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Wallerfangen
(Landkreis Saarlouis)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
In Wallerfangen bestand eine kleine jüdische
Gemeinde bis in die 1930er-Jahre. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17.
Jahrhunderts zurück. 1685 wird eine jüdische Familie aus Wallerfangen
genannt, die sich in der neu gegründeten Festungsstadt Saarlouis
ansiedeln konnte. 1783 wurden in Wallerfangen und dem benachbarten
Beaumarais zusammen 12 jüdische Familien gezählt. 1817 kam es zu einem Streit zwischen den Familien beider Orte, in
den der Oberrabbiner von Trier eingeschaltet war und der offenbar zur
(vorübergehenden?) Trennung der beiden Gemeinden geführt hat. Beim Streit
dürfte es um die Frage nach dem Hauptort der Gemeinde gegangen sein, da nicht
an beiden Orten eine Synagoge betrieben werden konnte. Damals besuchten in
Beaumarais lebenden Juden den Betsaal in Wallerfangen. Auch in den folgenden
Jahrzehnten blieb Wallerfangen Hauptort: 1838 wurde hier eine neue Synagoge
gebaut (s.u.). In den
Verzeichnissen bis nach der Mitte des 19. Jahrhunderts erscheint Beaumarais immer als Filialort
von Wallerfangen, z.B. in einem Verzeichnis über die jüdischen
Gemeindeglieder im Kreis Saarlouis von 1855: "Wallerfangen mit
Beaumarais".
Die jüdischen Familien
lebten überwiegend vom Handel mit Vieh. Einige waren als Metzger tätig.
Im 19. Jahrhundert blieb die
Gemeinde klein. Die höchste Zahl wurde 1895 mit 39 Personen erreicht. Die in
Beaumarais, Felsberg sowie zeitweise auch die in Niederlimberg lebenden
jüdischen Einwohner gehörten bis 1863 offiziell zur Gemeinde in Wallerfangen. Die Toten
der jüdischen Gemeinde wurden in Dillingen, nach 1905 auch in
Saarlouis
beigesetzt.
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine
Religionsschule und ein rituelles Bad. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der
Gemeinde war ein Religionslehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter
und Schochet fungierte (vgl. Ausschreibungstexte unten). Spätestens um 1913 (s.u.)
wurde die Stelle nicht mehr besetzt, zumal auf Grund der zurückgegangenen
Zahl der Gemeindeglieder kaum noch Gottesdienste abgehalten werden konnten (s.u.).
Um 1924, als zur Gemeinde noch 11 Personen gehörten, waren diese
inzwischen Mitglieder der Gemeinde in Beaumarais
geworden und besuchten die dortige Synagoge.
In den 1930er-Jahren lebten noch in Wallerfangen: Familie Moses Kahn
(Sonnenstraße) mit Frau Rosa und der Adoptivtochter Anneliese; Gertrud Hanau
und Schwester Rosalie Feiner geb. Hanau mit Tochter Clementine (die beiden
Schwestern hatten ein Weiß- und Kurzwarengeschäft in der
Villeroystraße); Selma Schömann (hatte ein Kurz-, Weiß- und
Wollwarengeschäft in der Hauptstraße), Raphael Kahn; Josef Deutsch (Metzger,
wohnte auf dem Grundstück Ecke Haupt-/Schlachthausstraße).
Von den in Wallerfangen geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945", ergänzt durch Angaben von Hans Neis s. Lit.):
Gertrud (Gertrude) Hanau (1863), Michel Moritz Hanau (1879), Simon Hanau (1878),
Ruth Hirsch (1928), Anneliese Kahn (1922), Rosa
Kahn geb. Lorig (1892), Simon Kahn (1871), Sarah Reinische (1885), Selma
Schömann (1881). Unklar ist das Schicksal von Clementine Feiner (1902).
Nach 1945 ließ sich die aus Niedaltdorf
stammende Familie von Leo Michel (1893-1967) in Wallerfangen nieder, die
in Frankreich die NS-Zeit überlebt hatte. Die Familie wohnte in der Entengasse
(Näheres dazu im Beitrag von Pascal Strobel: Erlebnisbericht von Henriette
Rotfuchs s.u.).
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der
jüdischen Lehrer
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1878 /
1885 / 1892
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. August 1878:
"Die israelitische Gemeinde Wallerfangen sucht zum sofortigen
Eintritt einen unverheirateten Religionslehrer, Kantor und Schochet.
Bei freier Station und 250 Mark fixem Gehalt dürfte sich das
Gesamteinkommen auf 500 Mark per Jahr belaufen. Da nur 4 Kinder zu
unterrichten sind, so ist außerdem einem jungen Manne zu vielen
Nebenverdiensten Gelegenheiten geboten. Anmeldungen an Prediger L. Wolff,
Saarlouis." |
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Anzeige in der Zeitschrift "Der
Israelit" vom 24. August 1885: "Bei der israelitischen
Kultusgemeinde Wallerfangen, ist die Stelle eines Religionslehrers, Chason (=
Vorbeter) und Schochet vakant und soll sofort besetzt werden. Einkommen 1200
Mark nebst freier Wohnung, Brand und Licht. Ledige seminaristisch gebildete
Bewerber erhalten den Vorzug. Wallerfangen, 1. August 1885.
Der Vorstand Abraham
Kahn I., Abraham Kahn II., Kantor Stern". |
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Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Juli 1892:
"Die Stelle eines Vorbeters, Schächters und Religionslehrers ist in
der Gemeinde Wallerfangen sofort zu besetzen.
Unverheiratete Bewerber wollen sich unter Einsendung ihrer Zeugnisse bei
dem Unterzeichneten melden.
Gehalt 200 Mark nebst freier Station und Nebeneinkünfte. Saarlouis, den
5. Juli 1892. H. Cohn, Lehrer." |
Aus dem jüdischen
Gemeindeleben
Spendenaufruf des Religionslehrers Emil Benjamin (1887)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. September 1887:
"Bitte! Ein sehr achtbarer und strebsamer Mann in Norddeutschland,
einst wohlhabend und wohltätig, ist unverschuldet so heruntergekommen,
dass er samt seinen zahlreichen Kindern, die ihm seine infolge einer
unglücklichen Entbindung verstorbene Frau hinterlassen, der größten
Verzweiflung ausgesetzt ist. Derselbe bittet daher edeldenkende
Glaubensgenossen um schleunige Hilfe und Rettung, damit er sich ein
kleines Gewerbe eröffnen könne. Zur Empfangnahme und Weiterbeförderung
von Gaben, wie zur Erteilung von näherer Auskunft ist gern bereit Emil
Benjamin, Religionslehrer in Wallerfangen bei Saarlouis." |
Berichte zu
einzelnen Personen aus der Gemeinde
Fabrikant Villeroy unterstützt die Auswanderung von Moses Kahn (1896)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Juni 1896:
"Saarlouis. Moses Kahn, ein bejahrter Junggeselle in Wallerfangen,
wollte notgedrungen, weil er sonst keine Verwandte in Deutschland hat, mit
seiner verwitweten Schwester, bei der er bisher gewohnt hatte, nach
Amerika zu deren Kindern auswandern. Herr Villeroy, Inhaber der
weltbekannten Porzellanfabrik Villeroy und Boch, erbot sich, als er von
dieser Absicht des Moses Kahn hörte, für den Unterhalt des Junggesellen
zu sorgen; das Anerbieten wurde dankbarlichst angenommen. Die Schwester
reiste nach Amerika und Herr Villeroy kommt für alle Bedürfnisse des
Kahn in generöser Weise auf. Diese edle Tat verdient veröffentlicht zu
werden und beweist, dass es unter hoch angesehenen Christen noch Männer
gibt, die vom Antisemitismus nichts wissen wollen. Ehre einem solchen
Wohltäter!" |
Zum Tod von Moses Kahn (1876 - 1978)
Anmerkung: der Artikel wurde von Pascal Strobel zur Verfügung
gestellt; zur Geschichte von Moses Kahn: Familie Moses Kahn wohnte in
Wallerfangen in der Sonnenstraße. Die erste Frau von Moses Kahn war 1926
gestorben; die zweite Frau war Rosa Kahn geb. Lorig (geb. 1892). Das Ehepaar
adoptierte ein Mädchen namens Anneliese, das aus der Verwandtschaft stammte.
Moses Kahn konnte noch rechtzeitig emigrieren, Frau Rosa und die Adoptivtochter
Anneliese wurden in Auschwitz ermordet. Moses Katz war nach 1945 mehrfach in
Wallerfangen. Er starb mit 102 Jahren in Metz (Informationen aus dem Beitrag von
Hans Neis siehe Literatur unten).
Artikel
von 1978: "Nekrolog M. Moses Kahn. Der Älteste der Metzer
Stadteinwohner gab den Geist am Donnerstag in dem israelitischen
Altersheim auf. M. Moses Kahn war am 9. Juli 1978 102 Jahre alt geworden.
vor 19 Jahren hatte er sich nach einem arbeitsamen Leben als Viehhändler
in der Gegend von Königsmacker zurückgezogen. Der Verstorbene war
ehemaliger Frontkämpfer des 1914-18-Krieges und litt stark während des
Zweiten Weltkrieges, da seine Gattin und seine Tochter verschleppt worden
und in Auschwitz starben. Wir sprechen den trauernden Angehörigen unser
aufrichtiges Beileid aus. Unser Bild zeigt M. Kahn am Tage seines 98.
Geburtstages, als er seine Flugtaufe beging." |
Zur Geschichte des Betsaales / der
Synagoge
1817 wird erstmals eine Synagoge genannt, die damals bereits
"seit längerer Zeit" vorhanden gewesen sei und auch von den in
Beaumarais, Felsberg und Niederlimberg lebenden jüdischen Personen besucht
wurde. 1838 wurde eine
neue Synagoge im Garten des Herz Kahn erstellt. Nach 1890 stand die alte
Synagoge einer Firmenerweiterung des Wallerfanger Betriebes der Firma
Villeroy und Boch im Weg. Die Firma übernahm die Kosten für eine neue
Synagoge, die 1892 in der heutigen Gartenstraße erbaut und am Schabbat 24./25.
Februar 1893 mit einem Fest für den ganzen Ort eingeweiht wurde.
Oberrabbiner Dr. Baßfreund in Trier hielt die Predigt. Der Synagogenchor aus
Merzig und eine Regimentskapelle übernahmen die musikalische Umrahmung.
Über die Einweihungsfeier liegt ein Bericht aus der Zeitschrift
"Der Israelit" vor:
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. März 1893: "Merzig, 27. Februar
(1893). Es dürfte
vielleicht Ihre Leser die Nachricht interessieren, dass am verflossenen Schabbat
Paraschat Sachor (Schabbat Sachor war am 24./25. Februar 1893), d.i.
die Synagoge im benachbarten Wallerfangen eingeweiht wurde. -
Ein gewiss höchst seltener Umstand, dass eine Synagoge von Christen erbaut
wurde, war hier der Fall, das bekannte Welthaus Villeroy und Boch, dessen
Porzellanfabrik in Wallerfangen ihren Sitz hat, musste, um ein nötiges Terrain
zu gewinnen, die alte Synagoge, die an sich schon baufällig war, erwerben und
erbot sich, der Gemeinde ein neues Gotteshaus an anderer Stelle zu errichten.
Der Bau wurde verflossenen Sommer in Angriff genommen und macht derselbe der
Firma Villeroy und Boch in seiner Fertigstellung alle Ehre. - Ein imposanter
Festzug, unter Musikbegleitung, brachte am Freitag Mittag die Torarollen aus der
alten Synagoge in die neue; nachdem hier der Merziger Synagogenchor unter
Mitwirkung einer Regimentskapelle, einen Fest-Hymnus zur Aufführung gebracht,
ein Vorstandsmitglied die Synagoge unter den Schutz Seiner Majestät des
deutschen Kaisers gestellt, öffnete der Bürgermeister die Synagoge, nachdem
ihm vorher in feierlicher Weise der Schlüssel überreicht wurde. - Die erhebende
Weihepredigt hielt Herr Oberrabbiner Dr. Baßfreund aus Trier, und dem
Festgottesdienst selbst, gab der allerwärts rühmlichst bekannte Merziger
Synagogen-Chor, eine Schöpfung unseres unvergesslichen Herrn Cantor Schnerb - seligen
Angedenkens - unter Führung seines jetzigen Cantors Herrn Nußbaum das
eigentliche Gepräge. Eine Blumenlese der Gesänge von Naumburg, Sulzer,
Lewandowsky etc., die wir hörten, können wahrlich nicht mustergültiger zur
Ausführung gebracht werden und fanden auch diese Leistungen in Wallerfangen den
verdienten Beifall. Es muss rühmend hervorgehoben werden, dass die meisten
christlichen Häuser des ca. 4.000 Einwohner zählenden Ortes, zu der Feier
Flaggenschmuck angelegt hatten, während des Festzuges Böllerschüsse ertönten
und am Freitag Abend nach Schluss des Gottesdienstes, die Umgebung der Synagoge
in bengalischem Lichte und Feuerwerk erstrahlte. Alles arrangiert von den
christlichen Mitbürgern. - Verschiedene christliche Vereine ließen es sich nicht
nehmen ihren jüdischen Mitbürgern des Abends durch einen Fackelzug ihr
Scherflein zur Verherrlichung der Feier beizutragen und Zeugnis davon abzulegen,
wie in Wallerfangen ein schönes Einvernehmen zwischen den Konfessionen
herrscht. H.W." |
Bei der Synagoge handelte es sich um einen einfachen, ca.
10 m langen und 7 m breiten Saalbau mit einem flachen Sattelbach. Auf der
Ostseite befand sich in einer kleinen Apsis der Toraschrein.
Durch die zurückgegangene Zahl der jüdischen
Gemeindeglieder war die Zehnzahl von jüdischen Männern im Gottesdienst bereits
um 1913 nicht mehr erreichbar. In den folgenden Jahren besuchten die Juden
Wallerfangens die Synagoge in Beaumarais. Die Synagoge
Wallerfangen wurde
bereits vor 1935 aufgegeben und zunächst als Lagerhaus benutzt. Von Vorfällen
im Zusammenhang mit dem Novemberpogrom 1938 ist nichts bekannt.
1945 wurde das Gebäude beschlagnahmt und zunächst der
Synagogengemeinde Saar zurückgegeben. 1950 wurde das Synagogengebäude durch die
Neuapostolische Kirche gepachtet. Nach 1956 konnte das Gebäude von
der Synagogengemeinde Saar gekauft werden. Seitdem ist es Zentrum der
Neuapostolischen Kirchengemeinde Wallerfangen. Bischof Pfennig und Senatspräsident Levi regelten damals die
Formalitäten des Kaufs. Man freute sich über die weitere Verwendung der
ehemaligen Synagoge als Gotteshaus. Der Bau steht
seit 1990 unter Denkmalschutz. Das Gebäude wurde mehrfach renoviert, zuletzt 2004. Da vergleichsweise nur wenige Umbauten seit
dieser Zeit durchgeführt wurden, gibt das Gebäude immer noch die Möglichkeit,
sich die ursprüngliche Gestaltung des Innenraums vorzustellen.
Besondere Veranstaltungen im Zusammenhang mit der Geschichte der
Neuapostolischen Kirche als frühere Synagoge
Feierstunde an einem Mahnmal der Künstlergruppe 11F im Rathaus Wallerfangen im November 2006
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Presseartikel von Gerhard Alt zur
Veranstaltung an diesem Mahnmales - aus der Saarbrücker Zeitung - November
2006:
"An ermordete Juden aus Wallerfangen erinnert. Treffen an der 'Mahnmal'-Skulptur
im Rathaus.
Am Buß- und Bettag sind Gäste an dem von Künstlerinnen der Gruppe 11F
geschaffenen Mahnmal im Wallerfanger Rathaus zusammen gekommen. An die
ermordeten Juden aus Wallerfangen wurde erinnert. Es gab deutliche Worte der
Mahnung.
Wallerfangen. 'Mahnmal' heißt die Skulptur im Foyer des Rathauses.
Dort steht sie seit einigen Wochen, aber nicht für immer. Die
Künstlerinnengruppe 11F um Hildegard König-Grewenig, Synodalbeauftragte des
Kirchenkreises Völklingen für den christlich-jüdischen Dialog, hat sie
geschaffen. Die Eisenplatte steht für die Züge, der Balken für die Lkw, die
jüdische Menschen in Vernichtungslager brachten, ein rostiger Zirkel dafür,
dass am Schreibtisch alles beschlossen wurde, der aufragende schwarze
Hintergrund für die Schornsteine der Verbrennungsöfen, verschobene Sitze ohne
Sitzflächen stehen dafür, dass für diese Menschen während des
Nationalsozialismus kein Platz in der Gesellschaft war. Auf einer Tafel sind die
Namen der Wallerfanger Juden, die ermordet wurden, zu lesen.
Am Mittwoch, dem Buß- und Bettag, war eine Gedenkstunde im Rathausfoyer. Sie
war nicht angekündigt. Knapp 50 geladene Vertreter der Gemeindegremien, der
christlichen Gemeinden und der Synagogengemeinde Saar waren anwesend.
Bürgermeister Wolfgang Wiltz begrüßte besonders Lucien und René Michel,
Wallerfanger Juden, deren Familien nach Frankreich geflüchtet waren. Nach dem
Krieg kehrten sie in die Heimat zurück.
Lucien Michel schilderte ihre Geschichte. Pascal Strobel von der
neuapostolischen Gemeinde Wallerfangen, die ihre Kirche in der früheren
Synagoge hat, schilderte, wie harmonisch Juden und Christen einst zusammen
lebten und die Eröffnung dieser Synagoge feierten. Er forschte den Spuren des
jüdischen Mädchens Ruth Hirsch nach bis 'November 1944, Auschwitz: Dort gilt
sie als verschollen'. Wiltz erklärte, dass 'weiter nach einer bleibenden
äußeren Form der Mahnung und Erinnerung' gesucht werde. Was er andeutete,
sprach Richard Borg, Vorsteher der Synagogengemeinde Saar, deutlich aus. Er
beschrieb ganz aktuelle Fälle von Hass und Gewalt gegen Ausländer, Juden,
Minderheiten und von Grabschändung".
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Weitere Informationen zu der Veranstaltung siehe auf der Website
der Neuapostolischen Kirchengemeinde Wallerfangen (unter "Alte
Synagoge").
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"Tag des
offenen Denkmals" am 9. September 2007
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Das im saarländischen
Ministerium für Umwelt angesiedelte Landesdenkmalamt und der Landkreis
Saarlouis hatten die Neuapostolische Kirche Wallerfangen für den Tag
des offenen Denkmals 2007 ausgewählt. Dabei
fanden an diesem Tag folgende Veranstaltungen statt:
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10:00 Uhr
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Gottesdienst mit anschl. Sektempfang und Imbiss
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ab 13:30 Uhr
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Kaffee und Kuchen
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14:00 Uhr
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Eröffnung der Vorträge durch Dr. Peter Winter, Landrat a.D.
Vorsitzender des Vereins für Heimatforschung Wallerfangen
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14:10 Uhr
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Vortrag von Dr. Reiner Schütte:
"Die Historie der Alten Synagoge Wallerfangen"
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15:00 Uhr
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Vortrag von Katja
Motsch: "Die gesellschaftliche
Situation der Juden zur Zeit der Errichtung des Sakralbaus
1893"
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16:00 Uhr
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Vortrag von Stefan Krämer:
"Die letzten Juden in Wallerfangen"
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17:00 Uhr
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Vortrag von Dr. Pascal Strobel:
"Die Entstehung der neuapostolischen Gemeinde und der Erwerb
des Gotteshauses"
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19:00 Uhr
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Konzertabend mit dem 1. Konzertmeister des saarländischen
Staatstheaters Wolfgang Mertes (Violine) und Matthias Ernst (Klavier)
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Fotos vom "Tag des
offenen Denkmals"
(Quelle: Website der Neuapostolische Kirche
Wallerfangen, mit freundlicher Genehmigung von Dr. Pascal Strobel) |
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Vortrag von Katja Motsch |
Vortrag von Stefan Krämer |
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Vor der Kirche /
ehemaligen
Synagoge |
Unter den Gästen:
Claude Villeroy
de Galhau (rechts neben Pascal Strobel,
Gemeindevorsteher
der NAK Wallerfangen) |
Rechts von Pascal
Strobel:
Vorstandsvorsitzender der Synagogengemeinde
Saar Richard Bermann
und Geschäftsführer der
Synagogengemeinde Marcel Wainstock |
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Bericht zum "Tag des
offenen Denkmals"
auf der Website der
Neuapostolische Kirche
Wallerfangen |
| Konzertabend mit
Wolfgang Mertes (Violine) und Matthias Ernst (Klavier) |
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Gedenkveranstaltung
zum 115. Jahrestag der Einweihung der Alten Synagoge im Februar 2008
Am
24. Februar 2008 jährte sich die Einweihung der Alten Synagoge zum 115.
Mal. An diesem Tag fand eine Gedenkveranstaltung mit Vertretern der
Synagogengemeinde Saar und ein Konzertabend mit dem Offenburger
Streichtrio statt.
In 2008 feiert die Neuapostolische Kirchengemeinde Wallerfangen ihr
85-jähriges Jubiläum.
Fotos: G. Kühnle-Hahn; die mit * bezeichneten Fotos sind von Sabine
Mayer-Saar). |
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Die ehemalige Synagoge 115
Jahre
nach der Einweihung als
jüdisches Gotteshaus |
Begrüßung zur
Gedenkveranstaltung durch
den Gemeindevorsteher der NAK (Gemeinde
Wallerfangen) Dr. Pascal Strobel |
Grußwort von Richard Bermann,
Vorstandsvorsitzender der
Synagogengemeinde Saar * |
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Ansprache von Dr. Reiner
Schütte
(NAK Wallerfangen) über "Die
Synagogengemeinde Wallerfangen
bis 1945" |
Ansprache von Katja Motsch
(NAK Wallerfangen)
über "Die neuapostolische Gemeinde in der
Alten
Synagoge seit 1950" |
Dr. Joachim Hahn (Stuttgart)
mit dem Referat
über "Christlicher und Jüdischer Glaube - was
verbindet uns, was trennt uns?" |
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Das Offenburger Streichtrio,
das zum Konzertabend in der "Alten Synagoge" Werke von
Ludwig
van Beethoven. Gideon Klein und Hansa Krása spielt (Foto rechts *) |
Außenaufnahme der Synagoge am
frühen Abend des Jahrestages |
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Dr. Joachim Hahn im Gespräch
mit
dem Vorstandsvorsitzenden der
Synagogengemeinde Saar
Richard Bermann |
Dr. Joachim Hahn, Prof.
Herbert Jochum
(Christlich-Jüdische Arbeitsgemeinschaft des
Saarlandes)
und Erika Hügel
(Synagogengemeinde Saar) |
Dr. Pascal
Strobel und
Richard Bermann * |
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Rechts: Artikel in der
"Saarbrücker Zeitung"
vom 27. Februar 2008 von Alexandra
Broeren
über die Gedenkveranstaltung in Wallerfangen |
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Rechts: Artikel in der
"Saarbrücker Zeitung"
vom 1./2. März 2008 von Harald Knittner
über
die Neuapostolische Gemeinde Wallerfangen
in der ehemaligen Synagoge
des Ortes |
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Rechts: Bericht in der
"Saarbrücker Zeitung"
vom 28. Februar 2009 über die
Gedenkfeier
am 25. Februar 2009 vor der Neuapostolischen
Kirche in
Wallerfangen "Zur Erinnerung
an die Opfer des Holocaust" |
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Standort der Synagogen: Synagoge 1838 -
1893: Villeroystraße; Synagoge 1893 - vor 1935: Gartenstraße 2
Fotos:
(Fotos: obere Zeilen Sammlung der Neuapostolischen
Kirchengemeinde Wallerfangen)
| Historische Fotos |
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Einweihung der
Synagoge 1893 |
Kirchhofstraße in
Wallerfangen mit dem
Gebäude der Mikwe (rituelles Bad) |
1951: bereits neuapostolische
Kirche; Blick auf
den Bereich des früheren Toraschreines |
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Gottesdienst der neuapostolischen
Gemeinde 1957 |
Fotos von 1959 mit
dem früheren Eingangsportal der ehemaligen Synagoge. |
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Auf dem Verputz des Gebäudes
zeichnet
sich noch der frühere Eingang ab
(Westseite, Foto um 1970) |
Die ehemalige
Synagoge 1984 |
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Die ehemalige Synagoge im Frühjahr 2006
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 17.4.2006;
Aufnahmedatum der
Innenaufnahmen:
24.2.2008) |
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Außenaufnahmen
aus unterschiedlichen Perspektiven |
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Blick nach Osten zur Ostwand,
an dem
früher der Toraschrein stand |
Blick nach Westen heute |
Menora am Fenster |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Hans Neis: Die letzten Juden in Wallerfangen. In: Unsere
Heimat 3/4 als pdf-Datei online
zugänglich |
 | Anni Weitner: Selma und ihre Reisetasche. In: unsere Heimat
1987 als pdf-Datei online
zugänglich |
 | Pascal Strobel: Erlebnisbericht von Henriette Rotfuchs.
2005 als pdf-Datei online zugänglich |
 | Pascal Strobel: Die Historie der 'Alten
Synagoge' Wallerfangen als pdf-Datei online
zugänglich |
 | Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt
des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies
ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem
Saarland. Mainz 2005. S. 463-464 (mit weiteren Literaturangaben). |
vorherige Synagoge zur ersten Synagoge
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