Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Marburg (Kreisstadt) 
Jüdische Friedhöfe 
Alter Friedhof am Alten Kirchhainer Weg / Neuer Friedhof am Rotenberg 
     

Februar 2016: Publikation zum jüdischen Friedhof Marburg ist erschienen   
Mitteilung des Presseamtes der Stadt Marburg vom 21. Februar 2016: "Stadtschrift 'Der Alte Jüdische Friedhof zu Marburg' erschienen
Eine neue Marburger Stadtschrift unter dem Titel 'Der Alte Jüdische Friedhof zu Marburg' ist erschienen. Sie enthält die Geschichte des Begräbnisplatzes mitsamt einer Beschreibung aller Grabstätten. Die Geschichte des jüdischen Friedhofs erzählt zugleich auch von der Geschichte der jüdischen Bevölkerung in und um Marburg und zeugt vom Leid der jüdischen Menschen zur Zeit des Nationalsozialismus. Der Blick auf die jüngsten Grabstellen zeigt, wie eine neue jüdische Gemeinschaft in Marburg wieder langsam wächst.
Einen großen Teil des Buches nimmt die Auflistung der über 300 Grabsteine ein, mit den Lebensdaten der Beerdigten und den Besonderheiten der Steine. Wer ihnen vor Ort nachspüren möchte, dem gibt die Stadtschrift eine gute Hilfe an die Hand: Sie enthält einen Plan des Friedhofs, auf dem jede einzelne Grabstätte genau eingezeichnet ist und lädt so dazu ein, selbst in die Atmosphäre dieses Ortes einzutauchen und die Zeugen der Geschichte zu besuchen.
Das Buch kostet 14,40 Euro und ist im Buchhandel erhältlich, teilt das Presseamt mit."  
  
Weiterer Artikel in mittelhessen.de vom 16. März 2016: "Jüdischer Friedhof erzählt Geschichte. 
MARBURG
Der alte jüdische Friedhof ist ein Erinnerungsort und spiegelt laut Bürgermeister Franz Kahle (Grüne) die Geschichte der Stadt wieder. Nachzulesen ist sie in einer neuen Stadtschrift.
"Der Friedhof macht das Verhältnis der Gesellschaft zu ihren jüdischen Mitbürgern sichtbar. So werden vergängliche Spuren der Geschichte für die Nachwelt festgehalten", sagt Bürgermeister Franz Kahle. Die Stadtschrift beschreibt die Historie des Begräbnisplatzes vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Laut der Autorin Barbara Rumpf-Lehmann erzählt der Friedhof auch die Vergangenheit der jüdischen Bevölkerung im Marburger Raum während des Nationalsozialismus.
Die Stadtschrift erläutert Rituale und Tradition der jüdischen Religion zu Tod und Begräbnis sowie der Feiertage. Die ältesten sich auf diesem Friedhof befindenden Grabmale stammen aus der Zeit zwischen 1712 und 1802. An den Gräbern aus dem 20. Jahrhundert lassen sich laut der Autorin die Taten der Nationalsozialisten ablesen. Einigen Menschen wurde bereits zu Lebzeiten ein Grab zugeteilt. Dieses ist oft leer geblieben, da viele Juden unter dem NS Regime deportiert und ermordet wurden oder geflüchtet sind. Die letzte Beisetzung zur Zeit des Nationalsozialismus fand 1942 statt.
Erst mit dem Zustrom russisch-jüdischer Gemeindemitglieder um 1990 wurden wieder Menschen auf dem Friedhof bestattet. Aufgrund des Platzmangels gibt es inzwischen eine neue Beerdigungsstätte neben dem städtischen Friedhof am Rotenberg.
In ihrer Stadtschrift stellt Rumpf-Lehmann die einzelnen Grabstätten vor und erzählt die Vergangenheit dieser Menschen. Auch enthält die Schrift einen Plan des Friedhofes, der laut der Autorin dabei hilft, die Zeugen der Geschichte zu besuchen und in die Atmosphäre des Ortes einzutauchen.
Die Stadtschrift kostet 14,40 Euro und ist im Buchhandel, auf Marburg.de oder beim Fachdienst Presse- und Öffentlichkeitsarbeit am Markt 8, Tel. (06 421) 201-1346, erhältlich. (mso)." 
Link zum Artikel    
Siehe auch Pressemitteilung in der Website der Stadt Marburg: https://www.marburg.de/portal/meldungen/ein-spiegelbild-juedischen-lebens-900000564-23001.html?rubrik=900000004    

    
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde              
  
Siehe Seite zur Synagoge in Marburg (interner Link)     
  
  
Zur Geschichte des Friedhofes     
   
Einen ersten jüdischen Friedhof gab es in Marburg im Mittelalter. Er wird als "der juden kirchob" (1375,1441,1442) bzw. als "juddenkirchoff" (1455-92) genannt. Er lag vor der Vorstadt Weidenhausen bei der Männersieche (vgl. heutige Straßenbezeichnung "An den Siechengärten"), etwa dort, wo sich der heutige jüdische Friedhof befindet. Der Friedhof wurde vermutlich schon 1375 nicht mehr benutzt, sondern in Garten-, später in Ackerland umgewandelt. Vom 14. bis zum 19. Jahrhundert können keine Beerdigungen auf dem Friedhof nachgewiesen werden; das Gelände wurde landwirtschaftlich genutzt. 
  
Ein neuer jüdischer Friedhof wurde im Bereich des mittelalterlichen jüdischen Friedhofes vermutlich Anfang des 18. Jahrhunderts angelegt. Die ältesten Grabmale, die auf dem Friedhof erhalten sind, stammen aus der Zeit von 1712 bis 1801/02. 1883 verkaufte die Stadt das Grundstück der wachsenden jüdischen Gemeinde. Der Friedhof wurde auch nach 1945 belegt, unter anderem von KZ-Überlebenden (DPs), die zwischen 1947 und 1949 im Bereich Marburg verstorben sind. 
  
Seit der Neubegründung der jüdischen Gemeinde in Marburg in den 1980er-Jahren wurde der Friedhof wieder die Begräbnisstätte der jüdischen Gemeinde Marburg. Die Friedhofsfläche umfasst 50,17 ar. 
  
Auf Grund des Platzmangels auf dem jüdischen Friedhof wurde inzwischen ein neuer jüdischer Friedhof neben dem städtischen Friedhof am Rotenberg angelegt. Inzwischen wird der alte jüdische Friedhof nicht mehr belegt.  
    
    

Lage des Friedhofes  
   
Der alte Friedhof liegt am Anfang des "Alten Kirchhainer Weges". Der neue Friedhof liegt neben dem städtischen Friedhof am Rotenberg.   
    
Link zu den Google-Maps:    
  

Größere Kartenansicht    
   
   
   
Fotos des alten  
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum: 25.3.2008)    

Marburg Friedhof 262.jpg (133504 Byte) Marburg Friedhof 253.jpg (109771 Byte) Marburg Friedhof 250.jpg (111485 Byte)
Der Friedhof liegt in der Flur 
"An den Siechengärten" 
Eingang zum 
Friedhof 
Hinweistafeln 
am Eingang 
     
Marburg Friedhof 252.jpg (58963 Byte) Marburg Friedhof 255.jpg (120542 Byte) Marburg Friedhof 256.jpg (113894 Byte)
Hinweistafel  Blick über den Friedhof (neuerer Teil)  Neuere Gräber 
      
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Teilansichten des Friedhofes
 
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Teilansichten des Friedhofes 
 
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Teilansichten des Friedhofes
 
Marburg Friedhof 263.jpg (99272 Byte) Marburg Friedhof 280.jpg (101066 Byte) Marburg Friedhof 273.jpg (122103 Byte)
Grabstein und Baum: Natur 
und Geschichte verbinden sich 
  
Grabstein links für Frommet, Frau 
des Ahron Lukas (wie unten) und rechts für 
Ahron Sohn des Jehuda HaLevi mit
 Levitenkannen (gest. 1873) 
Grabsteine links für Johanna Freund 
geb. Hirsch
(gest. 1877) und rechts für
 Salomon Freund (1843-1887)
   
     
Marburg Friedhof 261.jpg (96197 Byte) Marburg Friedhof 269.jpg (71977 Byte) Marburg Friedhof 271.jpg (87421 Byte)
Grabstein für "Hanna Tochter des Schmuel",
 gest. 23. Marcheschwan (5)645 
= 11. November 1884
Grabstein für Merle Wertheim 
geb. Hess
(1800-1872)
 
Grabstein für Jette, Frau des Isak Freund,
 gest. am 9. Siwan (5)590 = 31. Mai 1830 
  
        
Marburg Friedhof 279.jpg (78267 Byte) Marburg Friedhof 274.jpg (103665 Byte) Marburg Friedhof 257.jpg (83781 Byte)
Grabstein für Frommet, die Frau von 
Ahron Lukas
aus Marburg, 
gest. 11. Adar (5)629 = 22. Februar 1869
Grabsteine für links Bernhard Freund 
(1819-1907) und Rosalie Freund 
geb. Haas
(1844-1914)
"Segnende Hände" 
der Kohanim 
  
     
Marburg Friedhof 264.jpg (94416 Byte) Marburg Friedhof 270.jpg (100887 Byte) Marburg Friedhof 272.jpg (109813 Byte)
Grabstein für Privatdozent Joseph Hoffa,
 gest. 14. Nissan 5613 = 22. April 1853 
  Hohes Grab im Hintergrund für Baruch Strauss 
und Josephine Strauss geb. Kaufmann (1843-1904)
     
Marburg Friedhof 278.jpg (100950 Byte) Marburg Friedhof 277.jpg (77182 Byte)   
  Grabstein für Rechtsanwalt 
Dr. Werner Lucas
(1906-1986)
 
     

      
       

Links und Literatur

Links: 

Website der Stadt Marburg 
Website der Jüdischen Gemeinde Marburg 
Zur Seite Seite über die Synagoge in Marburg (interner Link) 
Einige Fotos vom jüdischen Friedhof in Marburg: hier anklicken

Literatur:  

Germania Judaica II,846-848. 
Arnsberg II,48-60. 
Günther Rehme/Konstantin Haase: "... mit Rumpf und Stumpf ausrotten ..." Zur Geschichte der Juden in Marburg und Umgebung nach 1933. (= Marburger Stadtschriften zu Geschichte und Kultur) Marburg 1982. 
Marburg Friedhof Lit 2016.jpg (66395 Byte)Barbara Rumpf-Lehmann / mit Fotografien von Andreas Schmidt: Der Alte jüdische Friedhof zu Marburg. Die Geschichte des Begräbnisplatzes mitsamt einer Beschreibung aller Grabstätten. Herausgegeben von der Friedhofsverwaltung im Fachdienst Stadtgrün, Klima- und Naturschutz der Universitätsstadt Marburg. Reihe: Marburger Stadtschriften zur Geschichte und Kultur. Marburg 2016.  
Die Stadtschrift kostet 14,40 € und ist im Buchhandel, auf Marburg.de oder beim Fachdienst Presse- und Öffentlichkeitsarbeit am Markt 8, Tel. (06421)201-1346, erhältlich.    

    
      

                   
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Stand: 24. April 2016