Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Wasserlos (Gemeinde Alzenau, Kreis Aschaffenburg, Unterfranken)
Jüdische Geschichte / Synagoge 

Übersicht:  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen    
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen   
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde                 
   
In Wasserlos bestand eine jüdische Gemeinde bis zur 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, danach bildeten die jüdischen Einwohner von Wasserlos eine gemeinsame Gemeinde mit den in Alzenau lebenden jüdischen Familien. Im 17. Jahrhundert lebten in Wasserlos bis zu 30 jüdische Familien, im benachbarten Alzenau 12 Familien. Seit dem 18. Jahrhundert war das Zahlenverhältnis umgekehrt, sodass in Alzenau mehr jüdische Familien als in Wasserlos lebten (1789 jüdische jüdische Haushaltungen, 1867 22 jüdische Gemeindeglieder). 
    
Bei der Erstellung der Matrikellisten 1817 werden in Wasserlos auf elf Matrikelstellen die folgenden jüdischen Familienvorstände genannt (mit neuem Familiennamen und Erwerbszweig): Jessel Reis, Viehhandel; 1824 übernimmt sein Schwiegersohn Herz Marx, Feldbau, diese Stelle), Morche Lindenberger (Mähler), Koppel Reis (Vieh- und anderer Handel), Jessel Mannheimer (Handel und Schlachten), Mordche Mannheimer (Viehhandel, Schlachten), Isaac Straus (Viehschlachten), Maier Straus (Schlachten und Handel), Jacob Neu (Kramhandel), Abraham Straus (Viehhandel, Schlachten), Herz Werner (Feldbau, seit 1824), Ruben Reichenberg (SChneidermeister, seit 1825).   
   
An Einrichtungen hatte die Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine Religionsschule und ein rituelles Bad. Die Toten der Gemeinde wurden im jüdischen Friedhof in Hörstein beigesetzt. 
   
Die jüdische Gemeinde wurde vom Distriktsrabbinat in Aschaffenburg betreut. Auf Grund der bereits im 19. Jahrhundert stark zurückgehenden Zahlen (in Wasserlos 1867 22 jüdische Gemeindeglieder, 1871 23, 1880 13, 1900 25) schlossen sich die noch verbliebenen Familien der Gemeinde in Alzenau an, die sich danach "Israelitische Kultusgemeinde Alzenau-Wasserlos" nannte.   
   
Im 20. Jahrhundert ging die Zahl der jüdischen Einwohner weiter zurück: 1910 15 (1,8 % von insgesamt 807 Einwohnern), 1925 10, 1932 7. 
  
Im Ersten Weltkrieg fiel aus der jüdischen Gemeinde Robert Lindenberger (geb. 26.11.1887 in Wasserlos, vor 1914 in Alzenau wohnhaft, gestorben an der Kriegsverletzung am 2.8.1919). 
  
Auch in Wasserlos richteten sich nach 1933 nationalsozialistische Maßnahmen gegen die nur noch wenigen jüdischen Einwohner: Im Mai 1936 wurde an der Dorfeinfahrt ein Schild mit der Aufschrift "Juden sind hier unerwünscht" angebracht. 1937 wanderte eine fünfköpfige Familie in die USA aus, eine Jüdin starb 1937, eine zweite am 4. Januar 1941.    
       
Von den in Wasserlos geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"):   Rosa Lindenberger (1885), Sidda (Sara) Neu (1907), Siegmund Neu (1899).      
      
      
      
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
       
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde 
Über den Kunstmaler Ludwig Neu (1897-1980)     

Ludwig Neu 05.jpg (44923 Byte)Aus Wasserlos stammt der jüdische Kunstmaler Ludwig Neu (geb. 1897 in Wasserlos, gest. 1980 in Buenos Aires, der später in Hamburg lebte. Nach ihm ist in Wasserlos die "Ludwig-Neu-Straße" benannt. 
Links das Gemälde "Der Junge von den Färöer-Inseln" (Quelle)
  
Neu Ludwig 010.jpg (47452 Byte)      
Gemälde "Altstadtgasse mit Backsteinkirche" (1922; Quelle)      

     
     
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Einzelpersonen  
Anzeigen der Brot- und Feinbäckerei A. Bornheim (1901)   

Wasserlos Israelit 25021901.jpg (34293 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Februar 1901: "Junger tüchtiger Bäckergeselle kann eintreten. 
A. Bornheim
, Brot- und Feinbäckerei, Wasserlos in Unterfranken."  
Wasserlos Israelit 28031901.jpg (28027 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. März 1901: "Tüchtiger Bäckergeselle für gleich nach Pessach gesucht. 
A. Bornheim, Wasserlos, Unterfranken."        

    
Anzeige der Geschwister Lindenberger (1937!) 
Anmerkung: Sargenes ist das Sterbekleid (Kittel, Obergewand, mit dem ein Toter nach der rituellen Reinigung [Tahara] angekleidet wird); dieses Sterbekleid wird von vielen jüdischen Männer zu den Gottesdiensten an Rosch HaSchana und Jom Kippur getragen.  

Wasserlos Israelit 07051937.jpg (42984 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Mai 1937: "Arbeit. Sargenes. billig. Preis. Geschwister Lindenberg., Wasserlos bei Aschaffenburg (Unterfranken)."  

   
   
   
Zur Geschichte der Synagoge                
   
In Wasserlos wurde bereits im 17. Jahrhundert eine Synagoge eingerichtet oder erbaut. Damals und noch bis zum 18. Jahrhundert kamen auch die Alzenauer Juden zum Gottesdienst in die Synagoge nach Wasserlos. Aus diesem Grund wurde Wasserlos auch als "Mutter der Gemeinde Alzenau" bezeichnet. Einige weitere Informationen finden sich in den Berichten zur Hundertjahrfeier der Synagoge in Alzenau
      
      
Adresse/Standort der SynagogeIst nicht bekannt.   
      
      
Fotos   

Historische Fotos sind nicht bekannt, Hinweise oder Zusendungen bitte an den 
Webmaster der "Alemannia Judaica": Adresse auf der Eingangsseite.
     

         
   

Links und Literatur 

Links:  

Website Stadt Alzenau  
Akten der Israelitischen Kultusgemeinde Alzenau-Wasserlos in den Central Archives Jerusalem   

Literatur:  

Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979 S. 423-424.
Israel Schwierz:  Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. A 85. 1988 S. 124.
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany - Bavaria. Hg. von Yad Vashem 1972 (hebräisch) S. 403-404. 
Dirk Rosenstock: Die unterfränkischen Judenmatrikeln von 1817. Eine namenkundliche und sozialgeschichtliche Quelle. Reihe: Veröffentlichungen des Stadtarchivs Würzburg Band 13. Würzburg 2008. S. 87.   

  
   

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 02. Oktober 2013