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Jahrestagungen von Alemannia Judaica Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft (Frühere und bestehende) Synagogen Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale in der Region Bestehende jüdische Gemeinden in der Region
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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde In Tairnbach bestand eine jüdische Gemeinde bis zu ihrer
Auflösung 1885. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 16. Jahrhunderts zurück.
Die Ritter von Hirschhorn, denen der Weiler Tairnbach gehörte, gestatteten nach
1500 den ersten Juden die Niederlassung am Ort. Zunächst wurden nicht mehr als
zwei bis drei Familien am Ort aufgenommen. Erst nach dem Dreißigjährigen Krieg
nahm die Zahl der Juden am Ort zu und erreichte um 1825 ihren Höchststand.
Damals hatte Tairnbach 372 Einwohner, von denen 124 zur jüdischen Gemeinde gehörten
(33 % der Einwohnerschaft). Die Höchstzahl jüdischer Einwohner wurde 1836 mit
172 Personen erreicht. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verringerte
sich die Zahl durch Ab- und Auswanderung sehr schnell: 1890 waren nur noch drei,
1895 keine Juden mehr in Tairnbach wohnhaft. Zur Geschichte des Betsaals/der Synagoge Im 16. Jahrhundert konnte ein jüdisches
Gemeindeleben am Ort noch nicht entstehen. Erst im 18. Jahrhundert gab es die Möglichkeit,
nach Erreichen der Zehnzahl religionsmündiger jüdischer Männer im Ort
Gottesdienste zu feiern. Zunächst wird ein Betsaal vorhanden gewesen
sein. Eine Synagoge wurde mit Hilfe der Ortsherrschaft vor
1800 errichtet, vielleicht schon 1761 gleichzeitig mit dem großen
herrschaftlichen Judenmietshaus. Dieses wurde als ein "Gebäude gleich
einer Caserne" bezeichnet. Im Erdgeschoss befand sich die Wohnung des
Lehrers und Vorsängers der Gemeinde. Die Synagoge stand am sogenannten
Judenschulweg (auch Judengang genannt), direkt am Tairnbächel. Der Judenweg
zweigt bis heute rechtwinklig von der Untergasse, damals Schmaltzgasse ab. 1857
beschwerte sich der Vorsteher der jüdischen Gemeinde über einen nahe dem
Synagogeneingang angelegten Misthaufen. 1877 wurden im Tairnbacher
Feuerversicherungsbuch die Neubaukosten des israelitischen Gotteshauses mit
8.250 Mark angegeben. Der Kaufwert lag mit 5.700 Mark im gleichen Jahr
wesentlich darunter. Aus den Zahlenangaben lässt sich ablesen, dass die
Synagoge einst mit dem drei- bis vierfachen finanziellen Aufwand – verglichen
mit einem normalen Tairnbacher Wohnhaus – errichtet wurde. Nach Abwanderung vieler Gemeindeglieder, insbesondere in die in der weiteren Umgebung liegenden Städte, war es bereits in den 1870er-Jahren für die Gemeinde sehr schwer, einen regelmäßigen Synagogengottesdienst aufrecht zu erhalten. Auswärtige jüdische Männer mussten geholt werden, um die erforderliche Zehnzahl zu erreichen. 1881 wird von der Baufälligkeit des steinernen Gebäudes berichtet. Im Jahr darauf ersteigerte die ortsansässige Zigarrenfabrik Arnheim und Dinkelspiel das marode Bauwerk und riss es ab. Die behauenen Steine fanden vermutlich beim Bau eines (inzwischen abgebrochenen) Fabrikgebäudes in der Eschelbacher Straße Verwendung. 1885 wurde die Gemeinde aufgelöst. An Stelle der ehemaligen Synagoge wurde später eine Scheune gebaut. Friedhof: In Tairnbach bestand kein jüdischer Friedhof. Die aus der Gemeinde verstorbenen wurden in Waibstadt oder Oberöwisheim, seit 1868 teilweise im jüdischen Friedhof in Michelfeld beigesetzt (siehe dortige Liste).
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