Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


Eingangsseite

Aktuelle Informationen

Jahrestagungen von Alemannia Judaica

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft

Jüdische Friedhöfe 

(Frühere und bestehende) Synagogen

Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale in der Region

Bestehende jüdische Gemeinden in der Region

Jüdische Museen

FORSCHUNGS-
PROJEKTE

Literatur und Presseartikel

Adressliste

Digitale Postkarten

Links

 

    
zurück zur Übersicht "Synagogen in der Region"  
zurück zur Übersicht "Synagogen in Rheinland-Pfalz" 
zur Übersicht "Synagogen im Landkreis Alzey-Worms"  
   

Bechtolsheim (VG Alzey-Land, Kreis Alzey-Worms)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Kennkarten aus der NS-Zeit   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen       
Links und Literatur   

     

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde                
    
In Bechtolsheim bestand eine jüdische Gemeinde bis um 1925/30. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18. Jahrhunderts zurück.  
   
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1804 39 jüdische Einwohner, 1808 12 jüdische Haushaltungen, 1824 66 jüdische Einwohner, 1830 66, 1855 80, 1861 46, 1900 19, 1905 19-20 (1,8 % von insgesamt 1134 Einwohnern). 
   
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine Religionsschule und ein rituelles Bad. Die Toten der Gemeinde wurden auf dem jüdischen Friedhof in Gau-Odernheim beigesetzt. Ob zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde zeitweise ein Lehrer angestellt war, ist nicht bekannt. 1855 wird berichtet, dass (damals?) ein eigener jüdischer Lehrer nicht vorhanden war. Die Gemeinde gehörte zum Rabbinatsbezirk Alzey.  
   
Um 1924, als nur noch 16 jüdische Einwohner gezählt wurden, waren die Vorsteher der Gemeinde Isidor Wallach und Salomon Frank. Wenig später wurde die jüdische Gemeinde aufgelöst, die hier noch lebenden jüdischen Einwohner als Filialgemeinde der Gemeinde in Wörrstadt zugeteilt.    
   
Nach 1933 sind fast alle der jüdischen Einwohner (1933: 10 Personen) auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert (eine Familie nach Südafrika). Unter den letzten jüdischen Gewerbebetrieben war die Metzgerei mit Viehhandel und Landwirtschaft Goldschmidt. Von Bechtolsheim aus wurde Berta Lieber deportiert. Sie ist am 26. Februar 1942 verhaftet worden, "da sie sich im Zug mit Ariern unterhalten" hatte. Sie wurde in das Frauen-KZ Ravensbrück eingeliefert, wo sie drei Monate später umgekommen ist. Ihre Möbel und ihr Haus wurden in Bechtolsheim verkauft.   
   
Von den in Bechtolsheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"):  Berta Frank geb. Steinberger (1874), Dora Frank (1913), Sophie Landau geb. Lieber (1886), Berta Lieber geb. Stein (1875), Hugo Lieber (1878), Michael Maas (1877), Otto Maas (1877), Helena Sedel geb. Lieber (1884), Betty Strauss geb. Maas (1875).   
      
      
      

Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
  
 
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde wurden in jüdischen Periodika des 19./20. Jahrhunderts noch nicht gefunden.  
    
     

Kennkarten aus der NS-Zeit            
               
Am 23. Juli 1938 wurde durch den Reichsminister des Innern für bestimmte Gruppen von Staatsangehörigen des Deutschen Reiches die Kennkartenpflicht eingeführt. Die Kennkarten jüdischer Personen waren mit einem großen Buchstaben "J" gekennzeichnet. Wer als "jüdisch" galt, hatte das Reichsgesetzblatt vom 14. November 1935 ("Erste Verordnung zum Reichsbürgergesetz") bestimmt. 
Hinweis: für die nachfolgenden Kennkarten ist die Quelle: Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland: Bestände: Personenstandsregister: Archivaliensammlung Frankfurt: Abteilung IV: Kennkarten, Mainz 1939" http://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/STANDREG/FFM1/117-152.htm. Anfragen bitte gegebenenfalls an zentralarchiv@uni-hd.de       
 
 Kennkarten zu Personen, 
die in Bechtolsheim geboren sind
 
 Bechtolsheim KK MZ Lieber Hugo.jpg (92377 Byte)  Bechtolsheim KK MZ Sedel Helena.jpg (88260 Byte)  
  Kennkarte (Mainz 1939) für Hugo Lieber (geb. 
13. Juli 1878 in Bechtolsheim), Landwirt, zuletzt wohnhaft
 in Mainz, am 25. März 1942 deportiert ab Mainz - Darmstadt 
in das Ghetto Piaski, umgekommen   
Kennkarte (Mainz 1939) für Helena Sedel geb. Lieber (geb. 
17. Dezember 1884 in Bechtolsheim), wohnhaft in Mainz, 
am 30. September 1942 deportiert ab Darmstadt 
vermutlich nach Treblinka, umgekommen   
   

   
   
   
Zur Geschichte der Synagoge                   
    
Ein Synagoge beziehungsweise ein Betsaal wurde vermutlich 1845 in einem bestehenden Gebäude neu eingerichtet. Bis um 1900/1910 war das Gebäude religiöses Zentrum der jüdischen Gemeinde. Auf Grund der stark zurück gegangenen Zahl der jüdischen Einwohner wurde die Synagoge geschlossen. 1925 wurde das Gebäude an den Kaufmann Peter Wollny I für 5.000 Mark verkauft. Damals war es in sehr baufälligem Zustand, das Dach bereits eingestürzt. Der neue Eigentümer ließ das Gebäude abbrechen. An seiner Stelle wurde ein Wohnhaus mit Geschäfts- beziehungsweise Verkaufsraum erstellt. 
  
  
Adresse/Standort der Synagogeauf Grundstück Brückesgasse 8 
  

  
Fotos / Darstellungen   

Fotos / Darstellungen der ehemaligen Synagoge sind nicht bekannt; 
über Hinweise freut sich der Webmaster von "Alemannia Judaica"; Adresse siehe Eingangsseite
  
      
Bechtolsheim Plan 01.jpg (25357 Byte)   
Plan (gezeichnet von J. Rick) zum Standort der 1925 abgebrochenen Synagoge an der Brückesgasse (Quelle: Landesamt s. Lit. S. 100)     

   
     

Links und Literatur

Links:

Website der Gemeinde Bechtolsheim  

Literatur:  

Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. 1 S. 57-58.  
Dieter Hoffmann: "...wir sind doch Deutsche". Zu Geschichte und Schicksal der Landjuden in Rheinhessen". Hg. Stadt Alzey 1992 S. 312-313 (zum Schicksal von Berta Lieber).  
Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mainz 2005. S. 100 (mit weiteren Literaturangaben).

    
     n.e.              

                   
vorherige Synagoge  zur ersten Synagoge nächste Synagoge  

            

 

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an Alemannia Judaica (E-Mail-Adresse auf der Eingangsseite)
Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 18. April 2015