatten sowie den Gemischtwarenhändler Moritz Isenberg mit Frau und zwei Kindern. 
Auf Grund der zunehmenden Repressalien, der Entrechtung und der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts verzog Familie Moritz Isenberg nach Marburg und wollte von dort nach Brasilien emigrieren, was jedoch nicht mehr möglich war. Beim Novemberpogrom 1938 wurde das Haus des Viehhändlers Juda Isenberg demoliert; die Gastwirtsleute Jakob, Jettchen und Berta Isenberg wurden schwer misshandelt. Sie wurden 1942 von Marburg deportiert und sind umgekommen. Juda Isenberg und seine Frau konnten 1939 zu ihrer Tochter nach Detroit emigrieren. 
  
Von den in Elmshausen geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Johanna (Jane) Isenberg (1871), Margot Bella Isenberg (1921), Moritz Isenberg (1890), Siegfried Isenberg (1907), Terz (Tery) Isenberg geb. David (1867), Bertha Kadden geb. Isenberg (1895), Selma Lehmann (1892), Lisette Weishaupt geb. Weinberg (1876). 
  
Von den in Buchenau geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Dina Dreyfuss geb. Isenberg (1898), Bertha Isenberg (1888)  Flora Isenberg geb. Katten (1891), Jettchen Isenberg (1882), Karl Isenberg (1856), Leopold Isenberg (1881), Margot Bella Isenberg (1921), Moritz Isenberg (1890. 
Hinweis: es kommt in einzelnen Listen zu Verwechslungen mit Buchenau (Kreis Fulda).      
     
     
    
 
 
Fotos   

Bei  J. Runzheimer s. Lit.  finden sich einige Fotos aus der Geschichte der jüdischen Familien in Elmshausen und Buchenau.  
     

   

    
Links und Literatur   

Links:  

Website der Gemeinde Dautphetal 

Quellen:   

Hinweis auf online einsehbare Familienregister der jüdischen Gemeinde Elmshausen und Buchenau 
In der Website des Hessischen Hauptstaatsarchivs (innerhalb Arcinsys Hessen) sind die erhaltenen Familienregister aus hessischen jüdischen Gemeinden einsehbar: 
Link zur Übersicht (nach Ortsalphabet) https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/llist?nodeid=g186590&page=1&reload=true&sorting=41              
Zu Buchenau sind vorhanden (auf der jeweiligen Unterseite zur Einsichtnahme weiter über "Digitalisate anzeigen"):    
HHStAW 365,919  Sterberegister der Juden von Buchenau   1848 - 1879  https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v2753493         

Literatur:  

Paul A
Renate Westmeier: Zur Geschichte der Juden in Buchenau und Elmshausen: in: Buchenau an der Lahn. 1992
Gladenbach Lit 02.jpg (38110 Byte)Jürgen Runzheimer: Abgemeldet zur Auswanderung. Die Geschichte der Juden im ehemaligen Landkreis Biedenkopf. Bd. I Biedenkopf 1992. Bd. II 1999 (Beiträge zur Geschichte des Hinterlandes Bd. III und Bd. VII. Hinterländer Geschichtsverein e.V.). 

    
     

                   
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Stand: 06. Mai 2016