Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Zur Übersicht über die jüdischen Friedhöfe im Saarland  
   

Sankt Ingbert (Saarpfalz-Kreis) 
Jüdischer Friedhof

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde

Siehe Seite zur Synagoge in Sankt Ingbert (interner Link)    
  

Zur Geschichte des Friedhofes  

Die Toten der jüdischen Gemeinde wurden bis 1888 in Blieskastel beigesetzt. In diesem Jahr konnte nach einigen Verhandlungen mit der Stadt ein eigener jüdischer Friedhof in St. Ingbert angelegt werden. Der Stadtrat von St. Ingbert hatte am 27. Mai 1886 beschlossen: "Zur Herstellung eines Friedhofs für die Israeliten in St. Ingbert soll der Acker der Witwe von Peter Stief, rechts der Kapelle, um den Preis von 300 Mark erworben werden. Der Friedhof wird 10 Meter breit und 20 Meter tief angelegt. Mit der Herstellung soll sofort begonnen werden." Der Friedhof blieb in der Folgezeit städtisches Eigentum.     
   
In der NS-Zeit wurde der Friedhof geschändet. Am 24. September 1942 teilte Bürgermeister Dr. Norbert Schier dem Bauamt mit, dass "fast sämtliche Grabmäler am Boden liegen". Hierauf wurden die Grabsteine abgeräumt und in einem benachbarten Steinbruch gelagert. Der Friedhof wurde eingeebnet und als Kartoffelacker verwendet. Im August 1947 beschloss der Stadtrat die Instandsetzung. Bis 1951 wurde der Friedhof wieder hergestellt, die Grabsteine wieder aufgestellt.
   
Auf dem jüdischen Friedhof steht ein nach Abschluss der Wiederherstellung des Friedhofes aufgerichteter Gedenkstein mit der Inschrift: "Der Synagogengemeinde St. Ingbert, ihrem einstigen Gotteshause, ihren hier ruhenden Toten zur ehrenden Erinnerung. Stadtgemeinde St. Ingbert. Synagogengemeinde Saar 1951".
      
     
 Hinweis zu einer Dokumentation des Friedhofes 

Epidat logo.jpg (7648 Byte)Das Salomon-Ludwig-Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte in Duisburg hat den Auftrag erhalten, alle jüdischen Friedhöfe des Saarlandes bildlich-textlich zu dokumentieren und vergleichend zu erforschen. Das Saarland zählt 16 Friedhöfe, darunter einige, die mehrere Jahrhunderte alt sind. Ihre Gefährdung durch die schnell fortschreitende Verwitterung der tonigen Sandsteine des 19. Jahrhunderts macht die Erarbeitung einer Zweitüberlieferung höchst dringlich. Die Ergebnisse der Arbeit werden auch im Internet zugänglich gemacht.  
Die Dokumentation zum jüdischen Friedhof in St. Ingbert ist fertig erstellt: Link zur Dokumentation des Friedhofes St. Ingbert           

  
       

Lage des Friedhofes
:   
  
Der Friedhof liegt an der Nordendstraße / Ecke Dr.-Schulthess-Straße  
   
  
Link zu den Google-Maps  
(der grüne Pfeil markiert die Lage des Friedhofes) 
  

Größere Kartenansicht    

  
Fotos
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 16.6.2009)  

St Ingbert Friedhof 201.jpg (110895 Byte) St Ingbert Friedhof 202.jpg (71774 Byte) St Ingbert Friedhof 200.jpg (116012 Byte)
Eingangstor 
zum Friedhof
Hinweistafel Blick vom Eingangstor auf den Friedhof, links Gedenkstein von 1951
     
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Gedenkstein mit kaum noch lesbarer Inschrift: "Der Synagogengemeinde St. Ingbert, ihrem einstigen Gotteshause, ihren hier ruhenden Toten zur ehrenden Erinnerung. Stadtgemeinde St. Ingbert. Synagogengemeinde Saar 1951" Doppelgrabstein im Vordergrund für Berta Lyon geb. Salmon (geb. 1.3.1855 in Dierdorf, gest. 11.9.1919) und Josef Lyon (geb. 24.12.1839 in Spiesen, gest. 25.10.1922) Doppelgrabstein links für Joseph August (11.6.1863-17.3.1926) und Melanie August geb. Levy (geb. 8.7.1867 in Oberseebach, gest. 2.2.1935 in Strassburg); Grabstein rechts für Julius Lyon (22.1.1883-21.10.1932) 
     
St Ingbert Friedhof 207.jpg (117589 Byte) St Ingbert Friedhof 208.jpg (113353 Byte) St Ingbert Friedhof 209.jpg (103655 Byte)
Grabstein links für Lina Löb geb. Klein (1836-192.), Grabstein Mitte für Max Löb (15.2.1870-2.9.1929)   Grabstein links für Joseph Beer (7.11.1831-11.12.1906), rechts für Michael Beer (9.8.1855-19.2.1915) und Gretel Beer (9.10.1919-8.4.1922)  Grabstein links für Fanny Kahn (1863-1904), Grabstein Mitte für den Seifenfabrikanten Wolfgang Kahn (gest. 1888, vgl. Bericht zu dessen Goldener Hochzeit auf Synagogenseite; seine Frau war eine geb. Beer); Grabstein rechts für Lina Kahn geb. Straus (26.12.1839-27.9.1907); Lina Kahn wurde 1907 mit militärischen Ehren beigesetzt, siehe Bericht auf Synagogenseite
   
   
      
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Grabstein für den Gefreiten Alfred Löb, geb. 24.7.1898, "vor dem Feinde gefallen den 5.9.1917, hier beigesetzt 23.12.1916" und Inschrift auf Rückseite: "Rettend bedrängte Kameraden, Gabst Du als Opfer Dich hin. Vorbildlich konntest Du wirken, Nimmer vergessen wir Dein!" Grabstein für den im Krieg gefallenen Referendar Eugen August, gefallen 31.8.1915 im Alter von 22 Jahren und für seinen Vater Adolph August (24.4.1860-6.9.1928)
     
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Grabstein für Stadtrat und langjährigen Gemeindevorsteher Adolf Beer (1851-1926) mit Gedenkinschrift für Fritz Beer (geb. 1887) und Elisabeth Beer geb. Kahn (geb. 1900), die beide im August 1942 deportiert wurden. Siehe Berichte zum Tod von Adolf Beer auf Synagogenseite Grabstein für Wilhelm Viktor (1876-1934) mit Gedenkinschrift seiner Kinder für die in den USA 1955 verstorbene Frau Viktor. Wilhelm Viktor, der dem Gemeindevorstand angehörte, starb nach einem Verkehrsunfall; siehe Bericht auf Synagogenseite. "Ruhestätte Familie Dr. Levy" - Inschriftentafel fehlt
 
 
  
     

    
    

Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Sankt Ingbert   
Website der Synagogengemeinde Saar (externer Link)   
Zur Seite über die Synagoge in Sankt Ingbert (interner Link)   

Literatur:   

Artikel in der Jüdischen Allgemeinen Nr. 19/02 S. 14.  

           

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 30. Juli 2010