Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Bisses (Gemeinde Echzell, Wetteraukreis)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht: 

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen   
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)    
   
In Bisses bestand eine jüdische Gemeinde bis Ende des 19. Jahrhunderts. Bereits im 16./17. Jahrhundert werden Juden am Ort genannt: 1575 wird Michel von Bisses genannt, der später seinen Wohnsitz in Friedberg hatte; 1624 werden gleichfalls Juden am Ort genannt.    
  
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1830 41 jüdische Einwohner, 1905 26.   

An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule (Religionsschule) und ein Friedhof. Nach Schließung der Synagoge in Bisses Mitte des 1860er-Jahre (die Synagoge in Echzell wurde 1863/64 erbaut) gehörten die am Ort lebenden jüdischen Personen zur Gemeinde in Echzell.  
  
Im Ersten Weltkrieg nahmen aus den jüdischen Familien von Bisses neun am Krieg teil. Gefallen sind Unteroffizier Gustav Simon (geb. 30.3.1890 in Bisses, vermisst seit 20.8.1917) und Moritz Simon.    
 
In den 1920er-Jahren gab es in Bisses eine Mazzenbäckerei Naumann. Von den jüdischen Familienvorstehern waren zwei als Textilhändler tätig, einer als Viehhändler und einer als Metzger / Inhaber einer Metzgerei.   
  
1933 lebten noch 12 jüdische Personen in Bisses.
In den folgenden Jahren sind vermutlich alle von ihnen - insbesondere nach den Ereignissen beim Novemberpogrom 1938 - weggezogen beziehungsweise ausgewandert.
  
Von den in Bisses geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Ernestine Adler geb. Simon (1882), Recha Fromm geb. Naumann (1903), Thekla Hamburger geb. Simon (1887), Albert Kaufmann (1884), Hedwig Kaufmann geb. May (1896), Helene (Helma) Kaufmann (1925), Leopold Kaufmann (1877), Richard Kaufmann (1895), Ruth Kaufmann (1926), Theodor Kaufmann (1880), Jenny Mayer geb. Rollhaus (1883), Leopold Meyer (1878), Max Meyer (1880), Emilie Neu geb. Simon (1866), Adolf Simon (1887), Alfred Simon (1920), Erich Simon (1924), Gustav Simon (1920), Helene Simon (1886), Julius Simon (1891), Margot Simon (1922).     
    
    
    
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde      

In jüdischen Periodika des 19./20. Jahrhunderts fanden sich noch keine Berichte zur jüdischen Geschichte in Bisses.   

   
   
Über Lehrer Leopold Kaufman
n (1877 in Bisses - ermordet in Auschwitz)  

Sprendlingen Dok 060.jpg (37056 Byte)Leopold Kaufmann ist am 21. Juni 1877 in Bisses geboren. Er war als Lehrer insbesondere in Angenrod (um 1905/05), Birkenau (um 1912), danach in Sprendlingen tätig (vor 1915 bis 1938). Er war verheiratet mit Hilda geb. Sonneborn (geb. 16. Mai 1877 in Wölfersheim). Die beiden hatten fünf Kinder, die alle vor den Deportationen in die USA emigrieren konnten. Familie Kaufmann wohnte in Sprendlingen in der Rathausstraße 8.  
Am 1. August 1938 ist das Ehepaar Kaufmann nach Frankfurt verzogen. Beide wurden nach der Deportation im KZ Auschwitz ermordet.  

     
     
     
Zur Geschichte der Synagoge           
     
In Bisses befand sich bis 1875 die Synagoge (vermutlich ein Betsaal) der in Echzell und Bisses lebenden jüdischen Familien. Nachdem 1864/65 in Echzell eine Synagoge erbaut wurde, verlagerte sich der Mittelpunkt des jüdischen Gemeindelebens nach Echzell. Die Synagoge in Bisses wurde geschlossen.    
     
     
Adresse/Standort der Synagoge  unbekannt             
     
     
Fotos  

Es sind noch keine Fotos oder Darstellungen zur jüdischen Geschichte in Bisses vorhanden;
 über Hinweise oder Zusendungen freut sich der Webmaster der "Alemannia Judaica";
 Adresse siehe Eingangsseite.  
 
     

   
   
Links und Literatur

Links:

Website der Gemeinde Echzell 
Arbeitskreis "Jüdisches Echzell": www.juedisches-echzell.de    
Webportal HS 010.jpg (66495 Byte)Webportal "Vor dem Holocaust" - Fotos zum jüdischen Alltagsleben in Hessen mit Fotos zur jüdischen Geschichte in Bisses 

Literatur:  

Germania Judaica IV, 2 (1620-1650) S. 26-29 (1575/1624)   
Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. I S. 147-148 (innerhalb des Abschnittes zu Echzell)    
Keine Abschnitte zu Bisses bei Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945? 1988 bzw. dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994 bzw. dies.: Neubearbeitung der beiden Bände. 2007.   
Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S. 318.  
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 63-65 (innerhalb des Abschnittes zu Echzell).   
Dietrich Lucius: Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde in Echzell und Bisses. In: 1200 Jahre Echzell. 782-1982. Ursprung, Epochen und Strukturen einer Dörfergemeinschaft. Echzell 1982 S. 208-211. 

   
     


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Echzell  Hesse.  Jews living in Bisses, Gettenau and Echzell formed one community, numbering about 90 in 1830. They were an integral part of village life and some Yiddish terms entered local parlance. The community in Echzell was established in 1864, when a new and larger synagogue was opened. The Jewish population declined from 96 (6,1 % of the total) in 1880 to 56 (3,5 % in 1933). On Kristallnacht (9-10 November 1938), the synagogue's interior was destroyed and Jewish homes were vandalized. By 1939 only a few Jews remained.   
     
      

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 17. April 2015