Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Rothenfels mit Stadtteil Bergrothenfels (Main-Spessart-Kreis)
Jüdische Geschichte / Synagoge 
  

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Zur Geschichte der Synagoge   
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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  

In dem 1342 als Stadt genannten Rothenfels lebten Juden bereits im Mittelalter. 1222 und 1234 wird Nathan von Rothenfels urkundlich erwähnt. 1342 wurde zwischen Ludwig dem Bayern beziehungsweise seinen Söhnen und dem Hochstift Würzburg ein Abkommen getroffen, wonach die Söhne des Kaisers zwei, das Stift ein Drittel von Rothenfels erhielten. Auch die Einnahmen von etwa neu aufgenommenen Bürgern - "Christen oder Juden" - sollten dementsprechend geteilt werden. Ob und wie viele jüdische Personen damals in der Stadt lebten, ist nicht bekannt. In der mittelalterlichen Stadt gab es nach Angaben von Schwierz s.Lit. "nachweislich eine Synagoge und mit sehr großer Wahrscheinlichkeit einen Friedhof (noch 1531 gab es im Ort ein Gartengrundstück, das 'Judenkirchhof' hieß)". Bei der "Synagoge" wird es sich um einen Betraum in einem (jüdischen) Wohnhaus gehandelt haben; die Lage des Friedhofes ("ober der Stadt") ist nicht mehr bekannt. 
 
Im 17./18. Jahrhundert lebten gleichfalls Juden in der Stadt. 1680 waren es drei jüdische Familien, 1699 vier Familien mit 22 Personen, die inzwischen mit den in Bergrothenfels eine Gemeinde bildeten. Zu ihr gehörte auch die in Zimmern lebende jüdische Familie (mit fünf Personen). 
1732 waren fünf jüdische Familien in der Stadt.
  
Zunächst war der Mittelpunkt des jüdischen Gemeindelebens der in Stadt Rothenfels und Bergrothenfels lebenden jüdischen Familien in der Stadt. So war an Einrichtungen bis 1773 war in der Stadt eine Synagoge (Betraum in einem Privathaus) mit einem Schulraum vorhanden. Für den Unterricht der Kinder war ein Lehrer in der Gemeinde. Ein rituelles Bad befand sich in Bergrothenfels. Um 1773 erfolgte der Zusammenschluss der Gemeinden Rothenfels und Bergrothenfels zur Kultusgemeinde Bergrothenfels. Seitdem verlagerte sich der Mittelpunkt der jüdischen Gemeinde nach Bergrothenfels. Seit 1773 befand sich hier auch die Synagoge ("Judenschule") mit Schule und Mikwe. Die Synagoge war im oberen Stock eines Privathauses eingerichtet.      
   
Bei der Erstellung der Matrikellisten 1817 werden auf insgesamt drei Matrikelstellen in Rothenfels und Bergrothenfels genannt (mit neuen Familiennamen, Erwerbszweig und Familienverhältnissen): 
in der Stadt Rothenfels Nathan Isack Heil (Vieh- und Warenhandel, 64 Jahre alt mit Frau, vier Söhnen und vier Töchtern; hatte einen Schutzbrief von 1796 und war "vor vier Jahren von Berg- nach Stadtrothenfels gezogen"). 
in Bergrothenfels: 1. aus der Familie des verstorbenen Nathan Hirsch Herrmann (Inhaber eines Warenhandels; Schutzbriefinhaber seit 1773) zwei Söhne (einer davon Isack, 26 Jahre alt) und vier Töchter; auch die Frau von Nathan Hirsch Herrmann war bereits verstorben; 2. die Witwe von Moises Maennlein Freudenberger (Schacherhandel; Schutzbriefinhaber seit 1782): sie war 64 Jahre alt und hatte einen Sohn und zwei Töchter. 

Im Laufe des 19. Jahrhunderts ging die Zahl der jüdischen Einwohner weiter zurück: in der Stadt Rothenfels lebten 1830, 1871 und 1880 jeweils noch vier jüdische Personen; ab 1890 werden keine jüdischen Einwohner mehr in der Stadt genannt.  In Bergrothenfels waren es 1826 vier, 1846 fünf jüdische Familien, 1871 zehn jüdische Einwohner, 1900 noch drei. 
  
Um 1860 wurden die Synagoge und die Schule in Bergrothenfels im Zusammenhang mit der Auflösung der jüdischen Gemeinde aufgegeben.     

Von den in Rothenfels  / Bergrothenfels geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Rahel Baer geb. Grünewald (geb. 1885 in Rothenfels, später wohnhaft in Frankfurt am Main, 1940 deportiert und umgekommen); Michael Kahn (geb. 1875 in Bergrothenfels, später wohnhaft in Frankfurt am Main, 1942 in das Ghetto Theresienstadt verbracht, wo er am 2. Februar 1943 umgekommen ist).    
    
     
Hinweis: Am Burgberg erinnert ein 1752 errichteter "Judenbildstock" an die "Bekehrung" eines jüdischen Mädchens zum christlichen Glauben, die auch in einer örtlichen Sage überliefert wird. 
   
   
   

Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde  

In jüdischen Periodika des 19./20. Jahrhunderts wurden noch keine Berichte zur jüdischen Geschichte in Rothenfels gefunden.  

   

Adresse/Standort der Synagoge

Fotos

Es sind noch keine Fotos zur jüdischen Geschichte in Rothenfels / Bergrothenfels vorhanden.  
     

    
    

Links und Literatur   

Links:

Website der Stadt Rothenfels  

Literatur:  

Germania Judaica II,2 S. 718.   
Israel Schwierz:  Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. A 85. 1992² S. 118 (1988 noch kein Abschnitt zur Rothenfels).  
MSP Publikation 01.jpg (23157 Byte)Leonhard Scherg: Jüdisches Leben im Main-Spessart-Kreis. Reihe: Orte, Schauplätze, Spuren. Verlag Medien und Dialog. Haigerloch 2000 (mit weiterer Literatur). S. 38-39. 
Dirk Rosenstock: Die unterfränkischen Judenmatrikeln von 1817. Eine namenkundliche und sozialgeschichtliche Quelle. Reihe: Veröffentlichungen des Stadtarchivs Würzburg Band 13. Würzburg 2008. S. 191-192.   
   

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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 20. Februar 2010