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Friedhöfe im Landkreis Marburg-Biedenkopf und im Lahn-Dill-Kreis"
Roth (Gemeinde
Weimar/Lahn, Kreis Marburg-Biedenkopf)
Jüdischer Friedhof
(Seite erstellt unter Mitarbeit von Barbara Wagner,
Geschichtswerkstatt Marburg)
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
Siehe Seite zur Synagoge in Roth
(interner
Link)
Zur Geschichte des Friedhofes
Bereits in einer Karte aus den Jahren 1766/1769 wird das
"Judenbegräbnis" auf dem Geiersberg erwähnt. Der älteste erhaltene
Grabstein ist aus dem Jahr 1816/17 für Anschel Löwenstein aus Fronhausen. Alle
älteren Grabsteine sind nicht mehr vorhanden. Die Juden vom Fronhausen
legten 1873 einen eigenen Friedhof an.
1939 wurde der Friedhof
geschlossen, danach durften die Juden nicht mehr in Roth, sondern nur noch auf
dem jüdischen Friedhof zu Marburg beerdigt werden. Die Friedhofsfläche
umfasste ursprünglich 25 ar, wovon 17 belegt und 8 unbelegt waren. Im Dezember
1942 wurden von der jüdischen Vereinigung in Frankfurt von dem unbelegten Teil
des Friedhofes 16 ar an zwei Anlieger verkauft. Auf Wunsch eines jüdischen
amerikanischen Offiziers war der Friedhof 1945 in Ordnung gebracht worden. Die
Fläche des Friedhofes umfasst heute 8,91 ar.
Text der Informationstafel am Eingang: "Jüdischer Friedhof. Der
Besuch des Friedhofes ist am Sabbat (Samstag) und an den jüdischen Feiertagen
nicht gestattet. Schlüssel: Gemeinde Weimar/L., 06421/97400, Familie Schultheis,
06426/1468.
Geschichtliche Information: 18. Jahrhundert Ersterwähnung, 1816 ältester
erhaltener Grabstein. Bis Ende 19. Jahrhundert Friedhof für die
Synagogengemeinde Roth-Fronhausen-Lohra, danach nur noch für Roth. 1937
jüngster erhaltener Grabstein, 1939 jüngste Bestattung. 1940 Schließung. 1941
Verkauf eines Teiles an die Anlieger. 1941/42 Deportation der jüdischen
Familien."
Schändung des Friedhofes im Januar 2012
Anfang
Januar 2012 wurden auf den Friedhof vier Grabsteine umgeworfen und weitere
16 Grabsteine mit lila Kreuzen, darunter einem Hakenkreuz
beschmiert.
Bericht
in der "Oberhessischen Presse" vom 11. Januar 2012 Bericht
in der "Oberhessischen Presse" vom 12. Januar 2012
Bericht
in der "Oberhessischen Presse" vom 13. Januar 2012
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Polizeibericht - Polizei
Marburg-Biedenkopf vom 11. Januar 2011: "Friedhofsschändung -
Weimar Roth
Am Dienstag, 10. Januar, gegen 18.40 Uhr erhielt die Polizei Marburg die Mitteilung über die Schändung des alten jüdischen Friedhofs in
der Gemarkung Geiersberg. Unbekannte hatten vier Grabsteine umgeworfen und 16 weitere mit lila
Farbe beschmiert. In einem Fall hinterließen die Täter ein Hakenkreuz, in allen anderen normale Kreuze. Die Tatzeit ist nicht
genau bekannt, sie liegt aber vermutlich innerhalb der letzten Tage.
Die Polizei ermittelt wegen Störung der Totenruhe und Sachbeschädigung und bittet um Hinweise.
Wer machte in den letzten Tagen außerhalb der Ortslage von Roth in der Gemarkung Geiersberg Beobachtungen?
Jeder Hinweis könnte wichtig sein und zur Aufklärung der Tat beitragen. Polizei Marburg, Telefon
06421/406-0." |
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| Bericht von Katharina Kaufmann über die Veranstaltung/Mahnwache
am 15. Januar 2012 in der "Oberhessischen Presse" vom 16.
Januar 2012: "Mahnwache. Hand in Hand in stillem Gedenken.
Sie reichen einander die Hände, bilden eine Menschenkette und umkreisen
damit einen Ort, der eigentlich ein Ort des Friedens sein soll: der
jüdische Friedhof in Roth..." |
Lage des Friedhofes
Südlich des Ortes auf dem Geiersberg unmittelbar südlich
des neuen Baugebietes (erreichbar über Buchenweg oder Tannenweg).
Fotos
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum: 24.3.2008)
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| Blick auf den Friedhof |
Das Eingangstor |
Die Hinweistafel |
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| Am Eingangstor auf
den Säulen, links "FRID", rechts "HOF" |
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| Teilansichten des
Friedhofes |
Grabstein für
Blüm Höchster geb. Stern (1818-1887) und Meier Höchster
(1818-1892) |
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Grabstein für Mathilde
Höchster geb. Höxter (1885-1916) |
Grabstein für Giedel Nathan
(1821-1896) |
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| Grabstein für Selma Roth geb.
Stern (1899-1934) |
Gedenksteine für Angehörige
der Familien Stern und Höchster, die in der NS-Zeit ermordet wurden. |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Siehe auf der Seite zur
Synagoge in Roth |
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Neuerscheinung
in 2009:
Barbara Wagner, Dieter Bertram, Friedrich Damrath, Friedemann
Wagner:
Die jüdischen Friedhöfe und Familien in Fronhausen, Lohra,
Roth
375 Seiten, zahlreiche Abbildungen. Marburg 2009.
Zu beziehen über Geschichtswerkstatt Marburg e.V. Schwanallee
37-31, 35037 Marburg
www.geschichtswerkstatt-marburg.de
Arbeitskreis Landsynagoge Roth e.V., Lahnstraße 27 (Roth),
35096 Weimar (Lahn)
www.landsynagoge-roth.de |
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