Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Waldeck (Stadt Waldeck, Kreis Waldeck-Frankenberg) 
Jüdischer Friedhof 
  

Zur Geschichte der jüdischen Einwohner          
   
In Waldeck gab es im 19./20. Jahrhundert keine selbständige jüdische Gemeinde. Hier lebten zwei jüdische Familien Levy / Levi und Simon, die zur jüdischen Gemeinde in Sachsenhausen gehörten. Möglicherweise hatten sie am Ort einen privaten Betraum. Nach den Erinnerungen am Ort gab es ein rituelles Bad. Es lag unterhalb der Straße "Am alten Weinberg", doch sind keine Reste mehr erhalten. Um 1900 lebten in Waldeck 10, 1905 noch acht jüdische Personen; 1925 wohnten keine Juden mehr in Waldeck. 
  
Die beiden Familien hatten sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Waldeck niedergelassen. Simon war arm und ernährte sich und seine Frau mit kleinen Handelsgeschäften (Felle) und Gelegenheitsarbeiten (auch Schlachten von Ziegenlämmern.). Das Ehepaar starb kinderlos vor 1900. Die Familie Levy betrieb in Waldeck ein gutgehendes Geschäft (Lebensmittel- und Kolonialwaren, Eisenwaren, Textilien) und betrieb daneben eine kleine Landwirtschaft. Die Familie siedelte im Jahr 1912 nach Bad Wildungen über (acht Personen); Söhne dieser Familie lebten später in den USA.        
    
    
Zur Geschichte des Friedhofes      
    
Von der Familie Levi wurde die Anlage eines Friedhofes veranlasst; der älteste Beigesetzte war Samuel Levi (1740-1832). Insgesamt wurden auf dem Friedhof im Laufe der Jahrzehnte 17 Beisetzungen vorgenommen (in der Dokumentation 1941/43 siehe unten werden 17 Beigesetzte genannt, davon 9 ohne Stein, 6 mit Stein). Heute sind noch fünf Grabsteine erhalten, alle von Angehörigen der Familie Levy / Levi, die in den Jahren zwischen 1890 und 1913 hier beigesetzt wurden. Die Friedhofsfläche umfasst 0,82 ar.  
    
Der Schlüssel zum Friedhof ist bei der Stadtverwaltung erhältlich. 
        

Kurzdokumentation des Friedhofes 1941 / 43  
Waldeck Friedhof D1943.jpg (99438 Byte) 1941/43 werden folgende Personen genannt, die auf dem Friedhof beigesetzt wurden: Samuel Levi (ohne Stein nach Aufzeichnung) gestorben am 31. August 1832 im Alter von 92 Jahren, 11 Monaten; dessen Ehefrau (ohne Stein nach mündlicher Überlieferung), Abraham Levi (ohne Stein nach mündlicher Überlieferung); Frau Abraham Levi I geb. Schettmar (ohne Stein), Frau Abraham Levi II geb. Lieberberg (ohne Stein); Eva Levi, Kind (ohne Stein), geboren 9. Januar 1827; ein Sohn, geboren 1827, vor der Beschneidung gestorben (ohne Stein); Sophie Levi (mit Stein), gestorben 17. Mai 1890; Simon Levi (ohne Stein), geboren 19. April 1813; Sarah Levi (mit Stein), gestorben 1902; Isak Levi (mit Stein), gestorben 3. Juli 1906; Levi Levi (mit Stein), gestorben Oktober 1906; Röschen Levi (mit Stein), gestorben 17. Februar 1913; Jette Levi (mit Stein) geb. Feist; Feist Kornemann (?) (ohne Stein) gestorben etwa 1860; Bine Feist (ohne Stein), Seim Feist (ohne Stein).    

    
    
Lage des Friedhofes    
    
Der Friedhof liegt an der zum Ederstausee hinabführenden Straße im Bereich der "Nußbaumkurve".  
    
Link zu den Google-Maps  
(der Pfeil markiert die Lage des Friedhofes)      
    
    
    
Fotos 

Der Friedhof im Frühjahr 2016  
(Fotos: Hahn, Aufnahmen vom 31.3.2016)  

       
Waldeck Friedhof IMG_8625.jpg (183461 Byte) Waldeck Friedhof IMG_8626.jpg (277479 Byte) Waldeck Friedhof IMG_8607.jpg (258012 Byte) Waldeck Friedhof IMG_8608.jpg (188514 Byte)
Blick zum Friedhof von der "Nußbaumkurve"; 
der Friedhof liegt im Bereich der hohen Fichte  
 Blick auf den Friedhof; 
im Hintergrund Schloss Waldeck  
Eingangstor
 mit Hinweistafel 
  Foto oben in hoher Auflösung    
     
Waldeck Friedhof IMG_8609.jpg (277224 Byte) Waldeck Friedhof IMG_8621.jpg (290604 Byte)  
Blick über den Friedhof von Osten  Blick über den Friedhof von Westen   
Das Foto oben in hoher Auflösung       
     
Waldeck Friedhof IMG_8610.jpg (307949 Byte) Waldeck Friedhof IMG_8611.jpg (297157 Byte) Waldeck Friedhof IMG_8613.jpg (235706 Byte) Waldeck Friedhof IMG_8614.jpg (270249 Byte) Waldeck Friedhof IMG_8615.jpg (319791 Byte)
Grabstein für Henriette Levy 
(27. August 1827 - 11. Februar 1913) 
Grabstein für Röschen Levy, Res'chen bat Jaakow
(5. Juli 1834 - 17. Februar 1913)   
Grabstein für Isaak Levi 
(27. Dezember 1820 - 2. Juli 1906) 
     
Waldeck Friedhof IMG_8616.jpg (320041 Byte) Waldeck Friedhof IMG_8617.jpg (298533 Byte) Waldeck Friedhof IMG_8618.jpg (324332 Byte) Waldeck Friedhof IMG_8620.jpg (243724 Byte) Waldeck Friedhof IMG_8619.jpg (240030 Byte)
Grabstein für Sophie Levy 
hebräisch: unverheiratete Tochter des Jizchak 
(gest. 17. Mai 1890) 
Kaum lesbarer Grabstein 
 
   
Grabstein für Sara Levi 
(hebräische Inschrift) 
(gest. 1902)  
     

    
     

Links und Literatur 

Links:  

Website der Stadt Waldeck  
Informationen auf der Seite des Fördervereins "Synagoge in Vöhl" (noch keine Inhalte zu Waldeck eingestellt)   

Quellen

Hinweis auf online einsehbare Familienregister der jüdischen Gemeinde Waldeck 
In der Website des Hessischen Hauptstaatsarchivs (innerhalb Arcinsys Hessen) sind die erhaltenen Familienregister aus hessischen jüdischen Gemeinden einsehbar: 
Link zur Übersicht (nach Ortsalphabet) https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/llist?nodeid=g186590&page=1&reload=true&sorting=41              
Zu Waldeck sind vorhanden (auf der jeweiligen Unterseite zur Einsichtnahme weiter über "Digitalisate anzeigen"):    
HHStAW 365,878   Gräberverzeichnis des jüdischen Friedhofs in Waldeck (Schloss Waldeck), aufgenommen um 1941 durch Salomon Levi, ehemals aus Waldeck, und zusammengestellt im Mai 1943 durch Hans Oppenheim aus Kassel; Laufzeit 1813 - 1913; enthält u.a. den Verweis auf 17 Verstorbene, darunter 6 mit Grabstein, darin auch ein Hinweis auf den Verlust der Synagogenbücher aus Waldeck  https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v5319782         
HHStAW 365,877   Trauregister der Juden von Waldeck  1859 - 1875     https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v3031410   
das Trauregister ist ohne Inhalt: vermeldet wird jährlich, dass keine israelitische Trauung stattgefunden hat.      

Literatur:  

Arnsberg II,335.    

    
      

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 17. Mai 2016