Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Weisenheim am Sand (Kreis Bad Dürkheim) 
Jüdische Geschichte / Synagoge 

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde   

In Weisenheim am Sand bestand eine kleine jüdische Gemeinde im 19. Jahrhundert. In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts gehörten die hier noch lebenden jüdischen Personen zur jüdischen Gemeinde in Lambsheim.    
 
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1801 17 jüdische Einwohner (1,5 % der Gesamteinwohnerschaft), 1808 15 (1,2 %), 1825 31 (1,9 %), 1900 16 jüdische Einwohner. 
   
1809/10 werden die folgenden jüdischen Haushaltsvorstände genannt: Jacques Friedmann, Abraham Löb [Leopold], Joseph Löb [Leopold], Abraham Sins[tz]heimer.  
 
An Einrichtungen bestand ein Betraum (s.u.). Die Toten der Gemeinde wurden auf dem jüdischen Friedhof in Lambsheim beigesetzt.    
   
1900 löste sich die jüdische Gemeinde auf. Die am Ort noch lebenden jüdischen Familien schlossen sich der Gemeinde in Lambsheim an. 
  
Um 1924 war Moses Friedmann eines der drei Mitglieder des Gemeindevorstandes in Lambsheim. 1932 war Moritz Roßmann Vorstandsmitglied der Lambsheimer Gemeinde. Moritz Roßmann war Inhaber eines kleinen Lebensmittelladens in der ehemaligen Lambsheimer Straße (beziehungsweise Lambsheimer Weg, heute Dr.-Welte-Straße) gegenüber der Ecke Ostring.     
  
1933 wurden noch 18 jüdische Einwohner gezählt. Auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien sind mehrere von ihnen in den folgenden Jahren in andere Orte verzogen oder sind ausgewandert. Wie viele von ihnen aus Weisenheim 1940 deportiert wurden, ist nicht bekannt. Unter den Deportierten war nach einem aus dem Ort vorliegenden Bericht das Ehepaar Roßmann mit der Tochter Liselotte (genannt Lotte), die durch den Gauleiter von Lambsheim in einem schwarzen Auto weggebracht worden seien. Sie hätten nur einen kleinen Koffer mitnehmen dürfen. Möglicherweise waren zum Zeitpunkt der Deportation die Mitglieder der Familie Roßmann bereits die letzten jüdischen Einwohner in Weisenheim. Das Lebensmittelgeschäft und vermutlich auch das Haus der Familie Roßmann kamen in den Besitz eines NSDAP-Mitgliedes.        
  
Von den in Weisenheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Max Binnheimer (1892), Auguste Binnheimer (1891), Leopold Friedmann (1869), Moses Friedmann (1864), David Mayer (1880), Friederike Mayer geb. Simon (1875), Otto Mayer (1908), Simon Mayer (1873), Liselotte Roßmann (1931), Moritz Roßmann (1901), Toni Roßmann geb. Schmidt (1904).       
   
Hinweis: Seite zu Leopold Friedmann im "Gedenkbuch für die Karlsruhe Juden"   
   
   

Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde    

In jüdischen Periodika des 19./20. Jahrhunderts wurden noch keine Berichte zur jüdischen Geschichte in Weisenheim gefunden. 

    

   
Zur Geschichte der Synagoge

Eine Synagoge war als Betraum in einem der jüdischen Privathäuser eingerichtet. 1830 soll sich der Betraum in einem erbärmlichen Zustand befinden haben. Am 12. Mai 1855 wurde eine neue Synagoge eingeweiht. Wie lange sie verwendet wurde, ist nicht bekannt.   
    
  
Adresse/Standort der Synagoge     unbekannt 
  
Hinweise zum Synagogenstandort: nach Kontakten mit ortskundigen Personen aus Weisenheim wurde zur ehemaligen Synagoge (Betraum) mitgeteilt: 
-  nach einem Bericht soll in Weisenheim unweit des Bereiches Fahrgasse / Seligmannsgasse eine kleine Gasse früher "Synagoggegasse" genannt worden sein; diese Bezeichnung und damit ein Synagogenstandort in diesem Bereich wurde jedoch von einem anderen Ortskundigen nicht bestätigt ("eher unwahrscheinlich, dass hier eine Synagoge war")  
-  nach diesem Ortskundigen soll es in der heutigen Ackerbrunnengasse einen jüdischen Gebetsraum gegeben haben, der aber noch nicht lokalisiert werden konnte.      
   
 

Fotos 

Zur jüdischen Geschichte in Weisenheim am Sand liegen noch keine historischen Fotos oder Darstellungen vor; über Hinweise oder Zusendungen freut sich der Webmaster der "Alemannia Judaica"; Adresse siehe Eingangsseite.    
     
Die ehemalige Synagogengasse (??) 
in Weisenheim 
(Foto: Michael Ohmsen, Website mit
 Fotoseite zu Weisenheim am Sand
Weisenheim Sand Ort 010.jpg (68784 Byte) 
   Bei dieser heute nicht mehr bestehenden Gasse (parallel zur Seligmannsgasse - 
von der Luisenstraße gesehen) könnte es sich um die ehemalige
 Synagogengasse (oder Synagoggegass) in Weisenheim handeln. 
Ein Nachweis hierfür liegt jedoch nicht vor.  
     
Fotos unten: die Toten der jüdischen Gemeinde Weisenheim wurden 
auf dem Friedhof in Lambsheim beigesetzt.
(Foto links: Hahn; Fotos Mitte und rechts von Hans-Oskar Koob, Weisenheim) 
 
Lambsheim Friedhof 161.jpg (113037 Byte) Lambsheim Friedhof WH 005.jpg (152923 Byte)Lambsheim Friedhof WH 005a.jpg (153671 Byte) Lambsheim Friedhof WH 007.jpg (116192 Byte)Lambsheim Friedhof WH 007a.jpg (151127 Byte)
Grabstein für Michael Loeb 
aus Weisenheim am Sand 
(1817-1891)
Grabstein für 
Bina Binnheimer geb. Loeb 
 aus Weisenheim 
Grabstein für Rebecka Loeb geb. Simon 
(1817 in Lambsheim - 
1896 in Weisenheim) 
     
     
Das "Judenkreuz"      
Weisenheim Sand Judenkreuz 010.jpg (172394 Byte)  Links: Am Ende der Wormser Straße, 20 m vor einer Wegegabel, in der Böschung vor einer Gärtnerei liegt ein Steinkreuz, das im Ort "Judenkreuz" genannt wird. Hier soll ein Jude ermordet worden sein. Zwar ist ein Kreuz für einen ermordeten Juden ungewöhnlich, doch geht es um die Sühne für den Mord und weniger um ein Erinnerungsmal für die ermordete Person.  Quelle der Informationen von der Website suehnekreuz.de
Foto links von Michael Ohmsen, Website mit Fotoseite zu Weisenheim am Sand
Hans-Oskar Koob (Weisenheim am Sand) weist allerdings darauf hin, dass hierzu eine sichere Quelle fehlt.   

    
    
Links und Literatur

Links:

Website der Gemeinde Weisenheim am Sand   

Literatur:  

Alfred Hans Kuby (Hrsg.): Pfälzisches Judentum gestern und heute. Beiträge zur Regionalgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. 1992. 
Otmar Weber: Die Synagogen in der Pfalz von 1800 bis heute. Unter besonderer Berücksichtigung der Synagogen in der Südpfalz. Hg. von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Pfalz in Landau. 2005. S. 158.
Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mainz 2005. S. 225 (Kurzhinweis innerhalb des Abschnittes zu Lambsheim).
  

              

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 09. Januar 2012