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Bosen (Bosen-Eckelhausen,
Gemeinde Nohfelden, Kreis St. Wendel)
mit Orten der Umgebung
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Bosen bestand eine jüdische
Gemeinde bis nach 1933. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18. Jahrhunderts
zurück. Um 1770 gab es eine jüdische Familie am Ort. 1790 waren es inzwischen
sechs Familien.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner
wie
folgt: 1808 44 jüdische Einwohner, 1838 21 jüdische Familien (neun davon
mit Familiennamen Baum), 1849 143 jüdische Einwohner, 1890 66.
1817 werden die folgenden jüdischen Familienvorstände in Bosen
genannt: Marx Baum (Krämer), Levy Baum (ohne Gewerbe), Josef Baum
(Kleinkrämer), Abraham Xander, Aron Herz, Mertz Hertz, Moses Hertz (letztere
vier waren als Viehtreiber tätig), Abraham Gottlieb, Gottlieb Gottlieb, Michael
Gottlieb (letztere drei waren Viehhändler). David Gottlieb und Jakob Gottlieb
(diese beiden waren als Viehtreiber tätig). Nur von Marx Baum wurde
geschrieben, dass er ein "mittelmäßiges Vermögen" besaß, die
anderen wurden als arm beschrieben.
Zur jüdischen Gemeinde Bosen gehörten die in mehreren Orten der Umgebung
lebenden jüdischen Personen. 1867 gehörten zur Synagogengemeinde:
Eiweiler, Gonnesweiler (mit
eigenem Betraum),
(Hofgut) Imsbach, Neunkirchen/Nahe und
Selbach, 1910 und 1929 auch Eckelhausen,
Mosberg-Richweiler, Steinberg-Deckenhardt und
Walhausen.
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), ein jüdische Schule
(seit seit 1820er-Jahren private jüdische Elementarschule, seit 1849/50
öffentliche israelitische Elementarschule, nach 1871 auf Grund der
zurückgegangenen Schülerzahl nur noch Religionsschule) und ein rituelles Bad
(um 1840 in der Brückenstraße errichtet, blieb erhalten und steht unter
Denkmalschutz). Die Toten der Gemeinde wurden auf dem jüdischen Friedhof
in Sötern beigesetzt. Zur
Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt,
der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (vgl. Ausschreibungen der
Stelle unten, bei denen allerdings das Amt des Schochet nicht genannt wird).
Unter den Lehrern sind bekannt: um 1885 Lehrer Heilbrunn, um 1899 Lehrer Katz,
um 1914/15 Lehrer Hartmann. Die Gemeinde gehörte zum
Bezirk des Landrabbinates Hoppstädten-Birkenfeld.
Die jüdischen Einwohner waren im Leben des Ortes weitestgehend integriert. Um
1900 war der Viehhändler und Landwirt Felix Baum mehrere Jahre Mitglied des
Gemeinderates der Gemeinde Bosen. In diesem Zeit setzte er sich mit Nachdruck
für die Einrichtung der "Kleinkinderschule" (Kindergarten) am Ort
ein, die 1901 eröffnet werden konnte.
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Ludwig Goldschmidt
(geb. 5.1.1894 in Bosen, vor 1914 in Nürnberg wohnhaft, gef. 11.9.1915) und
Gefreiter Moritz Goldschmidt (geb. 18.4.1892 in Bosen, vor 1914 in Nürnberg
wohnhaft, gef. 13.8.1918).
Um 1924, als zur Gemeinde noch 48 Personen gehörten (4,8 % von insgesamt
etwa 1.000 Einwohnern), waren die Gemeindevorsteher Gustav Sender, Siegmund Wolf
und Siegfried Baum. Den Religionsunterricht der damals 12 schulpflichtigen
jüdischen Kinder (in Bosen und Gonnesweiler) erteilte Landrabbiner Dr. Lewin (Hoppstädten).
Im jüdischen Landesgemeinderat (gegründet 1831) war die Gemeinde Bosen
damals durch Gustav Sender vertreten. An jüdischen Vereinen gab es den Wohltätigkeitsverein
Chewra Kadischa (1924 unter Leitung von Jakob Baum mit 17 Mitgliedern, 1932
unter Leitung von Max Lion; Zweck und Arbeitsgebiet: Unterstützung
Hilfsbedürftiger, Bestattungswesen) und den Israelitischen Frauenverein
(1924 unter Leitung von Thekla Wolf mit 15 Mitgliedern). Für die
Wanderarmenfürsorge war ein "Armenkassenverband des Nabetales"
zuständig, dessen Vorsitz B. Weil in Kirn innehatte; Mitglied im Verband was
Gustav Sender aus Bosen. Auch die in Gonnesweiler und Neunkirchen/Nahe lebenden -
gemeinsam mit Bosen 78 jüdischen Personen - gehörten zur Synagogengemeinde
Bosen. 1932 waren die Gemeindevorsteher Siegmund Wolf (1. Vorsitzender),
Siegfried Baum (Beisitzer) und Max Lion (Beisitzer). Im Schuljahr 1931/32 wurde
sieben Kindern der Gemeinde Religionsunterricht
erteilt.
1933 lebten noch 41 jüdische Personen in Bosen. In
den folgenden Jahren ist ein Teil der
jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts,
der zunehmenden Entrechtung und der
Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Von 1940 (Neueröffnung am
22. Februar 1940) bis zu den Deportationen 1942 bestand in Bosen nochmals eine jüdische Schule, in der etwa 25 Schülerinnen und Schüler aus der gesamten Region zentral unterrichtet wurden.
Am 23. April 1942 wurden die letzten jüdischen Einwohner aus Bosen in die
Vernichtungslager des Ostens deportiert.
Von den in Bosen geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945", überarbeitet und ergänzt
durch Reiner Schmitt): Lion Adelheid geb. Baum (1870), Alexander Albert (),
Blandine Albert (), Clementine Baum geb.
Sender (1889), Emma Baum (1879), Esther Baum (1859), Felix Baum (1874), Jacob Baum (1881),
Karola Baum (1916, Tochter des Wilhelm Baum), Laura (Lore) Baum (1916
oder 1917), Leonie Baum geb. Isaac (1878), Lore Baum (1917), Nathan Baum (1920,
Sohn des Wilhelm Baum), Sara Baum (1870), Selma oder Sophie Baum geb.
Kirchheimer (?, Ehefrau von Wilhelm Baum), Siegfried Baum (1881), Sylvia Baum geb.
Kaufmann
(1896), Thea Baum (1921, Tochter des Wilhelm Baum), Wilhelm Baum (1878), Michael
Daniel (1882, war 1940 Lehrer in Bosen), Selma Dornhart geb. Hanau (1891), Lucie
(Luca) Eugenie Friedmann geb. Sender (1867), Ernst Gottlieb (1905), Ferdinand
Gottlieb (1875), Fred Gottlieb (1933, Sohn des Ernst Gottlieb), Josefine
Gottlieb (1884), Malwina Gottlieb (1877), Martha Gottlieb geb. Levy (1908,
Ehefrau des Ernst), Mayer Gottlieb (1886), Selma Gottlieb geb. Salomon (1877),
Adele Hanau geb. Lichtenstein (1888, Ehefrau des Ernst), Albert Hanau (1885), Leo(n) Hanau (1888),
Paula Hichberger geb. Baum (1887), Lina Jung geb. Hanau (1893), Margarethe Katz
(1909), Elma Selma
Kleeblatt geb. Baum (1883), Adelheid Lion geb. Baum (1870), Artur Lion (1904),
Egon Lion (1937, Sohn des Max Lion), Flora Lion geb. Heimann (1902, Ehefrau des
Max), Günther Lion (1927, Sohn des Max), Max Lion (1890), Bernhard Mayer
(1897), Eva Mayer (1929, Tochter des Bernhard Mayer), Gerd Mayer (1930, Sohn des
Bernhard Mayer), Julius Mayer (), Ehemann der Olga Mayer), Kurt Mayer (1937,
Sohn des Bernhard Mayer), Olga Mayer geb. Baum (1907), Sally Mayer (1939, Sohn
des Bernhard), Elisabeth Nußbaum (1887), Gustav Sender (1880), Hermann Sender (1878), Juliane Sender geb. Wolf (1879), Leo(n) Sender
(1895), Liselotte Sender (1927, wahrscheinlich identisch mit der als
nächstes genannten Lucy Sender:), Lucy Sender (geb. ?, Tochter des Hermann
Sender und der Juliane geb. Wolf),
Rosetta (Setta) Sender geb. Lion (1897),
Berta Wolf geb. Kahn (1881), Berta Wolf geb. Baum (1876, Ehefrau des Gustav Wolf), Fanny Wolf (1874), Ferdinand Wolf (1882), Gustav Wolf (1871), Siegmund Wolf (1877), Thekla
Wolf geb. Lion (1882), Ferdinand Wolff (1884), Ida Wolfram geb. Sender (1893).
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der
jüdischen Lehrer
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1882 /
1889
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Januar 1882:
"Die israelitische Gemeinde Bosen, Fürstentum Birkenfeld
sucht zum sofortigen Antritt einen geprüften Lehrer und Vorbeter.
Der Gehalt, welcher vom Großherzoglichen Einnehmer einkassiert wird,
beträgt pro Jahr 800 Mark; außerdem Mietentschädigung 50 Mark,
Nebenverdienste ca. 150 Mark.
Zeugnisse einzusenden an
Salomon Wolf, Vorstand der
Synagogen-Gemeinde". |
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Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. April 1889:
"In der Gemeinde Bosen (Fürstentum Birkenfeld) ist die Stelle
eines Lehrers und Kantors vakant. Gehalt Mark 650, Nebeneinkommen Mark 50.
Bewerber ledigen Standes, die ihr Elementar-Lehrer-Examen gemacht haben,
wollen sich bei dem Unterzeichneten melden.
Landrabbiner Dr. Goldschmidt in Hoppstädten a.N." |
Zur Geschichte des Betsaales / der
Synagoge
1769 wird bereits eine Synagoge genannt, wobei
es sich um einen einfachen Betraum für die in Bosen und Umgebung lebenden
jüdischen Familien gehandelt haben wird. 1879 wird das Gebäude des Betraumes
als "eine mit Stroh gedeckte Hütte" beschrieben, die sich inzwischen
in einem "sehr baufälligen" Zustand befand.
1879 trug die jüdische Gemeinde bei den Behörden ein Baugesuch zum Bau einer
neuen Synagoge vor. Nach dem mit eingereichten Kostenanschlag sollte sie etwa
10.350 Mark kosten. Das Gesuch wurde genehmigt. 1881 konnte die neue Synagoge
gebaut und 1882 eingeweiht werden. Von der oldenburgischen Regierung wurde ein
Zuschuss in Höhe von 750 Mark gegeben (siehe Bericht unten).
Zur Situation der Juden im Fürstentum
Birkenfeld, dabei Erwähnung der Unterstützung der staatlichen Unterstützung
des Synagogenbaus (1882)
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 14. März 1882:
Aus dem Fürstentum Birkenfeld, im Februar (1882). Dem Lehrer Kohn zu
Sötern wurde von unserem Großherzog (von Oldenburg) das Allgemeine
Ehrenzeichen II. Klasse verliehen, und heißt es u.a. in dem desfallsigen
Diplom:
'Wir Nicolaus Friedrich Peter von Gottes Gnaden Großherzog von
Oldenburg, Erbe von Norwegen, Herzog von Schleswig-Holstein, Stormaare,
der Dithmarschen und Oldenburg, Fürst von Lübeck und Birkenfeld, Herr
von Jever und Kniphausen etc. Wir usw. haben uns bewogen
gefunden, dem israelitischen Lehrer außer Dienst Michel Kohn von Sötern
ein Zeichen Unserer Anerkennung seiner langjährigen musterhaften und
segensreichen Lehrtätigkeit in der Gemeinde Sötern zu geben, und
verleihen ihm daher das mit Unserm Haus- und Verdienst-Orden verbundene
Allgemeine Ehrenzeichen II. Klasse.'
Das Ehrenzeichen trägt die Inschrift: Ein Gott, ein Recht, eine Wahrheit.
Treu diesem Wahlspruche wird in unserem Lande gehandelt und haben wir
Juden in keiner Hinsicht Ursache, zu klagen. Wir sind in jeder Hinsicht
den übrigen Bürgern gleichgestellt. Unser Landrabbiner, der seinen Sitz
in Birkenfeld hat, hat in jeder Beziehung die gleiche Stellung, wie jeder
andere Geistliche. Unsere Schulen sind da, wo die gesetzliche Kinderzahl
ist, öffentliche und sind die Lehrer an denselben vom Staate angestellt.
Die israelitischen Lehrer haben dieselben Rechte, wie jeder andere Lehrer.
Wie schon in Nr. 1 dieser Zeitung gemeldet, bezieht der pensionierte
Lehrer Kohn 1140 Mark Pension aus der Staatskasse. Zwei israelitische Lehrer-Witwen
beziehen aus der Staats- und Lehrer-Witwen-Kasse ihr Witwengehalt. Um so
recht zu zeigen, dass man dem Wahlspruche: 'Ein Gott, ein Recht etc.' nach
handelt, muss ich noch Folgendes anführen. Es besteht für das
Fürstenfeld Birkenfeld eine Stiftung der weiland Großherzogin Cäcilie
aus dem Jahre 1844, aus welcher laut § 2 die Zinsen des Kapitals an
bedürftige Lehrer-Witwen beider Konfessionen zu verteilen sind. Trotz
erhalten auch jetzt zwei jüdische Witwen diese Unterstützung. Zu
Synagogenbauten erhalten die israelitischen Gemeinden von der Regierung
dieselbe Unterstützung, wie jede andere Konfession. So erhielt die
israelitische Gemeinde Oberstein vor einigen Jahren zum Synagogenbau eine
Unterstützung von 2.400 Mark und die Gemeinde Bosen hat vor wenigen
Wochen als Unterstützung zu ihrer nun unter Dach stehenden neuen Synagoge
750 Mark ausgezahlt erhalten. Zahlen beweisen und Tatsachen
sprechen." |
Bei der Synagoge in Bosen handelte
es sich um einen Saalbach mit annähernd quadratischem Grundriss. Im Erdgeschoss
war der Schulsaal und die Wohnung des Lehrers. Darüber war der Betsaal. Drei
große Rundbogenfenster gaben dem Gebäude die charakteristische
Prägung.
Nur etwa 50 Jahre war die Synagoge
Mittelpunkt des jüdischen Gemeindelebens am Ort. Beim Novemberpogrom 1938
wurden die jüdischen Einwohner gezwungen, die Inneneinrichtung der Synagoge
selbst zu zerschlagen und auf dem Sportplatz zu verbrennen. Das Gebäude blieb
erhalten.
1949 kam das ehemaligen Synagogengebäude in den Besitz der jüdischen
Kultusgemeinde Saarbrücken, die es ihrerseits an Privatpersonen verkaufte, von
denen es zu einem Wohnhaus umgebaut wurde. Durch den Umbau wurde das Gebäude
als ehemalige Synagoge unkenntnlich gemacht.
Standort der Synagoge:
Bosbachstraße 10 (ehemalige Judengasse)
Fotos:
(Foto der Synagoge: Publikation des Landesamtes s.u. S. 438;
Fotos in der zweiten Fotozeile aus der Publikation von Michael Landau S. 124 und
131)
Die Synagoge
in den 1920er-Jahren |
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Im Erdgeschoss des
Synagogengebäudes waren die Lehrerwohnung und der Schulraum, darüber lag
der Betsaal. |
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Am Bildrand links das
Badehäuschen
(rituelles Bad) |
Haus der Familie Ferdinand
Gottlieb
(Haus Feiwersch) in der Bostalstraße |
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Gerd Jung: Die Juden in Boden: In: 1000 Jahre Bosen.
Bosen 1978 S. 161-167. |
 | ders.: Juden in Bosen - Menschen unseres Dorfes. In:
Bosen-Eckelhausen in Bildern und Beschreibungen aus den letzten 100 Jahren.
Bosen-Eckelhausen 1988 S. 127-133. |
 | Karl-Josef Rumpel: Juden in Bosen, Gonnesweiler und
Sötern. In: Heimatkalender des Kreises Birkenfeld 1970 S. 131-137. |
 | Michael
Landau (Hg.): Damit es nicht vergessen wird. Beiträge zur Geschichte
der Synagogengemeinden des Kreises St. Wendel. Veröffentlichungen des
Adolf-Bender-Zentrums e.V., St. Wendel 1988.
|
 | Eva Tigmann: "Was geschah am 9. November
1938?" - Eine Dokumentation über die Verbrechen an der jüdischen
Bevölkerung im Saarland im November 1938. Eine Veröffentlichung des
Adolf-Bender-Zentrums St. Wendel. 1998. |
 | Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt
des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies
ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem
Saarland. Mainz 2005. S. 438-439 (mit weiteren Literaturangaben). |
 | Neuerscheinung in
2010: Eva Tigmann / Michael Landau: Unsere
vergessenen Nachbarn. Jüdisches Gemeindeleben auf dem Land. Familien und
ihre Schicksale am Beispiel der Synagogengemeinden der Gemeinde Nohfelden
(Sötern und Bosen). 2010. Gebunden 408 S., zahlr. Abb. ISBN
978-86110-477-3. 38.- €.
Reihe: Geschichte, Politik & Gesellschaft. Schriftenreihe der Stiftung
Demokratie Saarland Band 12.
Informationen
auf einer Seite des Röhrig Universitätsverlages.
Weitere
Informationen siehe eingestellte pdf-Datei. |
 | Reiner Schmitt: Gedenkbuch - Die Opfer der nationalsozialistischen
Judenverfolgung aus den Orten des Birkenfelder Landes 1933-1945 (Abentheuer,
Baumholder, Birkenfeld, Bosen, Gonnesweiler, Grumbach, Hoppstädten,
Hottenbach, Idar-Oberstein, Nahbollenbach, Niedereisenbach, Oberreidenbach,
Offenbach, Rhaunen, Ruthweiler, Sensweiler, Sien, Sötern, Stipshausen,
Thallichtenberg, Weierbach). 332 S. 2011.
Hinweis: der genannte Beitrag von Reiner Schmitt ist in der
Stadtbibliothek Trier und im Landeshauptarchiv Koblenz zugänglich. Er ist
nicht im Druck erschienen. Über Fernleihe kann die Publikation aus der
Stadtbibliothek Trier ausgeliehen werden. |

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Bosen Oldenburg. Jews were
living in Bosen from the 17th century and by 1770 had a prayer room. The Jewish
population grew to 44 in 1808 and 143 in 1849, then steadily declined to 66 in
1890 and 48 in 1923. Up to the 20th century Jews were mostly engaged in the
cattle trade; a few were employed as petty traders, brokers, innkeepers, and
salaried workers. The social spectrum comprised wealthy house- and landowners as
well as those who barely earned a living. The Jewish community also comprised
the Jews in several neighboring localities. A private elementary school founded
in the 1820s was recognized as a public school in 1840/50 but closed in 1871
because of the small number of pupils. Only religious instruction was still
provided. In 1882 a synagogue whose construction was sponsored by the government
was consecrated. In 1933, only 41 Jews were still living in Bosen. In Kristallnacht
(9-10 November 1938), the Nazis wrecked the synagogue, subjected the Jewish men
to severse physical abuse, and forced them, togetzer with the Jewish women, to
vandalize the synagogue as well as to clean iop afterwards. Subsequently the
synagogue was sold and turned into an apartment building. In April 1942, 23 Jews
from Bosen were deported to the east.

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